Zitat von Ludwig XIV - Absolutismus geschlossen 

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

cheffe

Registered +
Registriert
Okt. 2007
Beiträge
302
Hallo,

ich habe hier ein Zitat von Ludwig XIV

"So mancher Untertan gäbe wohl einen schlechten Herrscher ab: Dem Ranghöheren zu gehorchen, ist um ein Vielfaches leichter, als sich selbst in der Gewalt zu haben, und wenn uns erlaubt ist zu tun, was immer wir wollen, dann ist es nicht einfach, stets nur das zu wollen, was richtig ist."

Kann mir einer das Zitat erklären, anders formulieren o.ä.?
verstehe das nämlich kaum, evtl. auch im Bezug zum Absolutismus etc.

Danke!
 
Hallo cheffe,

was fällt dir denn zu dem Zitat ein?Auf welche Ideen kamst du bisher?

In was für einer Schule bist du denn,damit ich bzw. die Anderen wissen,wie umfangreich und inhaltlich die Antowrt sein soll.

Hattet ihr in der Schule Staatstheorien durchgenommen?

Thomas Hobbes?
John Lockes?
Jean-Jacques Rousseau?
...........


LG

Jumbes
 
hmmm....


also es ist leichter Untertan zu sein als Herrscher - klar.

Wenn man nun über die Herrschaftsmacht verfügt, dann will man nicht nur das was richtig ist - ?


nicht nur das verständnis ist hier in diesem Fall kompliziert, sondern auch der Zusammenhang zum gesch. kontext


Niveau: Oberstufe - ohne geschichtliches Vorwissen zu den von dir genannten Staatstheorien u.ä.
 
Ist sozusagen die Selbstreflexion eines absolutistischen Monarchen :
"Der Staat bin ich"
Die Gewalt die ich selbst gegen mich anwenden muß um das richtige zu tun.

Weil alles was er macht ist legitim.
 
Kannst dir ja mal die Staatstheorie von Thomas Hobbes anschauen,speziell Leviathan.
 
hmm Jumbes, ich glaub du hast meine Frage nicht richtig verstanden.

Ich sollte weder jeglichen Bezug zu irgendwelchen Staatstheorien, noch zu sonstwem herstellen. (sowas hatten wir auch noch nie behandelt)

Es ist auch keine Hausaufgabe, wo ich das Zitat nur erklären soll o.ä. sondern aus diesem Zitat eine mehrseitige Q.-Interpretation durchführen, demnach geht es mir jetzt erstmal nur darum, dass ich überhaupt verstehe was er sagt!
nur aufs zitat bezogen.

Das nun in dem geschichtlichen Kontext einzufügen, ist wiederum auch eine Aufgabe, die ich aber erst nachfolgend behandeln will ;)
 
Um die Aussage zu vereinfach musst du das Zitat in Abschnitte gliedern.

"So mancher Untertan gäbe wohl einen schlechten Herrscher ab"
Ist die Aussage Ludwig XIV

Die Begründung
"Dem Ranghöheren zu gehorchen, ist um ein Vielfaches leichter, als sich selbst in der Gewalt zu haben, und wenn uns erlaubt ist zu tun, was immer wir wollen, dann ist es nicht einfach, stets nur das zu wollen, was richtig ist."

Jetzt ist es deine Aufgabe die Begründung zu verstehen und in den historischen Zusammenhang einzuordnen.

"Dem Ranghöheren zu gehorchen, ist um ein Vielfaches leichter, als sich selbst in der Gewalt zu haben," sagt einfach aus, dass der einfache Bürger nicht das nötge Wissen hat, um sich selbst zu regiern und, dass es von Gott gewollt ist, dass die Ranghöheren über die Untertanen herrschen (Gottesgnadentum;Kleriker,Adel u. das Verhältnis zu den Bauern (informiere dich über beides wirst du in Geschichte noch bis in die 12. Klasse brauchen)).

"und wenn uns erlaubt ist zu tun, was immer wir wollen, dann ist es nicht einfach, stets nur das zu wollen, was richtig ist."

Diese Aussage bedeutet,dass Ludwig XIV. sich das Recht nimmt die Entscheidungen zu treffen, da nur so die richtigen Entscheidnungen getroffen werden können.

Ich hab jetzt nur so mal das Grundlegende analysiert, den Rest kannst du machen, aber was dir noch Helfen würde wäre wenn du dich über die Person Ludwig XIV., den Absolutismus als Herrschaftform und die Begründungen die den Absolutismus als Herrschaftsform legetiemieren, informierst.
 
vielleicht mißverstehst du:
"und wenn uns erlaubt ist zu tun, was immer wir wollen"

mit "uns" meint er sich selbst als absoluten (uneingeschränkten) König,
weil nur das Sinn mit dem nachfolgenden macht.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
"So mancher Untertan gäbe wohl einen schlechten Herrscher ab: Dem Ranghöheren zu gehorchen, ist um ein Vielfaches leichter, als sich selbst in der Gewalt zu haben,

Hier sagt er m.E. aus, dass es nicht so leicht ist, Verantwortung zu tragen. Für einen großen Teil der Bevölkerung ist es wesentlich leichter, Befehle zu empfangen und ohne Hinterfragen auszuführen, als selber Verantwortung übernehmen zu müssen. (Das trifft auch noch heute auf einen großen Teil der Bevölkerung zu. Die einzige Verantwortung besteht darin, wenn überhaupt, alle 4 Jahre ein paar Kreuzchen zu machen. Auch heute noch hält sich die politische Aktivität der meisten Leutz in Grenzen.)

und wenn uns erlaubt ist zu tun, was immer wir wollen, dann ist es nicht einfach, stets nur das zu wollen, was richtig ist.

Hier macht er darauf aufmerksam, wie schwierig es ist, immer die "richtige" Entscheidung zu treffen, wenn man niemandem Rechenschaft schuldig ist.


Alles in Allem will er aussagen, dass es nicht nur eine Freude ist, Herrscher zu sein, dass es vielmehr auch eine Last ist, und natürlich, dass es nicht Jedermann gegeben ist, Herrscher zu sein.


Das Folgende steht nicht so im Text, kann man aber aus dem zeitlichen Kontext ableiten:

HInter dem Ganzen steckt ja ein Körnchen Wahrheit. Viele Leute sind froh, wenn sie Entscheidungen abgenommen bekommen. Allerdings geht der Schluss, dies als Begründung und Rechtfertigung für den Absolutismus heranziehen zu können, völlig fehl.

Wenn er sagt, dass "uns erlaubt ist zu tun, was immer wir wollen", so schwingt bei dieser Aussage im Hintergrund die Einstellung mit, dass diese Herrscher ihre Macht "von Gottes Gnaden" bekommen haben, dass ihre Macht also unumstößlich ist.
 
recht herzlichen dank an alle obrigen Helfer!

habe es nun sehr gut verstanden und werde das nun weiterführend bearbeiten. Sollte ich noch irgendwelche Fragen haben, melde ich mich wieder

cheffe
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben Unten