Raubkopien = Betrug? geschlossen 

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Nicolas188

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Hey

Ich möchte hier eine Diskussion forführen, die in einem anderen Thread geschlossen wurde.

Betrüger sind, meiner Auffassung nach, Leute, die sich einen unrechtmässigen Vorteil gegenüber anderen Verschaffen. Ist ein Raubkopierer jetzt ein Betrüger, wenn er sich Spiele / Filme kopiert, die er sonst sowieso nicht konsumieren würde?

Es wird oft argumentiert, dass dem nicht so sei, da dem Urheber kein Gewinn vorlohren ginge, da sowieso kein Kauf stattfinden würde. Nach dem Motto : Umsonst OK, Gekauft - nein!

Wie steht ihr zu dieser Argumentation?

Ist das nicht eine rationale Rechtfertigung, um die Gewissheit zu übertönen, dass man doch nicht ganz legitim handelt? Nur ums zu sagen, ich verurteile keine Raubkopierer, ich bin an der moralischen Rechtfertigung als Ihrer Sicht interessiert.

Mfg
 
Naja, mit Betrug im strafrechtlichen Sinne hat das nicht viel zu tun, da du dafür
jemanden täuschen und ihm materiellen Schaden zufügen musst.
Letzteres trifft teilweise zu, ersteres jedoch nicht.

Bei mir zumindest ist es so, dass ich lange nicht alles, was ich auf meinem Rechner
habe, auch kaufen würde. Davon halten mich u. a. auch die exorbitant hohen
Preise ab. Teilweise kaufe ich mir jedoch trotzdem Alben, um die Künstler zu
unterstützen (auch wenn die an einem Album nicht viel verdienen) oder gehe ins
Kino, wenn ein guter Film läuft.
Angenommen, es gäbe keine Schwarzkopien mehr, würde die Medienindustrie an
mir auch nicht mehr verdienen. Ich würde keine 15 Euro ausgeben, damit ich ein
Album besitze, das mittlerweile kaum noch über 10 Tracks hat und das ich mir dann
zwei oder dreimal anhöre, bevor ich es sattgehört habe.
Im Kino ist es das gleiche. 80 - 90 % der Filme sind es nicht Wert, dafür 7,5 - 8,5 €
in der Abendvorstellung oder selbst 4,25 € am Kinotag liegen zu lassen.
Dann schaue ich eben wieder TV oder höre Radio.

Auch bei Software würde ich nicht alles kaufen, was ich auch installiert habe.
Photoshop bspw. würde ich mir als Schüler nie kaufen, da ich viel zu wenig
Geld habe und es nur selten benutze.

Phunny
 
Zunächst einmal ist wichtig, wie man den Begriff Raubkopierer überhaupt definiert.

Raubkopierer, die urheberrechtlich geschütztes Material zum Zweck des Verkaufs kopieren, sind eindeutig Straftäter. Die Gewinnerzielung liegt dabei klar auf der Hand. Entscheidend ist allerding nicht die Tatsache des Kopierens, sondern die Absicht, damit Gewinn zu erzielen (siehe auch Hehlerei).

Das Kopieren an sich ist keineswegs illegal. Ich kann mir z.B. Sicherungskopien anfertigen oder Audio-CDs in mp3-Dateien umwandeln, um sie besser am PC anhören zu können. Ich kann sie mir aber auch im Kreise der Famile anhören.

Aber selbst wenn das Herunterladen urheberrechtlich geschützen Materials illegal ist, so ist der Begriff 'Raubkopie' selten zutreffend, denn mit Raub hat dies in den wenigsten Fällen etwas zu tun (von gewerblichen Raubkopieren einmal abgesehen). Es fehlt ganz einfach der Nachweis der Bereicherungsabsicht.

Z.B. kann ich mir ein Programm herunterladen, um es in Augenschein nehmen zu können. Ich mag die Katze im Sack nun einmal nicht. Entspricht es meinen Erwartungen nicht, dann wird es gelöscht und ich habe mir einen Fehlkauf erspart. Entspricht es hingegen meinen Erwartungen, dann kann ich es guten Gewissens kaufen und der Rechteinhaber des Programms profitiert davon, daß ich es mir vorher 'besorgt' habe. Andernfalls hätte ich es nämlich nicht gekauft.

Man darf auch nicht vergessen, daß z.B. 'AutoCAD' durch Kopien zum Marktführer wurde. Viele Studenten haben sich damals Kopien des Programms besorgt und gelernt, damit umzugehen. Später, als diese Studenten die entsprechenden Jobs hatten, setzten sie sich in den Firmen dafür ein, daß 'AutoCAD' benutzt wurde (obwohl es im Vergleich zur Konkurrenz eher langsam und zäh war), weil sie gelernt hatten, damit umzugehen. Hätte es diese zahlreichen Kopien gegeben, dann wäre 'AutoCad' in diesem Bereich niemals Markführer geworden.

Nutze ich ein heruntergeladenes Programm allerdings, um damit Geld zu verdienen, dann ist dies natürlich auch ein Betrug, denn die Absicht der Gewinnerzielung steht außer Frage.

Aber nicht nur auf kopierten Datenträgern findet man mitunter Raubkopien. Wenn ein Unternehmen eine Linzenz über ein Programm hat, aber es an dreissig Arbeitsplätzen nutzt (und natürlich auch für dreissig Arbeitsplätze Support haben will), dann ist dies ein eindeutiger Betrug. Nicht der Datenträger ist illegal, sondern der Umstand, daß ich ihn illegal verwende.

Aber um zur eigentlichen Thematik zurückzukehren. Du meinst wohl in erster Linie Leute, die sich etwas aus dem Internet herunterladen, was sie sonst nicht kaufen würden. Wenn ich mir den Scan eines vergriffenen Buches herunterlade, dann habe ich ohnehin keine Alternative (außer dem Verzicht auf die darin enthaltenen Informationen). Lade ich mir hingegen ein aktuelles Buch und es gefällt mir, was hindert mich eigentlich daran, es anschließend zu kaufen? Und wo bleibt da der 'Raub' oder der 'Betrug'?
 
Wie steht ihr zu dieser Argumentation?

selten so einen nonsense gelesen. § 263 StGB Betrug

Täuschung über Tatsachen, um dadurch einen Irrtum hervorzurufen, wodurch eine vermögensverfüung veranlasst wird. (so könnte man betrug kurz zusammen fassen)

starten wir doch mal ne diskussion :

Raubkopien = Nierentransplatation

ist vom sinngehalt mit dem thread hier zu vergleichen
 
selten so einen nonsense gelesen.

....

ist vom sinngehalt mit dem thread hier zu vergleichen

pass mal auf, wenn die der thread hier nicht gefällt, ok. An den zwei ausführlichen Postings obendrüber sehe ich aber, dass es auch leute gibt, die den diskussionsbedarf hierüber sehen. also, warum wertest du das so ab?

sag uns doch lieber, wie und ob du raubkopien rechtfertigst, oder nicht!
 
Konradin => Z.B. kann ich mir ein Programm herunterladen, um es in Augenschein nehmen zu können. Ich mag die Katze im Sack nun einmal nicht. Entspricht es meinen Erwartungen nicht, dann wird es gelöscht und ich habe mir einen Fehlkauf erspart. Entspricht es hingegen meinen Erwartungen, dann kann ich es guten Gewissens kaufen und der Rechteinhaber des Programms profitiert davon, daß ich es mir vorher 'besorgt' habe. Andernfalls hätte ich es nämlich nicht gekauft.

genau so seh ik es auch :)
 
also, warum wertest du das so ab?

weil du durch den threadtitel bereits jegliche diskussionsgrundlage zerstört hast ? wenn du meinst irgendwelche juristische begriffe verwenden zu müssen, dann solltest du dich nicht wundern, wenn so eine retoure kutsche kommt.

im ersten (geschlossenen) thread hast du scheinbar ein wort aufgeschnappt, was du nicht verstehst. dennoch nimmst du es als grundlage für einen neuen thread ?

sag uns doch lieber, wie und ob du raubkopien rechtfertigst, oder nicht!

was soll man da rechtfertigen ? zu rechtfertigen ist das genauso wenig wie falsch-parken oder zu schnelles fahren. man darf es nicht. es ist illegal. das weiss jeder. und jeder macht es (mal öfter, mal seltener)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
weil du durch den threadtitel bereits jegliche diskussionsgrundlage zerstört hast ? wenn du meinst irgendwelche juristische begriffe verwenden zu müssen, dann solltest du dich nicht wundern, wenn so eine retoure kutsche kommt.

....

warum ist dein posting denn so aggresiv ??
ich definiere betrug nicht im juristischen sinne, ich gebe sogar mein verständnis davon im ersten post an. wenn das nicht richtig ist, sag es, aber freundlich

und nein, ich habe NICHT jegliche diskussionsgrundlage zerstört. ALLE POSTINGS HIER ( bis auf deine ) diskutieren fleissig und legen ihren standpunkt da. alle, bis auf deine!
 
Vor allem verstehe ich dein rumgemaule nicht ...

es gibt keine Raubkopien ... wer sollte das auch machen ???

Das hiesse ja:

1. In den Laden gehen
2. Die Maus hinterm Tresen zwingen eine Kopie einer Software anzufertigen (wird schwierig, wenn die Kleine blond ist)
3. Mit der Kopie aus dem Staub machen

Wer tut denn das ... :):D;)
 
Nur ums zu sagen, ich verurteile keine Raubkopierer, ich bin an der moralischen Rechtfertigung als Ihrer Sicht interessiert.

Ich bin unheimich stolz auf die Gemeinschaft der Film-, Musik- und Programmaustauscher. Was in dieser Gemeinschaft passiert ist gelebter Sozialismus. Kann mir hier Jemand einen anderen Bereich nennen, in dem so viele Leutz ohne Gegenleistung für andere Leute arbeiten bzw. Dinge zur Verfügung stellen.
 
Ich denke, die meisten Leute hier wären durchaus bereit, für Qualität Geld hinzulegen. Dass Problem, speziell bei Musik, Filmen und Games ist, dass jeder von uns wohl schon bitter enttäuscht wurde.
Ich bin mir sicher, dass so gut wie jeder hier schonmal 50€ auf den Ladentisch gelegt hat, 10 Stunden Spaß mit einem Produkt hatte und es danach nichtmehr angerührt hat.
Das ist ein schlechter Witz.
Die Produzenten sollten sich weniger Gedanken um den Kopierschutz machen und statt dessen Qualität bieten.
Spiele von Bioware kaufe ich mir mitlerweile ALLE! Und ganz einfach deswegen, weil ich noch nier von denen entäuscht wurde. Bei UbiSoft dagegen, ist lediglich jedes 4. Spiel einen Kauf wert.
Das selbe gilt für Kinofilme.

Was die Musikindustrie angeht habe ich übrigens ein viel reineres Gewissen.
1. kann ich die Musik auch kostenlos im radio hören...
2. führt mein Verhalten (illegales herunterladen) ja maximal zu dem Ergebniss, dass die ganzen Leute die mit ihrer Musik nur Geld machen wollen und nur auftreten, weil man sie gut vermarkten kann, sich ein anderes Betätigunsfeld suchen müssen. Deren Musik ist nämlich zu 99% scheiße.

Die Beatles hätten auch für deutlich weniger Geld Musik gemacht. Und warum? Weil das echte Künstler waren, die ihre Musik gelebt haben und nicht Geld damit machen wollten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die Entertainment-Wirtschaft weniger Gedanken darüber machen sollte, wieviel ihr Produkt runterladen (Die meisten würden sich das Spiel / das Lied / den Film nämlich nicht kaufen), sondern mehr dafür sorgen, dass sie konstant Qualität bringen. Siehe Bioware, Piranja Bytes oder auch Blizzard
 
BlaBla05 schrieb:
Vor allem verstehe ich dein rumgemaule nicht ...

es gibt keine Raubkopien ... wer sollte das auch machen ???

Das hiesse ja:

1. In den Laden gehen
2. Die Maus hinterm Tresen zwingen eine Kopie einer Software anzufertigen (wird schwierig, wenn die Kleine blond ist)
3. Mit der Kopie aus dem Staub machen

Wer tut denn das ... :):D;)

was ne raubkopie ist, ist uns wohl allen klar. den begriff wörtlich zu nehmen ist einfach ... unproduktiv.

Sierb schrieb:
Ich denke, die meisten Leute hier wären durchaus bereit, für Qualität Geld hinzulegen.

....

da hast du recht, aber: Darf ich etwas klauen, nur weil der Preiß zu hoch ist? Darf ich in den Laden gehen und mir eine Handtasche für 1000€ klauen, weil sie für den Preiß zuwenig Qualität bietet und ich mir sie, wenn ich sie nicht klauen würde, sowieso nicht kaufen würde?
Kann ich denn sagen: Ja, wenn die Handtasche so und so wäre und der Preiß geringer, dann würde ich sie kaufen, aber so wie es nun einmal ist, da ist der Verkäufer schuld und ich muss sie deshalb leider stehlen?
 
Falsch, Nicolas188. Wenn ich eine Handtasche stehle, dann entsteht unmittelbar ein Schaden, da sie dem Verkäufer nicht mehr zur Verfügung steht.

Wenn ich mir Software downloade entsteht zunächt einmal keinerlei Schaden. Sofern ich feststelle, daß ich sie gut gebrauchen kann und sie anschließend kaufe entsteht das Gegenteil eines Schadens, nämlich Gewinn. Entspricht es jedoch nicht meinen Erwartungen, dann wird die Kopie gelöscht und es entsteht keinerlei Schaden, denn gekauft hätte ich es ohnehin nicht.

Ein Schaden entsteht dann, wenn die unbezahlte Version gewinnbringend eingesetzt wird. Zum Beispiel, wenn ich sie verkaufe oder Geld mit ihr verdiene. Aber ich bin kein Hehler und nicht so unanständig, guten Programmierern den Lohn ihrer Arbeit zu verweigern. Gutes Werkzeug hat seinen Preis und dies trifft auch auf Software zu.

Bei Spielen sehe ich dies etwas anders. Dort zählt für mich nicht nur die Qualität und der Unterhaltungswert des Spiels, sondern auch die Art und Weise, wie man mich als (jetzigen und zukünftigen) Kunden Ernst nimmt.

Ich lasse mich nicht bevormunden und einen Kopierschutz, der die ehrlichen Kunden so gängelt, so daß selbst diese zu 'Medizin' greifen, um ihn zu umgehen, tue ich mir nicht an. Ich bin nicht bereit, eine ständige Internetverbindung parat haben zu müssen, nur weil irgendein Distributor mich damit unter Kontrolle halten will. Ebensowenig wäre ich bereit, ein Auto zu fahren, welches nur dann fährt, wenn ich zu Hause die Heizung eingeschaltet habe. Und da dieser Distributor seine Kunden offenbar für so debil hält, daß sie die offensichtlichen Einschränkungen für vermeintliche Vorteile halten bin ich an einer Geschäftsbeziehung zu ihm dauerhaft nicht mehr interessiert.

Apropos Kopierschutz. Ich kaufe keinerlei Produkte, die mit irgendeinem mit Kopierschutz versehen sind. Dieser Kopierschutz mag möglicherweise im Interesse des Herstellers sein, in meinem Sinne ist er jedenfalls nicht. Was will ich z.B. mit einer CD, die sich nicht an jedem meiner Geräte ohne Einschränkungen abspielen lässt? Nein, dafür bezahle ich kein Geld und solange ich nicht gesetzlich gezwungen bin, jeden Schund zu kaufen, solange kaufe ich ihn nicht.

Ebensowenig bin ich bereit, Musiktitel online zu kaufen, ohne 'offiziellen' Datenträger geht da garnichts. Ich lasse mich nicht um den Wiederverkaufswert betrügen. Eine gebrauchte Original-CD kann ich jederzeit verkaufen, eine Kopie nicht. Auch wenn ich hundertmal dafür bezahlt habe, der Wiederverkaufswert ist schlicht und einfach null. Da mache ich nicht mehr mit.

Es ist nicht mein Problem, wenn die Musikindustrie es in ihrer Gier so weit treibt, ihre einstige Stammkundschaft zu verprellen. Sollen sie doch von mir aus Pleite machen, ich weine ihnen keine Träne nach.

Meines Erachtens ist dies eine hausgemachte Krise und der 'böse Raubkopierer' ohnehin nur eine Alibifigur, auf welchen die Schuld abgewälzt wird. Den eigentlichen Schaden verursachen andere.

Gruß Konradin
 
Wenn es nicht verboten wäre, wäre DIESER Post wohl der 1., den ich vollzitiert hätte :D
So belasse ich es beim Fazit:
Meines Erachtens ist dies eine hausgemachte Krise und der 'böse Raubkopierer' ohnehin nur eine Alibifigur, auf welchen die Schuld abgewälzt wird. Den eigentlichen Schaden verursachen andere.
Danke Konradin, du schreibst mir aus der Seele und findest dazu auch noch die richtigen Worte.


MfG,
NeHe
 
Konradin, danke für deinen Post.

Ich denke, dass du den Unterschied zwischen Handtasche klauen und Raubkopien gut dargestellt hast. Du hast recht, wenn ich die Handtasche klaue, dann fehlt sie dem Verkäufer. Kopiere ich dagegen software, so hat er erstmal keinen Materiellen verlust.

Ist es nicht aber zu idealistisch zu sagen, dass Raubkopien keine potentiellen Kunden bedienen?
Ich denke, wenn es keine Raubkopien geben würde, würde man schon für das ein oder andere Stück Software bezahlen, das man sich aber jetzt einfach kopiert.
Man hätte, gäbe es also keine Raubkopiene, warscheinlich nicht so viel Software/Spiele/Filme, aber würde man ganz darauf verzichten?

Wenn man ehrlich ist, muss man sagen: Ohne die Möglichkeit des Kopierens würde man (eine Auswahl an) Software kaufen, die man im Moment per Raubkopie hat. Und somit zerstören Raubkopien einen Teil der potentiellen Käuferkundschaft, was doch dann ein Verlust für die Firma ist.


Du hast natürlich ansonsten Recht: Die absurden Kopierschutzsysteme sind unerträglich, CDs und Games zu teuer - aber, ist das der GRUND für Raubkopien, oder nicht vielmehr die durch sie selbst verursachte URSACHE?

Nochmal danke für deinen tollen Post und die gute Antwort - genau so etwas habe ich mir gewünscht, als ich den Thread gestartet habe :)
 
Um mal einen (wenn auch kleinen) anderen Aspekt einzuwerfen:

Es gibt sogar Rechteinhaben, die hätten NIE im Leben solche Bekanntheit erreicht, gäbe es nicht die Gruppe der "Tester".
Ein schönes Beispiel gab es schon i.B. auf AutoCAD (Post #3)
Ein weiteres wären auch Autoren, deren Bücher heute keiner kennen würden, wenn sie nicht als EBook zur Verfügung stünden und dadurch eine nicht zu unterschätzende Anzahl "Fans" entstanden wären, die sich dann auch die Bücher der Autoren gekauft haben, die sie sonst garnicht gekannt hätten :D

Wen es Interessiert, das mal aus Sicht eine Autors zu sehen:

Autor J.A. Konrath: Mir hat die Piraterie nie geschadet

...
Der Science-Fiction Autor geht aber noch einen Schritt weiter. Was er an E-Books über diverse US-amerikanische Portale verkauft, bietet er umsonst auf seiner Website an. Nur weil man sie umsonst herunterladen kann, würde dies den Verkauf nicht total unterbinden. „Umso mehr Menschen dich und deine Werke kennen, umso besser.“ Filesharing kann dabei sehr unterstützend sein. „Und das Beste: Dafür musst du als Autor nichts tun.“ Konrath würde sich gerne einen einzigen Autor zeigen lassen, der wegen der Tauschbörsen Konkurs gegangen sei.
...
Quelle: das ganze in deutsch
 
[...] Wenn man ehrlich ist, muss man sagen: Ohne die Möglichkeit des Kopierens würde man (eine Auswahl an) Software kaufen, die man im Moment per Raubkopie hat. Und somit zerstören Raubkopien einen Teil der potentiellen Käuferkundschaft, was doch dann ein Verlust für die Firma ist. [...]
Das kann man so nicht sagen. Ich habe kein festes Einkommen und würde mir
trotzdem das, was ich gerade auf dem Rechner habe, nicht kaufen.
Man kann auch auf Freeware zurückgreifen. Ein Rechner hier im Haus läuft bis auf
das OS auch komplett mit Freeware. Das OS würde ich auch noch zu Linux ändern,
wenn dann nicht meine Familie rebellieren würde.
Es gibt praktisch für jedes Programm eine kostenlose Variante. Die ist dann zwar
nicht immer so komfortabel, dafür kostet sie nichts.

Phunny
 
'Echte' Raubkopien machen den Händlern natürlich zu schaffen. Damit meine ich übrigens nicht irgendwelche Downloads, sondern (vorzugsweise in Fernost) gepresste Datenträger, die dem Original zum Verwechseln ähnlich sehen (siehe auch generell Produktpiraterie).

Wie ich schon weiter oben schrieb mag ich die Katze im Sack nicht. Ich würde vielleicht noch auf Verdacht in ein Programm investieren, wenn der Preis dementsprechend wäre, aber zum regulären Verkraufspreis ganz sicher nicht. Dazu gibt es vielzuviele Alternativen.

Wenn ich beim Lebensmitteldiscounter eine für mich neue Ware teste, dann kaufe ich mir auch erst einmal die kleinstmögliche Menge und keine Anstaltspackung. Diese Möglichkeit kabe ich beim Softwarekauf selten.

Es gibt Waren, welche teuer sind, und bei denen man sich vor dem Kauf vergewissern muß, wie ihr Zusatnd ist und ob ihr Gebrauch einem liegt. Ein Auto z.B. würde ich grundsätzlich nicht ohne Probefahrt kaufen. Bei Software sehe ich dies (natürlich abhängig vom Preis) ähnlich.

Kaufe ich hingegen eine hochpreisige Ware, welche ich vorher nicht ausprobieren kann, habe ich entweder ein Rücktrittsrecht oder ich kaufe sie gar nicht erst. Gerade bei Software ist ein Umtausch meist problematisch.

Eine Anmerkung noch nebenbei. Beim Neukauf eines PCs beim Discounter wird oft der Wert des vorinstallierten Betriebssystems angegeben und zwar so, als wenn ich es explizit zu diesem Preis mitkaufen würde. Wenn ich es jedoch nicht benötige ist kein Händler bereit, den Kaufpreis genau um diesen Betrag zu reduzieren. Ich bekomme also die Kosten für dafür so oder so aufs Auge gedrückt.

Ich selbst habe noch genügens MS-Zertifikate für diverse Produkte/Betriebssysteme bei mir herumliegen, die noch niemals genutzt wurden. Aber dies nur kurz am Rande.

Die beste (und preiswerteste) Werbung sind übrigens zufriedene Kunden, die zweitbeste Werbung ist der Bekanntheitsgrad der Ware/Firma.

Gruß Konradin
 
Wenn man ehrlich ist, muss man sagen: Ohne die Möglichkeit des Kopierens würde man (eine Auswahl an) Software kaufen, die man im Moment per Raubkopie hat. Und somit zerstören Raubkopien einen Teil der potentiellen Käuferkundschaft, was doch dann ein Verlust für die Firma ist.


Du hast natürlich ansonsten Recht: Die absurden Kopierschutzsysteme sind unerträglich, CDs und Games zu teuer - aber, ist das der GRUND für Raubkopien, oder nicht vielmehr die durch sie selbst verursachte URSACHE?

Ich würde es einfach mal so ausdrücken:

Software usw. ist einer der wenigen Bereiche, in dem sich die Masse gegen die unmögliche Abzocke der Konzerne wehren kann.

Das hat mit der Möglichkeit der einfachen und anonymen Verteilung zu tun, aber meiner Meinung nach auch mit der Tatsache, dass die Hersteller und Vertreiber in diesem Bereich jedes Maß verloren haben. Es ist eben kein wirklicher Gegenwert für den geforderten Kaufpreis da.

Tja, und diese Maßlosigkeit wird halt bestraft, wenn es eine Möglichkeit dazu gibt.
 
@ McKilroy

Du sprichst von Ausbeutung und von keinem Gegenwert. Das mag sein. Aber nur weil die Ware einen zu geringen Wert in Relation zum geforderten Kaufpreiß bietet, darf ich sie doch nicht klauen!!?
 
in meinen augen ist die private nutzung von geshareter software auch nur in einem gewissen maße tolerierbar. wenn ich mir zb ein 12gb-spiel runterlade, es anspiele und feststelle es gefällt mir nicht so sehr dass ich´s mir kaufen würde und danach wieder lösche - ok. aber wieviele % der user gehen so vor? 3%? 5%? der absolute großteil der sharer läd sich sachen runter, und nutzt sie auch ausgiebig ohne jemals auf den gedanken zu kommen dafür geld auszugeben. und dann kommen meist argumente wie "ach, ich wollt´s nur mal testen" oder "das is mir zu teuer für den verbugten scheiß".
zum testen gibt´s größtenteil demos und trial-versionen. und wenn´s mir zu teuer is, kann ich´s mir ganz einfach nich leisten und gut is. das rechtfertigt keinesfalls das 5-malige anschauen einer geshareten dvd oder das 3-malige durchspielen eines spiels nur um alle 3 unterschiedlichen enden zu sehen.

versteht mich nich falsch, ich bin auch gegen die entwicklung die hier vor sich geht (DRM, enorme preise, verteufelung von sharern usw), aber die user sind zum größten teil selbst schuld. bei mind 90% fehlt ganz einfach die bereitschaft für kopierbares material geld auszugeben - aus bequemlichkeit. und DAS isses, was der industrie so auf´n sack geht. dadurch geht ihr nunmal einiges an möglichen einnahmen flöten, das kann man drehen wie man will.
 
um den thread mal zu pushen (weil ich ihn eigentlich doch recht interessant finde)
wage ich mal ´nen doppelpost:

hab grad was aktuelles dazu bei heise gefunden:
heise online - Urheberrechtsverstöße: "Minderwachstum" in der "Pirateriefalle"

interessant, dass da anscheinend gar keine umsatzrückgänge verzeichnet sind,
aber die industrie über´n potenzielles "minderwachstum" rumheult und deshalb nachwievor schärfere maßnahmen fordert.

find ich ja schon so´n bisschen dreist...
 
Wenn hier von hausgemachter Krise redet, sollte man auch die (deutschen) Bremsscheiben mal deutlicher benennen.

Egal, ob nun SW, Movs, Mucke oder ebooks betroffen sind.
Es gäbe ja so einige innovative Möglichkeiten,
eine höhere Wertschöpfung von Produkten auch mit "Probephasen" zu verknüpfen.
Egal ob die GEMA sich mal etwas zum Streaming einfallen ließe,
die Buchszene sich u.a. mit den deutschen Preisbindungen auseinandersetzen würde,
oder Sharewaremodelle endlich mal sukzessive überall überarbeitet und/oder ergänzt würden..

Insofern,
und gerade bzgl. Deutschlands
ist das Ganze
Jammern auf hohem Niveau ;)

Vllt sollte man aber wieder (zurück) in den Irak ein maschieren :D
Meines Wissens besteht das dortige Angebot (und nicht nur dort) zu 90% aus "Kopien" :D
Aber wer weiß ;)
Wenn die Amis dort nicht mehr sooo präsent sind, sinkt die Copy-Rate dort ja vllt. auch ;)
 
der absolute großteil der sharer läd sich sachen runter, und nutzt sie auch ausgiebig ohne jemals auf den gedanken zu kommen dafür geld auszugeben.
Nein. 99% aller Sauger saugt alles erreichbare (aus seinem Interest-gebiet), bunkert das auf USB-Platten oder Rohlingen und schaut es nie wieder an!
Oft genug erlebt . . . und ich kann mich noch nicht mal selber davon ausnehmen.

Der Mensch ist per Definitionem ein Jäger und Sammler!

interessant, dass da anscheinend gar keine umsatzrückgänge verzeichnet sind
Speziell in der Musikindustrie sollte man sich auch mal vor Augen halten, das ein nicht unerheblicher Teil der Spitzenumsätze des letzten Jahrzehnts des vergangenen Jahrhunderts schlicht und ergreifend darauf zurückzuführen sind, das sich viele Leute ihre komplette Sammlung ein zweites Mal gekauft haben - nämlich bei der Umstellung von LP auf CD.
Zu glauben, das diese Umsätze ewig so weitergehen würden, ist einfach nur ignorant.

Im Film-Bereich erleben wir das Gleiche durch die Umstellung von SD auf HD - hier nochmal verschärfter, weil allfällige Director's Cut oder Extended Editions jetzt zum zweiten Mal zeitverzögert auf den Markt kommen. Im Idealfall kann man den gleichen Film damit viermal verkaufen.
Und da wundert sich die Industrie, das der Konsumpöbel da nicht mehr mitspielen will?

iaber die industrie über´n potenzielles "minderwachstum" rumheult und deshalb nachwievor schärfere maßnahmen fordert.
Grundsätzlich leben wir am Rande einer Wirtschafskrise. Die Zeiten sind hart, Geld ist knapp - natürlich wird da mehr kopiert. Aber wenn Donwloads von heute auf morgen unmöglich würden, prophezeie ich dennoch, daß noch nicht mal ein Prozent des derzeitigen Raubkopierervolumen in Umsatz umgesetzt werden würde.

Oder glaubt hier wirklich jemand ernsthaft, das ich mir von meinen 28.000 raubkopierten Musik-Alben wirklich eine nennenswerte Anzahl kaufen würde? Oder von meinen fast 90.000 raubkopierten Comics? Selbst wenn ich die kaufen könnte (was mich zehnmal soviel wie mein Haus kosten würde) - wir reden dann über mehrere Kubikmeter Papier. Neben dem reinen Platz-Problem müsste ich mr dann auch ernsthafte Gedanken über den Brandschutz machen...

Neben finanziellen Gründen für die Kopierei und die Sammelleidenschaft des Menschen sollte man auch mal den qualitativen Aspekt berücksichtigen: Früher wurde Musik von Künstlern gemacht, die ihr Handwerk verstanden. Heute gibt es gecastete Girlie-Groups mit Musik vom Band. Früher wurden auch Filme für ein kleines Publikum gemacht, heute ist alles, was unter 100 Mio einspielt, einfach nur ein Flopp.

Dazu kommt völlig verfehltes Marketing: Mit welcher Begründung kostet ein Film auf einer DVD das doppelte vom gleichen Film auf VHS-Kasette? Wenn man sich Herstellungs- und Distributionskosten mal ansieht, müsste es genau anders herum sein!
Überhaupt DVDs: Wenn ich eine DVD einlege, dann will ich einen Film sehen. Keine Werbung, keine Extras, den Mehrwert können die sich sonst wohinstecken. Die sollen DVDs nur mit Film, ohne Extras, einfarbig bedruckt in einem CD-Slimcase mit einfachen Papp-Einleger für vier oder fünf Euro anbieten, statt ihre aufgeplusterten Bookcases mit Vierfarb-Einleger. Dann wird auch weniger kopiert.
Ich kopier meine Filme noch nicht mal wegen der Kosten - ich hab einfach keinen Bock auf den ganzen Blödsinn, der vor dem Film kommt - den man noch nicht mal überspringen kann!

Was die legalen Download-Angebote angeht: die schalten die komplette Herstellung, Distribution und den Handel aus - und stecken sich das Geld dann in's eigene Säckel? Wenn man kein Geld für Herstellung, Verteilung und Handel ausgeben muss, dann sollte man den Kostenvorteil auch an seinen Kunden weitergeben!

Und vor allem sollte man sich vorher über weltweite Standards einig werden. Ich kauf doch jetzt keine eBooks. Nicht, wenn noch nicht abzusehen ist, welches Format sich irgendwann mal durchsetzten wird.
DRM halte ich auch nicht für akzeptabel. Wenn ich Musik kaufen, dann will ich die auch im Auto hören können. Klar vermindert das die Einnahmen durch Kopieen - aber das ist dann halt so. Mit DRM gibt es noch weniger Einnahmen.



So, wie der Computer in den siebziger Jahren den Berufstand des Druckers und Setzers überflüssig gemacht hat, so ist das Internet dabei, einen großen Teil der Content-Industrie überflüssig zu machen. Ich versteh ja, das denen das nicht gefällt, aber die Drucker und Setzer sind seinerzeit auch nicht gefragt worden.
Kunst im weitesten Sinne (vieleicht - noch - mit Ausnahme von Filmen) wird irgendwann wieder Public Domain werden. Von Künstlern, die was von ihrem Handwerk verstehen, aus Spass oder um des Ruhmes wegen direkt für's Volk. Leben kann man davon nicht, bzw. nur über freiwillige Spenden oder Zweitverwertungen (Live-Auftritte, Merchandising). So war's vor einigen Jahrzehnten ja auch üblich, bis die Industrie das große Geschäft daraus gemacht hat.

Die kämpfen mit rechtlichen Mitteln gegen ihren eigenen Untergang an. Die sollten sich lieber schon mal auf Job-Suche machen . . .
 
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