Habe unter
europa-digital.de/laender/nor/eu_pol/index.shtml
folgendes gefunden.
Norwegen und Europa
Norwegen ist nicht in der Europäischen Union - und hat auch nicht vor, der EU in absehbarer Zeit beizutreten.
Dabei war 1994 schon fast alles klar: Gemeinsam mit Schweden, Finnland und Österreich sollte Norwegen zum 1. Januar 1995 der EU beitreten. Aber fünf Wochen davor, am 27. und 28. November 1994 lehnte die Bevölkerung Norwegens mit 52 Prozent 'Nej' die EU-Mitgliedschaft per Referendum ab. Damit ist Norwegen das einzige Land, das eine EU-Mitgliedschaft bisher abgelehnt hat - und dies bereits zum zweiten Mal. Schon 1972 hatte ein erstes Referendum über einen Beitritt zur EG keine Mehrheit gefunden.
Außenpolitische Orientierung
Die norwegische Außenpolitik basiert auf zwei Grundpfeilern - einem ausgeprägten internationalem Engagement und einer besonderen Betonung der nationalen Souveränität. Bis heute engagiert sich Norwegen aktiv in der UNO und beteiligt sich an militärischen Missionen. Zudem dient das skandinavische Land auch als Vermittler bei internationalen Konflikten wie dem Nahost-Konflikt.
Norwegen und der europäische Einigungsprozess
Wie alle anderen skandinavischen Staaten beteiligte sich Norwegen zunächst nicht am europäischen Einigungsprozess. Erst 1961 erfolgte auf Betreiben der traditionell international ausgerichteten Arbeiterpartei eine erste Bewerbung um eine EG-Mitgliedschaft. Diese Bewerbung erfolgte gemeinsam mit Großbritannien, dass den Norwegern in seinem Verhältnis zur europäischen Einigung immer als Vorbild diente.
Innenpolitisch wurde eine EG-Mitgliedschaft zwar durch die regierende Arbeiterpartei, die Konservativen, sowie durch weite Teile der Wirtschaft und der Medien unterstützt. Allerdings scheiterte sie letztlich 1972 am Willen der Bevölkerung.
EG/EU ein innenpolitisches Streitobjekt
Das ablehnende Votum der Norweger gegenüber der EG führte innenpolitisch zu großen Umwälzungen im Parteiensystem. Bis Anfang der neunziger Jahre galt eine Mitgliedschaft Norwegens in der EG bzw. der EU als politisches Tabu. Erst 1992 stellte es im Rahmen der dritten EG/EU-Erweiterungsrunde einen erneuten Beitrittsantrag.
Trotz positiver Abstimmungsergebnisse in Schweden und Finnland scheiterte jedoch 1994 auch das zweite norwegische Referendum. Dabei bestand die "Widerstandskoalition" vor allem aus Beschäftigten des staatlichen und kommunalen Sektors - darunter viele Frauen, die um ihren Arbeitsplatz fürchteten, aus der bäuerlich ausgerichteten Zentrumspartei, den Fischern Nord-Norwegens, die um ihre Subventionen fürchteten und aus protestantisch-pietistischen Gruppen, die in der EU ein "katholisches Bollwerk" sahen. Auch der Gewerkschaftsverband LO empfahl seinen Mitgliedern, einen Beitritt zur EU abzulehnen.
Seitdem konzentrierte sich die norwegische Europapolitik auf eine Zusammenarbeit mit der Europäischen Freihandelsvereinigung (EFTA) und der Teilnahme am Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Trotz der momentan günstigen wirtschaftlichen Lage, die Norwegen in die Lage versetzt, alle Konvergenzkriterien für eine Teilnahme an der EU-Währungsunion zu erfüllen, war die Frage einer norwegischen EU-Mitgliedschaft bislang kein Thema mehr.