Titel: (alle von diesem(r) Autor(in) hier angeführten Titel in DE)
Walter Scott - Das Kloster
Walter Scott - Der Alterthümler
Walter Scott - Der Abt (Fortsetzung von "Das Kloster")
Walter Scott - Der Pirat
Walter Scott - Der schwarze Zwerg
Walter Scott - Die Jungfrau vom See
Walter Scott - Die Presbyterianer (1876)
Walter Scott - Eine Sage von Montrose
Walter Scott - Redgauntlet
Das Kloster:
Walter Scotts historischer Roman Das Kloster erzählt von Geschehnissen im schottischen Kloster Kennaqhueir um das Jahr 1550. Die fortschreitende Reformation versetzt das katholische Kloster in Aufruhr. Der Protestantismus gewinnt immer weiter an Boden. Walter Scott schildert die Folgen des Glaubenskriegs für das Leben einzelner Charaktere im Umfeld des Klosters. Auch ein Liebespaar gerät in die Dynamik des Konflikts. Eine weiße Fee greift steuernd in den Geschichtsverlauf ein.
Der Roman Das Kloster erschien erstmals 1820. Vorbild für das Kloster Kennaqhueir war vermutlich Melrose Abbey.
Das nun hier vorgelegte eBook beruht auf einer vollständigen, "wirklichen" Übersetzung von Friedrich Funk aus dem Jahre 1851, die im Original 625 Seiten umfasste und alle Einleitungen, Motti, lyrischen Einlagen und Anmerkungen enthält.
Der Abt:
Der historische Roman "Der Abt" bildet die Fortsetzung und den Schluss zu "Das Kloster". Die phantastischen Motive dieses Werkes (die ›weiße Dame‹) führt Walter Scott, der sie sich selbst als Fehler ankreidete, hier nicht fort; statt dessen tritt Maria Stuart während ihrer schottischen Gefangenschaft (1567/6 auf der Burg Loch Leven in Erscheinung, die dort von ihren eigenen schottischen Untertanen festgesetzt wurde, nachdem ihre Königsherrschaft und ihre erotischen Eskapaden das Land an den Rand der Anarchie gebracht hatten. Ihre Gegner sind Anhänger des Reformators John Knox; doch hat sie immer noch starke katholisch gesinnte Clans auf ihrer Seite.
Die Hauptpersonen sind jedoch die jugendlichen Roland Graeme und Katharine Seyton, die in die politisch-religiösen Wirren hineingerissen werden und sich dabei näher kommen. Der Titelfigur, dem Abt, bleibt demgegenüber eine bloße Nebenrolle; Walter Scott, der sich hier als wackerer Protestant gibt, lässt keinen Zweifel daran, dass in Schottland wie in England die Tage des Katholizismus gezählt sind.
Der Alterthümler:
In "Der Alterthümler" präsentiert Walter Scott eine eindringliche Erzählung, die das Streben nach Wissen und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit thematisiert. Der Roman, in einem stilistisch ansprechenden und oft romantisierenden Ton verfasst, verbindet historische Fiktion mit zeitgenössischen Fragestellungen, indem er den Protagonisten auf eine Reise durch Kultur und Geschichte entführt. Scotts Meisterschaft liegt in der lebendigen Schilderung seiner Charaktere und der atmosphärischen Verankerung der Handlung im 18. Jahrhundert, was die Leserschaft sowohl fesselt als auch zum Nachdenken anregt. Walter Scott, als einer der Begründer des historischen Romans, bringt in sein Werk nicht nur seine literarische Begabung, sondern auch seine profunde Kenntnis der schottischen Geschichte und Kultur ein. Seine Erfahrungen als Dichter und Historiker sowie sein Engagement für die Wiederbelebung nationaler Traditionen prägen die thematische Tiefe und den kontextuellen Reichtum des Buches. Scott, ein scharfsinniger Beobachter der menschlichen Natur, nutzt gesammelte Erkenntnisse aus seinen Reisen und Studien, um die kulturellen Strömungen seiner Zeit zu reflektieren. "Der Alterthümler" ist ein unverzichtbares Werk für Liebhaber der Literatur und Geschichte. Es bietet nicht nur einen fesselnden Einblick in die damalige Gesellschaft, sondern regt auch zur Reflexion über das Erbe und dessen Einfluss auf die Gegenwart an. Leserinnen und Leser, die sich für die Verflechtung von individueller und kollektiver Geschichte interessieren, werden von Scotts tiefgründiger Erzählkunst und seinen lebendigen Charakteren begeistert sein.
Der Pirat:
Aus der Reihe der "Waverly"-Romane (1814-1832), mit denen Walter Scott seinerzeit den Typus des historischen Romans formte, ist "Der Pirat" (1822) hierzulande eher unbekannt, zumal die Verbreitung seines Werkes nach dem ersten Weltkrieg auf nur noch wenige Werke zusammenschrumpfte, an erster Stelle "Ivanhoe". Das Besondere der Romanreihe war ja, dass jedes Werk zu anderen Zeiten, in anderen geschichtlichen und geographischen Umständen und in unterschiedlichen Milieus spielte – so nun also eine Seeräuber-Geschichte, die einmal mehr ein denkwürdiges Figuren-Panoptikum aufweist und mit zahlreichen lyrischen Einlagen aufwartet. Dass in der Übersetzung die kräftige Einbeziehung des Slangs wegfällt und auch die nautischen Fachbegriffe gemildert sind (in den englischen Ausgaben gibt es z.T. umfangreiche Worterklärungslisten), muss man hinnehmen. Eine adäquate Übertragung dieses Werkes ist tatsächlich eine echte Herausforderung.
Friedrich Richter wird ihr mit seiner Übersetzung von 1840 zufriedenstellend gerecht; sie erscheint hier in der Form, wie sie 1851 in der zuverlässigen Werk-Ausgabe der Stuttgarter Hoffmann'schen Verlags-Buchhandlung publiziert wurde. Das Frontispiz dieser Ausgabe (es zeigt Minna Troil) bildet die Grundlage des Buchdeckels.