Felix Salten Autor 

henrystorm

LifeTime Premium
Registriert
Feb. 2021
Beiträge
10.782
Felix Salten

FSalten.webp

Felix Salten, als Siegmund Salzmann 1869 in Budapest geboren, war Autor, Theaterkritiker und Feuilletonredakteur. Er schrieb Novellen, Theaterstücke, einen Roman – ohne viel Anerkennung dafür zu finden. Da kam ihm die Idee, die Lebensgeschichte eines Rehs aufzuschreiben. »Bambi«, so nannte er das Reh nach dem italienischen »bambino«, erschien 1923 und wurde ein riesiger Erfolg. 1938 musste der Jude Felix Salten seine österreichische Heimat verlassen. Die Nazis hatten ihn vertrieben. Er konnte in Zürich unterkommen, durfte aber nicht als Journalist und Redakteur arbeiten. Aber er konnte weiterschreiben: 1940 erschien »Bambis Kinder«.
Felix Salten starb im Oktober 1945.
Ende der dreißiger Jahre erwirbt Walt Disney die Filmrechte an »Bambi«. Als der Zeichentrickfilm 1942 in die Kinos kommt und zum Welterfolg wird, sind die Kinder auf der ganzen Welt der Meinung, Walt Disney sei der eigentliche Autor von »Bambi«. Und die »Bücher zum Film« vertreiben Saltens wunderbar anrührende »Lebensgeschichte aus dem Walde« aus den Bücherregalen.

--> Weiterführende Informationen und Bezugsquellen per Konversation <--
  • Rules:
  • Nette Konversation mit Titel: Felix Salten
  • Link vom Thema mit in die Konversation
  • Keine Anfrage für User unter 6 gezählten Beiträgen (Neuling)
  • Alle Ausgaben dieses Autors in DE
 
Titel: (alle von diesem(r) Autor(in) hier angeführten Titel in DE)

Felix Salten - Bambi - Eine Lebensgeschichte aus dem Walde
Felix Salten - Bambi (Ungekürzte Neuausgabe 2003)
Felix Salten - Bambis Kinder
Felix Salten - Der alte Narr
Felix Salten - Der Schrei der Liebe (1928)
Felix Salten - Die Geliebte Friedrichs des Schönen (1908)
Felix Salten - Florian - Das Pferd des Kaisers
Felix Salten - Fünfzehn Hasen
Felix Salten - Josefine Mutzenbacher
Felix Salten - Kaiser Max der letzte Ritter
Felix Salten - Martin Overbeck ( 1927)
Felix Salten - Kaiser Max der letzte Ritter
Felix Salten - Würstelprater

Bambi - Eine Lebensgeschichte aus dem Walde:
Vergessen wir alles, was wir über Bambi zu wissen glauben. Der Roman von Felix Salten ist ein Meisterwerk, das wiederentdeckt werden muss. Er erzählt unsentimental, ohne Verniedlichung und voller Bezüge auf die Grundfragen des Lebens.
Im schützenden Dickicht des Waldes wird das Rehkitz Bambi geboren und von seiner Mutter in die Geheimnisse und die Gefahren des Lebens eingeweiht. Mit seinen Freunden Faline und Gobo erlebt Bambi zahlreiche Abenteuer und ist dabei ständig auf der Hut vor Ihm, dem Menschen. Als Bambi seine Mutter bei einer Treibjagd verliert, ist er ganz auf sich gestellt, und als jungem Rehbock stehen ihm neue Herausforderungen bevor: Er verliebt sich in seine Jugendfreundin Faline, und bald bekommen sie Nachwuchs. Nun ist Bambi »der Alte« des Waldes und gibt seine Lehren an die Nachgeborenen weiter.

Bambis Kinder:
Felix Salten selbst schrieb mit Bambis Kinder eine Fortsetzung seines Romans, die im Jahre 1939 — zuerst auf Englisch — erschien. Die zwischenzeitlich erwachsenen Bambi und Faline haben Nachwuchs bekommen, die beiden Sprösslinge Geno und Gurri.
Geno und Gurri sind charakterlich sehr verschieden: Während die kleine Gurri durch ihre anfänglich ungestüme Art, häufig jede Gefahr missachtend, in viele gefährliche Abenteuer verstrickt wird und fast sogar das Schicksal von Gobo aus dem ersten Buch teilt, muss der eher ängstliche Geno eine gegenteilige Wandlung durchmachen, um mehr Mut und Vertrauen zu sich selbst und zu seinen Fähigkeiten zu finden. Wie schon sein Vater gegenüber ihm, erscheint nun Bambi als der große Prinz des Waldes gegenüber seinen Kindern. Bambi ist nun „der Alte“ des Waldes, alle Tricks und Kniffe kennend, die zum Überleben gehören. Er hat die stille, aber kraftvolle Art seines Vaters geerbt und ist zur Legende geworden, zu der seine beiden Kinder bewundernd aufschauen.
Obwohl die Fortsetzung gegenüber dem ersten Buch geschichtsmäßig nicht viel Neues liefert, ist beachtenswert, dass die Sicht auf den Menschen in dieser Fortsetzung nicht mehr wie im ersten Buch und auch der Disney-Verfilmung nur rein negativ ist. Der Mensch ist immer noch oft ein Jäger, ein namenloser Schrecken für die Rehe, aber manchmal auch ihr Retter und Beschützer. Teilweise wird die Geschichte nun auch aus Sicht der Menschen sowie der Raubtiere erzählt und ihre Handlungen dem Leser klarer dargelegt. Raubtiere wie Fuchs und Marder werden nun genauer und auch vorurteilsfreier als im ersten Buch vorgestellt. Die Handlungen der Raubtiere und der jagenden Menschen sind den Rehen zwar immer noch ein Schrecken, diese werden aber nun klarer in den Zyklus der Natur eingebracht dargestellt.

Der alte Narr - Auszug:
»... ich habe in meinem ganzen Leben kein Glück gehabt ...«
Während der Bittsteller diese Worte aussprach, blinzelte der Minister, denn er mußte jedesmal blinzeln, so oft vor seinen Augen eine Ungeschicklichkeit geschah. Ein kleiner Widerstand begann sich heftig in ihm zu regen. Habe ich vielleicht Glück gehabt? dachte er. Sind wir denn in einem Hasardspiel, wo jeder Dummkopf gewinnen kann? Er wendete den Kopf, sah in eine entfernte Ecke des Zimmers und dachte: dieser Mensch wird jetzt lauter Dinge sagen, mit denen er sich schadet.
Der Bittsteller neigte sich ein wenig über den Schreibtisch des Ministers. Die weite Fläche dieses Schreibtisches lag vor ihm da wie ein Panorama; breitete sich vor ihm aus wie ein wohlgeordnetes, prunkvolles Reich. Er empfand eine heiße Sehnsucht und sagte mit klagender, Einlaß begehrender Stimme: »... es hat mir auch immer an Protektion gefehlt ... ja ...«
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Zurück
Oben Unten