Was regt ihr euch auf? Seidem die Trinkwasserrechte an amerikanische Großinvestoren verkauft sind, könnt ihr euch das Wasser eh nicht mehr leisten. Außerdem haben die Städte und Gemeinden auch noch die kommunale Kanalisation verschachert, so das du dir auch das Ausspucken des Zahnputzwassers eh nur leisten kannst, wenn das Hunde- und Katzenfutter grade im Angebot ist und du dadurch 10,- Euro im Monat an Ernährungskosten einsparst. Aber sein wir ehrlich, seit dem die das Wasser mit dem Tankwagen bringen und du gleich beim Fahrer bar bezahlen musst, spucken nur die Reichen das Zahnputzwasser in den Ausguss. Alle anderen spucken in einen alten Eimer ....... mit irgendwas muss das Klo ja gespült werden.
Ein kleiner Blick in die Zukunft ......
2020
Es ist Dienstag, der 02. Juni 2020, 4 Uhr morgens. Der Radiowecker reißt Günther S. (46) aus dem Schlaf. Der Oldie-Sender spielt Modern Talking. Herr S. quält sich aus dem Bett. Gestern ist es etwas später geworden bei der Arbeit. Dienst am Pfingstmontag - mal wieder. Früher konnte er danach wenigstens ausschlafen. "Ja, ja, der Pfingstmontag", murmelt Herr S., "ist das wirklich schon fünfzehn Jahre her?" Es hat sich wirklich einiges getan, seit damals. Nur nicht in seinem Haus. Als 2005 die Eigenheimzulage plötzlich doch gestrichen wurde, mussten sie Abstriche machen. Und inzwischen hat sich Familie S. daran gewöhnt. An die frei liegenden Leitungen und den Betonfußboden. Der Strom wurde auch mal wieder erhöht, jedes Jahr um 0,20 EUR/kWh. Fernsehen und PC hat die Familie ja schon lange abgeschafft, denn wer will schon 100,- EUR im Monat an die GEZ zahlen...
Die Mehrwertsteuer muss erhöht werden, haben sie damals gesagt. Das würde auch Entlastung in der Haushaltskasse bringen. Sie wurde erhöht, auf genau 29%. Gut, denkt Herr S., dass damals die Garage noch nicht fertig war. Denn der Wagen ist längst verkauft. Zu teuer, seit es keine Kilometerpauschale mehr gibt. Und erst der Benzinpreis an den Tankstellen, der liegt nun ja auch bei 4,59 EUR/Liter. Ganz zu schweigen von den, mittlerweile 70,- Euro im Monat, für die Maut. Und mit Bus und Bahn dauert es in die City ja auch nur zwei Stunden. Und was man dabei für nette Leute trifft. Zum Beispiel die Blondine, die Herrn S. immer so reizend anlächelt. Zurück lächeln mag er nicht. Wegen seiner Zähne. Aber was will man machen? 6000,- Euro für zwei Kronen sind viel Geld. Und schon die Brille musste er selbst bezahlen. Hat dabei aber 15,- Euro gespart, weil er nicht gleich zum Augen-, sondern erst zum Hausarzt gegangen ist. Wegen der Überweisung. Trotzdem: Der Urlaub fällt flach. "Das könnte Ärger geben zu Hause", stöhnt Herr S vor sich hin. Traurig erinnert er sich an letztes Weihnachten. Als es nichts gab. 2016 wurde nämlich auch in der freien Wirtschaft das Weihnachtsgeld gestrichen. Im öffentlichen Dienst ist das ja schon länger her. "Und bis wann gab es eigentlich Urlaubsgeld?", fragt sich Herr S., er kommt nicht drauf. Damals hatte er noch genügend Urlaub, um das Urlaubsgeld aus zu geben. Heute sind es ja gerade mal 15 Tage im Jahr. Pfingstmontag? 1.Mai? Alles Geschichte. Das stand nicht auf der Agenda 2010 - so hieß sie doch, oder? Aber man soll nicht meckern. Die da oben, weiß Herr S., müssen noch vielmehr ackern. Darum kann Günther S. mit der 55-Stunden-Woche auch ganz gut leben. Er hat auch keine Wahl. Seit der Kündigungsschutz auch in großen Betrieben gelockert wurde, mag man es sich mit den Bossen nicht mehr verscherzen. Wer will sich schon einreihen, in das Heer von neun Millionen Arbeitslosen? Aber den Feiertagszuschlag für den Dienst an Pfingsten vermisst er schon. Was soll es, in 29 Jahren, dann wird er 75, hat Herr S. es hinter sich. So üppig wird die Rente zwar nicht ausfallen, wenn das mit den Nullrunden weiter geht. Doch wer weiß, vielleicht bringt ihn das Rauchen vorher um. Obwohl er weniger qualmt, seit die Schachtel 15 Euro kostet. Aber heute, auf den letzten Metern zum Büro, steckt Günther S. sich trotzdem eine an. ........