Unerwünschter Pflanzenwuchs lässt sich stark einschränken, wenn zum einen klar ist, was dort erwünscht ist und zum anderen die notwendige Mühe in Kauf genommen wird, alles andere zu entfernen.
1. Efeu los werden:
Alles was da oberirdisch wächst, muss gründlich entfernt werden, da die Zweige Wurzeln ausbilden können. Die nachtreibenden Blätter mindestens wöchentlich entfernen. Eine Pflanze ohne Blätter kann keine Photosythese betreiben und verhungert dann. Das kann eine ganze Weile dauern, wenn Boden und Lichtverhältnisse dem Efeu gefallen oder sehr schnell gehen, wenn die Pflanze in praller Sonne in nährstoffarmen Sand wachst.
2. Rasen soll wachsen
Im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen sind Gräser schnittverträglich. Ein richtiger Rasen - also keine Wiese - braucht während der gesamten Wachstumsperiode etwa alle 14 Tage die Überfahrt des Rasenmähers. Um aus vorhandener Wiese einen Rasen zu kultivieren, musst Du am besten jede Woche mähen.
Wenn im Frühjahr der Boden abgetrocknet ist, macht es Sinn, die vorgesehene Fläche zu vertikutieren. Löwenzahn und Diesteln müssen einzeln ausgestochen werden. Geht mit einem langen Küchenmesser. Vielleicht hast Du oder ein Nachbar Kaninchen - die fressen die Wurzeln gern.
Gemüse:
Die als Nutzgarten geplante Fläche kannst Du z.B. im ersten Jahr für den Anbau von Kartoffeln nutzen. Da diese regelmäßig gehäufelt werden, bekommst Du dabei gleichzeitig den unerwünschten Wildwuchs mit unter Kontrolle und hinterher leckere Kartoffeln.
Das sind so die allgemeinen Tips für einen durchschnittlichen Boden. Je nachdem, was Du tatsächlich für Bodenverhältnisse hast, kann es erforderlich sein, dass Du Dich erst einmal um die Verbesserung des Bodens kümmerst. Wenn der Boden nun sehr sandig oder sehr feucht ist, ob das Nährstoffangebot karg oder überreichlich vorhanden ist, sind andere Maßnahmen sinnvoll.
Kleinere Flächen kannst Du auch mit einem Brenner pflanzenfei bekommen, ohne dass Du damit allzuviel arges anrichtest. Das ist z.B. in den Fugen von Wegen praktikabel.
Die Wildkräuter, die bei Dir wachsen, sagen was über Deinen Boden. Hier zur Übersicht ein paar typische Zeigerpflanzen:
Brennessel - nährstoffreich
Ackerschachtelhalm - nasser Boden
Quecke - sandig, eher nährstoffarm
Viele Wildkräuter sind nicht nur gesund, sondern auch sehr schmackhaft - manche richtig lecker! Massives ernten und auffuttern kann ein guter Weg sein, die nicht so gern gesehenen Wildkräuter einzudämmen - Giersch und Vogelmiere sind ebenso gesund und lecker wie Löwenzahn und Brennesseln.
Das ausgerissene / abgeschnittene Wildkraut nicht einfach auf den Kompost werfen, sondern in ein großes Regenfass mit Wasser. Darin eine Weile gären lassen - riecht recht streg - zum Umrühren also einen langen Stock bereithalten.
Je nach Wetter kalt länger, warm kürzer dauert es zwei bis vier Wochen und dann ist die Wildkrautjauche fertig. Damit kannst Du dann den Nutzgarten düngen.
Ameisen:
Die "freundlichste" Methode, diese loszuwerden, ist ihnen einen Umzug anzubieten. Dazu nimmst Du einen großen Blumentopf - das Modell aus Ton - füllst es locker mit Erde - nicht Sand und auch keine Blumenerde - einfach Gartenerde und stellst das dann kopfüber auf das Nest. Anschließend brauchst du Geduld. Nach vielleicht ein zwei Wochen sind die Tierchen in das neue "Heim" umgezogen - haben die Larven in den Topf geschafft. Dann mit einem Spaten noch etwas mehr als nur den Topf ausheben, in die Schubkarre damit und in eine Ecke schaffen, wo die Ameisen nicht stören.
Die verbliebenen kannst Du dann vertreiben, indem Du einen recht dicken ca. 60 cm langen Kupferdraht zu einem Bogen biegst und beide Enden am Nest in die Erde steckst.
Dann wünsche ich Dir und allen anderen ein giftfreies ertragreiches und entspanntes Gartenjahr - wenn dann endlich mal das Frühjahr kommt.
Viele Grüße
HelenE