Das mit den Wechselobjektiven stimmt - je nach Betrachtungsweise - nicht so ganz. Wenn ich mir für €100,- eine gebrauchte PM1 zulegen und dazu ein Pancake für unter €150,-, dann habe ich für eine Koplettkamera knapp €250,- ausgegeben. Freilich mit der Option, sie zu erweitern, auch wenn ich eigentlich nicht vorhabe (es gibt immer wieder einmal eine Lücke zwischen Kompakt und DSLR, die man dann doch ganz gern geschlossen hätte.) Und von den Kosten her ist es egal, ob man €250,- für ein einziges Teil ausgibt oder für zwei.
Aber etwas anderes ist eine Überlegung wert. Wie kompakt muss eine Kompakte eigentlich sein, damit sie auch tatsächlich genutzt wird und nicht anschliessend sinnlos herumliegt? Diese Frage beantwortet jeder für sich anders.
Doch nun zur Lumix LX3. Ich besitze davon gleich zwei Stück. Eine davon ist äusserlich schon etwas ramponiert, weil sie im Laufe der Jahre einiges mitgemacht hat, was andere Kameras nicht so Problemlos verkraften. Das sehr wertige Metallgehäuse hat auf der einen Seite eine Delle, welche die Kamera wohl vor mehr bewahrt hat. Man kann auch sagen, man hätte Nägel mit ihr einschlagen können. Aber sie funktioniert klaglos wie sie soll und selbst der Fokus sitzt immer noch. Was will man mehr?
Ich benutze sie viel für Landschaftsaufnahmen, auch in der Dämmerung. Selbst Panoramen und HDR sind kein Problem. Sie liegt sehr gut in der Hand und es gelingt mir, 3er-Belichtungsserien freihand zu machen, welche sich anschliessend am PC problemlos zu einem HDR-Einzelbild zusammentzen lassen. Von einem freistehenden Baum habe ich einige Dutzend Einzelbilder gemacht (auch freihand) und mit ICE zu einem 120-MegaPixel-Bild zusammengerechnet. Solange sich das Bildmotiv nicht bewegt, solange funktioniert so etwas einwandfrei.
Ein beleuchtetes Haus bei Dämmerung oder gar im Dunkeln? Kein Problem, einen Stromkasten als Unterlage genommen oder ein kleines Taschenstativ, das mühelos in die Hemdentasche passt. Das hat man natürlich nur bei einer Kompakten, denn je schwerer die Kamera, desto schwerer und sperriger auch das Stativ.
Ein weiteres Zubehörteil ist für mich nahezu unverzichtbar geworden, nämlich ein Aufschraubtubus. Diesen gibt es von Fremdherstellern mit einem Filterdurchmesser von 46mm oder 52mm. Die eine LX3 benutze ich mit Tubus und Weitwinkelkonverter (ein Original, speziell für die Optik der LX3 berechnet), bei der anderen LX3 benutze ich den Tubus entweder, weil ich eine Filter benötige (meist Pol-, Grau- oder Verlaufsfilter) oder mit einem UV-Filter als Regenschutz bei mässig starkem Regen.
Das Handling der LX3 ist ausgezeichnet, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, was aber nicht allzu schwer fällt. Auch für Nahaufnahmen ist die LX3 eine gute Wahl.
Eine der Besonderheiten der LX3 ist die verlustfreie Formatumschaltung, die ich bei anderen Kameras inzwischen schmerzlich vermisse. Das heisst, der Bildausschnitt wird nicht wie bei anderen Kameras einfach beschnitten, sondern ein Breitbild ist tatsächlich breiter, wenn auch auf Kosten der Höhe. Die Bilddiagonale und somit die Brennweite bleibt dabei erhalten.
Der Vorteil: Bei einem Einzelbildpanorama, aber auch bei einer Innenaufnahme mit sehr wenig Platz ist mir der horizontale Bildwinkel wichtig, während ich die Höhe halbwegs vernachlässigen kann. So bekomme ich mehr Bildentscheidendes mit auf das Bild. Das heisst, bei einem Sonnenuntergang am Meer mehr Horizont.
Mit der LX3 bin im Rahmen ihrer gebotenen Möglichkeiten ich rundum zufrieden. Dennoch würde ich eine von ihnen irgendwann ganz gern durch eine LX7 ersetzen, und zwar aus zwei Gründen. Erstens ist die LX7 noch einmal deutlich lichtstärker, also mit einem noch etwas besseren Freistellungspotential und zweitens ist der Brennweitenbereich etwas grösser (was in einem moderaten Maß ja nicht verkehrt ist).
Noch einmal zurück zur Haltbarkeit. Beide LX3 habe ich gebraucht erstanden und beide funktionieren nach Jahren noch tadellos; eine davon im Dauereinsatz unter teilweise recht rauhen Bedingungen (Regen und selbst moderate Stürze).