Unternehmenssprache ist bei uns offiziell Englisch, in der Praxis ist es aber zu 95% Deutsch und das trotz einem Anteil von 70 % Nicht-Muttersprachler.
In der Praxis ist der Anteil an Dialekt bei ca. 50% und das bunt gemischt quer durch Deutschland mit Schwerpunkt auf süddeutsche Dialekte. Ansonsten ist bei uns sprachlich auch fast alles aus aller Herren Länder vertreten, ausländische Dialekte kann ich aber schwer einschätzen (von schottisch oder sowas mal abgesehen).
Persönlich muss ich sagen, dass ich gerne Dialekt spreche, auch wenn man vielmals nicht verstanden wird. Manche Sachen lassen sich so einfach besser und schneller ausdrücken. Für manches gibt es im Hochdeutschen gar keine richtige Entsprechung, nur umständliche Umschreibungen.
Mit ein Grund für mich bewusst Dialekt zu sprechen ist um der Verwässerung der Dialekte entgegenzuwirken. Dialekt gehört für mich zur Kultur und verdient daher besonderen Schutz. Und Vielfalt gehört auch zu einer Gesellschaft dazu. Nur leider reduzieren die Medien Dialekte meist nur auf Bairisch, Sächsich, Rheinländisch, etc. und reines Hochdeutsch spricht sowieso niemand. Dazu kommt meiner Meinung nach eine soziale Komponente:
Wenn jeder Einheitsbrei redet kommt man einfach nicht so gut ins Gespräch bzw. beendet es schnell wieder weil alles gesagt ist (mag auch wieder typisch deutsch sein). Mit Dialekt gibt es einfach immer wieder neue und überraschende Gesprächsthemen und Situationen abseits des eigentlichen Aspekts und Absicht.
Nicht umsonst besinnen sich eine Vielzahl von Leuten in einer zunehmend globalisierten Welt wieder zurück auf 'heimatliche Werte'. Sollten diese Werte wie auch Dialekt nicht mehr vorhanden sein, denke ich werden sich manche Leute Alternativen suchen - und das könnten dann nicht unbedingt 'gute' Alternativen sein.