Glaubt ihr an Geister oder ein Leben nach dem Tod? Frage 

Eine Frage, die wohl jeden von uns schon bewegt hat.
Und schwer zu beantworten ist, weil es viele Wünsche und kaum Fakten gibt.
Ich habe von Berufswegen viel mit Tod und Sterben zu tun gehabt.Und bitte nicht verwechseln:
Sterben ist der Prozess der zum Tod führt.
Vor dem Tod muss man sich nicht fürchten, egal ob noch was kommt oder nicht.
Selbst wenn nichts mehr kommt, ist da dann halt einfach nichts. Wie beim Schlaf oder bei einer Narkose.
Sterben hingegen ist Abschied.Schon das alleine schmerzt, wie Abschied eben immer.
Abschied fällt leichter, wenn man an ein Wiedersehen glaubt und darum geht es.Dann fällt auch Sterben leichter.

Deshalb ist es sinnvoll, sich einen Weg zu suchen mit und an den man glauben kann.
Und da ich persönlich mir das Leben gerne leichter machen will: ja, ich glaube an ein WEITER irgendwo und irgendwie

Und mir scheint das auch logisch zu sein und biologisch sinnvoll.
Keine Verschwendung von Ressourcen. In der Natur ist nichts wirklich weg.
Dinge ändern sich, werden anders, neu, transformieren aber weg? Weg sind sie nie.

Das Leben ist ein Kreislauf.
Atome, Zellen, Lebewesen, Universum.

Von klein nach groß.
Nach Universum kommt die höhere Macht, oder?

Selbst Einstein war sich sicher, dass hinter all dem etwas steht was lenkt.
Nun, und der war definitiv klüger als ich.
Das ist beruhigend. ^^


Highländerin
 
Ich bin nicht gläubig, glaube also weder an ein Leben nach dem Tot, auch nicht an Wiedergeburt oder so.

Allerdings
Ich kann mir aber schon vorstellen, dass Menschen, die noch irgend etwas Unerledigtes aufzuarbeiten haben, auf der Erde rumgeistern, bis das Unerledigte eben geklärt hat.
Das habe ich fast so erlebt. Nur das die jenigen nicht gehen konnten bevor das nicht erledigt war. Meine Mutter z.B.....
Und erst im letzten Jahr mein Schwiegervater. Der hat sich 3 Tage lang gequält, mein Sohn, sein einziger Enkel, war im Urlaub und hat ihn zusammen mit seiner Freundin an seinem Sterbetag besucht. Meine Frau war dabei als Junior das Zimmer betrat und als er dann nach ca. einer halöben Stunde wieder ging. Sie hat es so beschrieben das aus seiner totalen Unruhe nach dem Besuch langsam Ruhe in den Menschen einkehrte. Er hat sich irgendwann nicht mehr gewehrt und ist ganz ruhig etwa 3 Stunden später eingeschlafen. Bis heute sind wir uns alle sicher das er noch unbedingt seinen Enkel bei sich haben wollte bevor er gehen konnte......
Ob das nun wirklich so war oder ob es ein Zufall war das der Körper dann versagte, keiner kann das wirklich erklären. Aber auch die Schwestern (er ist übrigens in einem kirchlichen Krankenhaus verstorben, lebte viele Jahre in einer kirchlichen Altenpflege, das obwohl er auch nicht ein bisschen kirchlich war) meinten zu meiner Frau ihm hatte noch der Kontakt zu seinem Enkel gefehlt das er loslassen konnte....
 
Highlaenderin schrieb:
Selbst Einstein war sich sicher, dass hinter all dem etwas steht...[...]
Die Italiener/Spanier benützen den Begriff "Destino" nicht nur für "(Zweck-)Bestimmung, Schicksal, Zukunft, Ziel", sondern auch in der Anrufung quasi als anderen Begriff für Gott.
Das kommt meine Vorstellung schon recht nahe, denn so wie viele weise Menschen das gesamte Universum als etwas Unbegreifliches empfanden und von daher auch Gott als etwas dieser "Ewigkeit" gleiches ansahen, so fühle ich zeitweilig auch...
Vor allem dann, wenn ich nachts - oft auch ergriffen - (dort, wo noch möglich) alle Sterne am Himmel sehen kann ...
Und da ich vieles Unbegreifliche schon erlebt habe - u.a. ähnlich wie ruderbernd - nur eben beim Tod meines Vaters. Wobei mich allein die Nachricht von seinem bevorstehenden Tod nur durch eine Abfolge von unwahrscheinlichen "Zufällen" im Ausland erreichte, meine Reise durch ähnliche "Unwahrscheinlichkeiten" unbegreiflich beschleunigt wurde, und das Durchhalten meines Vaters bis zu meiner Rückkehr, welches auch als medizinisch ähnlich unwahrscheinlich galt, mich letztlich zeitig genug ankommen ließ, um Abschied zu nehmen ...
All das bringt mich eigentlich zu der Erkenntnis: Ich weiß, dass ich nichts (nie genug) weiß, um derartiges bewerten zu können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Von Erlebnissen wie ruderbernd und muesli sie schildern können sicher viele berichten.
Zufälle?
Glückliche (oder auch unglückliche) Fügungen?
Da ist der Glaube an eine Instanz, die solche Dinge regelt, auch nicht weit her geholt. Vor allem trägt dann auch jemand die Verantwortung, man kann um Beistand und Unterstützung bitten oder jemanden beschimpfen, wenn's schief läuft. Ich kann mich damit besser anfreunden, als mit dem "Schicksal".

Was die Situation nach dem Tod angeht, so ist ja unstrittig, dass der physische Körper "zu Staub" wird. Dass dann auch mein Geist einfach so ausgeknipst wird und ich ins Nirvana plumpse, mag ich mir auch nicht so recht vorstellen. Ich hab keine Idee davon, was anschließend kommt, selbst im Zusammenhang mit der o.e. höheren Instanz entsteht da bei mir kein griffiges Bild.
Aber ich mag die Vorstellung, dass da noch was kommt und ich bin gespannt, wie das aussieht.
 
Ich bin durch Zufall nochmal über diesen alten thread gestolpert. Sowas wieder auszugraben wird im allgemeinen inicht so gerne gesehen, aber bei mir haben sich seit 2020 einige neue Gedanken zu dieser nicht unwichtigen Thematik ergeben, so dass ich nochmal anknüpfe.

Je älter ich werde, desto mehr häufen sich die Treffen mit Freunden und Bekannten bei Beerdigungen - die kommen fast häufiger vor, als gemeinsame Feten, was sehr erschreckend ist. Zum einen ermuntert es zwar, sich mal wieder in erfreulicheren Bedingungen zusammen zu setzen. Zum anderen führt es einem immer mal wieder die Endlichkeit des Lebens vor Augen und bringt damit die Frage nach dem Hinterher häufiger in den Fokus.

Sicher haben sehr gläubige Menschen keine Angst vor dem Tod, weil sie klare Vorstellungen davon haben, was dann mit ihnen passiert. Eindrucksvolles Beispiel ist für mich der radikale Islam - diese religiösen Eiferer kann man weder mit Zureden noch mit härtesten Strafen von Attentaten abhalten. Der Glaube ist stärker, als jede Logik.

Vielleicht ist es ganz gut, dass man nicht weiß, was nach dem Tod passiert, denn es würde unsere Haltung zum Sterben sicher stark beeinflussen. Wenn wir auf ein sich anschließendes Paradies hoffen dürften, würde das sicherlich unser Streben dorthin in unangenehmsten Lebenslagen deutlich intensivieren.

Eine andere Frage, die man in diesem Zusammenhang diskutieren könnte, wäre, ob die Kenntnis des eigenen Todeszeitpunktes uns irgendwie in der Vorbereitung darauf weiterbringen würde.
 
Hmm, kann ich verstehen.

Sowas wieder auszugraben wird im allgemeinen inicht so gerne gesehen, aber bei mir haben sich seit 2020 einige neue Gedanken zu dieser nicht unwichtigen Thematik ergeben, so dass ich nochmal anknüpfe.
Würde ich auch in der Regel nicht machen. :D ... Asche über mein Haupt, ich habe es trotzdem hier schon mal gemacht. *hust* :huh: ^^

Sicher haben sehr gläubige Menschen keine Angst vor dem Tod, weil sie klare Vorstellungen davon haben, was dann mit ihnen passiert.
Das sehe ich etwas anders. Zu mindestens in dem Kontext wie du es erwähnt hast. Fanatische Gedanken bzw. fanatisches Denken ist nicht gleichzusetzen mit Angstlosigkeit. Jedes Lebewesen (mit den entsprechenden biologischen Voraussetzungen wie ein Nervensystem) hat Angst vor dem Tod, deswegen läuft alles so wie es seit jeher tut. Im Zusammenhang mit Religion ist es in dem Kontext eine "blinde" Haltung und Überzeugung zu wissen, was nach dem Tod ist. Deswegen wird gerade bei Taten wie Attentaten aus "religösen Gründen" immer gedacht, dass die Personen keine Angst haben.
Es ist bewiesen, dass Lebewesen (s.o.) generell Angst haben und diese auch in den Situationen auch verspüren. Nur sind deren Gedanken zu deren Anschauung zu stark ausgebildet, dass es schon fast Indoktrination genannt werden kann und es daher wirkt, dass die Personen keine Angst haben diese Dinge zu tun.

Vielleicht ist es ganz gut, dass man nicht weiß, was nach dem Tod passiert, denn es würde unsere Haltung zum Sterben sicher stark beeinflussen. Wenn wir auf ein sich anschließendes Paradies hoffen dürften, würde das sicherlich unser Streben dorthin in unangenehmsten Lebenslagen deutlich intensivieren.
Das kommt stark drauf an, wie damit umgegangen wird. Ich würde sagen, es hätte Vor- und Nachteile.

Eine andere Frage, die man in diesem Zusammenhang diskutieren könnte, wäre, ob die Kenntnis des eigenen Todeszeitpunktes uns irgendwie in der Vorbereitung darauf weiterbringen würde.
Ich denke, dass kommt ganz drauf an wie die jeweilige Person damit umgeht bzw. deren Gedanken dazu sind.
Streng genommen wissen wir wann der Zeitpunkt des Todes ist: am Ende des Lebens. Es ist ein Zeitpunkt, jedoch kein genau definierter.
 
Das sehe ich etwas anders. Zu mindestens in dem Kontext wie du es erwähnt hast. Fanatische Gedanken bzw. fanatisches Denken ist nicht gleichzusetzen mit Angstlosigkeit.

Da habe ich mich zugegebenerweise nicht klar ausgedrückt.
Möglicherweise haben die in Rede steheneden Personentypen schon auch Angst vor dem Sterben, aber während diese Angst mich und dich von lebensbedrohenden Aktivitäten abhält ist bei Fanatikern der religiöse Glaube (auch an das, was nach dem Ableben passiert) eher dazu angetan, sie in ihren Plänen noch zu bestärken.
 
... aber während diese Angst mich und dich von lebensbedrohenden Aktivitäten abhält ist bei Fanatikern der religiöse Glaube (auch an das, was nach dem Ableben passiert) eher dazu angetan, sie in ihren Plänen noch zu bestärken.
Das stimmt. Das zum Punkt den ich meinte mit "Indoktrination" in dem Zusammenhang.
 
Nun gut, um zur ursprünglichen Frage zurückzukehren. Ja, ich glaube an Geister, im Sinne von Gott, dem Teufel, Engel und Dämonen....und nein, ich bin kein Fanatiker.... sehe auch nicht hinter jedem Busch einen Teufel und kann meine Mitmenschen mit anderen Ansichten sehr gut stehen lassen. Deshalb sind Glaubens-, Gewissens- und Versammlungsfreiheit so wichtig.

Aber wenn wir schon bei diesem Thema sind, gehe ich gerne noch einen Schritt weiter - ich glaube zudem, dass unser "innerer Mensch", ich nenne ihn mal so, eine geistliche Natur hat, respektive ein Geist ist. Unser Körper ist ja nur eine fleischliche Hülle die langsam zerfällt, sozusagen die "Hardware", unser innerer Mensch (Geist), die "Software", die eigentliche Persönlichkeit, welche uns als Person definiert.

Mit diesem Statement sage ich jedoch nichts aus zum Themenkreis Religion im Allgemeinen, sowie Gutes und Schlechtes, das jeden Tag auf dieser Welt durch Menschenhand geschieht. Zu diesem Thema hatten wir schon vor vielen Jahren einen erschöpfenden Thread hier. ;)
 
Ich finde, die Aufteilung des Menschen in die Komponenten Körper und Geist ist ein interessanter Ansatz für eine Erweiterung der Diskussion.
Der Vergleich mit Hardware und Software ist einleuchtend und nachvollziehbar - ein gutes Beispiel dafür könnte Stephen Hawkins sein, bei dem Geist und Körper ja völlig unterschiedliche Wege gegangen sind.

Kann man Körper und Geist tatsächlich trennen?
Der Geist bildet sich in unserem Gehirn, welches wiederum von den körperlichen Funktionen abhängig ist. Organisch lässt sich das nicht trennen.

Was passiert mit dem "inneren Menschen", wenn die fleischliche Hülle völlig zerfallen ist? Reinkarnation? Weiter-Existenz auf einer anderen transzendenten Ebene?

Der Gedanke, dass irgendwas von uns auch nach dem Tod weiter existiert hätte was Aufmunterndes und Tröstliches.
 
Das ist im Grunde bei vielen Religionen integriert bzw. verknüpft.
Je nachdem wie man das ganze sieht, kann man den "Geist" vom Körper selbst relativ einfach trennen und in anderen Anschauungen sind diese nicht wirklich trennbar.
Rein vom Gedankengang her, ist es ein interessantes Konzept. Ob es im Endeffekt etwas ausmacht, da man dies nicht belegen kann (bisher), sei dahingestellt.
 
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