NeWsOfTzzz schrieb:
Gerne doch! Wie immer mehr Leute in Deutschland erkennen, ist der Kommunismus eine gute Idee, die nur schlecht umgesetzt wurde! Daher den Kommunismus so umsetzen, dass sich nicht wieder irgendwelche machtgierigen Leute an die Spitze setzen könnten und wir hätten solche Probleme nicht mehr. Dann würde man von 52 Wochen im Jahr 52 Wochen für seinen Lohn arbeiten und es gäbe keine Ausbeutung mehr!
Die Idee des Kommunismus ist so gut wie tot. Die Staaten, die noch immer ein planwirtschaftliches Wirtschaftssystem verfolgen, lassen sich an einer Hand abzählen und sind dabei nicht gerade Aushängeschilder einer prosperierenden Gesellschaft: Nordkorea, Kuba und Moldawien. Trotzdem ist das Motiv der Maschinenstürmer und mit ihr Karl Marx und seine Analyse des Kapitalismus vielleicht aktueller denn je.
Fakt ist: Immer mehr Arbeit wird durch immer mehr Maschinen verrichtet. Damit ist der Kapitalismus zum Wachstum verdammt.Maschinen besitzen nun mal die wesentliche Eigenschaft, dem Menschen die Arbeit zu erleichtern bzw. abzunehmen. Daraus folgt: mehr Maschinen sind weniger Arbeitsplätze. Wer seinen Betrieb rentabler machen möchte, setzt auf automatisierte Produktionsprozesse, wo menschliche Arbeiter überflüssig und zu teuer werden. Dieser Verlust lässt sich nur durch ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum und Erschließung neuer Ressourcen ausgleichen, was langfristig auf Kosten der Umwelt gehen muss.
Nullwachstum gepaart mit technologischen Innovationen führt zu einem Verlust an Arbeitsplätzen.
Hinzu kommt der internationale Wettbewerbsdruck. Wer sich nicht anpasst und Arbeit und Produktion billiger anbietet als andere Staaten, gehört zu den Verlierern der Globalisierung. Eine Abwärtsspirale kommt in Gang, in der sich die Konkurrenten unentwegt unterbieten. Die Lösung? Keine.
Der Kapitalismus trägt noch einen weiteren Keim des Untergangs in sich: Eigentum und Kapital wird akkumuliert. Nicht nur, dass mehr Geld auf der Bank auch mehr Zinsen und Zinseszinsen einbringt – Geld und Eigentum wird vererbt. Immer mehr Geld sammelt sich in den Händen immer weniger Personen. Höhere Erbschaftssteuer und eine Anhebung des Spitzensteuersatz können diesen Prozess höchstens verlangsamen. Aufhalten können sie ihn nicht.
Soziale Gleichheit aber scheint ein Grundpfeiler stabiler Gesellschaften zu sein. Patentlösungen für diese systemimmanenten Probleme gibt es nicht. Menschen streben seit jeher danach, ihre Lebensbedingungen zu vereinfachen. Deshalb erfinden sie Maschinen. Soll man es ihnen verbieten?
Und auch die Vererbung von Eigentum gehört zu den grundlegenden Konzepten menschlicher Gesellschaft. Wie absurd wäre eine Welt, in denen Rentner den letzten Rest ihres Vermögens mit bestem Gewissen in Monte Carlo verzocken, während ihre Kinder und Enkel vom Arbeitslosengeld II darben?
Eine der großen Stärken des Kapitalismus ist, dass er am konformsten mit menschlichen Trieben wie Profitstreben, Wettbewerb und kontinuierlicher Optimierung ist. Er leugnet keine schlechten Eigenschaften, er integriert sie, macht das Beste aus ihnen.
Menschen streben nach ihrem eigenen Vorteil. Sie horten Besitztümer und sie versuchen ständig, ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Ein wirtschaftssystem, das diese Eigenschaften leugnet, verkennt den Menschen und wird nicht dauerhaft überleben können. Und: der Kapitalismus setzt das größte Vertrauen in die Eigenverantwortung einer Person. Das ist es, was Adam Smith im 18. Jahrhundert mit der „Unsichtbaren Hand“ meinte: Wenn jeder Einzelne sich wirtschaftlich frei entfalten kann, führt dies zum größten Nutzen aller Mitglieder der Gesellschaft. Gerade der realexistierende Sozialismus, der der Arbeiterklasse Freiheit und Wohlstand versprach, wurde schließlich zu einem totalitären System, in dem sich eine kleine Klasse skrupellos bereicherte und Menschenrechte eingeschränkt wurden. Westeuropa und den USA dagegen bescherte das kapitalistische Wirtschaftssystem in den letzten 50 Jahren ein noch nie gekanntes Maß an Wohlstand. Von Persil bis Playstation, von VW bis Wireless LAN, von Hubba Bubba bis Bananen: Menschen wollen wählen können, in welches Land sie reisen, welche Produkte sie kaufen und womit sie ihr Geld verdienen.
Wer dies vergisst, ist im besten Fall ein Träumer, im schlimmsten Fall unmenschlich.
Charlo