interessant wäre es auch zu wissen, ob der schmerz über dem schulterblatt (also oberflächlich) oder unterhalb (also in der tiefe) ist.
die chancen stehen 50 zu 50 ... also was solls ... gehen wir mal alles durch, "was unter der schulter sein kann"
grundsätzlich muss ich aber zuerst hinzufügen, dass schmerzen auch ausstrahlen können, daher kann es gut möglich sein, dass deine schmerzen ganz wo anders herkommen.
was ich hier zusammenstelle ist nur als information gedacht. diagnose & therapie gibts bei deinem arzt deines vertrauens. wie ich immer zu sagen pflege: ohne sicht & gespräch gibts keine diagnose
ich will keinen arzt ersetzen und das wäre auch nicht zielführen!
also weiter den infos: (zur vertiefung helfen anatomieabbildungen)
wir gehen jetzt von dem schulterblatt weiter in die tiefe ... dann sehen wir folgende strukturen:
- unter der schulter (=scapula) ist der Musculus (=Muskel, Abk.: M) subscapularis
dieser muskel dreht deinen oberarm nach innen (innenrotator).
dieser muskel gehört zur sogenannten rotatorenmanschette; diese muskeln zentrieren den oberarm bzw. halten sie den oberarm und die schulter zusammen (rotatorenmanschette: m. supraspinatus, m. infraspinatus, m. teres minor & m. subscapularis)
dieser muskel kann sich bei "monotonen" arbeiten p.e. vor dem computer verspannen; man dreht die arme zur tastatur und dadruch muss sich der m. subscapularis anspannen. macht man das lange, dann verspannt sich der muskel
- danach kommt der m. serratus anterior
der muskel ist ein atemhilfsmuskel - also beim "verstärktem" einatmen hilft er
außerdem braucht man den muskel um die arme über die horizontale zu heben ("er hebt die schulter")
der untere teil des muskels kann auch die schulter senken ("kann also beides - heben und senken")
bei einer schädigung der nervenversorgung versagt der muskel und die schulter stehen ab (nennt sich: scapula alata = "die schulterblätter stellen sich auf") - außerdem kann man dann nicht die arme über die horizontale heben. (aber nicht verwechseln mit einer lähmung der Mm. (=musculi =mehrzahl von musculus) rhomboidei; hier kommt es auch zu einer scapula alata, aber man ist in der lage die arme "endgradig" zu heben)
jetzt schaun wir mal nach welche nerven da unten druchlaufen:
(wenn du glaubst, dass es jetzt schon kompliziert war, dann hab ich eine überraschung für dich

)
es ist "kompliziert" weil die nerven vom hals zwischen dem schlüsselbein und brustkorb zu dem armen laufen. dabei wirds (wie man es sich vielleicht vorstellen kann, ziemlich knapp; schliesslich laufen dort auch gefäße und muskelns usw.)
- Nervus (=Nerv, Abk. N) thoracodorsalis (zieht vom hals zur schulter (mittig) und zieht dann nach unten (hinter dem schulterblatt bis zum m. latissimus dorsi [größtflächiger muskel des menschen])
zuständig für m. latissimus dorsi & m. teres major
- N. thoracicus longus (durchbohrt den m. scalenus medius [Atemhilfsmuskel- zieht die rippen zur wirbelsäule => verstärktes einatmen])
der nerv versorgt den m. serratus anterior
kommt es zu kompressionen (=einquetschungen) des nerven, p.e. tragen von schweren rücksäcken, so kann es zu einer lähmung kommen => scapula alata;
bleiben wir bei den nervenkompressionen: ("hier ist zu bedenken, dass eine läsion "oben" zu schmerzen weiter unten führt")
hier gibt es einen fachbegriff der hier (oberen thoraxapertur) viele solcher kompressionen zusammenfasst: Thoracic outlet syndrom:
eingeteilt wird das ganze je nach kompressionsort:
- hintere skalenuslücke (also zwischen M. scalenus medius & anterius):
syndrom: halsrippensyndrom, sydrnom der 1. reuppe, scalenus anterior syndrom
auslösbar (=provokation; ="schmerzen"): "adson-test": pat sitzt; neigt den kopf zur erkrankten seite und atmet gleichzeitig tief ein
- "zwischen Rippe und Schlüsselbein"
syndrom: kostoklavikularsyndrom
provokation: pat. steht; pat. streckt die arme aus; die arme werden passiv nach hinten zur wirbelsäule bewegt
- "zwischen Processus coracoideus und Mm pectoralis (M. pectoralis major & minor)" (korakopektoralraum)
syndrom: hyperabduktionssyndrom
provokation: arme nach oben ausstrecken (über kopf); arm gegen widerstand zum körper führen -oder- Faustschluss bei über den kopf gehobnenem arm
so, gehen wir jetzt zu den gefäßen:
hier kenn ich mich nicht so ganz gut aus bzw. kann ich "verschlüsse der gefäße nicht so gut deuten" (ich meine "typische syndrome").
generell läst sicher aber sagen, dass wenn blut fehlt, es zu einem ischämischen schmerz kommt. dieser wird in der regel (je nach art des verschlusses; wie groß der verschluss ist) als extrem stark beschrieben.
wenn die belastung aufhört, dann bessert sich der schmerz.
gut ... schauen wir mal welche gefäße unter der schulter "herumlaufen"
das blut kommt von der aorta über den truncus brachiocephalicus weiter über die a. subclavia dex., nennt sich dann a. axillaris (a. = arterie)
"wichtige äste" der a. axillaris: (im bereich unterhalb der scapula)
- a. subscapularis (Versorgungsgebiet: mm subscapularis, latissimus dorsim, teres major)
- a. circumflexa scapulae (versorgungsgebiet: m. subscapularis, m. teres minor, m. teres major, m. infraspinatus)
so ... jetzt kommt die entscheidende frage, die dir wahrscheinlich auf der zunge brennt:
"was mache ich mit diesen informationen"
zuerst musst du dich an deinem körper orientieren. wo sind die muskeln, was machen sie? wo sind die nerven, was machen sie? wo sind die gefäße, was machen sie?
jetzt kommt wieder der hinweis von mir: all das sind nur informationen! ich übernehme keine garantie oder gewährleistung bzgl der informationen. ich empfehle dir einen arzt aufzusuchen. selber an deinem körper herumzuexperimentieren kann schwere folgen haben! das ist kein scherz! darauf muss ich hinweisen! nur ein arzt kann eine diagnose und therapie stellen!
auf eigene gefahr hin kann man theoretisch wie folgt vorgehen! (ich empfehle das nicht! das darf ich auch nicht!)
provokationstests wie oben beschrieben - ohne anstrenung
wenn du symptome bekommst => dann auf zum arzt => dann auch gleich dem arzt sagen auf was du tippst => das wird ihn vielleicht beeindrucken bzw. wird er dann auch dem nachgehen (soweit er einsichtig ist)
wenn sich dann noch immer nichts ergibt, dann sollte man probieren wie sich deine symptome provozieren lassen
p.e. welche bewegungen? (wo oft muss du die bewegung durchfürhen, arbeiten über kopf, unter kopf, gestreckte hand vor dem brustkorp, gestreckte hand nach hinten gerichtet, arm in beugung uswusf.)
du müßtest versuchen gezielt bestimmte bewegungen durchzuführen. bestimmte muskeln zu beanspruchen.
wenn du erkenntnisse hast => ab zum arzt
falls sich nichts ergibt, dann wäre es theoretisch möglich den provokationstest auch nach anstrengung durchzuführen (wenn du schon schmerzen hast).
wie wird es besser? wie schlimmer? welche bewegungen sind daran beteiligt?
falls sich das problem eingrenzen lässt => dann siehe oben => auf zum arzt
jetzt nocheinmal:
suche dir ein arzt der dich betreuen kann! ich kann einen arzt nicht ersetzten. ich will nur für aufklärung sorgen. ich muss dies dazuschreiben! und es hat auch seine berechtigung!
ufff ... das war jetzt viel
ich hoff die mühe wird sich auszahlen - auf das dir heilung widerfährt!
lass dich nicht vom inhalt erdrücken! einmal alles durchlesen und danach in keinen häppchen den inhalt gut durchkauen.
zusätzlich könnten dir anatomieabbilungen helfen.
also - übernimmt dich nicht
und falls es doch zuviel des guten war => sry das ich soviel geschrieben hab!
lg
p.s. grammatik-, rechtschreib- und inhaltsfehler sind wahrscheinlich enthalten! => also bitte alles mit vorsicht geniessen! (ich mache mir nicht die mühe und lese jetzt alles nocheinmal durch)
