Ich könnte auch beides machen und dann berufsunfähig werden und dann irgendwann auch die private Rente bekommen oder?
Um deine Frage zu beantworten und die Aussagen meiner Vorposter nochmals zu untermauern:
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist etwas gänzlich andereres als eine private Altersvorsorge.
Wie du richtig erkannt hast, ist in Rentenfragen, trotz aller neuerlichen Lügen und Wahlkampfgeschenke seitens Minister Scholz', auf den Staat KEIN Verlass mehr. Rente ist für junge Menschen in der Zukunft ein großes Fragezeichen und im Falle der Erwerbsunfähigkeit zahlt der Staat nur noch einen Bruchteil dessen, was es früher gab.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist dabei wie eine gewöhnliche private Versicherung zu verstehen (im Gegensatz dazu ist die Rentenversicherung grds. eine kollektive Sozialversicherung). Versichert wird das Risiko, dass du "in jungen Jahren" (natürlich auch noch in höherem Alter, aber halt nur zur Erwerbszeit) berufsunfähig wirst und nicht mehr in der Lage bist, ein Einkommen aus Arbeit oder Selbstständigket zu erzielen. Die BU zahlt dann, je nach Konditionen, eine Rente von gewisser Höhe (z. B. 500 € pro Monat) bis zum Erreichen des Rentenalters (65/67 Jahre oder entsprechend).
Daran würden sich dann Leistungen aus der Rentenversicherung anschließen. Sofern man in jungen Jahren Invalide geworden ist, dürften die Leistungen entsprechend gering ausfallen. Eine private Altersversorgung ist dann natürlich das Maß der Dinge. Wie man diese sicherstellt, ist recht offen: Von Versicherungen über Aktiensparpläne oder Fonds, über Immobilien hin zu Lebensversicherungen und den staatlich geförderten Modellen wie Riester und Rürup.
BU gibt es meines Wissens auch mit Beitragsrückerstattung für den Fall, dass sie nicht in Anspruch genommen wird - diese dürften dann aber höhere Prämien verlangen: Jede Versicherung muss nunmal zwangsläufig Risiken versichern, die sich bei einigen Versicherungsnehmers realisieren und sie Geld kosten. Man zahlt seine Beiträge ja gerade dafür, dass diese im Schadensfall die Zahlungen übernehmen. Wenn man bei jeder Versicherung nach Zeitablauf ohne Schadenseintritt die Prämien verzinst zurückerhalten würde, gäbe es keine Versicherungen.
Ob die rückerstattungsfähige Summe einer BU in eine Altersversorge umgewandelt werden kann, weiß ich allerdings nicht, ebenso wenig, wie genau jeweilige Produkte aussehen, die für dich passen und die du brauchst.
Was aber auf jeden Fall wichtig ist: BU ist eine sicherlich sinnvolle Ergänzung für alle Berufstätigen und mit jedem Jahr wird die private Altersversorge aufgrund des Versagens der dt. Rentenversicherung wichtiger werden. Daher ist es sicherlich gut, sich schon beim Berufseintritt Gedanken zu machen.
Edit: Die Badenia hat definitiv einen beschissenen Ruf. Dieser rührt von der unrühmlichen Beteiligung der Kasse am Verkauf von so genannten Schrott-Immobilien her. Gegen Insolvenz sind deine Einlagen bei der Badenia allerdings gesichert, d.h. du würdest auch im Insolvenzfall deine Ansparsumme bei Nicht-Inanspruchnahme des Darlehenes ausgezahlt bekommen. Ob und inwieweit die Badenia darüber hinaus ein seriöser und zuverlässiger Anbieter ist, musst du leider selbst entscheiden.