der absolute großteil der sharer läd sich sachen runter, und nutzt sie auch ausgiebig ohne jemals auf den gedanken zu kommen dafür geld auszugeben.
Nein. 99% aller Sauger saugt alles erreichbare (aus seinem Interest-gebiet), bunkert das auf USB-Platten oder Rohlingen und schaut es nie wieder an!
Oft genug erlebt . . . und ich kann mich noch nicht mal selber davon ausnehmen.
Der Mensch ist per Definitionem ein Jäger und Sammler!
interessant, dass da anscheinend gar keine umsatzrückgänge verzeichnet sind
Speziell in der Musikindustrie sollte man sich auch mal vor Augen halten, das ein nicht unerheblicher Teil der Spitzenumsätze des letzten Jahrzehnts des vergangenen Jahrhunderts schlicht und ergreifend darauf zurückzuführen sind, das sich viele Leute ihre komplette Sammlung ein zweites Mal gekauft haben - nämlich bei der Umstellung von LP auf CD.
Zu glauben, das diese Umsätze ewig so weitergehen würden, ist einfach nur ignorant.
Im Film-Bereich erleben wir das Gleiche durch die Umstellung von SD auf HD - hier nochmal verschärfter, weil allfällige Director's Cut oder Extended Editions jetzt zum zweiten Mal zeitverzögert auf den Markt kommen. Im Idealfall kann man den gleichen Film damit viermal verkaufen.
Und da wundert sich die Industrie, das der Konsumpöbel da nicht mehr mitspielen will?
iaber die industrie über´n potenzielles "minderwachstum" rumheult und deshalb nachwievor schärfere maßnahmen fordert.
Grundsätzlich leben wir am Rande einer Wirtschafskrise. Die Zeiten sind hart, Geld ist knapp - natürlich wird da mehr kopiert. Aber wenn Donwloads von heute auf morgen unmöglich würden, prophezeie ich dennoch, daß noch nicht mal ein Prozent des derzeitigen Raubkopierervolumen in Umsatz umgesetzt werden würde.
Oder glaubt hier wirklich jemand ernsthaft, das ich mir von meinen 28.000 raubkopierten Musik-Alben wirklich eine nennenswerte Anzahl kaufen würde? Oder von meinen fast 90.000 raubkopierten Comics? Selbst wenn ich die kaufen könnte (was mich zehnmal soviel wie mein Haus kosten würde) - wir reden dann über mehrere Kubikmeter Papier. Neben dem reinen Platz-Problem müsste ich mr dann auch ernsthafte Gedanken über den Brandschutz machen...
Neben finanziellen Gründen für die Kopierei und die Sammelleidenschaft des Menschen sollte man auch mal den qualitativen Aspekt berücksichtigen: Früher wurde Musik von Künstlern gemacht, die ihr Handwerk verstanden. Heute gibt es gecastete Girlie-Groups mit Musik vom Band. Früher wurden auch Filme für ein kleines Publikum gemacht, heute ist alles, was unter 100 Mio einspielt, einfach nur ein Flopp.
Dazu kommt völlig verfehltes Marketing: Mit welcher Begründung kostet ein Film auf einer DVD das doppelte vom gleichen Film auf VHS-Kasette? Wenn man sich Herstellungs- und Distributionskosten mal ansieht, müsste es genau anders herum sein!
Überhaupt DVDs: Wenn ich eine DVD einlege, dann will ich einen Film sehen. Keine Werbung, keine Extras, den Mehrwert können die sich sonst wohinstecken. Die sollen DVDs nur mit Film, ohne Extras, einfarbig bedruckt in einem CD-Slimcase mit einfachen Papp-Einleger für vier oder fünf Euro anbieten, statt ihre aufgeplusterten Bookcases mit Vierfarb-Einleger. Dann wird auch weniger kopiert.
Ich kopier meine Filme noch nicht mal wegen der Kosten - ich hab einfach keinen Bock auf den ganzen Blödsinn, der vor dem Film kommt - den man noch nicht mal überspringen kann!
Was die legalen Download-Angebote angeht: die schalten die komplette Herstellung, Distribution und den Handel aus - und stecken sich das Geld dann in's eigene Säckel? Wenn man kein Geld für Herstellung, Verteilung und Handel ausgeben muss, dann sollte man den Kostenvorteil auch an seinen Kunden weitergeben!
Und vor allem sollte man sich vorher über weltweite Standards einig werden. Ich kauf doch jetzt keine eBooks. Nicht, wenn noch nicht abzusehen ist, welches Format sich irgendwann mal durchsetzten wird.
DRM halte ich auch nicht für akzeptabel. Wenn ich Musik kaufen, dann will ich die auch im Auto hören können. Klar vermindert das die Einnahmen durch Kopieen - aber das ist dann halt so. Mit DRM gibt es noch weniger Einnahmen.
So, wie der Computer in den siebziger Jahren den Berufstand des Druckers und Setzers überflüssig gemacht hat, so ist das Internet dabei, einen großen Teil der Content-Industrie überflüssig zu machen. Ich versteh ja, das denen das nicht gefällt, aber die Drucker und Setzer sind seinerzeit auch nicht gefragt worden.
Kunst im weitesten Sinne (vieleicht - noch - mit Ausnahme von Filmen) wird irgendwann wieder Public Domain werden. Von Künstlern, die was von ihrem Handwerk verstehen, aus Spass oder um des Ruhmes wegen direkt für's Volk. Leben kann man davon nicht, bzw. nur über freiwillige Spenden oder Zweitverwertungen (Live-Auftritte, Merchandising). So war's vor einigen Jahrzehnten ja auch üblich, bis die Industrie das große Geschäft daraus gemacht hat.
Die kämpfen mit rechtlichen Mitteln gegen ihren eigenen Untergang an. Die sollten sich lieber schon mal auf Job-Suche machen . . .