Auftakt zu den olympischen Winterspielen Diskussion 

Konradin

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Was haltet ihr von den olympischen Winterspielen?

Sind sie nicht ein willkommener Anlass für deutsche Unternehmen, für sich zu werben und damit die aktive Völkerverständigung zu unterstützen?

Die derzeitigen Winterspiele stehen unmittelbar vor der Tür, 'unsere' Athleten haben sich bereits bejubeln lassen und befinden sich bereits vor Ort und die gesammte Nation lässt sich auf einen Medaillenregen einstimmen.

Da verspricht die Bahn Vergünstigungen für Reisende, wenn deutsche Goldmedaillen eintrudeln. Schön, wenn man hinter dem ganzen Trubel steht und dann noch Werbung für sich machen kann. Diejenigen vor Ort (nein, nicht die deutschen Sportler!) zahlen dafür schliesslich die Miete.

Wie wäre es, wenn eine deutsche Bank die Winterspiele für sich nutzen würde, um für sich folgendermassen zu werben: ein höherer Zinssatz für jeden Tag, an welchem ein russischer Olympiabewohner Haus und Hof verliert oder im Dreck erstickt, weil irgendjemand den ganzen Mist schliesslich bezahlen muss?

Oder eine namhafte Versicherung würde niedrigere Prämien für jeden Tag anbieten, an dem ein Schwuler in Moskau öffentlich zusammengeschlagen und dies im Internet angemessen zelebriert wird? Das sollte man nicht so eng, sondern eher sportlich sehen. :D

Oder die Post würde ihren Slogan ändern in 'auf dem Strich zähl ich', um den derzeitigen Olympia-Verlierern eine neue Lebensperspektive aufzuzeigen. Das wäre dann wenigstens ehrlich.

Was haltet ihr davon?
 
Man könnte die Frage erweitern: Sind olympische Spiele generell noch einem Austragungsland zumutbar / unterstützenswert?

Die Kosten sind immens, sie können bei weitem nicht mit Eintrittsgeldern, Sponsoring, Verbesserung der Infrastruktur usw. aufgewogen werden.
Das Sicherheitsrisiko ist enorm, was die Kosten erhöht, ohne grundsätzliche Ängste nennenswert zu dämpfen.
Sie bieten auch fragwürdigen Systemen die Möglichkeit, sich positiv darzustellen und ihre Propaganda publikumsträchtig zu verbreiten.
Die einfachen Bürger von Sotschi und Umgebung (oder an anderen Schauplätzen von Spielen) haben noch Jahrzehnte an den Konsequenzen der Ausrichtung zu tun.

Jede Menge Nachteile also! :(

Lass uns mal versuchen, Vorteile zu finden ...

Der internationale Fokus ist in solch einer Zeit sehr stark auf das Austragungsland gerichtet. Ob es um Schwule und Lesben in Russland oder um Korruption und die Gegensätze von arm und reich in Brasilien geht - die Probleme werden eine zeitlang bewusster und deutlicher wahrgenommen.

Während der notwendigen Bauarbeiten gab es ne Menge Jobs (hoffentlich nicht nur für Gast- und Saisonarbeiter).

Auch wenn die teuren Sportstätten von einem Großteil der einfachen Bevölkerung nie genutzt werden wird, könnte diese von der Verbesserung von Infrastruktur und Verkehrsbedingungen profitieren.

Drei Punkte, die mir auf Anhieb einfallen, wobei die Frage dahin gestellt sei, ob sie die negativen Aspekte auch nur in Ansätzen aufwiegen.
 
Der internationale Fokus ist in solch einer Zeit sehr stark auf das Austragungsland gerichtet. Ob es um Schwule und Lesben in Russland oder um Korruption und die Gegensätze von arm und reich in Brasilien geht - die Probleme werden eine zeitlang bewusster und deutlicher wahrgenommen.
Der internationale Fokus ist zur Zeit auch stark auf die Ukraine gerichtet (obwohl dort keine Winterspiele abgehalten werden). Die Probleme dort werden wahrgenommen, weil sie einerseits mit unseren Vorstellungen von Demokratie korrespondieren und andererseits unsere Interessen berühren. In Russland hingegen werden die Probleme lediglich in Kauf genommen und je mehr Medaillen Deutschland holt, desto mehr wandert der Folus auf die Medallien und rechtfertigt die dortigen Zustände. Nur, sind 'unsere' Goldmedaillen das Inkaufnehmen solcher Zustände wirklich wert?

Meines Erachtens machen wir uns damit mitschuldig. In unserer eigenen Vergangenheit haben wir 'nur weggeschaut', heute haben wir zwar hingeschaut, aber eigentlich eher auf die Medaillen. Die Zustände dort haben wir dadurch eigentlich unterstützt.

Während der notwendigen Bauarbeiten gab es ne Menge Jobs (hoffentlich nicht nur für Gast- und Saisonarbeiter).
Für wen denn sonst? Die Bauern vor Ort werden ja nicht gerade das nötige Know-How mitgebracht haben. Aber selbst wenn. Dann haben sie möglicherweise mitgeholfen, den nähere Umgebung ihrer Wohnung mit zur Müllkippe zui machen, denn irgendwohin musste der ganze Mist ja hin. Und diejenigen, welche ihre Häuser verloren haben, die hatten wahrscheinlich andere Sorgen.

Auch wenn die teuren Sportstätten von einem Großteil der einfachen Bevölkerung nie genutzt werden wird, könnte diese von der Verbesserung von Infrastruktur und Verkehrsbedingungen profitieren.
Du meinst, daß es der einheimischen Bevölkerung darum geht, irgendwelche Sportspätten nutzen zu können? Das erzähle mal denen, die durch die Baumaßnahmen alles verloren haben, was sie hatten.

Frag dich ebenso, warum die Mehrheit gegen die Winterspiele in Deutschland gestimmt hat. Die Infrastruktur wird dermassen verbessert, daß die Mieten ins Bodenlose klettern. Das heisst, ein Grossteil der Leute wird diese prima Infrastruktur nicht nutzen können, weil sie sich schlicht und einfach nicht mehr leisten können, weiterhin dort zu leben.

Ich habe in Frankfurt/Main selbst erlebt, die allein schon eine U-Bahn-Haltestelle und somit eine bessere Anbindung an die Innenstadt die Mieten
dermassen in die Höhe schnellen liess, daß sie aus Kostengründen in eine Gegend umsiedeln mussten, die noch weiter vom Schuß entfernt war. Ein Vorteil? Vielleicht für Großgrundbesitzer und Investoren.
 
ich halt mich da raus, ich guck das nichtmal ;)

...allerdings hat das meiste mit SPORT nicht mehr viel zu tun, auch wenn ich die Beiträge lese....
 
Was den Blick auf soziale und politische Probleme in Russland angeht kann ich deinen Pessimusmus nicht teieln.

Natürlich gibts Sportfans, die nur Medaillen im Blick haben und das Drumherum nicht wahrnehmen, vielleicht auch eine Reihe von Reportern mit Scheuklappen.
Aber genauso gibt es die mit dem kritischen Blick, die die Gelegenheit nutzen, um Missstände anzuprangern und es gibt auch Leser, die das zur Kenntnis nehmen.

Ich denke, dass auch Gaucks und Hollandes Olympiaboykott wahrgenommen wird und ein kleines Mosaiksteinchen in der politischen Bewertung Russlands ist. Ob sich die Menschenrechtssituation spürbar ändert, ist fraglich, zumal wenn man zurück auf das postolympische China blickt.
Immerhin liefert das sportlöiche Großereignis ein Podium für die ein oder andere Demonstration.

Andere Frage, die auftaucht - wo kann man überhaupt noch guten Gewissens Olympische Spiele ausrichten lassen, wenn man die Menschenrechte ins Blickfeld rückt?
In Amerika, angesichts der Todesstrafen in 37 Bundesstaaten oder der Situation in Guatánamo, bei den vielen Menschenrechtsverletzungen?
 
[...]Ich denke, dass auch Gaucks und Hollandes Olympiaboykott wahrgenommen wird und ein kleines Mosaiksteinchen in der politischen Bewertung Russlands ist.[...]
Die politische Bewertung durch den Bundespastor, der sich nicht sehnlicher wünscht, als weitere durch deutsche Soldaten zerstörte und besetzte Länder, sowie durch einen blutbesudelten französischen Kolonialherren, der von seinem politischen Unvermögen ebenfalls durch Militäreinsätze (und damit verbundenen Massentötungen) in fremden Ländern ablenken will ...

... sind das die moralischen Instanzen, die die Freie Völkergemeinheit vorzuweisen hat: Vertreter von Nationen, die sich einen Dreck um Völkerrecht scheren?

Beruht „Menschenrecht“ einzig und allein auf dem „Recht“ von Schwulen, für ihre Art der sexuellen Freizeitbeschäftigung öffentlich - auch in Schulen - werben zu dürfen (diesen Eindruck bekomme ich immer mehr)?

Aber, Du hast selbst auf den Führer der Freien Völkergemeinheit - Überwachungs-, Folter- und Kriegsverbrecherstaat USA - verwiesen.
 
als weitere durch deutsche Soldaten zerstörte und besetzte Länder

niemand strebt die grenze von 1937 an. zumindest kann ich aus den aussagen von gauck nichts diesbezüglich heraushören.

und ich gehe auch davon aus, dass dir bewusst ist, dass der bundespräsident - grade aufgrund von erkenntnissen aus der vergangenheit - heute bei weitem nicht mehr die befugnisse hat, wie sein pendant damals.
 
Was den Blick auf soziale und politische Probleme in Russland angeht kann ich deinen Pessimusmus nicht teieln.
Herr Putin ist ja nicht gerade erst seit gestern im Amt und mittlerweile dürfte man seine Methoden eigentlich kennen und wissen, wie weit zu gehen er bereit ist. Jeder Widerstand wird grundsätzlich eliminiert und dabei schreckt er vor nichts zurück. Wie weit sein starker Arm reicht, das sieht man ja derzeit an der Ukraine, wo die Situation ohne ihn sicher nicht so wäre, wie sie augenblicklich ist.

Natürlich gibts Sportfans, die nur Medaillen im Blick haben und das Drumherum nicht wahrnehmen, vielleicht auch eine Reihe von Reportern mit Scheuklappen.
Aber genauso gibt es die mit dem kritischen Blick, die die Gelegenheit nutzen, um Missstände anzuprangern und es gibt auch Leser, die das zur Kenntnis nehmen.
Diejenigen Sportfans, die auch das Drumherum wahrnehmen und sogar darauf reagieren, die brauchen keine Winterspiele, weil sie auch so sehen, was dort los ist.

Olympia ist jedenfalls ein Imagegewinn für Putin & Co, welcher dessen Machenschaften dergestalt verharmlost, daß er Putin mit positiven Gedanken verknüpft, nämlich mit Gedanken an 'unsere' Medaillen. So etwas nennt man Konditionierung.

Solche Methoden funktionieren einwandfrei. Schon die Altvorderen haben nachträglich eindrucksvoll bewiesen, daß man selbst die Schrecken der Gasöfen relativieren kann, denn 'schliesslich hat er ja auch die Autobahn gebaut'. Für manche waren sie eben der Preis, der für 'unser liebstes Spielzeug' zu bezahlen war.

Sorry, aber für mich persönlich ist jeder Sportler, dem der eigene mögliche Medailliensegen so wichtig ist, daß er sich zum Handlanger eines Putin macht, letzten Endes nur ein kleiner Kollaborateur einer Politik, welche genau die Werte verrät, welche internationale sportliche Großveranstaltungen vorgeben zu vertreten. Sportkarrieristen, die in meinen Augen jeglichen Vorbildcharakter längst aufgegeben haben (oder sie haben es nicht, dann aber wird's gefährlich).

Völkerverständigung, Freiheit, Toleranz und Fairness? Daß ich nicht lache.
 
Herr Putin ist ja nicht gerade erst seit gestern im Amt und mittlerweile dürfte man seine Methoden eigentlich kennen und wissen, wie weit zu gehen er bereit ist. Jeder Widerstand wird grundsätzlich eliminiert und dabei schreckt er vor nichts zurück. Wie weit sein starker Arm reicht, das sieht man ja derzeit an der Ukraine, wo die Situation ohne ihn sicher nicht so wäre, wie sie augenblicklich ist.
Mir stellen sich mehrere Fragen. Woher kennst du Herrn Putin? Aus Presse, Funk und Fernsehen der BRD, oder hast du persönliche Erfahrungen?
Von welchen Widerständen, die grundsätzlich eliminiert werden, sprichst du? Von solchen Aktionen, wie sie z.B. von diesen Pussy Riot Damen, wären eines Gottesdienstes durchgeführt werden? Übrigens ein Strafbestand (Störung eines Gottesdienstes) der in Deutschland mit bis zu 3 Jahren Freiheitsentzug bestraft wird. Ist Frau Merkel nun eine böse Frau?
Ach ja die Ukraine und der starke Arm von Putin. Wäre es für die Ukraine besser, wenn zukünftig der starke Arm von EU, Amerika und natürlich der, der NATO über die Ukraine "wachen" würden? Und wie würde die Situation in der Ukraine aussehen wenn EU und Amerikaner keinen EX Boxer für ihre Zwecke einsetzen würden? Immerhin ist die derzeitige Regierung gewählt worden. Einer Wahl, bei der auch der Ex Boxer angetreten war, nur das ihn da kaum einer gewählt hat. Und jetzt versucht er sich an die Macht zu putschen, woran natürlich her Putin schuld ist?
Folgendes Szenario. Anhänger der NPD (auch in der Ukraine sind ultra rechte am Putsch beteiligt) besetzen in Berlin den Potsdamer Platz und blockieren Regierungsgebäude. Sie bauen Barrikaden aus Bussen, Reifen und allem was sich finden lässt. Die Polizei marschiert auf, um die Regierungsgebäude zu schützen. Die Barrikaden werden angesteckt, die Polizisten mit Brandsätzen, Steinen, Eisenstangen usw. angegriffen und viele schwer verletzt ........

..... würde das in Berlin über mehrere Monate funktionieren? Ich glaube jeder von uns kennt die Antwort.

Ach ja noch was, schwul oder lesbisch sein, ist in Russland nicht etwa verboten. Nein das darf man durchaus sein. Man darf es nur nicht in der Öffentlichkeit oder im Beisein von Kindern ausleben (also nicht anders als in Bayern auch). Niemand wird deswegen hingerichtet. Anders dagegen in z.B. Dubai, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Katar wo Homosexualität komplett verboten ist. Ach ja falls dir der Name Katar etwas sagt, genau das ist dort wo die Fussballkasper demnächst in, von "Arbeitssklaven" errichtetet Stadien spielen werden. Aber da die fleißig unsere Panzer kaufen, können wir uns da schlecht aufregen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Gegenfrage: kennst du Herrn Putin, um beurteilen zu können, daß er eigentlich nur ein harmloses Lamm ist? Nein, ich kenne Putin genausowenig, wie ich Stalin kenne oder Hitler oder irgendeinen Helden der Inquisition. Wahrscheinlich alles ehrbare Zeitgenossen, die sich alle an die Buchstaben des Gesetzes hielten. Selbst Herr Freisler hatte niemals etwas anderes im Sinn. Man braucht wahrlich nicht Funk und Fernsehen, um sich ein Bild ihrer großartigen Taten machen zu können.

Wenn ich mir die Situation in Moskau anschaue, dann kommt es mir einfach nur hoch. Dagegen sind die Zustände hier in Deutschland ausgesprochen harmlos. Natürlich lässt sich auch in Moskau gut leben, wenn man zufällig Milliardär ist oder in der Pilitvetternwirtschaft mitmischt. Gehört man aber zu Putins Gegnern, dann hat man nichts zu lachen. Aber wahrscheinlich ist dies nur reines Hörensagen und Propaganda meiner russischen Freunde (nein, ich beziehe mich dabei nicht auf die Medien).

Die (rechts)radikalisierung Russlands ist erheblich weiter fortgeschritten als hier in Deutschland und ich werde den Eindruck nicht los, daß diese Leute massiv von Staats wegen unterstützt werden. Aber selbst wenn nicht, ihre Taten werden fast grundsätzlich nicht verfolgt. Scheinbar braucht man sie, denn sie geben einerseits ein Alibi dafür, die Daumenschrauben weiter anzuziehen und sie radikalisieren weiter. Wohin dies eskalieren kann, das haben wir hier in der Weimarer Republik gesehen.

Aber Herr Putin hat natürlich keine diktatorischen Ambitionen, weit gefehlt. Das darf ich mir nicht anmassen, schliesslich kenne ich ihn nicht. Ich kenne ihn letztendlich genausowenig wie Australien, welches es wahrscheinlich nicht gibt, denn ich war noch nicht dort (Bekannte von mir schon, aber die lügen gewiss alle) und die Französiche Revolution fand auch nie statt, denn das war vor meiner Zeit.

Es ist müssig, über die Legitimation der ukrainischen Regierung diskutieren zu wollen und in diesem Zusammenhang über die Rolle der NATO. Fakt ist, daß die Ukraine sich relativ stark an die westeuropäischen Staaten angenähert hat und dies Putin ein Dorn im Auge ist. Schon damals, als es Konflikte im Zusammenhang mit der ukrainischen Schwarzmeerflotte gab hat sich Putin eigentlich recht eindeutig positioniert. Ich bin mir recht sicher, daß die derzeitige Situation in der Ukraine ohne die Intervention des Herrn Putin so niemals zustande gekommen wäre.

Natürlich ist sich die ukrainische Oppositzion nicht einig und natürlich befinden sich auch Ultrarechte dabei, aber was heisst das schon. Wenn du irgendwelche Ziele vertrittst, welche die Ultrarechten auch vertreten, bist du deswegen auch gleich ultrarechts?

Ob man in Russland schwul oder lesbisch sein darf? Propagandatechnisch auf dem Papier schon. Aber wehe, man ist es tatsächlich. Man gibt sich dort tolerant, wo man es nicht ist. Ich erinnere an die Rede von Hernn Putin höchtspersönlich, wo er Homosexuelle in die Nähe von Pädophilen rückte und Stimmung mit der Forderung machte, daß sie sollen Kinder in Ruhe lassen. Nein, eine Diskriminierung ist dies nicht, denn Übergriffe auf Kinder finden in Russland wohl ausschliesslich durch Homosexuelle statt.

Wer auf diese Weise bewusst Öl ins Feuer giesst, der weiss genau, was er macht. Ich halte Herrn Putin nicht für einen harmlosen Spinner, der es nicht besser weiss. Schau dir seine Biografie an und du weisst, was er wo gelernt hat und wie er damit umzugehen pflegt. Aber ich kann da nicht mitreden, schliesslich kenne ich Herrn Putin nicht.

Wer sagt dir eigentlich, daß ich die Verhältnisse in den Vereinigten Arabischen Emiraten gutheisse? Oder gar deutsche Waffenverkäufe in diese Region? Aber das war in diesem Beitrag nicht das Thema, sondern wohl eher die derzeitigen olympischen Winterspiele. Eigentlich kein Grund, gleich über die Urgesellschaft zu diskutiern, oder?
 
niemand strebt die grenze von 1937 an. zumindest kann ich aus den aussagen von gauck nichts diesbezüglich heraushören.
... aber aus meiner Bemerkung herauslesen?
Nicht nur für Psychologen dürfte der Reflex, Einsatz deutscher Soldaten mit den Grenzen von 1937 zu verbinden, interessant sein.*

und ich gehe auch davon aus, dass dir bewusst ist, dass der bundespräsident - grade aufgrund von erkenntnissen aus der vergangenheit - heute bei weitem nicht mehr die befugnisse hat, wie sein pendant damals.
„Pe(n)dant“ – wirklich treffend gewählter Begriff ** (wer sich nur ein bisschen mit Gaucks Familienumfeld und dessen mörderischer Nazivergangenheit beschäftigt, weiß, wie wohl gewählt „Pe(n)dant“ ist)!
Selbstverständlich ist mir bewusst, dass ihm als Marionette der hinter ihm stehenden Machtelite genau die Befugnisse zustehen, zu deren Durchsetzung er in diese Funktion berufen wurde.

Zweistein;5252644... schrieb:
ich lese auch gerne die online ausgabe der bild. interessante sache, wenn es nicht die einzige informationsquelle ist.[...]
Aus diesem Grund: Gelegentlich auch andere Publikationen lesen (z.B. über Gaucks familiären Hintergrund). Auch und gerade, wenn es schwerfällt ...

01.02.2014: Riexinger: »Gauck will mehr Krieg wagen« (neues-deutschland.de)
Antrittsbesuch bei der Bundeswehr: Gauck: Militärische Gewalt kann notwendig sein - Inland - FAZ
Truppenbesuch: Gauck: Militärische Gewalt ein notwendiges Übel | Politik - Frankfurter Rundschau

Nebenbei: Die BRD-Kriegsministerin sondiert wohl gerade geeignete Brunnenbauplätze in Afrika.

Ach ja, die „Olympischen Winterspiele“, ...
... interessieren mich kein bisschen!

_____________________
*Titelseite „Landshuter Zeitung – Niederbayerisches Heimatblatt für Stadt und Land • Gegründet 1849“ (CSU-nahe Tagesyeitung(>
„Gauck fordert verstärktes militärisches Engagement.“
Weiter im Text „Außerdem sprach sich Gauck für die Übernahme von ‚Schutzverantwortung‘ [...] überall dort aus, wo Staaten die Sicherheit ihrer Bürger nicht garantierten“ ('Modell Jugoslavien' – erst destabilisieren, dann zerstören und ausbeuten – läuft momentan gerade in der Ukraine).

** Pendant, das; -s, -s 1. (bildungsspr.) [ergänzendes] Gegenstück;
© 2000 Dudenverlag

Pedạnt, der; -en, -en [frz. pédant < ital. pedante, eigtl. = Lehrer, wohl zu griech. paideúein = erziehen, unterrichten]
© Duden - Deutsches Universalwörterbuch, 5. Aufl. Mannheim 2003
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun ja,
die "Grundidee" der olympischen "Spiele" war in ihrer antiken Form ja schon als Darstellung von gesellschaftlicher, politischer wie militärischer Stärke und Macht anlegt ;)

Wer dies vergisst und dabei auch die Geschichte der "neuzeitlichen" olympischen "Spiele,
- nur exemplarisch am Beispiel von Sommerspielen zum Nachdenken ;)
1916+36 Berlin, (no comment)
1944+48 London, (Ende WW2)
1980+84 L.A.+Moskau (kalter Krieg)
1988 Seoul (dito)
2004 Athen (re-"Demokrtisierung" Griechenlands, EU)
2008 Peking (no comment) etc.pp.
i.P. aber aller neuzeitlichen Großsportereignisse nicht in ihren ursächlichen geschichtlichen wie wirtschaftlichen Kontext (inkl. Vorplanungszeiten) einordnen kann, kann auch nicht...

muesli

PS.
"Auf lange Sicht war daher eine hierarchisch geordnete Gesellschaft nur auf einer Grundlage von Armut und Unbildung möglich."

"Und wenn alle anderen die von der Partei[en, Lobbies] verbreitete Lüge glaubten - wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten -, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit"
aus:
"George Orwell" 1984
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke, daß sich der Inhalt der Olympischen Spiele inzwischen gewandelt hat, jedenfalls für den Ausrichter (und dies hin in Richtung 100%iger Kommerz ). Daß die jeweiligen Länder, in welchen diese Spiele dann auch stattfinden, ihr Image damit gehörig aufmotzen möchten, auch dies steht völlig ausser Frage.

Interessant ist, daß der Zuschlag von Auflagen abhängig gemacht wurde, die real überhaupt nicht umgesetzt wurde (Öko), das IOC aber den Kasper macht und zeigt, daß sie eigentlich völlig überflüssig sind. Denn was nutzen selbst die besten Vereinbarungen, wenn man sie dann doch nicht einhält?

Hauptsache, es wird genügend Geld in die Kassen des IOC gespült. Dann macht es auch nicht, daß Verträge reine Makulatur sind. Der Nächste verpflichtet sich dann, Sportstätten und Hotelplätze zu bauen und wenn es soweit ist, dann dürfen die Sportler und Besucher ihre Zelte mitbringen, notfalls sogar die eigene Verpflegung. Denn wäre es nicht endlich angebracht, die Olympischen Sommerspiele am Nord- oder Südpol stattfinden zu lassen oder unter Wasser oder in unmittelbarer Nähe der US-Fähnlein auf dem Mond?
 
[...]Daß die jeweiligen Länder, in welchen diese Spiele dann auch stattfinden, ihr Image damit gehörig aufmotzen möchten, auch dies steht völlig ausser Frage.[...]
Die Olympischen „Spiele“ waren schon immer zutiefst politische Spiele (hierzu interessant: „Die Olympischen Spiele als Mittel der Politik“; Michael Wälischmiller; ISBN: 978-3640845576).

Wenigstens wurden – soweit bisher bekannt ist – im Vorfeld der Olympischen Spiele am Schwarzen Meer keine Menschen ermordet, um dieses Politikerschaulaufen „friedlich“ stattfinden zu lassen (trotzdem: Das US-amerikanische Folterregime hat, gegen sämtliche internationalen Verträge, Kriegsschiffe in die Region geschickt).

Immerhin wurden – es sollten schließlich friedliche Spiele stattfinden – zur Olympiade 1968 in Mexiko mehrere hundert Menschen ermordet ...
„Zehn Tage nach dem Massaker eröffnete Präsident Gustavo Díaz die Spiele und das Internationale Olympische Komitee machte mit, als wäre nichts geschehen. Kein Protest von Seiten der Sportfunktionäre. Kein Land blieb der Eröffnungszeremonie fern. Ein Boykott war nicht einmal diskutiert worden. Das Massaker hatte den Streik an der Universität beendet, das Aufbegehren der Studenten war in Blut ertränkt. Jetzt konnte ohne lästige Störer gefeiert werden.“
Mexiko 1968: Das Blutbad vor Olympia - Politik | STERN.DE

„von allen Seiten des Platzes prasselte Gewehrfeuer auf die eingekesselten Menschen und traf gleichermaßen Schüler, Studenten, Kinder, Großmütter, Anwohner und Passanten. [...]im Ausland wollte niemand etwas von Fallacis Boykottforderung hören.“
schreibknecht: Mexiko 1968: Ein Massaker für den olympischen Frieden

Hmm ...
... ob der BRD-Himmelskomiker (Bundespastor) die mexikanische Mordolympiade mit seinem Besuch „geehrt“ hätte (hier ging es nicht um das Verbot, schwule Sonderwünsche zu propagieren, sondern um vorsätzlichen Mord)?

Na gut, die Frage ist nicht ganz ernst gemeint: Selbstverständlich hätte er!
 
Konradin schrieb:
Ich denke, daß sich der Inhalt der Olympischen Spiele inzwischen gewandelt hat, jedenfalls für den Ausrichter (und dies hin in Richtung 100%iger Kommerz ). Daß die jeweiligen Länder, in welchen diese Spiele dann auch stattfinden, ihr Image damit gehörig aufmotzen möchten, ... [...]

Und ich denke, dass Du wesentlich weiter denkst (hier aber nicht darüber schreibst) :D :)
Ich habe ja ganz bewusst in meiner vorherigen Aufzählung von "gesellschaftlicher, politischer wie militärischer Stärke und Macht" wirtschaftliche Aspekte unerwähnt gelassen...;)

Auch, da sich der Kampf um Ressourcen, wozu übrigens nicht erst seit kurzem auch "geschöntes" Image und das Bemühen um globale Anerkennung gehört,
sich für mich fast ungebrochen in diesen speziellen historischen Kontext einordnen lässt.

Wenn man im Rückblick bisherige multimediale Shows in diesem Sinn vergleicht, kann man wohl kaum umhin,
dass Pompöse aus Antike, Neuzeit und aktueller Gegenwart nicht kritisch zu vergleichen.
Allein schon die Benennung des ursprünglichen Kolosseum und aller nach-olympischen (->Kolossos, kolossal) und ihrer heutigen Entsprechungen (nicht nur in so manchem American Football Stadium) sollten doch auch gedanklich aufmerken lassen.

Und Korruption, auch und gerade bei solch Aufmerksamkeit "bindenden" (oder ablenkenden) "Veranstaltungen" gehör(t)en bei den Protagonisten nicht nur zum guten Ton,
sondern zeigen doch nur zusätzlich,
das "Wettbewerb", auch um die Höhe der jeweilige Apanage, eben auch (schon immer) zum Wettbewerb (an sich) dazu gehörte ;)

von daher,
wie bei allem anderen auch ..... siehe meine 1. sig :D

lg :)

PS.
Gut, dass dieser "letzte" (leider nicht allerletzte) 50-60 Milliarden-Spuk bald vorbei ist ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun: Die „Spiele“ sind Vergangenheit ...

Nachdem ich mich nur gelegentlich informiert habe, was dort gelaufen ist, ein paar Gedanken:

Hervorragende Organisation. Innerhalb von nur sieben Jahren wurde ein riesiger Wintersportkomplex aufgebaut. Eine kostspielige aber wohl auch langfristig angelegte Maßnahme.

Es gab – abgesehen von einem US-amerikanischen Kulturträger, der zu dämlich war, eine Tür zu öffnen und sie deshalb, wie von seinesgleichen gewohnt, einfach durchschlug – keine negativen Äußerungen von Sportlern.

Dass die Bauarbeiter/Installateure dort zuerst die Klobrillen installieren und dann die Trennwände aufziehen, ist deutschen Journalisten – für die Spazierengehen mit gleichzeitigem Zigarettenrauchen bereits Multitasking darstellt – selbstverständlich nicht zu vermitteln.

Tote Bauarbeiter (in Katar laut Guardian mittlerweile 450)? Fehlanzeige!
Wie bei allen Bauprojekten weltweit (auch in der BRD) gab/gibt es Umsiedlungen. Sogar ein paar Baumängel wurden aufgespürt.

Die Kritik, es wären „zu wenig“ Zuschauer aus dem Ausland gekommen, ist angesichts der öffentlichen Boykott-Aufrufe, Terrorwarnungen und US-Kriegsschiffe vor der Küste – mindestens – scheinheilig.

Diesen Vorwurf habe ich nicht verstanden (ich arbeite aber an meinem Sprachverständnis): Laut Presseberichten unterstützten die russischen Zuschauer ihre Landsleute bei den Wettbewerben laustärker. Dürfte wohl ein einzigartiges Phänomen sein (die eigenen Landsleute anfeuern ... ts, ts).

Ich lebe schon einige Jahre in der BRD, bin sogar (fast) volljährig; in all den Jahren hat sich nichts geändert:
Egal, wie sich die Russen anstrengen, egal, was sie machen: Sie ernten in der BRD immer schlechte Presse!

 
An sich stimme ich Dir zu, Stary. Denn sollte es sich erweisen, das die Anlagen langfristig genutzt werden könnten, ob nur für die gehobenen Bevölkerungsschichten, oder als neuer Touristenwallfahtsort für Superreiche, werden sie immerhin genutzt und haben eine (in diesem Fall hoffentlich gewinnbringende) Funktion.

Dein Zitat: "Egal, wie sich die Russen anstrengen, egal, was sie machen: Sie ernten in der BRD immer schlechte Presse!"

Das stimmt - leider. Leider, weil mich das traurig und auch etwas wütend macht. Rußland ist nicht Putin - das muß man einfach auf dem Schirm haben. Und die Russen, die ich kenne (von berufswegen sogar relativ viele), sind mir meistens sehr angenehm aufgefallen.
Im Grunde ist es so einfach (abseits von Olympia) einfach hinfahren, ein bißchen Land und Menschen kennenlernen und sich dann nochmal in Ruhe mit den eigenen Vorurteilen auseinandersetzen (und jeder der glaubt, er hätte keine, sollte seine Annahmen vor Reiseantritt einfach mal verschriften und auf Seite legen und erneut lesen, wenn er zurückkehrt) - ich habe bei mir festgestellt, das diese sich einfach auflösen.

Gruß
AnakinSky
 
Ich hatte inzwischen eine kleien Auszeit genommen, bin jetzt aber wieder da. Natürlich sehe ich die Situation wesentlich komplexer, habe aber den Fokus auf mehr auf einzelne Teilbereiche gelegt, um die Diskussion in einem (für mich) diskussionsfähigen Rahmen zu halten.

Ich habe mich nie auf die Seite derer gestellt, welche die Situation national beurteilen, denn es sind genausowenig 'die Russen' wie es immer 'die Amerikaner' sind. Andererseits frage ich mich natürlich, wieweit der einzelne Russen überhaupt gefragt werden, wenn Putin es nicht will (auch hier laufen Leute scharenweise der Merkel hinterher, aber ich denke, das hat dort noch eine anderer Qualität).

Die eigentlichen Saftsäcke sind für mich das IOC, welches einerseits klare Bedingungen für die Vergabe des Austragungsortes gestellt hat, sich aber um die Einhaltung dieser Bedingungen einen Scheißdreck schert.

Ich stelle mir gerade vor, wie es um deutsche Großprojekte bestellt wäre, wenn die Einhaltung von Bedingungen nur aus kosmetischen Gründen, wenn überhaupt, eingehalten würden. Würde dann ein halbfertiger Flughafen mit aller Gewalt eröffnet oder würde man bei einer Elbphilharmonie akkustische Fehlplanungen ungestraft hinnehmen, nur damit sie fristgerecht eröffnet werden kann?

Nein, ingenieurtechnische Meisterleistungen imponieren mir herzlich wenig. Mir imponieren keine Meisterleistungen, welche in einem 'Schwarzkraut', sorry, Chernobyl gipfeln, keine Meisterleistungen der IG Farben und Konsorten ('der Tod ist ein Meister aus Deutschland') und ähnlich gewaltiger Anstrengungen, welche zwar vielen imponiert, doch den Lauf der Geschichte selten positiv beeinflusst haben.

Daß die Presse hierzulande nicht gerade russenfreundlich ist ändert nichts an einer meiner Meinung nach gewaltigen Schieflage und dabei ändert es an meiner Meinung nichts, ob es sich dabei um 'die Russen' handelt oder 'die Chinesen' oder von mir aus auch 'die Aliens' von nebenan.

Man kann das Eine kritisierem, gleichzeitig aber auch das Andere und ein Putin ist mir (auch von seiner Machtfülle her) entschieden zu suspekt, um ihm auch nur ansatzweise vertrauen zu können. Meine in Jaroslawl lebenden langjährigen russischen Freunde sehen dies übrigens ebenso.
 
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