Verändert einen ein Auslandsaufenthalt? geschlossen 

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Geardi123

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Hi

Hintergrund ist, dass 2 Freunde von mir ein halbes Jahr durch Neuseeland & Australien getravelt sind. Einer der beiden war c.a. 2 Monate alleine dort.

Gestern Abend habe ich mich mit anderen gemeinsamen Freunden darüber unterhalten & festgestellt, dass wir alle der gleichen Meinung sind.
Die beiden haben sich kein Stück verändert

Wir dachten alle, die kommen etwas Weltoffener oder zumindest irgendwie verändert zurück... aber nichts :rot: die beiden meinen zwar, dass es wirklich super war aber ich frage mich ob es sich wirklich gelohnt hat.
Vor allem weil ich selbst in 1-2 Semestern ins Ausland möchte.

Wie sind eure Erfahrungen, mit Menschen die so etwas hinter sich haben bzw. wie habt ihr das selbst empfunden?


THX
 
Was hast du erwartet, Geardi123?

ca. 2 Monate, das ist ein besonders langer Urlaub, mehr nicht. Da musst du nicht unbedingt mehr mitbringen, als ein paar schöne Bilder und flüchtige Bekanntschaften.

Auch Menschen, die längere Zeit in einem anderen Land verbringen, müssen sich dadurch nicht notwendigerweise wesentlich verändern (es sei denn, sie halten sich in einem Kulturkreis auf, der sich deutlich von unserem abhebt).

Leute, die für eine Zeit in ein anderes Land gehen, unterscheiden sich in der Regel von denen, die lieber daheim bleiben; sie sind vielleicht etwas mutiger, neugieriger auf Fremdes und Unbekanntes, offener für neue Bekanntschaften und Eindrücke, flexibler in der Gestaltung und Handhabung ihrer Umgebung usw.
Diese Eigenschaften werden bei einem Auslandsaufenthalt vielleicht noch verstärkt. Aber ich glaube nicht, dass man bei ihrer Rückkehr ein besonderes "Aha-Erlebnis" hat.
Unsere Tochter war ein halbes Jahr in Italien (Auslandssemester). Sie musste sich bei manchen Stellen echt durchbeißen, was ihr Selbstbewusstsein und ihr Durchhaltevermögen verstärkt hat. Auch ihr Italienisch ist besser geworden. Ein paar italienische Freunde sind geblieben, aber sie verblassen nach und nach.
Empfehlenswert ist ein (oder mehrere) Auslandssemester allemal. Was du draus machst liegt vor allem an dir selbst ;)
 
Was hast du erwartet, Geardi123?


Ja nichts konkretes, aber eben irgend eine Veränderung :D

Nur der eine war 2 Monate alleine, dann haben die 2 sich getroffen & waren insgesamt c.a 6 Monate Unterwegs.
Auf der anderen Seite der Welt, ich hab einfach eine Veränderung erwartet...
 
Hallo Geardi 123,

eine Reise, die gemeinsam mit anderen Deutschen unternommen wird, führt meiner Erfahrung noch nicht einmal zu einer sonderlichen Verbesserung der Sprachkenntnisse. Das weiße Australien unterscheidet sich nur äußerlich (Landschaft, Tiere) von Europa und als Europäer wird man auch nicht anders behandelt, andere Kultur lernt man als Fremder nur schwer kennen.

Ein Auslandssemester ist da schon eine andere Geschichte, da man dort, abgesehen von der Unterstützung durch die Uni, auf sich gestellt ist und sich in einem anderen Lehr-System zurechtfinden muss. Mein Neffe hat sich durch 1 Jahr Kanada deutlich verändert, er ist erwachsener geworden, spricht besser französisch, hat irgendwie klarere Vorstellungen von seiner Zukunft. Ich denke, für ihn hat es sich gelohnt.

Ich würde es Dir auf jeden Fall empfehlen, zumal es sich immer gut im Lebenslauf macht. Und wie LP schon schreibt, es liegt an Dir, was Du darauf machst...
 
Ich denke, dass du allein aus der Tatsache, dass sie sich auf den ersten Blick nicht
verändert haben, nicht schließen darfst, dass sie sich überhaupt nicht verändert haben.

Ich selber war in den letzten beiden Jahren zweimal allein in Israel, einen Monat mit
einem Freund auf dem Balkan unterwegs und habe noch ein paar Städte in Europa
besucht. Auch wenn man mir davon nicht viel anmerken wird, so haben mich diese
Reisen doch geprägt. Ich bin offener für Neues geworden, habe viele neue Menschen
kennengelernt und habe zu schätzen gelernt, wie schön es hier in Deutschland ist.

Es kommt aber auch darauf an, wie man sich im Ausland verhält. Da gibt es die einen,
die alles ausprobieren möchten und die anderen, die eher alles so haben möchten wie zu
Hause. Wenn man zur ersten Gruppe gehört erlebt man natürlich viel mehr und wird auch
davon geprägt. Wenn man dagegen nicht sonderlich offen für neues ist, wird einen ein
Aufenthalt im Ausland auch dementsprechend weniger prägen.

Phunny
 
Hallo Geardie 123,

jede Erfahrung und jedes Erleben bringt eine Veränderung. Sie muss aber weder groß, noch sichtbar für andere sein.

Wenn es um eine Sinnfindung irgendwo im tiefsten Indien geht - ein halbes Jahr Klosteraufenthalt mit dem Ziel - sich - oder etwas zu verändern - kann etwas "größeres" und "sichtbares" entstehen...

Wenn man aber aus junger Mensch einfach nur mal ein halbes Jahr Spaß und Unbeschwertheit in Australien genießen will - es keine großen Hindernisse auf dem Weg gibt - dann hat man eben nur Spaß gehabt ..

Du selbst entscheidest, warum Du ins Ausland gehst - setzt Dein Ziel - und veränderst Dich eben - oder eben nicht (sichtbar, meine ich) ...

Eine Erfahrung ist es immer - Eine Reifung Deiner Seele findet auch statt - die Frage ist nur, wieviel Du oder andere davon merken...

Ich habe es bereut, nicht ins Ausland gegangen zu sein - heute ist es mir aus vielerlei Gründen nicht mehr möglich... also - mach' es, wenn Lust hast und es kannst und schau einfach mal was bei Dir passiert :)

Herzliche Grüße
Alex
 
Meine jüngste Tochter (23 Jahre) war jetzt zum zweiten Mal im Ausland. Das erste Mal für 1 Jahr als AuPair und das zweite Mal für 3 Monate Auslandspraktikum. Und ich muss sagen sie hat sich sehr wohl verändert.
Zum ersten ist sie selbststäniger geworden, zum zweiten Reifer (nicht aufgrund vom Alter her) und drittens hat sie Erfahrungen gemacht, die ihr keiner mehr nehmen kann.

Nun kann man ja sagen, dass Junge Frauen sich anders entwickeln als Jungs, dennoch behaupte ich, dass es jeden Prägt, der für einige Zeit weg von Mutters Rockzipfel und Fern der Heimat ist.
 
Bestimmt haben die Erfahrungen deine beiden Bekannten verändert, auch wenn sie es sich nicht gleich anmerken lassen. Ich denke, dass man gar nicht in ein anderes Land reisen und dort leben kann, ohne von seinen Erlebnissen irgendwie geprägt zu werden. Vielleicht sind es nur kleine Veränderungen, oder auch ein anderer Blickwinkel. Aber unverändert wird keiner zurück gekommen sein. Gib den beiden erstmal ein bisschen Zeit, sich wieder einzuleben. Vielleicht fällt dir mit der Zeit dann doch die eine oder andere Veränderung auf ;)
 
Nicht jeder will sich verändern, und ich stimme zT littleprof zu, ich kann so einen Aufenthalt auch als verlängerten Urlaub ansehen, sozusagen als "Konsument", erwartungsvoll was für ein "Programm" mir - in dem Fall auch ein Land - an Abenteuern bietet.
Vielleicht will ich nicht lernen, sondern "nur" spielen ;)

Nicht immer muß so etwas lang dauern, es können sehr kurze Momente sein, die uns verändern.

Manchmal braucht es im Verlauf der Zeit "Gegen-Eindrücke" mit deren Hilfe erst die eigentlich älteren Eindrücke plötzlich Wirkung entfalten können.

Und ganz egal ob eine Veränderung wahrgenommen wird oder nicht, allein die Tatsache macht sich unter Umständen im Lebenslauf gut ;)

Reifer wird keiner automatisch, schon gar nicht in einem bestimmten Zeitrahmen, egal ob hier oder in Australien....
Und Du sagst zwar, Du weißt nicht, mit was du gerechnet hast, nur mit irgendeiner Veränderung, aber offenbar hast Du mit einer gerechnet, die Du in der Lage bist (sofort) zu erkennen...
vielleicht waren Deine Erwartungen an die Veränderungen, auch wenn Du dir dieser Erwartungen nicht bewußt warst oder bist - was ja nicht identisch damit ist, dass diese nicht vorhanden waren - , einfach etwas zu hoch? :)
 
Nicht der Ort ist es, welcher zu dauerhaften Veränderungen führt, sondern unsere Bereitschaft, etwas dazuzulernen. Das kann man auch zu Hause haben.
 
Veränderungen gibt es nur, wenn man sich längere Zeit am selben Ort aufhält, (das muss nicht nur im Ausland so sein) weil man sich dort anpasst.
Ist man aber ständig auf Reisen, passt man sich nicht an.
 
Veränderungen gibt es nur, wenn man sich längere Zeit am selben Ort aufhält, (das muss nicht nur im Ausland so sein) weil man sich dort anpasst.
Ist man aber ständig auf Reisen, passt man sich nicht an.
Laut deiner Aussage verändern sich also auch Leute nicht, die ein Jahr in der
Welt unterwegs sind, aber nicht länger an einem Ort bleiben?
Das halte ich für vollkommen falsch!

Phunny
 
alles verändert einen (zumindest ein bißchen)... ob man will oder nicht ;)

„Man kann nicht zweimal in denselben Fluß steigen.“ – Heraklit
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich denke, es hängt nicht nur vom Ort, sondern vor allem von der inneren Einstellung ab. Andere Orte mit neuen Einflüssen sind sicherlich hilfreich, aber hauptsächlich kommt es darauf an, diese wahr- und aufzunehmen.
Falls wir mit offenen Augen durch unsere Heimatstadt gehen würden, könnten wir ebenfalls sehr viel neues entdecken. Gleichzeitig können wir mit unserem Standard-Blick durch fremde und ungewöhnliche Kulturen laufen und würden doch nichts sehen.

Ob und wie uns neue Einflüsse verändern, steht dann nochmal auf einem ganz anderen Blatt... :hy:
 
Ich denke die persönliche Erfahrung lohnt sich immer. War selber 1 Semester in den USA und kann nur sagen, dass es sich gelohnt hat.
 
Jeder Mensch verändert sich im Laufe der Zeit, also auch in den 2 Monaten ;) soviel erst mal dazu :D
Dass du es nicht merkst, liegt einfach daran dass es wie oben erwähnt viel zu kurz war um grundlegende Veränderungen herbeizurufen.
Was ich aber 100% denke ist, dass sich die Sprachkompetenz auf jeden Fall verbessert haben muss, man traut sich einfach deutlich mehr in der Sprache dann :)
 
Meine Schwester war 10 Monate im Ausland als AuPair und ich finde nciht das sie sich verändert hat. Einzig eine neue Sprache hat sie gelernt und neue Leute kennengelernt, aber verändert nicht, sie ist immer noch die gleiche wie davor gewesen.
 
ich lebe mittlerweile seit ueber drei jahren in australien und habe mich definitiv veraendert: habe mich dem lebensstil hier gerne "angepasst", bin wesentlich entspannter und kann das leben als solches viel mehr geniessen!
 
Meine Ex-Frau war für 2 Auslandssemester in Großbritannien. Ich empfand schon eine merkliche, positive Änderung bei ihr. Sie wurde reifer und selbstständiger.
 
Meine Schwester war 10 Monate im Ausland als AuPair und ich finde nciht das sie sich verändert hat. Einzig eine neue Sprache hat sie gelernt und neue Leute kennengelernt, aber verändert nicht, sie ist immer noch die gleiche wie davor gewesen.

wir suchen ja auch eher das Bekannte, das Vertraute in Menschen, die uns nahestehen.
Heißt, es fällt uns vielleicht nicht.

Vielleicht fällt es nichtmal ihr auf...andererseits, eine Nachfrage, ob die Person selbst (in dem Fall Deine Schwester) meint, sich vllt. ein wenig verändert zu haben, kann sich manchmal lohnen...

:)
 
Hey,
also ich war ein halbes Jahr in Peking und habe da studiert und ich habe sehr wohl gemerkt das ich mich in manchen Dingen verändert habe... Ich muss auch sagen, das es drauf ankommt wie offen du dem neuen Land gegenüber bist... wenn du weiterhin als "steifer" deutscher hingehst und nicht zu neuen Erfahrungen kommst dann wirst du dich auch nicht ändern, dann war alles eher ein Urlaub. Aber wenn du dir erstmal deinen Alltag schaffst und die Momente und Eindrücke in dir selbst festhältst dann kommst du schon als ein anderer wieder :-) Manche mögens, manche nicht...
 
Hallo Geardy,
ich habe die letzten 12 Jahre in verschiedenen Austauschorganisationen gearbeitet und war selber zwei mal für langere Zeiten im Ausland, kann also schon behaupten etwas mehr über das Thema zu wissen. ;)
Generell denke ich, dass jeder Auslandsaufenthalt, auch wenn es nur für einige Wochen ist, einen Prägt und ggf. auch sogar schon verändert. Aufenthalte, die 2-3 Monate überschreiten und alleine geführt werden haben definitiv eine Veränderung deinerseits zufolge, da dein Blickwinkel einfach ein wenig geöffnet wird.
Ich denke, was das Problem bei Deinen Freunden ist, ist die fehlende Distanz zum Heimatland und zu ihren Freunden. Da sie zu zweit unterwegs waren hatten sie nicht "die Not" sich auf das Land voll einzulassen und neue Freundschaften zu schließen. Ich spreche nicht davon, dass sie niemanden kennengelernt haben, aber wenn man 6 Monate alleine unterwegs ist und niemanden hat, auf den man zurück fallen kann, entsteht einfach eine ganz andere Mentalität, die es dir ermöglicht tiefere und prägendere Freundschaften aufzubauen.
Nach meinen beiden Erfahrungen meine ich, ein Auslandsaufenthalt wirklich eine tolle und für jeden Wünschenswerte Erfahrung ist! Lass es dir die Idee nicht madig machen, nur weil Deine Freunde nicht unbedingt davon profitiert haben. Man muss jedoch bereit dafür sein, die Kultur und die Erfahrungen die man da macht in einen Aufzusagen um später daran zu profitieren.
Ich hoffe ich konnte ein wenig Hilfe geben. :) Sonst kannst Du auch gerne noch Kontakt zu mir per PN aufnehmen, wenn du noch nicht im Ausland bist. :)
 
Hey, also ich war nach dem Abi auch ein Jahr im Ausland(Australien, Work& Travel). Ich würde behaupten, dass ich mich während dem Auslandsaufenthalt schon etwas verändert habe. Ich bin selbstständiger und auch offener gegenüber Neuem geworden. Egal ob anderen Menschen gegenüber, fremdem Essen oder anderen Kulturen... also alles durchaus positiv meiner Meinung nach ;-)
 
Ich bin sicher ein Auslandaufenthalt verändert einen Menschen immer. Ob nun merkbar für Freunde oder weniger merkbar. Sobald man sich an andere Sitten anpasst da man damit lebt, beginnt man darüber nachzudenken und übernimmt manches davon.
Ich war z.B. 3 Monate in GB / Wales. Ich kam sowas von relaxt nach Hause. dort hatte ich auch meinen Alltagsstreß, habe in meinem Job gearbeitet, jedoch war es einfach anders.
Der Umgangston ist dort aber deutlich freundlicher im Alltag als bei uns in D.
Öfter mal Bitte und Danke sagen und die Menschen anlächeln. Das habe ich übernommen bis heute...

Einfach über den Tellerrand blicken verändert die Scheuklappen mit denen man durch Leben geht. Da bin ich davon überzeugt. :-)
 
Es kommt darauf an wie man während des Auslandaufenthalts lebt. Wenn man mit Abenteuerlust und Phantasie herumreist und Land und Leute kennenlernt, dann verändert es einen positiv. Wenn man allerdings (wie viele es in Australien tun) nur dort ein bisschen arbeitet und dann abends mit anderen Backpackern Party macht, dann denke ich nicht, dass es allzu viel bringt.
Die Herandegehensweise ist wichtig!
 
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