Daten von Blutspendern an Facebook übermittelt Allgemein 

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Das Bayerische Rote Kreuz hat heikle Gesundheitsdaten an Facebook übermittelt. Sie nutzten Pixel als Marketing-Werkzeug.

Ausgerechnet ein Blutspendedienst hat Facebooks Marketing-Pixel eingesetzt. Damit sind Daten an das soziale Netzwerk übertragen worden, die Aufschluss über Krankheiten von Nutzern geben können. Das Bayerische Rote Kreuz hat etwa nachgefragt, ob jemand HIV-infiziert ist, Drogen konsumiert, Diabetes hat und schwanger ist oder war.

Für Facebook beziehungsweise Werbetreibende, die über Facebook Konsumenten erreichen wollen, sind diese Daten sicherlich besonders interessant. Lässt sich damit doch beispielsweise passgenau Werbung für etwa ein neues Gerät zum Messen des Blutzuckerspiegels ausspielen. Zwar ist die Übertragung der Daten inzwischen abgeschaltet, wie viele Menschen die heiklen Fragen beantwortet haben, ist jedoch laut Süddeutscher Zeitung, die den Fall aufgedeckt hat, unklar.

Klare Zuordnung der Daten
Die Daten wurden bei einem Vorcheck auf der Seite des Blutspendedienstes (BSD), einer Tochter des Bayerischen Roten Kreuz, erhoben. Weil die Seite auch noch fehlerhaft konfiguriert war, wurden die Daten automatisch weitergeleitet. Dem Unternehmen könnte dadurch mindestens ein Bußgeld wegen eines Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung drohen. Zwar wurden die Fragen nicht mit übermittelt, aber: "Die Antworten lassen sich eindeutig über ihre Reihenfolge und die Zahl der Klicks erschließen", heißt es bei der Süddeutschen.

Facebooks Tool ist umstritten. Kürzlich bekam die Zeit online den Big Brother Award 2019 für den Einsatz des Tools. Facebook hingegen hat sich gerade erst gegen das Bundeskartellamt in Deutschland durchsetzen können. Das Unternehmen muss Daten nicht entbündeln. Wie sie mit den Daten der betroffenen Blutspender umgehen werden, ist bislang unklar. heise online wartet auf Rückmeldung von Facebook.

Quelle: Daten von Blutspendern an Facebook übermittelt | heise online
 
Datenschutzaufsicht leitet Verfahren gegen Rotes Kreuz ein

Die Datenschutz-Panne beim Bayerischen Roten Kreuz zieht Kreise: Das Landesamt für Datenschutzaufsicht prüft nun, ob ein Verstoß gegen die DSGVO vorliegt.


Nach massiver Kritik am Bayerischen Roten Kreuz (BRK) prüft das Landesamt für Datenschutzaufsicht den Umgang des Blutspendedienstes mit sensiblen Gesundheitsdaten. Es sei ein entsprechendes Verfahren eingeleitet worden, sagte Thomas Kranig, Präsident des Landesamtes, gegenüber dpa. Das BRK habe fahrlässig intime Daten – beispielsweise zu Drogenkonsum und Diabetes – an Facebook übermittelt, weil die Internetseite falsch programmiert gewesen sei.

Bislang ist unklar, ob tatsächlich ein Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung vorliegt. Im schlimmsten Fall könnte gegen das BRK ein Bußgeld verhängt werden. "Aktuell prüfen wir, ob und was falsch gelaufen ist", sagte Kranig. Beschwerden von Betroffenen gebe es bislang keine. Wie viele Nutzer von der Datenpanne betroffen waren, ist unklar.

Auf seiner Website bietet der Blutspendedienst einen "Spende-Check" an. Die Idee: Man beantwortet 29 Fragen zur eigenen Gesundheit und erfährt, ob man als Spender in Frage kommt. Das Problem: Auf der Website war gleichzeitig ein Marketing-Tool installiert, das bestimmte Daten wie die Internetadresse und die Antwort "Ja" oder "Nein" an Facebook übermittelt.

Daten-Verknüpfung mit Personen möglich
Der Blutspendedienst räumte ein, dass es möglich gewesen sei, mit einigem Aufwand und krimineller Energie die Daten logisch zu kombinieren. Der Grund: Die Fragen wurden zwar nicht mit an Facebook geschickt, aber immer in der gleichen Reihenfolge auf der Website angezeigt. So hätte man auf die Antworten einzelner Personen schließen und diese sogar mit einem Facebook-Profil verknüpfen können.

Dies sei jedoch ein theoretisches und überdies rechtswidriges Szenario, teilte ein Sprecher des Blutspendedienstes mit. Was Facebook mit den Gesundheitsdaten wirklich gemacht hat, ist nicht bekannt. Ein Facebook-Sprecher hatte auf Nachfrage von heise online erklärt, dass es für die Verwendung des vom BRK eingesetzten Facebook-Pixels klare Regeln gebe: "Es dürfen keine sensiblen Nutzerdaten wie Informationen zur Gesundheit oder Finanzen an uns geschickt werden. Außerdem werden Pixel-Daten von uns nicht zur Erstellung von Interessensprofilen verwendet."

Der Blutspendedienst hat zwischenzeitlich reagiert und seine Website angepasst. Man werde voraussichtlich auf das Facebook-Tool verzichten, sagte der Sprecher. Außerdem werden die Fragen nun in zufälliger Reihenfolge angezeigt, sodass eine Kombination der Daten ausgeschlossen ist.

Kritik übte auch Datenschutzaktivistin Rena Tangens vom Verein Digitalcourage. "Fakt ist, dass Facebook personenbezogene Daten bekommen hat, die Rückschlüsse auf Krankheiten zulassen", sagte sie der Süddeutschen Zeitung. "Der Blutspendedienst hat absolut fahrlässig gehandelt."

Quelle: Datenschutzaufsicht leitet Verfahren gegen Rotes Kreuz ein | heise online
 
Blutspendedienst entfernt Facebook-Analyse-Pixel

Der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes hat auf einen Bericht reagiert, wonach möglicherweise sensible Gesundheitsdaten an Facebook übertragen wurden. Es habe keine automatische Übermittlung von Gesundheitsdaten an Facebook gegeben. Das kritisierte Facebook-Pixel habe der Blutspendedienst von seiner Seite entfernt.


Der Blutspendedienst hat eine Stellungnahme zu dem Bericht der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht. Darin erklärt der Blutspendedienst, dass keine automatische Übermittlung von Gesundheitsdaten an Facebook stattgefunden habe. Das von der SZ angenommene Szenario sei rein theoretisch und zudem rechtswidrig. Das kritisierte Facebook-Pixel (siehe unten) beträfe nur Nutzer, die den Check des Blutspendedienstes verwenden würden und gleichzeitig bei Facebook eingeloggt seien. Es sei „technisch ausgeschlossen, dass automatisiert Rückschlüsse auf die Beantwortung der konkreten Fragestellung gezogen werden und Facebook somit diese Gesundheitsdaten von Facebook-Nutzern automatisch erhalte“.

Vor allem widerspricht der Blutspendedienst dieser Aussage des SZ-Berichts: „Der Blutspendedienst des Bayrischen (sic!) Roten Kreuzes hat gesundheitsbezogene Daten möglicher Spender an Facebook gesendet, darunter intime Angaben zu HIV-Infektionen, Schwangerschaften, Drogenkonsum oder Diabetes. […] und „Die Antworten lassen sich eindeutig über ihre Reihenfolge und die Zahl der Klicks erschließen.“. Das entspräche nicht der Wahrheit, so der Blutspendedienst. Der Blutspendedienst habe mittlerweile das Facebook-Pixel entfernt und die Fragen des Spende-Checks randomisiert.

Allerdings erklärt der Blutspendedienst in seiner Stellungnahme nicht überzeugend, weshalb der Facebook-Marketing-Code „Facebook Pixel“ überhaupt auf der Webseite des Blutspendedienstes eingebaut wurde. Das ist aber die entscheidende Frage. Der Blutspendedienst behauptet, dass das „bisher auf der Website integrierte, sogenannte Facebook-Pixel …für Analysezwecke eingesetzt“ wurde. Offensichtlich fehlt dem Blutspendedienst jegliche Sensibilität beim Thema Facebook und Datenschutz, anders kann man sich den Einsatz eines Facebook-Marketing-Tools für Analysezwecke auf einer Webseite, in der sensible medizinische Daten eingeben werden, nicht erklären.

Die Süddeutsche Zeitung hatte zuvor berichtet, dass der Blutspendedienst auf einer Webseite mit einem anonymen Vorcheck für potenzielle Blutspender das so genannte "Facebook Pixel" eingebaut hatte. Dadurch könnten zumindest theoretisch sensible Gesundheitsdaten von potenziellen Blutspendern an Facebook übermittelt werden. Zu den möglicherweise weitergeleiteten Nutzerdaten gehören laut SZ Informationen über HIV-Infektionen, Schwangerschaften, Drogenkonsum oder Diabetes.

Quelle: Blutspendedienst entfernt Facebook-Analyse-Pixel - PC-WELT
 
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