@ AnakinSky #61 
Völlig d'accord mit deiner sehr realistischen Berechnung dieser sehr realen Kosten für nukleare Energie, die allgemein gerne unterschlagen werden.
Übrigens auch, so möchte ich dazu mal ergänzen,
was die LCA- Berechnungen zur Atomenergie angeht, ebenso übrigens wie auch eventuelle, hypothetische Berechnungen zur pay-back time (energetischen Amortisationszeit) von Atomenergie.
Diese Berechnungen werden allerdings eh frühestens in einigen Jahrtausenden realistische Werte ergeben und so bisherige Berechnungsgrundlagen vervollständigen.
Auch wenn die Werte schon jetzt nur Negatives ergeben, ergo also auch nur noch Negativeres erwarten lassen können.
Übrigens ...
McKilroy schrieb:
Denk mal darüber nach, wieso das so ist.
Ich mutmaße mal, dass mir solch ein Satz von einem Faehnrich, aka Fran.Sa, inzwischen längst als Überheblichkeit oder Arroganz ausgelegt worden wäre....
Aber auch das steht ja auf einem anderen Blatt.
Da ich ja hier aber inzwischen eh fast nur noch schreibe,
um Vorurteile und/oder falsch Verstandenes zu recht zu rücken,
fange ich doch mal damit gleich erneut an,
Auch wenn mir hier zuerst nicht so recht einleuchten wollte,
was die Thematik der "energetischen Amortisationszeit" mit dem hier vorrangigen Thema Kernenergie zu tun hat, aber nach dem Beitrag von
snoppy1906 bin ich i-wie schon froh, auch darauf gleich antworten zu können.
McKilroy #62 schrieb:
Dir ist aber schon klar, dass in Wirklichkeit im Sinne der Nachhaltigkeit z.B. keiner der in den letzten 10 Jahren hergestellten Solarkollektoren auch nur eine kwh Strom erzeugt hat?
Dazu hätt ich gerne die allgemein so beliebten Belege dazu.
McKilroy schrieb:
Es wäre schön, wenn die Entscheidungen hinsichtlich der Energieversorgung mal von Fachleuten gefällt werden könnten, die wirklich Ahnung von Nachhaltigkeit haben und Zusammenhänge kennen und nicht von den Konzernen, den Politikern, die maximal 4 Jahre weit denken können oder von Öko-Fuzzis mit einem völlig verklärten Weltbild.
Hm, ich nehme mal an, du gehörst speziell hier nicht zu diesen "Fachleuten", dem (viele) andere Menschen weitreichende Entscheidungen "überlassen" sollten, oder?
Daneben bliebe wirklich zu hoffen, dass sich bezüglich dieser Thematik in Zukunft nicht noch mehr Claqueure - nicht nur hier onboard

- finden, die allzu unkritisch sich jedem Statement anschließen, dessen Aussehen oder "Stand"(ing) ihnen gerade mal gefällt... oder eben nicht
Insofern,
AnakinSky & all

,
Nicht alles glauben, was manche Leute (hier) Einen so glauben machen wollen.
Auch Mc Kilroy hinkt da ein klein wenig hinter dem aktuellen Stand der Berechnungen hinterher, sowohl was LCA als auch pay-back time, also die energetische Amortisationszeit von Solarmodulen angeht.
Nach diversen Studien (alle spätestens 2004/2005 abgeschlossen), u.a. der TU Berlin, ESU-services oder auch von J. Nijs, die in etwa alle auf ähnliche Ergebnisse kommen, liegen die Werte bei 2,5 bis 5 Jahren,
wobei diese Werte sich mit(nach) den neuesten Entwicklungen des Recyclings von Solarmodulen noch wesentlich verbessern,
wie selbst kritische Untersuchungen von Murphy&Spitz Research schon 2003 einräumen mussten.
Von daher kann man gestrost annehmen,
dass inzwischen bei älteren Modulen nach spätestens 10 Jahren,
bei neueren Solarmodulen (5 Jahre alt und neuer) sogar schon nach 2,5-5 Jahren jedes produzierte Kw es dann auch wert ist, als vollkommen regenerativ bezeichnet zu werden.
Zitate und recherchen schrieb:
Energy Payback Time of Crystalline Silicon Solar Modules" von J. Nijs
Danach liegt die energetische Amortisation von kristallinen Zellen zwischen 2,5 (polykristalline Zellen) und rund 5 Jahren (monokristalline Zellen). Durch Verbesserungen im Herstellungsprozess sollten sich diese Zeiten nochmals etwa halbieren lassen. Bei amorphem Silizium liegt die energetische Amortisationszeit bei etwas über einem Jahr.
Solar Panels, PV Solar Panels, Photovoltaic Panels, Solar Power | PVPower.com
Auch eine Studie der TU Berlin kommt zum Ergebnis, das sich alle Solarzellentypen energetisch mehrfach amortisieren:
Am besten schneiden hier die Dünnschichtzellen ab, am schlechtesten kristallines Silizium.
* Monokristallines Silizium, Wirkungsgrad 14,5...15,5%:
Amortisationszeit: 48...75 Monate
* Polykristallines Silizium, Wirkungsgrad 12...14%:
Amortisationszeit: 25...57 Monate
* Amorphes Silizium:
Amortisationszeit: 17...41 Monate
In der Studie werden übrigens auch Angaben zur energetischen Amortisation von thermischen Solaranlagen und Windkraftanlagen gemacht:
* Thermische Kollektoren zur Brauchwasserbereitung: Energetische Amortisation nach etwa 5 Monaten
* Windkraftanlagen: Je nach mittlerer Windgeschwindigkeit energetische Amortisation nach 2 bis 22 Monaten.
Eine schweizer Studie für das Jahr 2000 (durchgeführt von der Firma ESU-services) kommt zu folgenden Resultaten:
Fuer die Aufdatierung der Oekobilanz wurden alle Prozessschritte von der Siliziumproduktion bis zum Betrieb der Anlagen mit den zur Verfuegung stehenden Informationen ueberarbeitet. Fuer die Solarzellenfertigung wird nun auch die Infrastruktur der Produktionsstaette beruecksichtigt. In der Bilanz der Panelfertigung werden aktuelle Daten zur Effizienz von Solarzellen verwendet. Fuer den Anlagenbetrieb wurden aktuelle Daten (Zeitreihen) zum Stromertrag von Schweizerischen Photovoltaikanlagen ausgewertet. Die aufdatierte Bilanz spiegelt einen optimierten Produktionsweg wieder. Die energetische Rueckzahldauer liegt nach den hier erfolgten Berechnungen zwischen 4 und 6.5 Jahren je nach Anlagenbauart und verwendeten Zellentyp.
Groesste Schwachstelle der Bilanz bleibt auch weiterhin das Fehlen von aktuellen Angaben zu Energie- und Stofffluessen. Darum wird von den Autoren eine unabhaengige und neutrale Aktualisierung der Sachbilanzdaten auf der Basis von Produktionsdaten neuer Produktionsstaetten in Europa, Japan und Nordamerika empfohlen.
Photovoltaik - energetische Amortisation von Solarzellen
*********************
Siehe auch:
Erntefaktor
LCA-Studie (Lebenszyklusanalyse/Life Cycle Analysis)
pay-back time (energetische Amortisationszeit)
Weitere Quellen:
Energieaufwand zur Herstellung regenerativer Anlagen
Photovoltaik - energetische Amortisation von Solarzellen
so far
muesli
als zeitweilig auch mal im Messebau Schuftender
PS @ Meik #55
Entschuldigung nicht nötig, editier mal lieber
Ansonsten

Ich zumindest spreche von einem geregelten Ausstieg aus der Kernenergie,
die bis 2025 definitiv machbar ist.
Zudem existieren jetzt schon technische Alternativen, z.B. moderne Gaskraftwerke,
die bis auf einen relativ geringen Anteil an CO2 nur den Nachteil der Abhängigkeit vom Lieferanten und natürlich auch die Ressourcenbegrenzung haben.
Der Umstieg darauf wär in zwei bis drei Jahren technisch machbar.
Dann wären alte Kohlekraftwerke auch obsolet
Aber, genau dieselben Nachteile könnte man genauso auch auf die Abhängigkeiten von Kernenergie-Brennstab-Lieferanten münzen
PPS. @ snoppy1906 #67
Zu Punkt 1: Da missverstehe ich dich vllt., aber Alternativen sehe ich schon einige.
Zu Punkt 4:
Revisionen sind keine Generalchecks. Die dauern zwischen 1-1,5 Jahre.
Zudem sollten mehr Nachbesserungen lt. novelliertem Entwurf des Atomgesetzes eingeführt werden! Die sind aber im letzten Herbst doch erst gecancelt worden, und bisher schlawinern Mäkel und Röttger & Co doch tunlichst drum rum, ob oder ob nicht
Gerade diese notwendigen Sicherheitsnachrüstungen nach dieser immer noch nicht verabschiedeten Novelle von 2009 hätten im übrigen auch eine Katastophe in Fukushima verhindern geholfen!
Also bitte nicht zu optimistisch. (Ich will hier nicht noch seitenlange Belege und Links dazu posten, aber ich könnte es locker)
Denn gerade zu den Schwachstellen vom KKW's wie Esensham(Unterweser) sowie Brokdorf (übrigens sogar DWR) könnte ich bzgl. Gefahrenpotentialen allein durch Hochwasser/Sturmfluten etc.pp. so einiges posten.
Zum Atommüll...
Na ja, erzähl doch mal, was dir dazu so einfällt.
Vllt. eine Ergebnis offene Suche und Studie von mehreren zu untersuchenden möglichen Endlagerstätten in der BRD z.B. nach dem AkEnd Vorschlag von 2002?
Neben niedersachsen kämmen da noch NRW, Hessen Bayern und...in Frage.
So übrigens, wie es z.B. die Schweiz macht, mit darauf folgendem Volksentscheid ?
Übrigens auf Grund dieser deutschen AkEnd-Studie.
Und wo bitte liegen Effizienzdefizite bei anderen Techniken?
Der Wirkungsgrad eines (vor allem alten, aber auch neuerer) KKW könnte doch kaum schlechter sein, liegt er doch Welten unter dem Wirkungsgrades eines Windrades oder einer modernen Solarzelle

Also...
Gespannt auf deine Antworten
