Stewart O'Nan (James Coltrane) Autor 

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Stewart O'Nan (James Coltrane)

Über den Autor

Stewart O'Nan ist ein amerikanischer Schriftsteller. Er veröffentlicht auch unter dem Pseudonym James Coltrane.

O’Nan befasst sich in seinen Büchern mit Menschen der amerikanischen Mittel- und Unterschicht. Dabei entwirft er ein Bild der Vereinigten Staaten, in denen der „amerikanische Traum“ meist nicht mehr als eine Schimäre ist. Seine Figuren müssen sich oft gegen Schicksalsschläge behaupten, und in den Geschichten, die er erzählt, geht es fast immer um „Verlust“ und darum, wie jeder Einzelne damit fertigwird. Dieses Thema beherrscht bereits seinen ersten auf Deutsch erschienenen Roman Engel im Schnee, der im Spätherbst 1974 in Butler, einer Kleinstadt im Westen Pennsylvanias, spielt. In zwei Strängen erzählt der inzwischen erwachsene Arthur Parkinson einerseits von der Scheidung seiner Eltern und dem damit verbundenen Verlust seines Vaters, und andererseits von der scheiternden Ehe seiner früheren Babysitterin, die den tödlichen Unfall ihrer Tochter Tara und schließlich ihren eigenen Tod nach sich zieht. Für dieses Buch erhielt er 1993 den Pirate’s Alley Faulkner Prize.

O’Nan ist ein äußerst präziser, detailversessener Beobachter, dessen Schreiben einer Maxime des Schriftstellers und Literaturkritikers John Gardner folgt: „Beschreibe ein Gebäude, wie es ein Mann sieht, dessen Sohn soeben im Krieg getötet wurde. Erwähne dabei nicht den Sohn, den Krieg, den Tod oder den alten Mann, der sieht.“ Ging es O’Nan anfangs in erster Linie noch darum, dass jedes seiner Bücher sich deutlich von den vorhergehenden unterscheiden solle, scheint dieser Vorsatz mit der Zeit immer weniger Raum einzunehmen. Nach seinem zweiten Roman Die Speed Queen, einem äußerst temporeichen Buch, in dem die in der Todeszelle auf ihre Hinrichtung wartende Margie Standiford ihre Lebensbeichte ablegt, um sie von Stephen King, dem „König des Horrors“, vermarkten zu lassen, werden seine Bücher äußerlich immer gemächlicher und ereignisärmer, während sich die wahren Dramen zunehmend im Kopf seiner Figuren abspielen. Dies gilt vor allem für seine Romane Abschied von Chautauqua, Letzte Nacht, Emily allein und Die Chance. Aber auch in Halloween, das von einem tödlichen Autounfall mehrerer Jugendlicher handelt und mit Horrorelementen beginnt, geht es letztendlich darum, wie die Freunde und Verwandten der Toten mit dem Verlust der geliebten Personen umgehen.

Das Faszinierende an O’Nans Büchern ist die uneingeschränkte Liebe des Autors zu seinen Figuren und die Präzision, mit der er ihre Sehnsüchte, ihre Hoffnungen und Enttäuschungen schildert. Besonders deutlich wird das in den beiden Romanen Abschied von Chautauqua und Ganz alltägliche Leute. In ersterem begleitet er eine Woche lang die Dreigenerationen-Familie Maxwell während ihres letzten Sommerhausaufenthalts am Lake Chautauqua. In oft nur kurzen Kapiteln widmet sich O’Nan ausgiebig allen neun Personen und sogar dem Hund Rufus. Indem der Leser in die Köpfe der Figuren hineinschauen kann, entgeht ihm keins der familiären Probleme, während sich die einzelnen Figuren zumeist bemühen, sich nicht damit auseinanderzusetzen. Ganz alltägliche Leute hingegen bietet uns im Stil von Sherwood Andersons Winesburg, Ohio ein Panorama des Lebens in einem größtenteils von Schwarzen bewohnten Viertels in Pittsburgh.

Etwas aus dem Rahmen fällt das literarische Sachbuch Der Zirkusbrand. Hier zeichnet O'Nan den größten Zirkusbrand in der Geschichte Amerikas, der sich 1944 in Hartford, Connecticut, ereignete, und dessen Folgen bis in die heutige Zeit nachwirken.

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O'Nan, Stewart - Alle, alle lieben dich - Roman
O'Nan, Stewart - Das Glück der anderen - Roman
O'Nan, Stewart - Der Zirkusbrand - Eine wahre Geschichte
O'Nan, Stewart - Die Chance - Roman
O'Nan, Stewart - Die Speed Queen - Roman
O'Nan, Stewart - Eine gute Ehefrau - Roman
O'Nan, Stewart - Engel im Schnee - Roman
O'Nan, Stewart - Ganz alltägliche Leute - Roman
O'Nan, Stewart - Halloween - Roman
O'Nan, Stewart - Monster - Eine Halloween-Geschichte
O'Nan, Stewart - Ocean State - Roman
O'Nan, Stewart - Sommer der Züge - Roman
O'Nan, Stewart - Westlich des Sunset - Roman

***
Buchbeschreibung: Ocean State

Über Schwestern, Mütter und Töchter – und die schrecklichen Dinge, zu denen uns die Liebe treibt: Westerly, eine heruntergekommene Arbeiterstadt in Rhode Island, dem kleinsten Bundesstaat der USA. Eine Highschool-Schülerin wird umgebracht; Birdy hatte sich in den falschen Mann verliebt. Die Mörderin: ihre Mitschülerin Angel. Täterin und Opfer verband die Liebe zu Myles, Sohn wohlhabender Mittelschichtseltern, und die Hoffnung, dem Elend ihrer Herkunft zu entkommen.

«Ocean State» erzählt die Vorgeschichte und die Folgen des Mordes aus wechselnden Perspektiven. Da ist Angel, die Täterin, Carol, ihre alleinerziehende Mutter, und Birdy, das Opfer – drei Menschen, deren Schicksale in einem ebenso tragischen wie unvermeidlichen Höhepunkt zusammenlaufen. Beobachterin bleibt Angels jüngere Schwester Marie.

Stewart O’Nan zeichnet ein einfühlsames Porträt dieser Mädchen und Frauen am unteren Ende der Gesellschaft. Tiefgründig und bewegend, ein mitreißender Roman über das Leben der Armen in einem System, das den Reichen
 
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