Meine Empfehlungen in Sachen Fantasy:
Seit Jahren ungeschlagen auf Platz 1: Terry Pratchet - was immer er schreibt
(einzige Ausnahme: Voll im Bilde - was auch beim zweiten Lesen bei mir einfach nicht gezündet hat)
Die meisten seiner Geschichten spielen auf "Der Scheibenwelt". Dort gibt es Zauberer, Hexen, Zwerge, Trolle und was man sonst noch so in Fantasy Geschichten erwartet. Ihm gelingt es, seine Figuren weit über die üblichen stereotypen Charaktere Held / Schurke hinaus wachsen zu lassen - sie haben vielschichtige Persönlichkeit.
Paul Kidby hat in seinen Zeichnungen die Beschreibungen von Pratchet trefflich eingefangen - der Band "Wahre Helden" bietet über das übliche Lesevergnügen hinaus auch was zum sehen und staunen. Seine Portraits der Figuren sind Charakterstudien - mit ihnen kann das Kopfkino zum Starkino werden.
Jede Geschichte ist in sich abgeschlossen - auch wenn bei den Rincewind Geschichten die folgende direkt an die letzte anschließt; die Stadtwache eine kontinuierliche Entwicklung erfährt - am Ende eines Buches ist eine Geschichte ganz erzählt. Dennoch würde ich empfehlen, sie in der Reihenfolge, in der sie geschrieben wurden auch zu lesen, da sich die Hauptakteure verändern, die Scheibenwelt sich weiter entwickelt.
Sprachlich ist Pratchet einfach genial. Auch in der deutschen Übersetzung. Und er macht auch beim dritten und vierten Mal lesen wieder Spass. Wie bei einem guten Film entdeckt man Details, die man beim letzen Lesen - das erste war bei mir immer eher ein verschlingen - übersehen hatte.
Was sich sonst noch richtig gut "wegliest":
Der Bannsänger-Zyklus von Allen Dean Foster
Zwar halte ich persönlich der Bannsänger-Zyklus nicht für das Beste, was Foster geschrieben hat - ich bevorzuge seine Sci-Fi Geschichten - aber sein Schreibstil lässt die "Kinovorstellung" im Kopf laufen. Die Geschichte ist amüsant und spannend. Die "Helden" nicht Heroen, sondern Personen mit Eigenheiten, mit Fehlern - die an der Geschichte, die sich ihnen entgegenstellt wachsen.
Die Dunkelelf-Sage von R.A. Salvatore
Die Geschichte eines "aus der Art" geschlagenen Dunkelelfen. Der Held flieht aus einer unterirdischen Welt des Bösen und der Intriegen an die Oberfläche und muss sich dort gegen die Vorurteile gegenüber seiner Rasse behaupten. Ein Protagonist zum sich mit sehnen, zum mit ihm leiden. Der Kampf ums Gute - schön und groß erzählt.
Der Dune Zyklus von Frank Herbert
Wer dabei an die Verfilmung des Wüstenplaneten denkt: das war was gaaanz anderes - das war nix.
Die Bücher sind zwar etwas "sperrig", wenn man aber erst einmal in die Welt des endlosen Sandes hineingetaucht ist, entfaltet sich eine stimmige Welt voller Mystik, mit faszinierenden Legenden, Bräuchen, Ritualen.
Noch ein Autor: David Eddings
Ich habe einiges von ihm gelesen. Ich halte ihn für sprachlich... nun ... nicht wirlich doll... ABER seine Geschichten sind großartig.
Ich hab mir immer gewünscht, er hätte mit jemandem zusammen gearbeitet, der richtig gut bei der Wahl der Worte ist - dann wären seine Geschichten kaum zu toppen. So bleibt er für mich leider im unteren Teil der Oberliga hängen.
Zum Abschluss noch einmal was aus der anderen Ecke der Fantasy:
Der Dämonen-Zyklus von Robert Asprin
Die irrwitzigen Geschichten eines Zauberer-Lehrlings, der einen Dämonen zum Mentor hat. Sowohl die Figuren als auch die Welten sind nicht unbedingt ernst zu nehmen - fröhlich bunt überzeichnet bringen diese Bücher Sonnenschein in häßlich kalte oder verregnete Tage. Witzig frech sorgen die Helden für gute Laune beim Lesen.
Ich hoffe, dem einen oder anderen von Euch auf etwas noch unbekanntes Leselust gemacht zu haben.
HelenE