Die Zukunft des Spielemarkts

Schotti

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Dez. 2005
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Hoi,

aus aktuellem Anlass (weil ich soeben mal einen recht interessanten Artikel auf Gamestar gelesen habe, und ich hier schon seit langem Entwicklungen sehe, die ich für sehr befremdlich halte, wollte ich mal eure Meinung zum Thema wissen:

Wie wird es weitergehen mit dem Spielemarkt und wird man in fünf Jahren überhaupt noch Spiele in klassischer Verpackung bekommen?

Für mich persönlich geht dieses schöne Hobby "Computer spielen" langsam den Bach runter, weil die Entwickler (und vor allem die Publisher) alles tun, um dieses Hobby so zu verändern, dass es am Ende mit dem klassischen Spielen nichts mehr zu tun hat.

Bestes Beispiel: Mafia 2. Tolles Spiel, aber VIEL zu kurz, kostet über Steam genausoviel wie im Geschäft (und es gibt trotzdem Idioten, die bezahlen für einen Download) und wird jetzt mit DLCs zur Cashcow gemacht.
Wenn ich an früher zurückdenke, an Spiele wie GTA: Vice City (für mich das beste der Reihe), wo man wirklich stundenlang spielen konnte (locker 50 Stunden, mit den Mods eigentlich noch mehr) und noch anständige Verpackungen spendiert bekam, möchte ich mich direkt ins Lager der Nostalgiker einreihen.
Die heutigen Ego-Shooter: Call of Duty: Modern Warfare 2 war ja wohl eine Frechheit, die aber irgendwie den Weg zu kurzen, teuren und überbewerteten Spielen ebnet.
Wenn ich da an Medal of Honor: Allied Assault denke, was locker 30-40 Stunden Spielspaß nur im Singleplayer hatte und einen echt tollen Multiplayer-Modus hatte....

Generell werden die Spiele immer schlechter: Die haben zwar tolle Graphik, sind jedoch locker um 2/3 kürzer als die Spiele früher und sind eigentlich nur mehr ein Massen-Einheitsbrei geworden, um ja keine Risiken einzugehen. Und spätestens mit den DLCs, die leider ja doch Umsätze bringen, besiegelt man das Ende von den klassischen Spielen.

Ich sehe also die aktuellen Entwicklungen sehr, sehr skeptisch und möchte nunmal eure Meinung hören, da ich ja denke, dass es in diesem Forum (noch) sehr viele Spieler geben wird.
 
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Morgen!

Ich denke, viele Entwickler werden ihre Spiele in Zukunft kürzer gestalten. Wenn sie dann sehen, dass es sich lohnt, werden sie weitere Inhalte zum Download anbieten. Kostenpflichtig versteht sich.
Richtig innovatives um des Spieles Willen kommt ja heute zum Großteil schon nur noch von relativ kleinen und unbekannten Machern. Sobald diese einen echten Kracher produziert haben werden sie aufgekauft und ins Glied eingereiht.

Früher habe ich wirklich viele Spiele gekauft. Vorallem für die PS2. Aber heute sind die Intervalle wo man ein Spiel sieht und nicht an den Preis denkt sondern nur "haben muss" sehr sehr lang geworden. Ich finde das eigentlich schade.
 
Sehr interessantes Interview! Die Aussagen die der Händler da macht kann man wohl zu einem gewissen Teil auch auf andere Branchen übertragen (DVD / CD etc.).

Ich persönlich war nie der grosse Gamer. Konsole lag nie drin, und meine Laptops waren auch nie High-End, so dass ich aktuelle Spiele hätte spielen können. Trotzdem habe auch ich einige "Klassiker" gespielt, die GTA-Reihe, Mafia, Medal of Honor, HL, CS, BF, frühere CoD etc. Games, die nach 2008 erschienen sind, kenne ich eigentlich nur von Erzählungen.
Ich hab die Diskussionen um Mafia II einigermassen verfolgt, da ich den ersten Teil von Mafia für eines der gelungensten Spiele überhaupt halte (sofern ich das mit meinen Kenntnissen beurteilen darf) und seit langem auf die Fortsetzung gespannt war. Was die Entwickler bzw. der Vertreiber bzw wer auch immer dafür verantwortlich ist mit den Kunden macht ist schon ziemlich frech. Aber eben, die Nachfrage bestimmt in diesem Fall das Angebot und solange die Kunden trotzdem zahlen lehnt sich die Teppichetage zurück und lacht sich ins Fäustchen. Gewinnmaximierung nennt sich das dann wohl, eine "Abartigkeit" unserer Marktwirtschaft.

Generell habe ich das Gefühl, dass die Entwickler ihren ganzen Fokus auf die Verbesserung der Graphik legen, während Spielspass und -länge auf der Strecke bleiben. Ich hab mir einige Gameplay-Videos von Mafia II auf Youtube reingezogen. Die Graphik ist absolut der Hammer, die Stadt und die Autos sind wunderschön gezeichnet und die Stimmung im Spiel ist toll. Oft hatte ich aber das Gefühl ich ziehe mir einen Film rein. Immer wieder wird der Spieler unterbrochen durch Zwischensequenzen. Klar gehört eine gute Story zu einem guten Spiel. Es sollte aber so sein, dass der Spieler die Story vorantreibt, gewissermassen gestaltet. Und nicht durch ihr ständig unterbrochen wird.

gruss
 
Moin,

ich glaub nicht, dass die ganze Entwicklung so negativ zu betrachten ist. Sicher verändert sich die Spielebranche, aber alles andere wäre ja auch langweilig. Mafia 2 und CoD sind gute Beispiele, für relativ misslungene Spiele, aber es sind in letzter Zeit mindestens ebensoviele gute Spiele erschienen. Ich denke da z.B. an Mass Effect 2 oder Bad Company 2.

Ich glaube insgesamt entwickelt sich die Spieleindustrie so langsam analog zur Filmindustrie, seit die Geldgeber entdeckt haben, dass der Spielemarkt auch riesig ist und da viel Geld zu machen ist. Das bringt zwar auch negative Seiten mit sich, trotzdem wird es weiterhin gute Spiele geben, so wie es auch immer wieder gute Filme zwischen dem ganzen 08/15 Schrott gibt. Die Zielgruppe gibt eben an, was produziert wird.

Und zum Thema "und es gibt trotzdem Idioten, die bezahlen für einen Download": Ich bin einer dieser Idioten, und ohne jetzt polemisch klingen zu wollen, könnte ich genauso sagen "Es gibt noch Idioten, die rennen in den Laden und kaufen DVDs". Mir persönlich will nicht einleuchten, was daran so toll ist, noch ne Pappverpackung und nen billigen Datenträger zum Spiel zu bekommen. Bei Steam hab ich alle meine Spiele beisammen, kann die Spiele überall einfach runterladen, es gibt oft noch Bonus-Aktionen und die Auswahl ist prima. Ich kann da nichts Idiotisches dran erkennen... ;)


Gruß,
s11g
 
Und zum Thema "und es gibt trotzdem Idioten, die bezahlen für einen Download": Ich bin einer dieser Idioten, und ohne jetzt polemisch klingen zu wollen, könnte ich genauso sagen "Es gibt noch Idioten, die rennen in den Laden und kaufen DVDs".

Ich habe die DLCs gemeint, die mir vor allem in Mafia 2 aufstoßen. 2K hat ein halbfertiges Spiel rausgebracht und verdient sich jetzt mit den DLCs viel Geld dazu, was ihnen meiner Meinung nach jedoch nicht zusteht.

Vor allem, da Mafia 2 locker doppelt so lang sein hätte können, und das Ende ist eigentlich auch eine Unverschämtheit (ebnet eben den Weg für die DLCs).

Vor allem stört es mich sehr, dass in letzter Zeit einfach fast NUR noch die Graphik entwickelt wird, während die Spiele immer mehr gekürzt werden. Heute muss man ja dankbar sein, wenn ein Spiel 10 Stunden Spielspaß bietet...
 
Ok, da hab ich dich falsch verstanden, in so einem Fall ist's natürlich wirklich einfach Abzocke. Dass sowas immer öfter vorkommt, ist traurig, umso mehr muss man sich als "ernsthafter" Spieler auf die Perlen konzentrieren, die zwischendrin immer mal so auftauchen.

In letzter Zeit sind mir immer öfter Titel kleinerer Unternehmen aufgefallen, die auf supertolle Grafik pfeifen und dafür ein gutes und solides Spiel rausbringen. Torchlight z.B. hat sich in der "Szene" ziemlich etabliert, obwohl die Grafik nicht wirklich zeitgemäß ist und das Spiel über die Website des Studios am Anfang für 15 Dollar zu haben war. Sowas muss auf jeden Fall unterstützt werden, find ich...
 
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