Kinder und soziale Medien Diskussion 

littleprof

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Soziale Medien machten junge Menschen krank und beeinträchtigten ihre Entwicklung - das scheint mittlerweile gesicherte Erkenntnis zu sein.

Die Politik sucht die Lösung bei der Knebelung der Medienanbieter, was sicher ein Mosaikstein beim Kinder- und Jugendschutz ist. Entscheidender und auch leichter zu beeinflussen ist das (Vorbild-)Verhalten der Eltern, die aber leider gravierend versagen, was Social Media und Bildschirmnutzung angeht. Sie müssten Grenzen setzen und selbst Vorbild sein, was leider viel zu selten passiert.
Sie machen es nicht, oder sie scheitern beim Versuch, Regeln durchzusetzen. Wenn man sich in Wartezimmern von Ärzten umschaut, kleben dort Eltern und Kinder an ihren Smartphones. Schon Kleinkinder haben Kopfhörer auf und ein Tablet vor der Nase. Es gibt den Trend, noch kleinere Kinder mit den Geräten abzulenken, so klagen Kinderärzte.

Es passt zu der Tendenz von Eltern, zunehmend Verantwortung für ihre Plagen an externe Institutionen auslagern. Ob es um Schwimmen, Manieren, Fahrradfahren oder Sexualerziehung geht - während meiner Kindheit wurden diese Dinge in der Familie geregelt, jetzt sollen es hauptsächlich Schule und Politik richten.

Ist das nur mein persönlicher Eindruck oder traurige Realität?

Wenn letzteres stimmt - wie kommen wir da wieder raus?
 
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Ich muss deinem Eindruck leider zustimmen, habe schon Eltern mit Handy am Rhein sitzen sehen und deren Kids (unter 5 Jahre) waren alleine im Rhein... Elterliche Kontrolle Null. Ähnliche Situationen im Hallenbad. Und auch bei Spaziergängen auf Bürgersteigen, Eltern surfen und Kids rennen unkontrolliert auf Straße. Konnte zweimal knapp ausweichen und meine Wut (auf die Eltern) fanden diese unverständlich.
Es braucht wieder gesunden Menschenverstand, doch wie wir dahin kommen, keine Ahnung...
 
Guten Morgen :)

Gerne hinterlasse ich hier auch noch einen Beitrag. Im Rahmen meiner beruflichen Aufgaben arbeite ich gerade an einer Buchbetrachtung von Jonathan Haidts Bestseller-Buch "Generation Angst". Ich habe bereits eine Powerpoint erstellt und der Videovortrag folgt demnächst. Kurz und knapp zusammengefasst besteht die These des bekannten Verhaltenspsychologen darin, dass wir eine massive angstbedingte Überbehütung der Kinder im realen Leben erfahren (Helikopter- und Rasenmäher-Eltern), was zur Folge hat, dass primäre Entwicklungsaufgaben, die normalerweise gerade im echten Sozialkontakt mit den Peers und dem freien Spiel gelöst werden, eine massive Behinderung erfahren. Andererseits findet bei den Sozialen Medien (Smartphone) kaum eine Ueberwachung statt, was für Mädchen und jungen in ihrer Entwicklung fatale Folgen haben kann. Sein Fazit: Mehr freies Spiel ohne Ueberwachung der Eltern im echten Leben, dafür mehr Einschränkungen bei den Minderjährigen betreffend Social Media.
Wenn ihr Interesse habt: dann schicke ich euch gerne die Powerpoint als pdf., die PDF hängt jetzt im Beitrag #9 als Anhang für Jederman.

Gruss - ff
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
@freefloating liest sich zwar interessant und ich bin an der PDF interessiert, aber gerade sehe ich nicht, wie er den Widerspruch Helikopter-Eltern auf der einen Seite aber zeitgleich "Desinteresse" am Kind in der eigenen "erwachsenen" Zeit am Handy auflöst, sprich die aufsichtsführenden Eltern lassen sich ja vom Handy ablenken...
 
Hallo odessa, ja klar, das hätte hier den Rahmen etwas gesprengt, aber du hast recht. Gerne schicke ich dir die pdf. Hier noch das Buch als Grundlage.

 
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Aber gerne Holger - wie darf ich dir das pdf zustellen? Ich habe es dummerweise heute Morgen bei meinem Beitrag angehängt, wo es dann von NeHe aus Sicherheitsgründen (sorry ;-), Nehe) gelöscht werden musste. Ich hätte inzwischen die Folien auch als jpg-Dateien, es sind etwa 20 Folien.
 
Danke für die Präsentation, ich fand sie sehr interessant und gerade die letzte Seite bietet gute Lösungsideen, ich fürchte aber, so lange die Eltern nicht als gutes Beispiel voran gehen, helfen alle Tipps wenig. Die Eltern sind in der Verantwortung ( schliesslich haben sie auch die Kinder gezeugt) und sollten gemeinsame Zeit ( insbesondere bei nicht ungefährlichen Aktivitäten - zu denen heute auch schwimmen gehört, so wenig Kinder, die es heute können) nicht vor dem Handy verbringen.
 
Mit dem guten Beispiel bei der Handynutzung ist das gar nicht so einfach.
Klar, das schlechte Vorbild fällt bei objektiver Betrachtung ohne eigenes Involviertsein leicht ins Auge, aber wenn ich mich selbst-kritisch in den Blick nehme, sehe ich ne Menge Entwicklungspotenzial.

Das war früher mal einfacher, als es noch eine feste Telefonstation im Haushalt gab, bestenfalls noch mit ner besonders langen Schnur, so dass man beim Telefonieren im Haus herumgehen konnte. Heuite ist das Mobilgerät immer in Reichweite und sogleich in der Hand, wenn ein Signal einen Anruf, Whatsappnachricht oder andere Meldung verheißt. Dann fällt es schwer, nicht darauf zu reagieren, und schon signalisiert man seinen Mitmenschen eine Wichtigkeit des Handys, die es eigentlich nicht hat.

Im Grunde müssen wir erwachsenen "Vorbilder" Regeln für die Handynutzung aufstellen und uns daran halten, wie z.B. grundsätzlich kein Handy auf dem Tisch bei allen Mahlzeiten, nicht auf jedes Signal vom Handy sofort reagieren, nicht auf jeden Ausflug das Handy mitschleppen, Kindern keine Clips oder Spiele auf dem Handy vorführen oder sie überhaupt mit dem Handy beschäftigen lassen.
 
Das ist natürlich so, odessa. Das ganze Lösungskonzept beruht auf einem Prozess der Einsicht. Sei es bei den Eltern, bei den Schulen, oder den politischen Entscheidungsträgern. Diese Dinge brauchen Zeit und mutige Menschen, die mit gutem Beispiel vorangehen.
 
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