Gertraud Klemm Autor 

henrystorm

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Gertraud Klemm

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Gertraud Klemm, geboren 1971 in Wien, aufgewachsen in Baden, studierte Biologie. Seit 2006 arbeitet sie als Autorin und Schreibpädagogin. Sie lebt mit ihrer Familie in Pfaffstätten, Niederösterreich. Ausgezeichnet mit Stipendien und Preisen, u. a. dem Harder Literaturpreis 2012 und dem Publikumspreis im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs 2014.

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Titel: (alle Ausgaben in DE)

Gertraud Klemm - Aberland
Gertraud Klemm - Einzeller
Gertraud Klemm - Herzmilch
Gertraud Klemm - Muttergehäuse

Format: epub, mobi


Aberland:
Bürgerliche Mütter, bürgerliche Töchter: ein bitterböses Porträt zweier Frauen-Generationen Elisabeth, 58, versucht würdevoll zu altern. Ihr gutbürgerliches Leben ist am ehesten charakterisiert durch das, was sie alles nicht getan hat: sie hat nicht studiert und nicht gearbeitet, sie hat ihre Kinder nicht vernachlässigt und ihren Mann nicht mit dem Künstler Jakob betrogen, sie hat der Schwiegermutter nicht die Stirn geboten und stellt noch immer nicht den Anspruch, ins Grundbuch der Jugendstilvilla eingetragen zu werden. Mit Zynismus und verhaltener Selbstreflexion beobachtet sie das Altern der Frauen um sie herum.
Und sie beobachtet ihre Kinder, vor allem Franziska, 35, die zu Wutausbrüchen neigt, mit den Anforderungen der Gesellschaft an ihre Mutterrolle hadert und die theoretische Gleichberechtigung von Mann und Frau im Alltag nicht einlösen kann. Auch sie hat ihre Visionen nicht verfolgt, weder beruflich noch privat, und begnügt sich mit einem fast fertigen Studium und einem fast geliebten Mann. Es scheint, als habe sich dieser zahnlose Feminismus von einer Generation an die nächste vererbt.
Gertraud Klemm, die mit einem Kapitel aus diesem Roman den Publikumspreis in Klagenfurt gewann, schildert eine gesellschaftliche Situation, in der mit viel 'ja - aber' die wichtigen Entscheidungen verschoben und verhindert werden, und ihr Blick auf die Lage ist gnadenlos, bissig und (aus Verzweiflung?) wahnsinnig komisch.

Herzmilch:
In einem großen Haus voller Kinder wächst ein Mädchen auf wie alle anderen; statt für Puppen interessiert sie sich für Wasserkäfer, und dass im Fernsehen immer nur Männer kochen, irritiert sie. Sie wird allmählich erwachsen - Diätwahn, sexuelle Eskapaden, Zorn, Sehnsucht, Orientierungslosigkeit und Selbstzweifel inbegriffen. Sie lässt sich treiben, von Schule zu Uni zu Arbeitsplatz, von Beziehung zu Beziehung - immer auf der Suche nach ihrer Bestimmung »als Frau«, hinter der sie dumpf die Mutterschaft vermutet (und befürchtet): Alle Welt scheint nichts anderes im Kopf zu haben als sich fortzupflanzen. Aber so viel Unentschlossenheit geht nicht allzu lange gut. Gertraud Klemms Debüt bei Droschl ist ein vor Lebendigkeit sprudelnder Roman mit wachem, klarem Blick auf alte und neue Geschlechterrollen. Sein Witz und sein Humor übertönen aber nie den Ernst der Lage - nämlich die Trägheit der Verhältnisse, den Druck der inneren Zwänge und Neurosen und die Aussichtslosigkeit, wenn alles anders läuft als geplant ...
Mit Herzmilch ist Gertraud Klemm ein Romanerstling gelungen, der ein altes und immer gleich heißes Eisen originell, schonungslos und temperamentvoll anpackt und neu formuliert.
 
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