Bilderstürmerei war schon immer eine kleinkarierte Angelegenheit (auch schon zu Zeiten der Weber), die für Publicity gut ist. Die Ausführenden können sich stolz auf die Schulter klopfen und sich für wichtig halten - sie sind es aber nicht.
Es ist grundsätzlich falsch, willkürlich Teile der Geschichte auszublenden, anstatt aus ihr zu lernen. Gerade aus den finstersten Teilen der Geschichte muß man lernen, damit sie sich nicht wiederholen. Alles andere ist Geschichtsfälschung.
Sobald die Machtverhältnisse sich ändern ist es üblich, Symbole der alten Ära zu entfernen, so auch nach dem Krieg. Hakenkreuze und Denkmale verschwanden von den Straßen und Straßennamen änderten sich. Man war der Meinung, eine Hermann-Goering-Brücke könne auch anders heißen, kurz: man brach nach außen hin mit der Vergangenheit.
Auf den gängigen Briefmarken prangte noch der Hitlerkopf. Die Alliierten stempelten 'Deutschlands Verderber' darauf und sie wurden weiterbenutzt. Rohstoffe und Gebrauchsmaterialien waren nach dem Krieg erst einmal knapp.
In einigen Bereichen, die nicht für jeden auf Anhieb sichtbar waren, lebten die alten Symbole zum Teil weiter. Nazigrößen waren zum Teil weiterhin Ehrenbürger und Kasernen, zum Teil sogar Schulen, trugen weiterhin die Namen von Kriegsverbrechern. Dieser Trend ist mittlerweile stark rückläufig.
Eine Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte jener Zeit ist ohne die Person Adolf Hitler kaum denkbar. Seine 'Anwesenheit' in diesem Rahmen ist meines Erachtens nicht nur zulässig, sondern in hohem Maße notwendig. Also wird er über kurz oder lang ersetzt.
Wäre der Täter wirklich mutig und seinem Gewissen verpflichtet, dann würde er sich bei aktuellen Themen engagieren, bei denen es bitter nötig ist. Es gehört heute fast schon mehr Mut dazu, sich öffentlich gegen 'Horch und Guck 2' des Bundesrollstuhlfahreres auszusprechen, als spektakuläre Aktionen zu inszenieren, die auch ein Hans-Jürgen Schult kaum besser in Szene gesetzt haben könnte.
Gruß Konradin