DDR und die neue Generation Allgemein 

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..., ABER fast alle haben in der DDR ein erfülltes und zufriedenes Leben gehabt.
[...]
statt hier Dinge vom Stapel zu lassen, wo man nur noch denkt -> Kopf -> Tisch weil mal wieder die Knopp Doku auf ZDF lief und man denkt, das man jetzt alles weiß...
....

Joh Mann. Und nun sind natürlich die pööhsen Wessis Schuld daran, dass die Mauer fiel und die SED-Schergen nicht mehr das Kommando hatten über ein ganzes Volk glücklicher Spießbürgerlein, die alle soooo glücklich und zufrieden in ihrer abgeschotteten Welt lebten, in der doch nur ein paar ganz wenige Meckerer und Ungläubige von Papa Honecker eins 'hinten drauf' bekamen!

O.M.G.

(warst bestimmt nie auf ner Montagsdemo, wie?)



Es ist irgendwie unglaublich, wie viele hier das DDR-Regime im Nachhinein glorifizieren und die kleinen Vorzüge in den Himmel loben. Na ja, kritische Betrachtungen sind nicht jedem gegeben. Da fragt man sich schon, WER hier vernünftig agiert. Würde mal gerne wissen, was ihr denken würdet, wenn im November 1989 die Volksarmee, die Gewehr & Panzer bei Fuß stand, doch eingegriffen hätte ...
 
Na schau mal an wer sich da wieder zu Wort meldet. :D
Man sollte erfülltes Leben, nicht damit verwechseln, dass man Reisefreiheit wollte und endlich freie Wahlen. Aber was versteht der badische Knödel Esser der NTV sieht schon davon. :D(ned bös gemeint. Habe selber längere Zeit im badischen Raum gewohnt. :D)
Das tägliche Leben hat funktioniert und vielleicht unglaublich aber wahr, selbst aus den Kindern von damals ist heute sogar was geworden. Die Leute waren zufrieden mit ihren Leben und es ließ sich gut leben.

Deine Argumentation war vor Jahren auch schon mal besser. ;)
Hätte wenn und aber ist aber nicht gewesen. Also interessiert mich nicht was hätte wenn, sonder was gewesen ist.

wie viele hier das DDR-Regime im Nachhinein glorifizieren und die kleinen Vorzüge in den Himmel loben
Klein?
1. Die Leute hatten Arbeit für die es sich lohnte arbeiten zu gehen.
2. Die Leute hatten für den damaligen Stand richtig tolle Wohnungen die in den Arbeiterbezirken entstanden.
3. Die Leute hatten genug zu essen.
4. Die Leute sind 2-3 x in den Urlaub gefahren(wenn auch nur zur Ostsee etc)
5. Zusammenhalt und Familie wurde einfach viel intensiver gelebt.
6. Gesundheitssystem völlig kostenlos.
... und keine Ahnung was noch alles.

Schluck erstmal bevor Du schon wieder Deine widerspenstigen Gedanken gegen dieses Staat zu Wörter formen willst und vergleiche einfach mal nur die 6 von noch viel mehr wie es heute ist.

Noch mal ganz langsam und nicht gleich schreiben. Erst die 6 Points mit heute vergleichen. ;)

ICH will diesen Staat ganz sicher nicht zurück, aber es war nicht alles shice.
Aber Du findest bestimmt in Deiner ach so tollen Art wie Du Dich im Forum aufführst wieder bestimmt 100000 Punkte die gegen alles sprechen. :D
Und jetzt zu versuchen den Leuten die ihr "einfaches" Leben gelebt haben und damit einfach zufrieden waren, mit einen auf dicke Politik Hose machen zu wollen das alles so gemein war, jeder total überwacht war und an jeder Ecke der pööööse VoPo und ABV stand der einen nur pöses wollte, das ist lächerlich. Sry ist aber so. Genau wegen solchen Leuten wie Dir die denken alles besser zu wissen, als die Wirklichkeit aussah besteht in bestimmten Jahrgängen leider gottes immer noch so ein unterkühltes Verhältnis. Kein Wunder wenn ich vielleicht in einen 150m² großen MFH groß geworden bin mit 1000² Gartengrundstück und alles von Mama und baaaaaabaaaa in den Pops geschoben bekommen hab, klar dann muss man sowas nicht verstehen, dass es Leute gibt die auch die einfachen Dinge im Leben zu schätzen wissen.
Es ist nur traurig das man ein völlig entstelltes Bild von diesen Tatsache Unrechtstaat bekommt, wenn man manche Dinge hier ließt.
Jeijeijei.
Aufklären heißt das Motto und nicht alles niedermachen.
 
Ich denke eins ist wichtig worüber jeder nachdenken sollte, auch Mustermann. Und ich würde gerne darüber eine Antwort hören.
Diese ganzen positiven Aspekte, die man in der DDR hatte, vor allem natürlich das Sozialwesen, die entstammten alle der Idee des Sozialismus.
Alle negativen Aspekte, wie Überwachung, Unterdrückung und persönliche Bereicherung entstammten alle am Verrat des Sozialismus bzw. Kapitalismus. (Und dass die Überwachung aus dem kapitalistischen Machtgedanken heraus stammt, kann man schön daran sehen, dass in eigentlich jedem Industriestaat massiv die Überwachung der Bevölkerung aufgestockt wird).

Also, wenn alles Positive in der DDR dem Sozialismus entstammt, und alles Negative dem Verrat daran entspringt, warum zum Teufel haben wir in Deutschland noch keine sozialistische Revolution? Die ehemaligen Bürger der DDR haben ja inzwischen verstanden, welche falschen Hoffnungen sie im Kapitalismus hatten und dass der Sozialismus definitiv der richtige Weg ist.

PS: Und es gibt hier wohl auch viele die mit so einer Idee sympathisieren und sich darüber aufregen, dass es die Leute nicht kapieren, wie sie ausgebeutet werden etc... Ihr könnt nur eines für eine bessere Welt tun: Organisiert euch! Nichts ist wichtiger als die Organisation! Ihr kennt ja diesen dummen Spruch, dass man eh nix ausrichten kann. Alleine stimmt das, erst durch die Organisation wird man stark! Welche Organisation ihr euch aussucht, ist natürlich mir überlassen. Ich persönlich habe bis jetzt die besten Erfahrungen mit der MLPD gemacht. Ihr könnt natürlich auch eine andere Organisation, die im Sinne des Volkes handelt, und nicht verspricht, über das Parlament eine Besserung zu erzielen (wie es damals die SPD, dann die Grünen und nun die LINKEN schon getan haben, und alle sind sie an der Korruptheit des Parlaments gescheitert und haben sich angepasst um an den Futtertrögen zu bleiben) auswählen. Die PSG habe ich mir wie schonmal erwähnt noch nicht zur Genüge angeschaut, aber solltet ihr eine andere Organisation kennen, die sich konsequent und ausschließlich für das Volk einsetzt (und damit ganz besondere auch alle hier lebenden Migranten, die Heuchler von den Nationalisten, die ja jetzt wieder mit sozialistischen Ideen auf Wählerfang gehen, können mir gestohlen bleiben) dann teilt mir das auch mit, da ich mich immer sehr gerne über alles und jeden informiere und stets abwäge, wo meine Zeit und Tatkraft am sinnvollsten eingesetzt ist für eine gerechte, menschenwürdige und schöne neue Welt ;)

PPS: Mustermann, stimmst du mir zu, wenn ich sage, dass wir inzwischen viel mehr überwacht werden als in der DDR? Alleine schon durch die Vorratsdatenspeicherung wird jeder verdächtigt und überwacht, bei der STASI wurden wenigstens nur ausgewählte Leute überwacht ^^
 
@ Jens-Hoppel

Diesen Post, aus dem Du die Zitate genommen hast, war mit Absicht provokativ und sarkastisch gemeint.

Natürlich gab es in der DDR gute Literatur, wenn auch oft nur schwer zu bekommen.

Auch war ich das Bildungssystem der DDR dem aus der Bundesrepublik überlegen. Mir ist aus der damaligen DDR kein Fall bekannt, daß es dort Analphabeten gab - in der Bundesrepublik ist die Zahl dagegen erschreckend.

Zitat:
Nach Angaben der Rheinischen Post sind 6,3% aller über 15jährigen in Deutschland Analphabet/innen. Das funktioniert so:

Jährlich verlassen rund 80.000 Jugendliche die Hauptschule ohne Abschluss. viele von ihnen könnten in der Regel ebenfalls sehr schlecht lesen und schreiben. Aus Angst vor Fehlern wenden sie ihre rudimentären Kenntnisse nicht an und verlernen lesen und schreiben teilweise wieder

Lehrerfreund - 4 Millionen Analphabet/inn/en in Deutschland

Auch die Kinderarbeit war sakastisch gemeint - denn hier wurde praktisches Wissen vermittelt, abgesehen von der Möglichkeit den Mopedführerschein und die Führerschein für Traktoren zu machen.

Autokauf: Es waren westdeutsche Händler, die ihre kapitalistische Denkweise auf eine noch unverdorbene und leichtgläubige Gesellschaft ausgeschüttet hat und somit Millionen Gewinne erzielt hat.

Betrachte den Post, aus der provokanten und sarkastischen Sicht, dann weiß Du auch, was ich gemeint habe.


@ lukas 2004

Quelle für die Stasiakten ?
Dann schau mal nach in der "Gaukbehörde"

Der Otto-Normal Bürger hat von seiner Akte kaum etwas erfahren - warum auch - er war ja nicht auffällig.
Stellte einer aber einen Antrag auf Verwandtenbesuch nach West-Berlin oder in die Bundesrepublik, dann wurde die Maschinerie in Gang gesetzt.
Nach der Wende waren viele überrascht, wer alles zu den IM`s gehörte, es waren leider Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen u.a., die fleißig ihre Berichte abschickten. Die landeten dann nicht im Papierkorb, sondern in einer Akte.
Und bitte versteht mich nicht falsch, die Bürger waren keine Kriminellen, über die man eine Akte anlegt, hier ging es oft nur über eine Meinungsäußerung und oft ganz banale Dinge.
Frage einfach mal die Leute, die davon betroffen waren.

Und eines kannst Du mir glauben, ich habe die Stasi über 6 Monate in Rostock in der August-Bebel-Str. hautnah kennenlernen können - ihre Methoden und auch ihre Überwachungsmethoden.

Jeder Bürger der DDR hat das Recht, seine Akte einzusehen. Viele haben davon Abstand genommen, was natürlich den positiven Effekt hatte, daß man mit Freunden, Bekannten, Nachbarn usw noch einen normalen Umgang pflegen konnte.
Heute kann es aber nicht mehr schaden, da man vieles doch schon gelassener sieht - und unter anderen würde es der Aufklärung dienen, wie es wirklich war.
Wie man sieht, entstehen schon Zweifel an den totalen Überwachungsstaat.

Einige heutige Politiker haben von diesem System gelernt, zumal sie ja auch aktiv an der politischen Entwicklung in der DDR mitgewirkt hatten. Diese Erfahrungen finden, natürlich mit viel besseren und moderneren Methoden auch hier bald Anwendung. Wenn man den Rollstuhlfahrer gewähren läßt, dann ist die BRD in kurzer vZeit auch ein Überwachungsstaat - wer bestimmt dann, wer einTerrorist ist, oder wer nicht - im Vordergrund steht die Überwachung -> daraus folgt dann der Schuß Terrorist ja/nein - eventuell ist dann auch Jeder, der gegen diesen demokratischen Kapitalismus ist auch gleich ein Staatsfeind.
 
Die Diskussion verläuft eigentlich so wie es von Anfang an zu erwarten war. Auf der einen Seite die Ossis, die versuchen möglichst viele Punkte zu finden "die ja doch gar nicht so schlecht waren" und damit irgendwie ne Rechtfertigung für die DDR geben. Auf der anderen Seite die Wessis, die die DDR zum Vorhof der Hölle erklären. Und mitten drin der Revoluzzer der versucht die "sozialistischen Ansätze" herauszustellen ;) ...und ein paar Besonnenere.
Ich denke mal das liegt daran das auf der einen Seite viele nur die Fakten kennen und auf der anderen Seite viele halt persönliche Erinnerungen/Empfindungen mit der Zeit in der DDR verbindenden.

Ich leite mal mein persönliches Urteil aus den mir von meiner Familie zugetragenen Erfahrungen und den allseits bekannten Fakten ab:

Also ich selbst verbinde keine negativen Erinnerungen mit der DDR. Kein Wunder. Bin ja Jahrgang 83 und als kleiner junge braucht man nich viel um glücklich zu sein.
Aber als ich damals in meine erste Wohnung zog ist ein Karton wieder aufgetaucht mit Bildern und Basteleien aus meiner Kindergartenzeit. Und ehrlich gesagt bin ich erschrocken. Ein Drittel all meiner Werke hatte einen Systempolitischen Hintergrund ("Wir Kinder grüßen unsere Soldaten der NVA", "Wir grüßen die sojetischen Kinder zum Tag der Arbeit", "Erich Honeckers Geburtstag" etc). Soviel zur Indoktrination.

Zum Thema Überwachung kann ich nur Erfahrungsberichte von Verwandten heranziehen. Da wäre zum einen mein Onkel der 2 Wochen verschwunden war und sich erst nach der Wende traute zu berichten was ihm widerfahren war (und das war astreine Folter). Grund: Ihm war ein Studium versagt worden weil er nicht in die Partei eintreten wollte, worüber er sich im Privaten aufregte. Dann wäre da mein Stiefvater. Seine Mutter ist zum Mauerbau gen Westen abgehauen und hat ihn als Kleinkind zurückgelassen und er mußte ins Heim. Als wenn dieses Schicksal nicht schon schlimm genug wäre, mußte er sich seit je her ständige Repressalien des Staates gefallen lassen da er ja flüchten könnte. Und dann wäre da noch der Punkt als meine Eltern damals auf einer Montagsdemo unseren Nachbarn sahen; aber auf der anderen Seite der Menge mit MP bewaffnet.

Mir fallen auch noch zu anderen Punkten Geschichten ein (Mangelwaren, Arbeitsleben usw.)aber das würde den Rahmen sprengen.

Mein persönliches Fazit: Ich kann an der DDR nichts gutreden. Sicher war das Leben nicht nur grau und man hat nicht den ganzen Tag nur über das Unrechtsystem geheult, gehungert, gedurstet usw. Aber wirklich glücklich waren in meiner Familie zumindest die wenigsten.

Zu Lukas` Punkten 1 und 6: Das hat doch genau dazu beigetragen dass der Staat vor dem Bankrott stand.
zu 3: Es mußte zwar keiner hungern aber viele Genussmittel waren Mangelware. Und gerade die geben dem Leben doch den Pepp.
zu 4: Kann ich persönlich nicht so viel zu sagen. Aber wenn 2% aller 18-80 jährigen bei der Stasi engagiert waren und es auch unter Freunden gefährlich werden kann, wenn man frei spricht kommt mir nicht gerade das Wort Zusammenhalt in den Sinn.
 
@ mustermann
Befrage lieber mal ehemalige Dissidenten oder Regimekritiker, wie mit ihnen verfahren wurde. Psychoterror, Knast, Zwangsadoption von deren Kindern, heimliche Todesstrafen etc. etc.

wenn man diese gruppe als representativen queerschnitt der ddr bevölkerung begreift, hast du sicher recht, aber dem ist mitnichten so!!
und am lächerlichsten finde ich es, wenn sich westdeutsche zeitgenossen aufschwingen, uns ossis, ihre eigene geschichte erklären zu müssen, nein danke, das können wir selber..........................
 
Lieber Lukas2004: Eigentlich müßte ich ja geneigt sein, deinen Argumenten zuzustimmen, aber in ein paar Punkten hast du leider ganz daneben geschossen.

Als erstes und ganz und gar bei den Wohnungen. Jeder alte DDR-Bürger kennt noch die maroden Bruchbuden mit Plumpsklo eine halbe Treppe tiefer; so sah meine erste Bude 1988 auch aus. Eine "schicke" Neubauwohnung im Plattenbau, will heute auch keiner mehr, bekam man nur nach langer Wartezeit und nur, wenn man Familie gegründet hatte oder Beziehungen.

Arbeit hatten alle, soweit, so gut. Aber lohnte es sich? In manchen VEB war das oft auch Schlamperei und Schlendrian, oder sinnlose Kraftverschwendung mit Uralttechnologie. Auch das war leider so. Ich habe in meiner Lehre im VEB sehr viel Kaffee getrunken. Andere mochten Bier lieber.

Einen Urlaubsplatz im Harz oder an der Ostsee zu kriegen, hat nur alle Jubeljahre mal geklappt. Sonst sind wir meistens Verwandte besuchen gefahren. Und auch nicht mehrmals im Jahr. Der gesetzliche Urlaubsanspruch betrug 18 Tage, und Sonnabends mußte ich noch in die Schule.

Sonsts hast du aber recht.
 
Charlo schrieb:
Quelle für die Stasiakten ?
Dann schau mal nach in der "Gaukbehörde"
Das reicht mir nicht für eine Aussage das 90% nochmal als Wort neunzig Prozent eine Stasi Akte hatten. Niemals, never.

farinu schrieb:
........
Ich denke mal das liegt daran das auf der einen Seite viele nur die Fakten kennen und auf der anderen Seite viele halt persönliche Erinnerungen/Empfindungen mit der Zeit in der DDR verbindenden.
So siehts aus. Aber es kann ja auch nicht anders sein, weil es nur 2 Seiten wie von Dir angesprochen gibt. Die die es erlebt haben und die die es nicht erlebt haben. Das Thema ist einfach noch viel zu frisch, wenn auch doch schon fast 2 Jahrzehnte vergangen sind.

sasch.chem schrieb:
Jeder alte DDR-Bürger kennt noch die maroden Bruchbuden mit Plumpsklo eine halbe Treppe tiefer; so sah meine erste Bude 1988 auch aus. Eine "schicke" Neubauwohnung im Plattenbau, will heute auch keiner mehr, bekam man nur nach langer Wartezeit und nur, wenn man Familie gegründet hatte oder Beziehungen.
Hehe ja, kenn ich genau so 1 zu 1 wie Du es beschreibst. Tatsache aber das in den 80er Jahren ein Großteil in einer Neubauwohnung gelebt hat und zwar ohne Beziehungen zu haben auch wenn es damit natürlich leichter war. Es geht auch weniger drum das da heute keiner mehr wohnen will, abgesehen das immer mehr abgerissen wird sondern wie es damals war. Das mit der Familiengründung zu 100% Zustimmung, aber der wichtigste Aspekt fehlt. Die vielen 10.000 Wohnungen die in der Nähe von Großbetrieben entstanden und für die Arbeiter und deren Familien da waren. Dazu der Punkt das ja ein chronischer Mangel an Wohnungen so wie so vorlag. Man musste also schleunigst was tun.

sasch.chem schrieb:
Einen Urlaubsplatz im Harz oder an der Ostsee zu kriegen, hat nur alle Jubeljahre mal geklappt. Sonst sind wir meistens Verwandte besuchen gefahren. Und auch nicht mehrmals im Jahr. Der gesetzliche Urlaubsanspruch betrug 18 Tage, und Sonnabends mußte ich noch in die Schule.
Nicht nur Du. Ich auch. :D
Es gab genug zusätzliche freie Tage die man oben drauf bekam, das weißt Du sicher noch. Warum Du allerdings keine / wenig Möglichkeiten hattest in den Harz, Erzgebirge, Elbsandsteingebirge, Ostsee zu fahren ist mir wirklich ein Rätsel.
Ich bin überall gewesen von den oben aufgezählten Orten.
Das lief damals über den FDGB, bei dem ja aber eh fast alle drin waren. So das traditionielle Neptunfest an der Ostsee gehörte genauso dazu wie eine Besuch in dem selbst heute sehr berühmten Glashütte.

Ich kann mich noch dran erinnern, das ich mal richtig stock sauer war auf diesen Staat war, weil meine Eltern hatten eine Flugreise mit Interflug nach Russland bzw UDSSR gebucht und nach keine Ahnung wie viele Jahre des wartens wurde das dann gekappt. :D
 
Das mit den Urlaubsplätzen kann ich dir erklären. Jeder Betrieb bekam pro Jahr eine Gewisse Anzahl Plätze vom FDGB, und viele Betriebe hatten noch eigene Ferienobjekte für ihre Beschäftigten. Hattest du also Eltern, die entweder in einem besonders wichtigen Betrieb waren (politisch oder wirtschaftlich) gab es auch mehr FDGB-Plätze. Oder der Betrieb war entsprechend groß und hatte selber mehrere Ferienobjekte. Dann war das auch besser. Meine Eltern waren da nicht sehr begünstigt, und hatten auch nichts zum Privattausch für überteuerte Privatquartiere an der Ostsee. Das gab es ja auch noch.
Wir hätten fast mal ne Schwarzmeerkreuzfahrt bekommen, aber in der Schulzeit, da habe ich nicht frei bekommen, weil meine Horttante fand, ich müßte mich bei den Hausaufgaben mehr anstrengen. *LOL*
Mein Vater hat dann das Geld genommen, sich bei meiner Oma noch was dazugeborgt, und uns zum Trost einen Farbfernseher für 5000 Mark gekauft.

PS.: Heute 20.15 im RBB-Fernsehen: "Wo der Osten Urlaub machte" - Paßt ja!
 
Lasst uns mal bitte wieder zum Gemeinsamen und Zukünftigen kommen ;)
im Sinne von Luisy:
"DDR und die neue Generation"

Im Übrigen fällt es mir ziemlich leicht viele aus der EX-DDR hier recht gut zu verstehen...
sowohl im Positiven als auch in den (sehr) kritischen Bereichen
kurzum
ich kann selbst aus persönlichen Erfahrungen vieles bestätigen/nachvollziehen - nein, nicht nur aus Tagesbesuchen ;) -
und nicht weniges hat mich dort sehr positiv berührt.
Angefangen vom Umgang untereinander, aber auch was das allgemeine Wissensniveau und kritisches Hinterfragen im Umgang untereinander anging.
Nicht nur davon hätten sich damals wie heute nicht zu wenige Wessis mehr als nur eine Scheibe abschneiden können.

Negatives dort wie hier sollte man aber schon auch benennen dürfen...
übrigens ohne den Eindruck zu erwecken, im Westen wäre alles nur besser gewesen.
Ich habe u.a. auch den 'deutschen Herbst' sowie die Auseinandersetzungen um Berufsverbote etc. sehr bewusst (mit)erlebt...
auch alles Tatsachen, die nicht gerade ein Ruhmesblatt der damaligen BRD-Gesellschaft waren
und
Charlo hat es, einerseits mal wieder extrem überspitzt, andererseits auch sehr deutlich auf den Punkt gebracht.
Zudem....
zuviel Negatives wurde - offen oder verdeckt - inzwischen auch hierhin "kopiert", während hingegen positive Errungenschaften erstmal dort zerschlagen wurden, um sie jetzt in wenigen Teilbereichen evtl. doch wieder "leicht modifiziert" als eigene geistige Ergüsse den Menschen "neu" zu präsentieren.
Zum K***:würg: aber
auch wenn ich Deine/Eure Entrüstung z.T. gut verstehen kann, Lukas u.a.m., auch an der Stasinummer müssen Einige noch knacken ;)
So unglaublich es z.B. auch ist, dass u.a. auch ich als damaliger Schüler erfasst wurde...mit erstaunlichen Details aus meinem westlichen Leben...es gibt/gab eine Akte zu mir [*} und....
vmtl. auch zu sehr vielen Ehemaligen in der DDR.

[*] edith: :D hier gibt's vmtl. deshalb auch eine von mir...

Über Prozentsätze will ich mich gar nicht streiten,
auch nicht darüber, wer jetzt die besseren Obrigkeiten damals wie heute waren ;)...
da bin ich mir übrigens gar nicht so sicher, ob eine echte, neutrale Betrachtung im Nachhinein nicht auch hier noch reichlich viel Schmutz und Dreck hervorbringen würde.
Noch sind hier ja weitgehend alle dies bzgl. Akten unter Verschluss im Interesse der bundesdeutschen staatlichen Geheimhaltung ;)

Insofern bin ich auch immer misstrauisch, wenn egal wo, wie, wann... all
zu viel schön geredet wird :D...
denn es stimmt zumeist bei genauerem späteren Hinschauen ja dann doch alles nicht, gelle ;)
 
Möchte Euch hier noch etwas zum Lesen anbieten:

Warum das Unwissen deutscher Schüler über den SED-Staat auch sein Gutes hat.

An den Pisa-Tests beteiligt sich die Bundesrepublik im Grunde nur wegen der erwachsenen Deutschen. Damit altkluge Bundesbürger sich ein wenig trösten können: Mein Gott, diese Jugend ist ja noch dümmer als wir! Diese Kids können ja nicht mal lesen, sagen sich deutsche Journalisten, die keinen Dativ bilden können – und wenn doch, dann tun sie es ausgerechnet dort, wo ein Genitiv angezeigt gewesen wäre. Aber irgendwann werden sie diesem Problem vielleicht auch noch Herr werden… Wider besserem Wissen…

Nun hat fehlen des Wissen in Mathe und Physik hierzulande glücklicherweise noch weniger gesellschaftliche Folgen als das landesübliche Pidgin-Deutsch. Außer dass die Unternehmen bereits heute händeringend fähige Ingenieure suchen. Aber die kriegt man notfalls auch aus Indien oder Tschechien. Und unter Umständen ist das Deutsch dieser Spezialisten besser als das der Bundesbürger mit Ureinwohnerhintergrund.

Beunruhigender ist, was der »Forschungsverbund SED-Staat« an der Freien Universität(FU) Berlin herausfand. Überhaupt, was sich unsere Demokratie alles leisten kann: einen kompletten »Forschungsverbund SED-Staat«. Wahnsinn! Sowas hatte nicht mal die SED.

Die Politikwissenschaftler der FU, die ohne Wiedervereinigung wahrscheinlich längst arbeitslos wären, konnten dieser Tage mit streng wissenschaftlichen Methoden nachweisen, dass das politische Wissen bundesdeutscher Schüler noch weit unter jenem Unwissen liegt, das an unseren Schulen üblicherweise vermittelt wird. Zum Glück gibt es zu den Themen deutsche Wiedervereinigung, DDR und deutsch-deutsche Geschichte keine internationalen Vergleichstests. Das wäre verheerend geworden. Aber außer den »Forschungsverbund SED-Staat« interessieren irgendwelche Meinungen über Diktatur und Demokratie weltweit kein Aas mehr. Alle anderen Länder haben längst ganz andere Sorgen.

Die Totalitarismusforscher der FU befragten 5000 Schüler aus den Klassen 9 bis 11 in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Zum wissenschaftlichen Instrumentarium gehörten neben Sachfragen wie »Wann wurde die Berliner Mauer errichtet?« auch schlichte Fangfragen wie die, in welchem Teil Deutschlands das politische System besser war, sowie raffinierte Suggestivfragen wie etwa die folgende: »War die Stasi ein Geheimdienst, wie ihn jeder Staat hat? «Ergebnis: Die um 1990 geborenen Kids wissen wenig über die DDR. Die ostdeutschen Schüler wissen naturgemäß am allerwenigsten. Kein Wunder: Sie haben die Diktatur ja auch nicht am eigenen Leibe erlebt. Ganz im Gegensatz zu den Westberliner Professoren. Forschungsleiter, Professor Klaus Schroeder, macht daher vor allem Ostlehrer verantwortlich für die Wissenslücken.

Besonders die drei in Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Fast jeder dritte Schüler hält beispielsweise Konrad Adenauer für einen Politiker der DDR. Bloß weil ihm mal der folgende Satz rausgerutscht ist: »Lieber halb Deutschland ganz als ganz Deutschland halb. «Das klingt tatsächlich verdammt nach Ulbricht. Aber sollten ausgerechnet verbohrte Ostlehrer nach der Wende Adenauer für einen DDR-Politiker ausgegeben haben? Das wäre wahrhaft teuflisch. Die Mauer, denken viele Schüler, sei von den Alliierten errichtet worden. Das ist komisch. Weil es im Prinzip stimmt. Zumindest wenn man im Gegensatz zu den Stalinismusforschern der Freien Universität noch weiß, dass zu den »Alliierten« neben den drei Westmächten auch die Russen gehör-ten. Immerhin haben die Jungs von den »Kampfgruppen der Arbeiter-klasse« im Windschatten russischer Panzer fröhlich drauflos gemörtelt.

Die Stasi halten viele Schüler in Ost und West für einen ganz normalen Geheimdienst. Wie die CIA. Das ist natürlich ihrem zarten Alter geschuldet. Sie werden den Dreiteiler »Die Geschichte der CIA« einfach noch nicht gesehen haben. Man müsste ihn wie die Endlosschleife vom 11. September 2001 spaßeshalber zwei Wochen hintereinander im Fernsehen laufenlassen. Danach würden bundesdeutsche Schüler diesen gedankenlosen Vergleich mit an Staatssicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr anstellen.

Besonders besorgniserregend: Eine Mehrheit aller Schüler war nicht imstande, klar zwischen Demokratie und Diktatur zu unterscheiden. Fällt mir persönlich, offengestanden, auch immer schwerer. Allerdings habe ich inzwischen eine einfache Faustregel gefunden: In der Diktatur konnte man alles denken, wenn man nichts sagte. In der Demokratie ist es genau umgekehrt.

Am eindrucksvollsten demonstrieren dies die Freiheitsforscher der Freien Universität, die auf Kosten des Steuerzahlers nachträglich den SED-Staat analysieren und sich dabei ihre rechtsstaatlich alimentierte Meinung bilden.

Nicht einmal jeder zweite Schüler verneinte die Aussage, die DDR sei keine Diktatur gewesen, sondern die Menschen hätten sich nur wie überall anpassen müssen. Für die völlig unangepassten Politikwissenschaftler der FU ein Skandal. Immerhin eine knappe Mehrheit der West-Schüler widersprach dieser Aussage. Dies stimmt hoffnungsvoll. Wenn auch nicht gerade für die Zukunft dieser jungen Menschen in Deutschland. Offenbar machen sie sich genau wie ihre Eltern in den uralten Bundesländern abgrundtiefe Illusionen über ihr eigenes realexistierendes Leben in der Bundesrepublik.

Die meisten Schüler glauben laut Studie, dass das Vermögen in der DDR gleichmäßig verteilt gewesen wäre. Dabei besaßen in der DDR zehn Prozent der Kontoinhaber 60 Prozent der Aluchips, wie Professor Schroeder zu Recht kritisiert. »Auch im Realsozialismus war das Geldvermögen nicht gleich verteilt.« Das kann man aber lautsagen! Schichten hat es nämlich sogar in der klassenlosen Gesellschaft der DDR gegeben. Sehr zum Ärger der Parteiführung übrigens. Handwerker und Schlagersänger beispielsweise lebten zum Teil wesentlich luxuriöser als die Genossen vom Politbüro in ihren armseligen Wandlitzer Hütten. Und das war weiß Gott nur eine von vielen Ungerechtigkeiten im Kommunismus, mit denen nach seinem Zusammenbruch ein für alle mal Schluss war. Heute besitzen zehn Prozent der Bundesbürger über 90 Prozent des Gesamtvermögens, also praktisch alles. Das ist für eine knallharte Leistungsgesellschaft nicht ungewöhnlich. Bloß dass die versierten Unrechtsforscher der FU trotz brillanter Leistung noch immer nicht zu den oberen Zehntausend gehören. Insgesamt hat Bayern bei der Studie am besten abgeschnitten. Bayerische Hauptschüler wussten sogar ein bisschen mehr als Brandenburger Gymnasiasten. Kunststück, sie haben von allen befragten Schülern ja auch die nachhaltigsten Erfahrungen mit einem Ein-Parteien-System.

Allerdings gab es selbst in Bayern und Nordrhein-Westfalen eklatante Wissensmängel. Aber dort ziehen die Jugendlichen aus ihrem Unwissen wenigstens die richtigen Schlüsse! Sie halten zum Beispiel die deutsche Wiedervereinigung für die beste der Welt und das pluralistische System der Bundesrepublik für hervorragend.

Dennoch haben die Kultusminister aller vier Länder vorsichtshalber schon mal versprochen, die politische Bildung an ihren Schulen weiter zu verbessern. Das kann allerdings auch ins Auge gehen. Denn mit Zunahme des Wissens könnte das überwiegend positive Bild der Bundesrepublik in den Köpfen der Schüler ernsthaft Schaden nehmen.


Hoffe, Ihr hattet Euren Spaß

Charlo
 
So nu geb ich auch senf dazu:

Ich bin gebürtiger Jeneser, habe meine Kindheit in der DDR erlebt und muss sagen ich war mehr als glücklich und es hat mir an ncihts gemangelt. Ich glaube, wenn man zu DDR Zeiten jugendlicher / ERwachsener war sieht das anders aus.
Wenn ich meine verwandschaft hröe, wie die an der Grenze ausgenommen wurden, wie schwer es war ein studien platz oder auto geschweige denn Luxusgüter zu kommen, da glaube ich war das einer der perversesten staaten die die welt je sah!
 
Charlo schrieb:
In der Diktatur konnte man alles denken, wenn man nichts sagte. In der Demokratie ist es genau umgekehrt.

I love it :D

Dieser Beitrag...war für mich bisher der beste Schmunzler :knu:
und ich stimme Dir aus vollem Herzen zu.

Denn immer noch gilt,
wo verantwortungsvolle, kritische Menschen ihre Kinder gut
- mit Liebe, Wissen, Erfahrung und Kritikfähigkeit -
erzogen haben, werden auch immer wirkliche 'nachdenkende' Erwachsene aus ihnen.
Wo auch immer ...
aber hoffentlich nicht immer seltener ;)
 
Ich bin gebürtiger Jeneser, habe meine Kindheit in der DDR erlebt und muss sagen ich war mehr als glücklich und es hat mir an ncihts gemangelt. Ich glaube, wenn man zu DDR Zeiten jugendlicher / ERwachsener war sieht das anders aus.

Sehr gut, dass du deine eigenen Eindrücke geschildert hast.

Ich gehe aber davon aus, dass auch eine Reihe Jugendlicher und Erwachsener mit dem Leben relativ zufrieden waren. Und zwar die, die einfach nur in Ruhe vor sich hin leben wollten. Davon gibt es eine ganze Menge, im Westen wie im Osten. Und für diese Leutz ist ein geordnetes System, in dem man sich selber keine Gedanken machen muss, einfach in Ordnung. Und wenn man dann in ein System kommt, in dem man mehr eigene Verantwortung übernehmen soll, dann fühlt man sich unwohl.

Mal ein Beispiel, wovon wohl einige gehört haben:

Es passiert doch immer wieder, dass ein alter Mensch, der ein Leben lang in einer kleinen Bruchbude von Wohnung gelebt hat, umgesiedelt werden soll. Auch wenn man dann eine noch so tolle, moderne und große Wohnung anbietet, der wird sich dort nicht wohlfühlen. LUxus ist nicht alles - GEwohnheit ist manchmal ab einem gewissen Alter mehr wert.

Also sollte nicht so über die Leutz geurteilt werden, die die "guten alten Zeiten" wieder haben wollen. So ist der Mensch nun einmal.
 
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