Tankrabatt - hilft der uns weiter? Aktuell 

littleprof

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Seit dem 1. Oktobber 0:00 Uhr gibt's den zweiten Tankrabatt in diesem Jahr, und tatsächlich purzelten die Preise an den Tankstellen etwa um die versprochenen 17 ct.
Abgesehen davon, dass die Ersparnis pro Tankfüllung nco nicht mal nen Kasten Bier ausmacht war um 12 Uhr schon wieder ein jäher Preisanstieg zu verzeichnen, die die Freude über das staatliche Geschenk deutlich eintrübte.

Die Mineralölkonzerne verdienten kräftig dabei, weil sie den Rabatt nicht vollständig weitergeben, wer kein Auto besitzt, geht leer aus, während die (reichen) Fahrer mit großen Autos bevorteilt werden, die ~ 2,5 Milliarden für den Tankrabatt fehlen im Haushalt für andere wichtige Projekte - die Kritikpunkte an der staatlichen Maßnahme sind vielfältig.

Mein wichtigster Kritikpunkt ist die fehlende Motivation zum Bewussteren mit der Autofahrerei. Das Deutschlandticket wird wieder teurer, Autofahren wird wieder kostengünstiger, wo bleiben da die Signale, die zum Autoverzicht anregen und Alternativen wie Fahradfahren, Fahrgemeinschaften oder die Öffis stärker in den Blick rücken.

Wie seht ihr das?
 
Es ist schwer dort einfach zu sagen, es ist so ... .
Ich sehe es in vielen Punkten ähnlich.

Gute Idee die Leute zu entlasten. Wie es umgesetzt ist, jedoch eher suboptimal um es vorsichtig auszudrücken. Wie du sagtest, trifft es nur die die auch ein Fahrzeug haben. War zwar klar, da es als "Tankrabatt verkauft" wurde. Aber es ginge auch besser. Ein großes Problem ist, dass die Konzerne hinter den Tankstellen sich hier weiter bereichern. Es ist zwar (traurigerweise kann man es nur so sagen) leider normal, dass die Konzerne Gewinne wollen aber wie diese Situation aktuell ausgenutzt wird ist einfach nur dreist.

Der versprochene Rabatt wird dieses mal immerhin fast 1 zu 1 weitergegeben, ist jedoch von der Entlastung her eher gering. Wirkt fast so nach dem Motto, wir wollen gut darstehen und machen daher was ... auch wenn es nur was halbes ist. *hust*
Und diese Kosten fehlen im Haushalt wieder, wo wieso schon ein riesen Loch ist. Dafür kann die Ukraine selbst zwar nichts, aber der Krieg kostet uns eine Menge Geld. Alles das fehlt uns für Dinge, die dringend gemacht werden müssen damit wir zeitnah wieder auf den richtigen Weg kommen.

Auch wenn das Autofahren in Deutschland tief verwurzelt ist und gefühlt ein Grundrecht für alle ist, könnte man diese Situation dafür nutzen das System mit der Bahn zu verbessern und das Deutschlandticket weiter zu bewerben. Die Vorlage ist dafür da, auch wenn es eventuell Makabar ist diese Situation dafür zu nutzen. Sie ist perfekt dafür. Da kommt dann wieder der Gedanke auf, wie Ernst wird das System der Bahn und die (kostenintensive) Umsetzung des Deutschlandtickets genommen? Warum wird nicht gerade jetzt gesagt: die Situation ist zwar für Autofahrer scheiße und nicht witzig, aber könnte eine Chance sein den Stand und die Akzeptanz der Bahn zu verbessern. Klar, kostet auch wieder Geld jedoch kostet alles Geld. Die Politik hat so viel gemeckert und in Bewegung gesetzt um das System mit dem Ticket umzusetzen und nun wird die beste Chance dafür nicht genutzt?

Die gesamte Situation zeigt auf, dass kein richtiger Plan umgesetzt ist. Ansonsten würde man die Situation effektiver nutzen und damit besser umgehen.
Ich muss nun leider los und kann daher nicht so ausgebig schreiben wie ich wollte und auch nicht alles. Daher werde ich später noch mal mehr dazu schreiben.
 
Ich bin da ganz bei dir, wirklich gewinnen tun nur die Ölkonzerne und die Vielverbraucher, sinnvoller wäre es gewesen, das Deutschlandticket preiswerter zu gestalten, den ÖPNV wettbewerbsfähig zu machen (ggü Auto) und vll erhöhen der KM-Pauschale für Pendler, die aufs Auto angewiesen sind.
 
Autoverzicht anregen und Alternativen wie Fahradfahren, Fahrgemeinschaften oder die Öffis
das System mit der Bahn zu verbessern und das Deutschlandticket weiter zu bewerben
Deutschlandticket preiswerter zu gestalten, den ÖPNV wettbewerbsfähig zu machen (ggü Auto)

Kann es sein, dass ihr alle in der Stadt wohnt/lebt? Tellerrand und so. ;)

Da kann das Deutschlandticket 3 Euro 80 kosten ... das bringt den Leuten auf dem Land oder im weiteren Speckgürtel genau was?

Ich befürchte, genau deshalb (weil die Landbevölkerung kaum noch gesehen wird ... von Politik als auch von den Feebackern) sinkt die Akzeptanz auf dem Land noch mehr, als im urbanen Raum. In Städten mit guter bis sehr guter ÖPNV-Verfügbarkeit (Berlin z.B.) verzichten die Leute schon lange auf eigene Autos, schon in Ermangelung von Parkplätzen. Da lohnt sich das DE-Ticket auch noch, wenn es teurer wird.
Auf dem Land bringt's dir gar nichts, wenn 2 Busse am Tag rein und raus fahren (mit Glück).

Den Tankrabatt hätte man sich schon beim letzten Mal schenken können. Das ist für einen Pendler, der täglich 2x 100 km fahren muss, nicht mehr als ein Tropfen, der auf dem Weg zum heissen Stein bereits verdunstet ist.

Der Ukraine-Krieg geht seit ü 5 Jahren, Trump seine Spielchen auch nicht erst seit letzter Woche. Da hätte man lääängst sinnvolle, zielgerichtete Massnahmen und Wege planen können für die, die es tatsächlich brauchen.

Mir persönlich ist es egal, mir tut das nicht weh, ich tanke, wenn's hoch kommt, 5x/Jahr.
Aber z.B. Lehrlinge, die in ihre Ausbildungsfirmen und Berufsschulen müssen, die wenig Knete kriegen ... denen tut das richtig weh, wenn 80% oder mehr nur für Sprit drauf gehen.
Da motiviere die mal, überhaupt eine Ausbildung anzufangen ...
Ebenso die kleinen Handwerksbetriebe, die tägl. zig km zu ihren Kunden fahren müssen ... die alle und noch mehr kommen mit dem ÖPNV überhaupt nicht klar.
... aber der Tankrabatt rettet die auch nur nicht.

Es wäre ja schon mal ein grösserer Schritt, wenn der Staat mal die Finger aus den Hosentaschen der Tank-Kunden nehmen würde.

Woher die Gegenfinanzierung?
Wie wär's denn mal mit Prioritäten setzen, statt Prestige-Ausgaben ... nur so, als Idee. Oder auch mal ein Regresspflicht-Gesetz gegen die, die mit fremder Leute Geld umgehen, als gäbe es kein Morgen ... z.B. Scheuer, Krankenkassen-Spekulanten, Spahn ... der kleine Beamte, der auf dem Markt in Hintertupfingen einen grottigen aber teuren, nutzlosen Fahrradständer genehmigt/bauen lässt etc. ich könnte tagelange Listen schreiben ...
 
Zuletzt bearbeitet:
den ÖPNV wettbewerbsfähig zu machen (ggü Auto)
den ÖPNV wettbewerbsfähig zu machen, bedeutet für mich, ihn derart auszubauen, dass er auch auf dem Land sinnvoll nutzbar ist. Ich wohne zwar jetzt in einer Stadt, wohnte aber lange genug auf dem Land ohne Auto, um die Proibleme selbst zu kennen, inklusive entweder sehr viel zu früh an der Schule anzukommen oder zu spät.

Bei Azubis bin ich voll und ganz bei dir. Und Handwerksbetriebe, Alltagshelfer und Pflegeunternehmen werden sogar doppelt "gestraft" einerseits hohe Spritkosten, zugleich in Städten hohe Parkgebühren. Ich kenne Unternehmen, die sich mittlerweile sehr genau überlegen, ob sich ein Auftrag in der Innenstadt noch lohnt oder die Parkgebühren an die Kunden weiterreichen.
Und bei "Strafen" bin ich bei Dir, ein erster Schritt wäre es da schon, Politikern, die Millionen oder mehr versemmelt haben, nicht weiter Verantwortung tragen zu lassen und sie nicht länger Politiker sein zu lassen... z.B. Spahn trotz Masenaffäre etc in den Haushaltausschuss zu setzen war unter aller Sau....
 
Kann es sein, dass ihr alle in der Stadt wohnt/lebt? Tellerrand und so. ;)
Ich wohne in nem Dorf. Trotzdem gibt es zum Glück eine Anbindung der Bahn und auch Busverbindungen zu anderen Bahnhöfen / Städten, wie sogar jede Stunde fahren. Beim vorigen Dorf sah das so miserabel aus, wie du beschrieben hattest.

Das es in vielen Dörfern und äußeren Gebieten es eher schlecht bis miserabel mit Bus (und Bahn) aussieht, ist ja nichts neues. Das ist halt ein Teil von dem Punkt den ich meinte. Dafür muss das System Bahn ausgebaut werden, also das dass es auch auf dem "Land" effektiv nutzbar ist ohne einen halben Tag mit warten zu verschwenden.
Das ist der Punkt den ich meinte, es wird sich darüber beschwert das keine öffentlichen Verkehrsmittel vorhanden sind jedoch wird dafür nichts aktiv unternommen um dies großflächig zu ändern. Das ist nicht erst seitdem DE-Ticket ein Problem, sondern schon lange davor.

den ÖPNV wettbewerbsfähig zu machen, bedeutet für mich, ihn derart auszubauen, dass er auch auf dem Land sinnvoll nutzbar ist.
Das meinte ich mit meinem Punkt auch.

Der Ukraine-Krieg geht seit ü 5 Jahren, Trump seine Spielchen auch nicht erst seit letzter Woche. Da hätte man lääängst sinnvolle, zielgerichtete Massnahmen und Wege planen können für die, die es tatsächlich brauchen.
Da muss man ja leider sagen, scheint das wirklich gewollt zu werden? Von der Allgemeinheit: ja. Jedoch von denen in entscheidenen Positionen wäre ich mir da nicht so sicher.

Wie wär's denn mal mit Prioritäten setzen, statt Prestige-Ausgaben ... nur so, als Idee. Oder auch mal ein Regresspflicht-Gesetz gegen die, die mit fremder Leute Geld umgehen, als gäbe es kein Morgen ... z.B. Scheuer, Krankenkassen-Spekulanten, Spahn ... der kleine Beamte, der auf dem Markt in Hintertupfingen einen grottigen aber teuren, nutzlosen Fahrradständer genehmigt/bauen lässt etc. ich könnte tagelange Listen schreiben ...
Das ist ja schon lange ein Problem, welches nicht erst seit ein paar Monaten / Jahren vorhanden ist. Der normale Bürger wird sofort in die Mangel genommen, wenn etwas nicht so erfüllt / gemacht wird wie von ihm/ihr erwartet wird. Wie man gerade in der Politik (generell auch jedem anderen Bereich), sieht das für die Leute in entscheidenen Positionen anders aus.

Den Tankrabatt hätte man sich schon beim letzten Mal schenken können. Das ist für einen Pendler, der täglich 2x 100 km fahren muss, nicht mehr als ein Tropfen, der auf dem Weg zum heissen Stein bereits verdunstet ist.
Gerade solchen Personen schmerzt das ziemlich, jedoch betrifft das auch Leute die weniger fahren. Leute die nicht gerade gut verdienen, haben dort massive Probleme (mit der allgemeinen heftigen Inflation noch nicht mal eingerechnet).

Aber z.B. Lehrlinge, die in ihre Ausbildungsfirmen und Berufsschulen müssen, die wenig Knete kriegen ... denen tut das richtig weh, wenn 80% oder mehr nur für Sprit drauf gehen.
Da motiviere die mal, überhaupt eine Ausbildung anzufangen ...
Das hatte mir damals schon als Azubi wehgetan tanken zu fahren und dort waren die Preise noch nicht so verrückt wie aktuell. Aber aktuell ist das für solche Personen kaum zu wuppen.
 
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