Es steht dir natürlich frei,
Pueblo, auch aus der Fernsehdiskussion andere Schlüsse zu ziehen als ich. Aber es fällt auf, daß ausschliesslich ein virtuelles Argumentationsgebäude aufbaust, um deine vorgefasste Meinung mit allrt Gewalt zu begründen.
Meist wird es peinlich, wenn nur noch auf subjektiv völlig entstelltes Halbwissen zurückgegriffen wird, so auch hier. Du gibst also zu, die Fernsehdiskussion nicht gesehen zu haben, urteilst aber darüber aufgrund irgendwelcher Ausschnitte mit aus dem Kontext gerissenen Aussagen (sonst wären sie ja wohl ein Mitschnitt) auf youtube. Man kann ene Situation nicht hinreichend berteilen, wenn man sich nur die Sahnestücke (oder den Bodensatz) herauspickt und dieses verabsolutiert.
Ich habe mir die Sendung nicht wegen Bushido angeschaut (dazu ist mir dieser einfach zu trivial), sondern weil mich die Meinung voin Herrn Precht in diesem Kontext interessiert hat - und den Rest habe ich dann eben auch mitbekommen.
Bushido war von Anfang an aggresiv, hatte Schwierigkeiten mit dem Zuhören (er interpretierte alles nach einem vorgefassten Schema - kommt dir das bekannt vor?) und wirkte für einen Menschen mit reichlich Medienerfahrung eigentlich reichlich deplaziert.
Es fiel auf, daß er die Empfindlichkeit in Person war und es mutet schon befremdlich an, wenn jemand, der ausgiebig und rücksichstlos die verbale Keule schwingt selbst eine kleine Mimose ist. Offenbar wird auch hier mit zeierlei Maßstäben gemessen.
Auch deine Einschätzung von Herrn Precht entspricht eher dem genauen Gegenteil dessen, was du hier von dir gibst. Herr Precht, der Bushido übrigens keineswegs angriff, formulierte zwei eigentlich unbestreitbare Feststellungen als Fragen (die Feststellung, daß Rap aus dem Amerika kommt und die Tatsache, daß die Vermarktung von Bushido eine kommerzielle sei). Bushido war von vornherein auf Konfrontationkurs und von diesen beiden an sich harmlosen Fragen intellektuell scheinbar überfordert - der Mann des Wortes wusste nicht weiter.
Diese Fernsehdiskussion ist das aktuellste Lebenszeichen, welches ich von Bushido habe und in ihr hat er sich meiner Meinung nach recht eindeutig offenbart. Also kein Schnee von gestern (oder von vor fünf Jahren), sondern von heute.
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Du kannst den Zusammenhang zwischen Bushido und Fritz Haarmann nicht verstehen,
Pueblo? Inhaltlich ist da natürlich keiner, denn Fritz Haarmann hat keineswegs nur die Klappe aufgerissen, sondern er hat gehandelt.
Aber Fritz Haarmann ist unzweifelhaft ein Medienstar, der dauerhaft für etwas steht. Man kennt ihn noch heute, es gibt sogar ein Lied über ihn. Allein schon das spricht für seine ungebrochene Popularität.
Zusätzlich hat er das Medienschaffen anderer Künstler stark beeinflusst. Ohne ihn hätte Götz George die einrucksvolle Rolle in 'der Totmacher' wohl kaum spielen können und ein Meilenstein der charakterdarstellerischen Filmgeschichte wäre uns entgangen.
Aber ich revidiere meinen Vorschlag. Ich nominiere Fritz Haarman hier nicht zum Kandidaten für den Bambi, sondern ich rege an, einen neuen Preis zu für Verdienste in der Medienwelt zu stiften, den sogenannten
Fritz-Haarmann-Preis. Stolz, wer ihn bekommt.
Konradin