Hi redlilli,
nein, je kleiner der Ping ist umso besser.
Beim Ping wird ein "Signal" an die Zieladresse geschickt, und gemessen wie lange es dauert bis die Rückantwort wieder bei dir ist.
Je schneller die Rückantwort da ist, um so besser ist es.
Jetzt kommt es natürlich auch darauf an, über wie viele Server dein Ping geht.
Server (auch Hops benannt) sind Quasi Kotenpunkte über die du geleitet wirst.
Dabei gibt es 3 verschiedene:
1. Deine Eigenen im Internen Netzwerk. Dazu gehört z.B. dein Router. Erst dein Modem geht dann ins nächste Netz. (Nicht verwirren lassen, beim DSL sind Modem und Router meist in einem Gerät zusammengefasst)
2. Nach deinem Modem wirst du zum ersten Server geleitet, der zum internen Netzwerk deines Providers gehört. Hier gelangst du über mehrere Server zum Übergabepunkt ins eigentliche WWW.
Bis hierher bist du nur in Internen Netzen unterwegs.
3. Erst nach dem Übergabepunkt befindest du dich im eigentlichen WWW. Ab hier kannst weder du noch dein Provider die Geschwindigkeit beeinflussen.
Wenn dein System mal sauber läuft wirst du anhand der Ping´s sehr schnell feststellen, dass der sehr schnell ansteigen kann, wenn du den Atlantik überquerst.
Welchen Weg dein Ping nimmt kann man mit einem Traceroute feststellen.
Da gibt es ganz einfache Programme wie das DOS "tracert".
Für ausführlichere Test bevorzuge ich gerne WinMTR. (Kostenlos im Internet zu finden)
WinMTR pingt sehr schnell jeden Server auf deinem Weg zur Zieladresse an.
(Eine gute Zieladresse ist z.B. heise.de, antwortet recht schnell)
Je nachdem mit welchen Progie du den Tracert machst, bekommst du zumeist die IP und den dazugehörigen "Namen" aufgelöst.
Nach ein paar Routings kannst du sehr bald festsstellen, welche davon zu deinem Provider gehören und ab welchen Punkt du im WWW bist.
Im WWW ändert sich sehr schnell die IPs und Namen.
Im Netz des Providers bleiben die meist gleich.
Da für dich lediglich die Geschwindigkeit (Ping) im Netz des Providers wichtig ist, brauchst du nur den Traceroute bis zu diesem Punkt.
Bis hierhin kann sich der Provider dann auch nicht herausreden, dass er für zu hohoe Pings nichts könne.
Es ist sein Netz!
Sollte der Ping jedoch schon gleich von Anfang an zu hoch sein, dann liegt das Problem auf deinem Rechner bis zum Modem.
(z.B. bei sehr schlechten WLan-Verbindungen)
Dafür bist du dann verantwortlich.
Interessant wird es wenn auf dem internen Routings (Provider) einige Server manchmal nicht antworten.
Die Ping-Anfragen manchmal nicht beantworten.
(manche Server beantworten Pings überhaupt nicht, ist normal, aber dann muss das immer so sein!)
Reagiert ein Server manchmal nicht auf Ping-Anfragen, dann kann das 2 Ursachen haben:
1. Der Server ist überlastet und damit für dein lames Internet wahrscheinlich
verantwortlich
Oder 2. Die Ping-Anfrage geht auf den Weg dorthin verloren (oder auf dem Rückweg)
Um das herauszufinden benötigt man das Pathping.
(läuft im schwarzen Fenster das du über Ausführen > CMD.exe erreichst)
Das gibt dann nicht nur das normale Tracerouting und das Ping-Ergebnis an, sondern ob deine "Pakete" an einem Server nicht weitergegeben wurde.
Das steht dann immer in der 2. Zeile vom Hops.
Und spätestens wenn pathping dann angibt, dass viele Pakete an einem Server von deinem Provider verloren gingen, wird der sich sehr schwer herausreden können, dass die Ursache bei dir oder im WWW zu suchen ist.
Hört sich alles erst mal schrecklich kompliziert an, aber wenn man mal ein paar Tracerouting mit WinMTR gemacht hat, sieht man dann recht schnell wie es funktioniert.
Man muss dabei nur auf regelmässige hohe Pings achten und besonders auf "lost-packets".
Hier mal ein Beispiel von mir:
|------------------------------------------------------------------------------------------|
| WinMTR statistics |
| Host - % | Sent | Recv | Best | Avrg | Wrst | Last |
|------------------------------------------------|------|------|------|------|------|------|
| Mein.Modem - 0 | 31 | 31 | 0 | 0 | 15 | 0 |
| 188.110.112.1 - 0 | 31 | 31 | 0 | 5 | 16 | 0 |
| 88.79.16.253 - 14 | 30 | 26 | 0 | 9 | 31 | 0 |
| 88.79.16.61 - 0 | 30 | 30 | 0 | 9 | 16 | 15 |
| 92.79.212.213 - 0 | 30 | 30 | 0 | 8 | 16 | 15 |
| 92.79.213.122 - 0 | 30 | 30 | 0 | 14 | 16 | 15 |
| te3-1.c101.f.de.plusline.net - 0 | 30 | 30 | 0 | 26 | 203 | 203 |
| heise2.f.de.plusline.net - 0 | 30 | 30 | 0 | 18 | 203 | 16 |
|
heise online - IT-News, c't, iX, Technology Review, Telepolis - 4 | 30 | 29 | 0 | 10 | 16 | 0 |
|________________________________________________|______|______|______|______|______|______|
WinMTR - 0.8. Copyleft @2000-2002 Vasile Laurentiu Stanimir (
stanimir@cr.nivis.com )
Hop 1 ist mein Modem
Ab hop 6 = 92.79.213.122 (IP) scheint erst mal mein Übergang (Gateway) zum WWW zu sein.
Bis dahin habe ich auch recht schnelle Pings. (< 30ms)
Aber bis Hop 3 schein es schon Probleme zu geben, da hier schon 14% Lost zu verzeichnen sind.
Wenn dann wären schon der 1. oder 2. Server NACH meinem Modem für meine Problem verantwortlich.
Ein Server dazwischen, der manchmal Packets verliert ist aber noch nicht schlimm.
Wären aber nach meinem 3 Hop regelmässig der Ping hoch oder gar auch vermehrt Lost auf der weiteren Linie, dann wäre man dem Übeltäter schon auf der Spur.
Dann käme Pathping zum Einsatz.
Ich hoffe du hast jetzt mal ungefähr das Prinzip verstanden, wie man seine Leitung nach aussen testen kann, ob sie in Ordnung ist oder ob man Probleme mit seinem Provider hat.
Es gibt noch wesentlich bessere Tracerouter als WinMTR, aber um sich mal mit dem Routing vertraut zu machen und schnell mal etwas zu testen ist es recht schnell.
Im Internet findest du auch Tracerouter, die den Weg zu dir anpingen.
Damit kann mann dann den Weg von aussen zu dir testen. (also die umgekehrte Richtung).
Aber da sind wir dann schon bei ganz anderen Feinheiten.
Meine bisherige Erfahrung mit Provider ist: Dass die spätestens beim Nachweis über pathping sehr schnell kleinlaut werden und aufhören die Schuld auf andere zu schieben.
Gruss Moses.de
Edit: Sebstverständlich gubt es noch andere Ursachen. Z.B. schlechte/überlaste DNS-Server, aber ein Tracerout mit Pings ist erst mal der erste Schritt.