@ dr. Kongo :
das zivile Krav Maga wurde den rechtlichen Gegebenheiten der jeweiligen Staaten angepasst und ist im Gegensatz zum militärischen Pendant quasi "entschärft", es gilt allgemein :
- wenn Ihr "Kampfkunst" im traditionellen Sinne erlernen wollt, seid Ihr in
Taekwondo, Karate, Judo, Jiujitsu, Aikido etc. pp. gut aufgehoben. Hier geht es (in guten Schulen) um Disziplin, Selbstbeherrschung, streng hierarchische Strukturen, Perfektion in der Ausführung usw.
- wenn Ihr mehr an Sparing (Freikampf, Semi- oder Vollkontakt) interessiert seid, werdet Ihr beim Thai- oder Kickboxen Eure Freude haben
- die "Exoten" sind dann eher Wing tsun, Ninjutsu, Krav Maga, Jeet kun do etc, welche z.T. versuchen, sich an halbwegs realistischen Situationen orientieren
Alle diese Kampfsportarten haben Eines gemeinsam : Regeln
- wenn Ihr aber etwas wirklich "Realistisches" sucht, seid Euch darüber im Klaren dass es auf der Straße keine Regeln gibt. Frei nach den Ärzten "sie kratzt, sie spuckt, sie beisst " (oder ähnlich) wird alles eingesetzt, was zweckdienlich ist : alle Körperteile, Tritte vom Zeh bis an den Kopf auf Vorder- und Rückseite des Körpers, Gegenstände, Waffen, Schläge, Stöße, Handkanten, Ellbogen und so weiter und so fort. Unter Umständen schreit hier keiner "Halt", der Kampf endet dann wenn es der Überlegene will. Dafür gibt es dann sogenannte "Streetfighting"- Schulen oder gemäß dem Motto "nur die Harten kommen in den Garten" diejenigen, welche ihre Erfahrungen selbst auf der Straße sammeln (oder in Märchenform : "Fight Club").
Ein gewissenhafter Kampfsportschüler läuft somit durchaus Gefahr, von einem primitiven aber effektiven Straßenschläger durchaus den einen oder anderen Treffer zu kassieren. Und vergesst die tollen Filmchen, in denen einer mit 5 Leuten fertig wird. Mit viel Erfahrung, Fitness, Reaktionsschnelligkeit und Glück kommt man mit 2, max. 3 Leuten klar. Alles andere ist Hollywood.
Was das Richtige für einen ist, muß jeder selbst entscheiden. Im Zweifelsfall gewinnt auf der Straße die Technik, welche am unfairsten und hemmungslosesten eingesetzt wird. Am gefährlichsten sind kurioser Weise manchmal Diejenigen die völlig unkonventionell und unkoordiniert Hände, Füße oder Waffen einsetzen. Die einstudierten Verhaltensweisen können hier völlig fehlschlagen, die Attacke geht u.U. durch.
Pauschal zu sagen, eine Stilrichtung taugt nichts ist völliger Blödsinn. Es gibt auch z.Bsp. im fusslastigen Taekwondo Ellbogen-Techniken, die in vielen deutschen Schulen im Allgemeinen nicht gelehrt aber äußerst effektiv im Infight eingesetzt werden können. Wer einmal live gesehen hat, wie Kwon Jae Wha Flusskieselsteine mit der Hand- Innenkante (!!) zerschlägt wird den Taekwondo- Leuten kaum die Möglichkeit des Einsatzes effektiver Hand- Techniken absprechen. Ich wurde von einem über 70jährigen Kwon Jae Wha- Schüler trainiert, dessen Fähigkeiten ich habe nicht erreichen können obwohl ich nicht einmal halb so alt bin. Vor dem Taekwondo war er im Boxen aktiv, eine absolut erschreckende Mischung der Techniken !
Deshalb : ausprobieren was einem am meisten liegt, diese Kampfkunst mit Spaß perfektionieren und für den Gegner beten, dass man sie nie gegen ihn einsetzen muß
Viele Grüße
silver surfer