Willkommen zurück Lesegern
Wunder dich nicht, wenn sich deine Hörgewohnheiten ein wenig ändern. Das ist ganz normal.
Gute Musik trägt eine Aussage in sich, die keine Worte benötigt. Versuche nicht die Musik zu "sezieren", sondern genieße sie als Ganzes.
Als ich noch aktiv spielte, verlor ich auch langsam das Interesse an anderen Musikrichtungen. Das war keine böse Absicht, sondern resultierte aus dem intensiven Beschäftigen mit meiner eigenen Weiterentwicklung im Jazz. Leider wurde mir das damals als "Snobismus" ausgelegt.
Wichtig ist, dass man sich in der Beschäftigung mit seinen Vorlieben den "Blick über den Tellerrand" nicht verbaut. Das ist dann auch der Schlüssel zum Erfolg, ... seine eigenen unterschiedlichen Erfahrungen zu einer Sprache zu formen, mit der man mit dem Publikum "spricht".
Mir geht es inzwischen so, dass ich ganz unterschiedliche Musikrichtungen verschiedener Künstler genieße: von Alicia Keys über Chick Corea und LaBrassBanda bis hin zu Frank Zappa.
Versuch mal zu erkennen, was einen Song für dich so "besonders" macht. Dann geht es dir vielleicht so wie mir, dass du auch bei neuen Songs im Radio schnell sagen kannst, ob sich dahinter potentiell ein Hit versteckt, oder nicht

(komischerweise klappt das tatsächlich oft)
Jazz hat ja auch etwas mit Freiheit zu tun. Die Freiheit Rahmen zu sprengen um die eigentliche Aussage in der Musik zu fördern.
Wenn ich auf der Bühne stand, sprach die Musik der ganzen Band wie aus einem Instrument mit dem Publikum. Und wenn "der Funke übersprang", war es kein Monolog, sondern ein Dialog.
Diesen Effekt gibt es aber nicht nur im Jazz, sondern in fast allen Musikrichtungen.
Gemeinsam Musik zu machen ist nicht nur die Kunst seinen Gefühlen "Töne" zu geben, sondern auch auf seine Mitmusiker und das Publikum zu hören.
Grüße, Bog