Datenleck: WhatsApp petzt Online-Status WhatsApp 

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Eidi

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Ob und wie oft man WhatsApp öffnet, will man unter Umständen lieber für sich behalten. Der Betreiber macht diese Information allerdings für jedermann zugänglich, der die Nummer kennt. Selbst, wenn man dies in den Datenschutz-Einstellungen deaktiviert hat.

WhatsApp hat ein Datenschutzproblem: Selbst wenn man alle Datenschutz-Optionen ausreizt, verrät der Messenger den Online-Status seines Nutzers – und zwar jedem, der die Rufnummer kennt. Wer den Status langfristig aufzeichnet, kann mühelos auf das Nutzungsverhalten und potenziell sogar auf den Tagesablauf des Überwachten schließen.

Schnüffeln ohne Erlaubnis
Um den Online-Status einer beliebigen Rufnummer abzurufen, muss man diese lediglich zu den Kontakten hinzufügen und ein Chat-Fenster öffnen. Der Besitzer der Rufnummer bekommt davon nichts mit und muss auch nichts bestätigen.

Bei unserem Testhandy hatten wir in den Datenschutz-Einstellungen unter "Wer kann meine persönlichen Infos sehen" sowohl "Zuletzt online" als auch "Status" auf "Niemand" gesetzt. Unter diesen Voraussetzungen würde man eigentlich erwarten, dass der Messenger keine Informationen darüber preisgibt, ob man ihn gerade aktiv nutzt oder nicht. Trotzdem wurden wir auf einem anderen Smartphone in Echtzeit über den aktuellen Status des ersten Handys informiert.

Skript erzeugt Langzeit-Profil
Es kursiert sogar bereits ein Ruby-Skript, das den unfreiwillig freigegebenen Online-Status automatisch über einen beliebig langen Zeitraum erfasst. Entwickelt hat es der 21-jährige Computer-Engeneering-Student Flavio Giobergia. Statt direkt mit den WhatsApp-Servern zu kommunizieren, macht sein Skript intervallhaft Screenshots vom WhatsApp-Client, der auf dem Smartphone läuft. Aus den Screenshots extrahiert es über eine einfach gehaltene optische Zeichenerkennung (OCR) die Informationen über den Gesprächspartner.

Quelle: Datenleck: WhatsApp petzt Online-Status | heise online
 
heise schrieb:
Bei unserem Testhandy hatten wir in den Datenschutz-Einstellungen unter "Wer kann meine persönlichen Infos sehen" sowohl "Zuletzt online" als auch "Status" auf "Niemand" gesetzt. Unter diesen Voraussetzungen würde man eigentlich erwarten, dass der Messenger keine Informationen darüber preisgibt, ob man ihn gerade aktiv nutzt oder nicht.

Und da liegt der (Verständnis-) Fehler. Status bezieht sich auf die Statusnachricht, nicht auf den Onlinestatus. Es gibt keine Einstellung, um letzteren zu verbergen, ein Leck ist das nicht, zumindest kein unbeabsichtigtes.
 
Na klar gibst die Einstellung, was auch gut funktioniert.
Ich weiß ja nicht womit diese Leute testen und wenn auch, was wäre daran schlimm, hier im board steht doch auch, wann man zuletzt online war.
 
Ich kontrolliere so meine Freundin .... :panik::fuck:
 
Mit dem Online-Status bei Messengern wie Whatsapp lassen sich Forschern zufolge persönliche Informationen der Nutzer herausfinden. Zum Beispiel konnten sie mit diesen Metadaten komplette Tagesabläufe von Nutzern rekonstruieren.

Messenger wie Whatsapp verraten mehr über deren Nutzer als bisher bekannt gewesen ist. Das haben Informatiker der Hochschule Ulm und der Universität Ulm herausgefunden. 19 Whatsapp-Nutzer gaben den Forschern einen Monat lang Einblick in ihr Leben. Über die Whatsapp-Server überwachten die Informatiker mit einem selbst entwickelten Programm deren Online-Status. Das war selbst dann möglich, wenn Nutzer in den Einstellungen angaben, dass niemand ihren Status einsehen dürfe. Nötig dafür war lediglich die Telefonnummer der Nutzer - und eine bekannte Sicherheitslücke auf dem Server, die die Forscher ausnutzten.

Bastian Könings, der an der Studie mitarbeitete, sagte Golem.de: "Das ist eigentlich weniger eine Sicherheitslücke denn ein gewolltes Feature. Whatsapp informiert auch in seinen Datenschutz-Richtlinien darüber, dass der Online-Status immer aktiv ist." Nutzer haben die Möglichkeit, diesen in den Einstellungen abzustellen, doch das Abstellen deaktiviert nur den Zuletzt-Online-Stempel. Könings: "Online ist aber immer sichtbar." Die Einstellung sei daher "irreführend, weil die meisten Nutzer denken, wenn sie das abstellen, dass auch der Online-Status weg ist."

Datenschutzrechtlich sei das formal korrekt, weil die Nutzer darüber ausdrücklich informiert würden. Gleichwohl entspreche das nicht dem Datenschutzziel der Datensparsamkeit. Eigentlich, so meinte Köning, sollte der Online-Status nur den Nutzern bekannt sein, die im eigenen Adressbuch sind. Bei Google Mail ist etwa der Status so gestaltet, wobei Google bei der Einführung von Google Plus den Online-Status auch allen Google-Plus-Kontakten bereitstellte.

Der Online-Status verrät den Tagesablauf eines Nutzers
Der Online-Status verrät mehr als nur den reinen Online-Status: Aus den Daten konnten die Forscher den kompletten Tagesablauf eines Anwenders rekonstruieren. So konnten sie anhand des Zeitstempels feststellen, wann eine Person morgens aufsteht oder ob der Kommunikationsdienst zu unangemessenen Zeiten, etwa während der Arbeitszeit im Büro, genutzt wird. Ein Partybesuch der studentischen Probanden konnte ebenfalls aus den Statusinformationen abgelesen werden, weil viele Teilnehmer bis drei Uhr in der Nacht aktiv waren.

"Die Schlussfolgerungen setzen voraus, dass man Kontextinformationen hat, ob jemand einen Job hat, ob er studiert oder welche Hobbys er verfolgt", sagte Köning. Außerdem sagte er, dass die Auswertung nur bei kleinen Gruppen funktioniere. Bei zu großen Gruppen entstehe ein zu großes Informationsrauschen. Die Forscher konnten auch feststellen, wer mit wem Kontakt hatte. Könings erläuterte das so: "Es gibt Zeiten, zu denen verschiedene Probanden sehr ähnliche Status-Muster hatten. Die von uns entwickelte Metrik untersuchte Probanden in bestimmten Zeitfenstern und berechnete die Wahrscheinlichkeit, ob sie gleichzeitig online waren und ob sie miteinander kommuniziert haben."

Quelle: Datenschutz: Was der Online-Status bei Messengern wie Whatsapp verrät - Golem.de
 
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