militärische Grundbegriffe/verbale Kommunikation Frage 

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Anton2.0

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Hallo,
ich suche Übersichten/Anleitungen etc. über die speziellen Begriffe und deren Verwendung in der militärischen verbalen Kommunikation.
Der Laie würde sagen: "Da hinten Links ist vermutlich ein Gegner, kümmer dich mal drum, Kumpel".
Aber wie wird das militärisch ausgedrückt? (Da vorne" heißt ja dann gern auch mal "auf 12 Uhr" oder sowas.)
Da müsste es doch Handreichungen o.ä. geben, um diesen typisch militärischen "Sprachcode" zu verstehen. Sowas wie "Militärisch Sprechen für Dummies"
Wo könnte man da mal nachgucken? Jemand eine Idee?
 
Was für nen "Code"?
Richtungen werden in Uhrzeit angegeben, Ziele werden nach dem Nato-Alphabet benannt, Gegner bekommen meist eine Bezeichnung zugewiesen... In Vietnam war es Charly, ob das im Irak und co ähnlich ist weiß ich nicht.
 
@Rosenrot:

Von welcher Art »Ziel« sprichst Du? Eine MG-Stellung ist und bleibt ein MG und wird kein »Mike Golf«. Oder verstehe ich Dich da falsch? Dann bitte ich um Aufklärung.

@Anton2.0:

Ich denke, dass Du hier mit zwei grundsätzlichen Problemen konfrontiert wirst.

Zuerst einmal gibt es meines Wissens keine Übersicht über alle (feststehenden) Redewendungen der Befehls- und Kommandosprache bei der Bundeswehr. Vielmehr findet die entsprechende Fachterminologie in den verschiedensten Bereichen der militärischen Ausbildung Anwendung, z.B. Formaldienst, Schießausbildung, Waffenkunde, Gefechtsausbildung, Feuerkampf, Marsch, Wachdienst, Geländeaufklärung, etc.

Für viele dieser Bereiche existiert eine eigene ZDv (Zentrale Dienstvorschrift) HDv (Heeresdienstvorschrift) oder TDv (Technische Dienstvorschrift). Je nach behandeltem Themenbereich sind diese Vorschriften entweder nicht klassifiziert – also ohne Weiteres beim Stab einer wehrtechnischen Einrichtung und natürlich in den Bibliotheken der Universitäten der Bundeswehr einsehbar – oder eben klassifiziert, z.B. als VS-NfD (Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch) oder höher. Diese in die Hand zu bekommen, wird ungleich schwerer, wenn nicht unmöglich.

Dies erklärt dann auch die zweite Problematik Deiner Anfrage. Angehörigen der Bundeswehr stehen diese Werke mehr oder minder jederzeit für eine Einsichtnahme zur Verfügung, wobei Führungskräfte und Ausbildungspersonal die wichtigsten Dinge in ihrer Ausbildung bereits gelernt haben sollten; die sie und ihren Aufgabenbereich betreffenden Dinge sollten also »sitzen«. Von daher existiert einerseits keine Notwendigkeit, Abhandlungen online zur Verfügung zu stellen, da man im Gelände schwerlich Zugriff auf PDF-Dateien, o.ä. hat bzw. benötigt und Stabsbedienstete die Handbücher und Nachschlagewerke meist nur ein paar Bürotüren oder Flure weiter irgendwo zu stehen haben. Also besteht auch für sie keine Notwendigkeit für E-Books.

Selbst wenn es welche gibt, so stehen sie maximal einem ausgewählten Personenkreis im Intranet zur Verfügung, werden also kaum bzw. gar nicht im Internet zu finden sein, nicht zuletzt auch aufgrund der Sicherheitseinstufung einiger Vorschriften.

Wenn Du Dich dennoch etwas mit den von Dir angesprochenen Dingen auseinandersetzen möchtest, dann kann ich Dir – für einen allgemeinen Überblick – dieses Handbuch empfehlen: »Der Reibert – Das Handbuch für den deutschen Soldaten«. Es ist frei verfügbar, klein, kompakt und auch schon für kleines Geld (die 2009er Ausgabe ist bei amazon.de für knapp 13,- Euro ) zu bekommen, ebenso bei thalia.de (also ggf. auch im Filialverkauf).

Da findest Du eigentlich alles »Notwendige«, allerdings nicht in einer Übersicht auf drei oder vier DIN-A4-Seiten wie in einer Vokabelliste. Du musst Dich dann schon selbst in die Materie ein- und die für Dich wichtigen Inhalte durcharbeiten. Dafür gibt es aber auch noch viele andere möglicherweise für Dich interessante Informationen zu militärisch-taktischen Zeichen, wie z.B. Sichtzeichen (Handsignale), usw.

Liebe Grüße,
—CentCom
 
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Hallo CentCom,
danke für deine hilf- und umfangreiche Antwort!
Und für den Buchtipp. Der half mir weiter und führte auch zu ähnlichen Büchern. Nun habe ich eine gewisse Grundlage, was ich ggf. zu Rate ziehen kann.

Kurz zum Hintergrund: ich plane gerade eine längere Erzählung, in der u.a. militärische Einsatzkommandos eine Rolle spielen. Deren (Einsatz-)Verhalten und die Kommunikation untereinander sowie mit Zivilisten soll glaubhaft dargestellt werden. Es kommt dabei nicht auf Perfektion an, nur auf Glaubhaftigkeit. Jedenfalls möchte ich auf eine Phantasiesprache verzichten, die lediglich mit vermeintlichem Fachjargon angereichert ist, den man aus Film und Fernsehen kennt.
Also Verzicht auf "Echo Bravo Delta, kommen, Charly auf 4 Uhr, Artilleriekoordinaten folgen, wir liegen unter friendly fire, over!" und ähnlichen Unfug.

Daher möchte ich vorab recherchieren, was heute in der militärischen Kommunikation und dem Verhalten üblich und glaubhaft ist.

Soviel zu meinem Hintergrund.

Over an out... ;-)
 
Also bei der Bundeswehr werden Ziele nach REHZ weitergegeben:
R ichtung
E ntfernung
H ilfsziel
Z iel

Bsp:
12 Uhr
50
rechts neben kaputter Mauer
feindlicher Alarmposten

Im Funkverkehr wird mit einer Sprechtafel nach TOZZ verschlüsselt.
T ruppennamen
O rtsnamen
Z ahlenangaben
Z ielangaben

Auf der Sprechtafel sind die Truppenteile und deren Rufname aufgeführt (meist Tiernamen), der Code für die Authentification und Deckwörter (Heckenschütze könnte HN9 sein)
Von welcher Art »Ziel« sprichst Du? Eine MG-Stellung ist und bleibt ein MG und wird kein »Mike Golf«. Oder verstehe ich Dich da falsch? Dann bitte ich um Aufklärung.
Ein MG könnte zu KT2 werden (Kilo Tango Zwo), je nach Sprechtafel, die alle x Stunden geändert wird.
 
@Snip3r: Vielen Dank für die Info – an die Sprechtafel hatte ich tatsächlich nicht gedacht. Peinlich. :rolleyes:

@Anton2.0: Dazu gibt es im Reibert auch ein kleines Kapitel mit einer Mustersprechtafel, Regularien und Beispielen zu den Grundlagen des Fm-(Fernmelde)Dienstes.

Liebe Grüße,
—CentCom
 
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