Von Hackern gefeiert, vom Chef gefeuert

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Peter Kleissner geht zwar noch zur Schule, spricht aber schon auf Hacker-Konferenzen wie der "Black Hat" in Las Vegas, wo der 18-Jährige prompt ein Angebot von Microsoft bekam. Zuhause hat er gerade seinen Job verloren - weil er ein Tarnkappenprogramm an Behörden verhökern möchte.

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"Erstens Ruhm, zweitens Erfolg, drittens Geld!" - diese drei Motive nennt Peter Kleissner als Antrieb, in dieser Reihenfolge. Ein Nerd, wie man ihn sich üblicherweise vorstellt, ist er nicht: Mit seinen verwuschelten Haaren und den blonden Spitzen sieht der 18-Jährige aus wie der coole, aber etwas schüchterne Junge in einer Foto-Lovestory der "Bravo". Der Schüler aus einem Wiener Vorort geht in Clubs, hört HipHop, schaut MTV und programmiert nebenher - zum Beispiel Software für unauffälligen Passwort-Klau.

Sein bislang wichtigstes Werk heißt "Stoned" und agiert wie eine Tarnkappe. Darunter kann Software laufen, die unbemerkt das Passwort einer Verschlüsselung mit "TrueCrypt" belauscht. Mit der Open-Source-Software "TrueCrypt" lassen sich Festplatten chiffrieren und somit zum Beispiel auch Kinderpornos verstecken; daher könnte Kleissners Programm Ermittler interessieren - Stichwort Bundestrojaner. Passwörter klauen ist aber auch äußerst unfein, gilt als feindselige, bösartige Form des Hackens. Seinem bisherigen Arbeitgeber gefiel Kleissners Tarnkappen-Software gar nicht - deshalb verlor der 18-Jährige vor kurzem seinen Job. Kleissner scheint das nicht übermäßig zu stören - spätestens seit er zu einer der wichtigsten Hacker-Tagungen der Welt eingeladen wurde, hofft er auf eine große Zukunft in der Code-Branche.

Seit seinem vierten Lebensjahr ist Kleissner fasziniert von Computern. Sein erster lief noch mit MS-DOS und Windows 3.11. Ein Jahr muss er jetzt noch zur Schule, er mag die Fächer Wirtschaft und Recht. Und Informatik? War langweilig, als er es noch hatte: "Am Anfang fanden es die Lehrer toll, wenn jemand mehr kann, aber später war es ihnen unangenehm." Mit 17 schon wollte er sein Talent vergolden und bewarb sich bei Ikarus Security Software, einer Firma für Computersicherheit in Wien. "Für sein Alter war der Bua ein guter Coder," erinnert sich Josef Pichlmayr. Der Ikarus-Chef gibt dem Schüler einen Nebenjob als Programmierer; Zugang zu Viren hatte Kleissner laut Firmenangaben nie.

40 Stunden Schule, 30 Stunden Job, 30 Stunden Freelance-Hacken

Trotzdem erwacht in dieser Zeit das Interesse des Strubbelkopfs an Schadsoftware - Programme, die Rechner lahmlegen, Daten ausspähen, Dateien vernichten oder PC fernsteuern.

Seiner Schule half er gegen Attacken auf das hauseigene Netzwerk, trotzdem "hat man mir mal den Schüleraccount zum Netzwerk gesperrt," sagt Kleissner. Schulleiter Peter Cernov kann das gerade nicht überprüfen, in Österreich sind noch Sommerferien, die Lehrer nicht da.

Im Mai 2009 beschloss Peter, sein Projekt "Stoned" für eine berühmte Hacker-Konferenz einzureichen. Neben 40 Stunden Schule und 20 bis 30 Stunden Nebenjob pro Woche werkelte er bis zu 30 an seinem Tarnkappen-Programm - den ganzen Juni lang.

Mit Erfolg: Die Organisatoren um Hacker-Legende Jeff Moss luden ihn nach Las Vegas ins Hotel "Caesars Palace" zur Konferenz "Black Hat" . Ende Juli flog Kleissner in die Casino-Stadt. Dort erreichte ihn die E-Mail seines Chefs; der hat etwas spitzgekriegt: Der jüngste Angestellte weist im Code seines Programms darauf hin, dass er es verkaufen möchte. "Das war so, wie ein krimineller Schreiber von Schadsoftware das machen würde", erinnert sich Ikarus-Boss Pichlmayr. Also forderte er von seinem Mitarbeiter: "Er sollte den Verkauf stoppen und nach seiner Rückkehr umgehend in meinem Büro erscheinen."

Aber erstmal genoss Kleissner die Aufmerksamkeit auf der "Black Hat"; obwohl sein Englisch schlecht ist, macht sein Vortrag Eindruck. "Leute von Microsoft haben mir zu einem Praktikum in der Firmenzentrale geraten," sagt Kleissner stolz. "So etwas kommt vor, zu Details sagen wir nichts," erklärt Microsoft-Sprecher Thomas Baumgärtner auf Nachfrage von SPIEGEL-ONLINE.

Auf der Rückreise knackt Kleissner nebenbei ein Flughafen-Terminal

Der Software-Gigant, Förderer der "Black Hat", lud Kleissner auch zur traditionellen Party auf der Hacker-Konferenz ein. Wovon der Schüler aber nichts hatte - er kann zwar digitale Sicherheitshürden umgehen, nicht aber die Alterskontrolle: Im Saal gab es Alkohol, der ist in den USA ab 21 und Kleissner gerade 18.

Auf der Rückreise tat er dann einmal mehr das, was ihm Erfolg aber auch noch viel Ärger einbringen könnte: Er verschaffte sich Zugang zu einem eigentlich abgesicherten Rechner. Kleissner musste am Flughafen Zürich sechs Stunden warten, aus Langeweile kaperte er flugs einen Internet-PC im Wartebereich und ließ ihn hundert Seiten ausdrucken. Auf seiner Website zeigt er ein paar verwackelte Fotos und erklärt detailliert seine Tricks. Ein Kommentator mahnt: "Fünf Ausdrucke hätten auch gereicht."

Zurück in Wien ging es ins Büro des Chefs, dort heißt es: Entweder Vermarktung stoppen oder er fliegt. Peter Kleissner möchte sein Werk an Behörden oder Ermittler verkaufen; er glaubt, die Verbreitung kontrollieren zu können. Doch will sein Boss ihm glauben? Nein. "Das ist absolut nicht mit dem Kodex der Sicherheitsindustrie und natürlich auch unseres Hauses vereinbar", stellt Pichlmayr klar. Er kündigt dem Schüler fristlos.

Wie schützt sich der Hacker vor Viren? Gar nicht

Kleissner sagt, bei ihm habe sich schon ein Interessent vom Landeskriminalamt Niedersachsen gemeldet; dort heißt es lapidar: "Selbst wenn es so wäre, sagen wir nichts." Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Club ist skeptisch, was die Erfolgsaussichten des Schülers angeht: "Ich warne vor zu viel Optimismus." Die Dozentin für Informatik der Humboldt-Universität Berlin weiß: Behörden und Polizei haben ihre Firmen, "das sind langjährige Partner, da hat man als Freelancer kaum Chancen." Außerdem findet sie es ethisch bedenklich, ein Programm zu verhökern, das anderen schadet.

Wie schützt Peter Kleissner eigentlich seinen eigenen PC? Nutzt er Linux als Betriebssystem? "Nein," sagt er und schmunzelt, "ich hab Windows Vista und nicht mal einen Virenschutz." Seinen Ex-Arbeitgeber will er wegen der fristlosen Kündigung vielleicht verklagen; nebenher macht er jetzt erstmal die Matura, das österreichische Äquivalent zum Abitur. Schon jetzt will er sich selbständig machen - und nach dem Schulabschluss an der TU Wien Informatik studieren.

Quelle: Spiegel

..so kanns gehen...:D
 
Soviel zum Thema Verschlüsselungen sind sicher, lol.

Truecrypt nee is klar, die beiden, die ich anspreche wissen schon bescheid ;)
 
Was sagt der "Artikel" jetzt aus?
Außer das mal wieder ein wannabe Ha...Cracker in die Öffentlichkeit gezogen wird um Aufmerksamkeit zu bekommen, sagt er garnichts aus.
Es gibt wahrscheinlich hunderttausende dieser "Bubis" die wesentlich talantierter sind, denen aber keine Artikel gewidmet, geschweige denn Jobs angeboten werden.

Erinnert mich doch stark an diesen anderen Typen, der im Prinzip auch nur ein lausiger Cracker war und trotzdem dadurch einen Job bekommen hat und heute von Sicherheit etc. faselt um Geld zu scheffeln, während zeitgleich seine Site von der "echten" Szene offline gebracht wird. :weg: Wie hieß er noch gleich?
Unwichtige Namen entfallen einem so schnell. :rolleyes:
 
Soviel zum Thema Verschlüsselungen sind sicher, lol.

Ist es auch ;)

Truecrypt nee is klar, die beiden, die ich anspreche wissen schon bescheid ;)

Gehoer ich zu "die beiden" dazu? :p

Und Truecrypt ist sicher, ich weiß ja nicht wie du den Artikel aufgefasst hast, aber die Moeglichkeit das TrueCrypt PW auszulesen besteht nur dann, wenn sich das Programm auf dem laufenden PC befindet, quasi wie malware.

Wer also aufpasst, was er sich fuer Dateien runterlaedt, wird mit Truecrypt weiterhin 100% Sicherheit haben, vorausgesetzt er hat ein sicheres PW verwendet.

Zum Typ selber:

kA ob er sich nun besser fuehlt, aber ich wuerd keine Freude empfinden, wenn ich am Flughafen 100 Blaetter ausdrucke.

Er hat keinen AV, verbrennt ihn!

Wenn man aufpasst, was man fuer Dateien runterlaedt und was fuer Seiten man besucht, braucht man normal keinen AV.

@ Gaijin:

Der Typ hieß Kevin Mitnick.
 
@ Gaijin:

Der Typ hieß Kevin Mitnick.

Nee nee, Mitnick war es nicht.
Wenn ich mich recht entsinne, hat der Typ für irgend einen der Linux Vertreiber gearbeitet.
Dazu gab es vor einiger Zeit einen Artikel bei Heise. Ich glaube sogar, das der Witz an dem ganzen war, das seine Site auf einem Windows Server lag, wo er sich nie um Updates etc. gekümmert hat.

Aber ist ja auch nebensächlich. Ich hasse es einfach wenn diese Möchtegern's zu viel Aufmerksamkeit bekommen obwohl es weitaus talentiertere als sie gibt.
Vorallem: Profit machen aus dem Wissen um Schwachstellen im OS X oder Y entspricht eh nicht der Hacker-Mentalität. Deshalb trifft Cracker für solche Leute eh besser zu. Vorallem dann, wenn externe Software benutzt wird, statt eigenen Fertigkeiten.
 
Es gibt wahrscheinlich hunderttausende dieser "Bubis" die wesentlich talantierter sind...

Tja. Er hats geschafft..SIE nicht. Is halt ein Artikel mein Gott. Nur weil er es geschafft hat und er vielleicht nicht der Beste ist heißt es nicht das kein Artikel über ihn geschrieben werden muss. Wenn ers kann soll es man ihm doch lassen. Ich finds auf jeden Fall geil einfach so einmal am Flughafen nen PC zu hacken. :eek:
 
:mad:
Wenn hier jemand mal (auch Mods *g*) den Begriff "Hacker" schleunigst editieren könnte ....:päng:
Mir ist das nämlich wirklich wichtig, die richtigen Begriffe und zuordnungen zu verwenden ;)

DAS hier beschriebene hat nach meinem Verständnis erstmal vorrangig nichts mit hacking zu tun...
Cracking würde hier wohl viel eher zutreffen. :rolleyes:

@ Slate :)
Ein Verschlüsselungsprogramm ist eben nur so gut,
wie sein Benutzer (intelligent und auch vorsichtig ist) :D

muesli
 
@ recon
Menno, dann schreib gefälligst etwas mehr von Deiner Meinung dazu ;)

Netter Artikel zwar, aber wer hier das Sponsorentreffen "Black Hat" mit einem Hackertreffen gleichsetzt, der manipuliert i-wie ja mit ;)

Mein Chapeau gilt übrigens hier ausdrücklich auch dem Chef (Ikarus) dieses Coding-Kiddies,
der sich zumindest seiner Verantwortung (auch als Ausbilder) wohl noch sehr bewusst ist :)

Stroke schrieb:
Ich finds auf jeden Fall geil einfach so einmal am Flughafen nen PC zu hacken.
Noch so'n Kiddie :löl:

:D
muesli
 
Wer also aufpasst, was er sich fuer Dateien runterlaedt, wird mit Truecrypt weiterhin 100% Sicherheit haben, vorausgesetzt er hat ein sicheres PW verwendet.

der angreifer brauch physischen zugriff auf den rechner, da es wie ein bootkit funktioniert. auf windows ebene ist nichts zu holen.

mfg
 
[...] Gehoer ich zu "die beiden" dazu? :p [...]
Leider nicht :p

Slate, wir haben das im IRC ja vorher schon genügend ausdiskutiert :D

der angreifer brauch physischen zugriff auf den rechner, da es wie ein bootkit funktioniert. auf windows ebene ist nichts zu holen. [...]
Falsch! Einfach (oder auch nicht einfach^^) RAM auslesen. Da ist dann der Schlüssel gespeichert.

Phunny
 
Ehrlich gesagt bezweifle ich, daß jemand, der so extrem unreif ist und anscheinend keinerlei Überblick hat, ernsthaft in der Lage ist, das Gesagte alles (zumindest allein) anzustellen. Für mich sieht es eher so aus, als wenn da jeman eine riesengroße Klappe hat - und wenig dahinter. Jemand, der sich seiner Macht bewußt ist, hat es nicht nötig, auf diese Weise damit zu prahlen. Ebensowenig ist es realistisch, sich ausgerechnet mit dem Chef eines Sicherheits-Unternehmens darüber auseinanderzusetzen, daß es sein gutes Recht sei, jegliche Schadsoftware nach eigenem Gusto unters Volk streuen zu dürfen. In einer Firma arbeiten, den Ruf der Firma aber nach außen zu untergraben gehört kaum zu den Rechten, die man sich realistischerweise als Mitarbeiter herausnehmen darf. Es sei denn, man ist entweder größenwahnsinnig - oder aber ein Hochstapler.

Gruß Konradin
 
dann reden wir von 2 verschiedenen systemen, wobei deins wohl inzwischen überholt sein dürfte (30.12.2008)

mfg =)
 
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