Heimtückische Adware in Android-Apps mit 440 Millionen Installationen TIPP 

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Die raffiniert getarnte Adware wurde als Plug-in mit 238 verschiedenen Anwendungen über Google Play ausgeliefert. Dazu zählte die beliebte Tastatur-App TouchPal mit über 100 Millionen Installationen.

Die Sicherheitsfirma Lookout hat eine extrem belästigende Adware enttarnt, die über beliebte Anwendungen aus dem Google Play Store zu den Nutzern kam. Die überraschten Anwender wurden durch ein mehrstufig verschleiertes Plug-in massiv mit Inseraten und Pop-ups bombardiert, auch wenn die jeweiligen Apps selbst nicht aktiv waren. Die extrem aufdringlichen Werbeformen blockierten die Sicht auf das Display und machten den Nutzern unmöglich, die Features ihrer Smartphones zu verwenden.

„Während Inserate außerhalb von Apps nicht wirklich neu sind, die von diesem Plug-in eingeblendeten haben die Mobiltelefone fast unbrauchbar gemacht“, schreibt Sicherheitsexpertin Kristina Balaam in einem Blogeintrag, der eine Liste der verseuchten Apps enthält. „Wie Nutzer berichteten, konnten sie Anrufe nicht beantworten oder andere Apps nutzen, so sehr griffen die ständig dargestellten Inserate um sich.“

Dahinter steckte eine als BeiTaPlugin bezeichnete Werbe-Bibliothek, die in 238 verschiedene Anwendungen eingebettet wurde, die zusammen auf mehr als 440 Millionen Installationen über Google Play kamen. Veröffentlicht wurde das Plug-in von der chinesischen Internetfirma CooTek, deren Aktien seit 2018 an der New Yorker Börse gehandelt werden. CooTek ist vor allem durch die verbreitete Tastatur-App TouchPal bekannt, die bei Google Play auf über 100 Millionen Installationen kam. Wenig überraschend daher, dass auch TouchPal das Plug-in mit auf das Gerät schleuste.

Den Hintermännern der Adware war offensichtlich klar, wie unerwünscht das von ihnen ausgelöste Inserate-Bombardement war. Um nicht gleich aufzufallen, lieferten sie die Inserate daher nicht sofort nach dem ersten Start der jeweiligen App aus, sondern mit einer mehr oder weniger langen Verzögerung. Es dauerte mindestens 24 Stunden, bis die aufdringlichen Inserate den Nutzern das Leben schwer machten. Manchmal sollte es sich sogar um Wochen verzögern, damit die Nutzer keinen Zusammenhang mehr zwischen der installierten App und den ständig erscheinenden Inseraten herstellten.

Den verärgerten Nutzern wurde es zudem durch unterschiedliche Methoden der Verschleierung erschwert, das Plug-in als Ursache zu ermitteln. So wurde das Plug-in mehrfach umbenannt und erhielt falsche Dateiendungen, um davon abzulenken, dass es sich um eine ausführbare DEX-Datei (Dalvik Executable) handelt. Ab Anfang 2018 wurde die Software in immer wieder veränderten und verschlüsselten Versionen in Umlauf gebracht.

Nachdem Lookout die Adware identifizierte und meldete, wurden die betreffenden Anwendungen aus Google Play entfernt oder auf Versionen ohne das BeiTa-Plug-in aktualisiert. Die Sicherheitsexperten empfehlen daher Betroffenen ein Update auf die aktuellste Version.

„Die Plug-in-Familie BeiTaAd vermittelt einen Einblick in die künftige Entwicklung mobiler Adware“, kommentiert Kristina Balaam die eingedämmte Adware-Welle. „Während die offiziellen App-Stores mit zunehmenden Einschränkungen auf Inserate außerhalb von Apps reagieren, werden wir wahrscheinlich erleben, wie andere Entwickler ähnliche Techniken einsetzen, um eine Entdeckung zu vermeiden.“

Quelle: Heimtückische Adware in Android-Apps mit 440 Millionen Installationen | ZDNet.de
 
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