Klageindustrie vs. Abmahnindustrie Diskussion 

NeHe

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Diese beiden Themen:

Die geplante Musterfestellungsklage und ihre Fallstricke

Ab Freitag gilt der neue Datenschutz


haben bei mir ein paar Fragen aufgeworfen. Nein, nicht wirklich, ich hab sie mir beantwortet.
Mich würde nun mal interessieren, wie ihr das seht, ob ihr euch überhaupt "mit sowas" beschäftigt.


- Musterfeststellungsklage ist ja so ein halbgares Dingens (in mancher Menschen Augen ein "Meilenstein"). Die Einführung von Sammelklagen wurde u.a. mit der Begründung abgelehnt, man wolle keine "Klageindustrie" etablieren.

- die DSGVO (auch so ein Schein-Meilenstein) und der Hype darum schürt Ängste kleiner Betreiber (analog, wie digital) vor einer neuen Abmahnwelle (Sooo ein schöööönes Wort, es erinnert mich immer an den Refrain von "Das ist die perfekte Welle")


Wo seht ihr denn den Unterschied zwischen Klageindustrie und Abmahnindustrie? Es muss ja Unterschiede geben, wenn das eine verhindert und das andere verdeckt-versteckt gefördert wird.
Was stört euch daran? Oder juckt euch das alles genau NULL (Wenn das so ist, warum ist das so? :ka: )?


:denk:
 
Bevor hier gar keiner postet ... :) *knuddel*
mach ich's mal kurz :D

Meilensteine...
Jep,
aber max. mit der Aufschrift: 0,1 m/km


Im übrigen gilt deine sig nach wie vor

:)
 
da ich dir ein ernsthaftes Anliegen unterstelle, versuche ich mal mein Verständnis dazu darzulegen.

Die Begrifflichkeiten Klageindustrie und Abmahnindustrie liegen gefühlt inhaltlich nahe beieinande. Auf Grund der erlebten Vergangenheit schwingen bei mir bei beiden Begriffen jedoch unterschiedliche „Geschmacksrichtungen“ mit ;)

Während der Begriff Abmahnwelle ( vom Wortstamm wirklich ein schöner Begriff :D ) für mich eine großflächige, pinible Auslegung von Gesetzestexten unter Darlegung heerer Ziele, aber gefühlt eher zu sicheren Einnahmequellen von Kanzleien, die offenbar sehr gewinnorientiert zu arbeiten scheinen, ...

sind die Auslöser der Tätigkeiten in einer Klageindustrie für mich immer noch die Einzelpersonen, deren Anliegen in ähnlich gewinnorientierte großflächige Verwertung durch Anwaltsbüros folgern (können)

Böswillige Zungen mögen mir jetzt unterstellen, dass ich doch in beiden Fällen nur das „Wohl“ der Kanzleien in ihrer Geschäftstätigkeit beschreibe, ... die von den Kanzleien genannten Vorteilsnehmer unterscheiden sich jedoch i.d.R. deutlich (Konzerne v.s. Einzelpersonen)

Eine interessante Haarspalterei :)

Unsere Gesetzgebung versucht nach meinem Verständnis idealerweise hilfreiche Regelungen zu beschreiben, die das Zusammenleben aller Menschen erleichtern soll (in ihrer Gänze gar nicht einfach - wenn überhaupt möglich), ohne dabei Regelungslücken zu generieren, die Vorteilsnahmen Einzelner ermöglichen.

Cheers, Bogi
 
Ich will mich mal ein wenig konkretisieren.

Der Begriff "Klageindustrie" stammt aus der Bundestagsdebatte zur Einführung von Sammelklagen vom 16.03.2018 (womöglich auch anderen Orts schon benutzt)

https://www.youtube.com/watch?v=0fSamW3GgEI

Nicht ganz uninteressant, was die mit der Musterfeststellungsklage bezwecken. Spannender wird sein, was am Ende in der Praxis tatsächlich dabei rauskommt (für den Einzelnen)

Das wir bereits eine Abmahn"industrie" haben (Gewinnorientiert, nicht selten an den Haaren herbeigezogen gegen Einzelpersonen etc.pp. ... also quasi in die entgegengesetzte Richtung) ist ja nichts, was jemanden überraschen sollte. Und ein neues Betätigungsfeld haben die jetzt auch gekriegt :D
 
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