Meine schlimmste Beziehung war die liebste meiner Mutter. Sie hat mir bis heute (27 Jahre später) noch nicht verziehen, dass ich diesen Mann nicht geheiratet habe. Andy war der liebste, fürsorglichste, treueste, hingebungsvollste und verständisvollste Mann, der mir je begegnet ist, aber das war das Schlimme daran. Egal was ich sagte, tat oder einforderte, dieser "Traum einer Schwiegermutter" fand es gut und richtig. Kleines Beispiel: ich sage, dass ich mal wieder ins Kino gehen würde, der neue Film interessiere mich - das war am Telefon in der Mittagspause. Er steht abends vor der Firma und hat Karten in der Hand fürs Kino, ich allerdings einen nervigen Nachmittag im Büro hinter mir und keine Lust. Jeder andere hätte einen Aufstand gestartet, aber Andy sagte nur, er habe Verständnis dafür, dass ich lieber ein heisses Bad nähme und wirft die Karten in die Tonne. Mal ehrlich, dass macht doch wahnsinnig, oder? Aber die Härte war, dass er seinen Vater vorschickte, mir einen Antrag zu machen. Seine Familie wäre schon ein Grund gewesen, ihn zu nehmen und das Umfeld (wohlhabend, Einzelkind und seine Eltern liebten mich) stimmte auch. Aber ich wusste, einer von uns würde in dieser Ehe draufgehen und ich wäre es nicht gewesen! Er hat mir noch Jahre nachgetrauert und wie ein Schlosshund geheult, als er mich 5 Jahre später mit meinem Baby im Wagen getroffen hat. Mittlerweile allerdings hat selbst er die richtige gefunden und seine Familie so wie ich. Aber es war schon ein Trauerspiel, diese Sache zu beenden bzw. in eine freundschaftliche Richtung zu schieben.
Gruss
Mankei