Sodele,
da mir vor allem ein beflissener Claqueur hier zuerst die Schmach des Doppelpostings erspart hat

,
kann man hier ja vielleicht auch mal wieder auf (weitere) spezielle Informationen der aktuellen
Syrien-"Politik"
der verschiedensten Interessengruppen in Bezug auf "Hintergründe" näher eingehen
(siehe dazu auch
#10 Teil 1)
Denn, jep, sogar die Tagesthemen vom 7.8.201
Das Erste Mediathek [ARD] - tagesthemen - Video zur Sendung Tagesthemen - Dienstag, 07.08.2012
äußern sich inzwischen offiziell u.a. zu diesen Themen:
- Iranisch-Syrische Regierungsgespräche (ca.ab Min: 06:20)
- Situation, finanzielle Auslandsbeteiligung und Vorgehensweise der syrischen "Rebellen" (ca.ab Min: 07:00)
- aber vor allem auch zu ausländisch finanzierten Vorgesprächen syrischer Dissidenten (ca. ab Min: 09:20 bis ca. 13:00)
zur zukünftigen Planung der weiteren Vorgehensweise nach einem (erwarteten) Sturz des Assad-Regimes.
Man vergesse dabei aber auch nicht den Bericht
über (weltweit anstehende) Getreidespekulationen (auch auf Grund schwerster Ernteeinbrüche in den USA)
unter dubiosesten Beweggründen (z.B."Bio"-Energie) ca. ab Min: 19:12)
Teil 2 (geo-politische, geo-strategische & ökonomische Hintergründe) Syrien
Die Gesprächskreise syrischer Dissidenten, u.a. auch in der "Stiftung Wissenschaft & Poltik" (SWP, Berlin-Charlottenburg)
werden sowohl von diversen westlichen Regierung (State Department, Auswärtiges Amt etc.pp.), einigen arabischen Potentaten,
"mit"finanziert und teils "wissenschaftlich" auch in "inhaltlicher" Hinsicht begleitet und geführt
Inwieweit nachrichtendienstliche Kreise (BND,CIA usw.) auch involviert sind, überlasse ich hier mal der Fantasie der Mitlesenden

"Handlungsanweisungen" mit dem viel sagenden Planungsnamen "The Day after" lassen so deutlich globale Interessen a la "Kalter Krieg" erkennen,
und zeigen durch Mitfinanziers aber auch über deutlich auf globale, ökonomische Interessen hin. (Somalia, Sudan, Irak & Afghanistan lassen schön grüßen)
Schwierig also für "noch" mit beteiligte, "demokratisch" ausgerichtete Dissidenten,
die hierbei den Spagat von ausländischen, geo-politischen wie auch geo-strategischen Interessen
und der konkreten Verbesserung der realen Situation des syrischen Volkes finden müssen.
Auffallend ist dabei auch, dass die zwar nicht öffentlich gemachte,
aber indirekte Kooperation mit dem neuerdings in Istanbul beheimateten "Koordinationsbüro der freien syrischen Armee"
(offen finanziert durch westlich orientierte, arabische Ölstaaten) besteht.
Nun will ich hier bestimmt nicht nur einseitig auf "westlich" orientierte Interessenlagen eingehen,
ohne zumindest darauf hinzuweisen,
das sowohl
Russland, als hauptsächlicher Rüstungslieferant mit konkreten Stationierungsinteressen im Mittelmeer,
aber auch als Lieferant industrieller Produkte seit Jahrzehnten in Syrien sehr stark involviert war
und den Verlust von Einfluss und militärischen Basen befürchtet.
Auch
China kann kaum daran gelegen sein, dass die westliche Kontrolle von Infrastruktur (geo-politisch wie -strategisch) in Nahost sukzessiv sich vom indischen Meer über die gesamte arabische Halbinsel bis zum Mittelmeer erstreckt.
Die "mögliche" Unterbrechung und Kontrolle der "chinesischen Perlenkette" mit Stützpunkten vom ostasiatischen Festland über Indonesien/Indien/Pakistan bis hin zum afrikanischen Kontinent ist eine potentielle Gefahr für chinesischen Einfluss und ökonomische wie wirtschaftliche Interessen an mineralischen wie landwirtschaftlichen Ressourcen dort in Afrika.
Wenn man an Afghanistan zurück erinnert (ich habe dazu hier gepostet), stünden dort, neben mineralischen Ressourcen sowohl geo-politische (gegenüber Russland und dem Iran wie China) auch ökonomische Interessen (z.B. Pipelines vom kaspischen Meer zum indischen Ozean) als "Neben"gründe an.
Um aber auf Syrien zurück zu kommen

Bislang war Syrien (mit Russland affinen Interessen) der Hinderungsgrund,
eine Pipeline von den Ölförderstaaten am persischen Golf zum Mittelmeer zu verlegen.
Damit würde zum Einen einer iranischen Bedrohung in der "Straße von Hormus" begegnet,
zum Anderen die Risiken im Golf von Aden (Jemen), der somalischen Piraten
und zusätzlich die Kosten des Kanals von Suez umgangen,
also der Weg und die Risiken auf dem Weg ins "europäische Zentrum" verringert,
auch, weil derzeit im Mittelmeer fast alle Kontrollen militärischer wie ziviler Art in Händen von westlich orientierten Ländern liegen.
Denn die Straße von Gibraltar ist fest in militärischer Hand von Spanien und Großbritannien (also der NATO)
mit (lediglich) einem neutralen, schwachen, arabischen Anrainer namens Marokko!
Von daher sind die Interessen "westlicher" Länder an Syrien vorrangig nicht humanitärer Natur,
auch wenn dies oft vollmundig (z.B. in UN-Kreisen) behauptet wird.
Einfacher ist es ja allemal, mittelfristig die syrische Bevölkerung dem Risiko eines (mitfinanzierten Stellvertreter-) Bürgerkrieges auszusetzen,
um danach, wie auch im Irak (und in Afghanistan erhofft) die eigenen geo-politischen Interessen leichter durchsetzen zu können.
Eine globale, nachhaltige, humanitär ausgerichtete Interessenpolitik ist den "westlichen"Staaten aller höchstens als zweitrangiges Ziel "vor zu werfen".
so far
PS
Insofern will ich die - für mich so zumindest komplett naive, eher oberflächliche, wenn nicht sogar menschenverachtende - Bewertung eines hiesigen Posters
bzgl. des Afghanistan-Krieges auch gar nicht zu umfassend erläutern.
Nur
Besser geht es der afghanischen Bevölkerung im Zuge des so bisher geführten Krieges mitnichten.
Leider werden sich deshalb die Taliban, als zumindest permanente Guerilla, dort etabliert halten.
Es hätte vielleicht anders kommen können, in Form eines konsequenten Vorgehens nach dem (alten) Mottos "winning hearts & minds".
Aber die Verhältnisse [dort], sie sind nicht so
