Mich betrifft dies ohnehin nicht persönlich, jarvis, da ich mir ohnehin keine Fußballspiele anschaue, weder zuhause noch sonstwo.
Dennoch sollte man Krachmacher differenziert betrachten, denn es kann nicht angehen, daß Stadionbesuchern grundsätzlich einem Körperverletzung (denn um eine solche handelt es sich ab einem gewissen Schallpegel) angetan wird - von trötenden Fans nach dem Spiel einmal völlig abgesehen. Die Grenze von der Belästigung zur Körperverletzung ist leicht überschritten, wenn man diesen Krachmachern anderen Menschen zu nahe kommt. Ein inhomogener Lärmpegel unterscheidet sich eben grundsätzlich von dem eines Gerätes, welches nur in einem sehr engen Frequensspektrum wirksam ist.
Mit einer Trompete ist es ein Leichtes, das Gehör eines anderen Menschen nachhaltig zu schädigen. Aber im Gegensatz zur Trompete hält sich der musikalische Einsatz dieser Tröten in engen Grenzen. Weder ist eine virtuelle Spielweise möglich, noch ein gedämpfter Einsatz wie bei der gestopften Trompete möglich. Der Sinn und Zweck dieser Tröten ist einzig und allein das Krachmachen, für alles andere (außer dem Gewinn der Hersteller und Händler) sind sie untauglich.
Von der Atmosphäre eines Spiels kommt mittlerweile ausser einem monotonen Dauergetute scheinbar wenig herüber, also kann man auch gleich ganz darauf verzichten.
Ich stelle mir gerade vor, wie es denn wäre, wenn man bei irgendeiner zukünftigen WM Lochsirenen als Krachmacher zulassen und als ureigenstes nationales Kulturgut deklarieren würde.
Vor dem heimischen Fernseher ist es natürlich anders, da kann man den Ton abstellen. Das hat zugleich auch noch den Vorteil, daß einem die wortreichen Ergüsse der Kommentatoren erspart bleiben. Aber manche Zusacheuer schalten dann gleich ganz ab. Das ist ja das völkerverbindende an Sportgroßveranstaltungen, daß man einerseits mit einem enormen Medienrummel die Zuschauer vor den Fernseher lockt, sie andererseits durch einen Dauerlärmpegel verschreckt, damit sie die längste Zeit Zuschauer gewesen sind. Irgendetwas stimmt da überhaupt nicht mehr.
Gruß Konradin