Es gibt auch Hersteller, die sowohl die 32 als auch die 64 Bit Version als Recovery-DVD zum PC dazugeben. Das war z.B. bei einigen Medion-PC's der Fall. Medion war und ist überhaupt einer der wenigen Hersteller, die noch eine "richtige" Betriebssystem-DVD (angepasst für den jeweiligen PC) zum Rechner dazugeben (wie das mit Windows 7 gehandhabt wird, weiß ich nicht). Somit ist sichergestellt, dass selbst bei einem Festplatten-GAU (Festplatte nicht mehr ansprechbar) das Betriebssystem auf einer neuen Festplatte problemlos und sauber wieder installiert werden kann. Das ist z.B. bei Systemen, die nur auf der Platte existieren m.M. nach problematisch. Wird das Backup vergessen (und das ist keineswegs die Ausnahme), ist man bei einem GAU quasi aufgeschmissen und muß sich im Regelfall (z.T. kostenpflichtig) an den Hersteller wenden. Selbst das Anlegen von Backup-DVD's (die auf Image-Basis arbeiten) ist keine Garantie, dass das Backup auch hinterher sauber funktioniert. Derartige Vorfälle, in denen das Backup versagt hat, wurden des öfteren geschildert.
Man kann sich natürlich im gewissen Maße behelfen, indem man den aktiven Produktschlüssel und ggfs. das Aktivierungszertifikat (bei Vista- bzw. Windows7-Versionen, die über ein Zertifikat an das BIOS gekoppelt sind - was bei sehr vielen Rechnern mit vorinstalliertem und voraktiviertem Windows der Fall ist) ausliest und sichert. Mit dem Schlüssel und ggfs. dem Aktivierungszertifikat lässt sich Windows später wieder von einer Retail-DVD installieren und mit dem Zertifikat aktivieren (offline). Bei Windows 7 gibt es noch zu beachten, dass die Retail-DVD zwar wie auch bei Vista jede Edition enthält, aber durch eine kleine Konfig-Datei bereits eine bestimmte Edition installiert wird, die den passenden Produktschlüssel erwartet. Möchte man also z.B. mit der Win 7 Home Premium DVD später mal eine andere Edition (z.B. Professional oder Ultimate) installieren, muss man zunächst eine Datei auf der DVD entfernen. Das ist die Datei ei.cfg welche sich im Ordner \Sources befindet. Ohne diese Datei wird bei der Installation ein Auswahldialog angeboten, wo man sich für eine Edition entscheiden kann. Danach erfolgt dann die Abfrage des Produktschlüssels. Man kann das Löschen dieser Datei nun so durchführen, dass der komplette DVD-Inhalt quasi neu erstellt wird oder auch nur wenige Bytes geändert werden. Die letztere Methode beruht einfach darauf, dass in der UDF-Dateitabelle die ei.cfg auf den Status "gelöscht" gesetzt wird. Hierbei werden lediglich 4 Bytes geändert - der Rest der DVD bleibt original. Hierfür gibt's auch ein
Tool.
Um nochmal auf die Ausgangsfrage zurückzukommen - wie schon richtig geschrieben wurde, beinhaltet eine OEM-Version keinen Support seitens Microsoft. Softwaretechnisch gibt's zwischen der Retail- u. OEM-Version keinen Unterschied.
Für eine Version, die mit einem neuen PC vertrieben wird, übernimmt der Hersteller des PC's den Support. Wie weit der allerdings geht, ob damit auch Windows-Probleme abgedeckt sind, ist aber Sache des PC-Herstellers. Denke, dass sich der Hersteller diesen Support natürlich etwas kosten lässt.