Angemessene Bezahlung? Diskussion 

Cassandra57

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Okt. 2012
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Hallo allerseits,

inspiriert vom Thread „Warum verdienen Fußballer soviel“ mache ich diesen Thread auf, und frage euch, was wäre eurer Meinung nach eine angemessene Bezahlung für 1500 Arbeitsstunden?

Ich arbeite nicht fest angestellt, sondern selbständig als Autorin. Ich zahle wie eine Angestellte Beiträge zu allen gesetzlichen Versicherungen, also gesetzliche Krankenkasse, gesetzliche Rentenversicherung und Beiträge zur Pflegeversicherung. Ich zahle keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, denn wenn ich keine Arbeit habe, ist das mein Risiko, also mein Problem.

LG,
Cassandra
 
"angemessen" finde ich generell schwierig zu beantworten. Wir sind auch selbständig, wir versuchen derzeit für ein (berufliches) Buch einen Verlag zu interessieren, ich hab mich oft gefragt, in welchem Verhältnis steht was, von der Bezahlung her...
"Stars" und "Normalos", Frauen und Männer... und auch verschiedene Arten von Berufen...

Interessant wäre zb ein System der Nützlichkeit? Mal so als Gedankenmodell.
Diejenigen, welche die Berufe ausüben, welche für die Gesellschaft am "nützlichsten" (wovon die Gesellschaft am meisten hat, ich denke da an Altenpfleger, Müllabfahr etc) sind, bekommen das meiste?
Wäre doch auch mal interessant, ob und inwiefern sich der soziale Status dieser berufe dann evtl ändern würde oder auch nicht....
 
Hallo Cassandra57,
ich denke, in deinem Fall (wie bei allen kreativen Berufen) ist ein Zusammenhang zwischen Arbeitsaufwand und Entlohnung nur schwer herzustellen.
Entscheidend ist doch die Qualität des Endproduktes.

Ich zeichne Geburtstags-, Weihnachts- und andere Grußkarten selbst; das geht mal gut von der Hand, mal brauch ich Stunden und bin am Ende immer noch nicht mit dem Ergebnis zufrieden (ganz unabhängig davon, was die Rezipienten davon halten :D )

So wird dir das doch sicher auch ergehen: Mal schreibst du was im Nu runter, mal ist es ein quälend langer und unbefriedigender Job - letztlich interessiert das deinen Auftraggeber wenig.
Es muss was Gescheites dabei heraus kommen, und dafür gibt's Geld :(
 
Hallo @sorei

Du rennst gerade bei mir offenen Türen ein ☺.
Denn ich finde, wir brauchen sie alle: Die Müllwerker, die Putzfrauen, die Fließbandarbeiter, den Koch, den Lehrer, den Arzt, den Chef der Bank. Sonst würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Leider sehen das nicht alle so. Ich habe mal eine Talkshow gesehen – Thema, wie man finanziell über die Runden kommt – in der ein Vorstandsvorsitzender eines DAX-Konzerns der alleinerziehenden Mutter mit zwei Jobs folgenden Satz gesagt hat: „Augen auf bei der Berufwahl!“
Super, gell? Sollen wir alle Vorstandsvorsitzende werden? Und wer putzt dann deren Dreck weg?

@littleprof
Ich gebe dir recht, manchmal geht es gut von der Hand, manchmal brauche ich länger. Ich habe inzwischen acht Romane geschrieben und weiß daher, dass ich für einen 450-Seiter etwa 1500 Arbeitsstunden brauche, also etwa 10 Monate. Die Qualität scheint in Ordnung zu sein, denn meine Leser lieben meine Bücher. Sie erhalten nur wenige schlechte Rezensionen.
 
Der Sinn dieser Fragestellung erschliesst sich mir nicht wirklich, denn will man einen 'sicheren' Verdienst, dann ist man im künstlerischen Bereich nicht richtig aufgehoben und Kunst kann durchaus auch brotlos sein.

Das Anfertigen von Literatur und Sach- oder Kinderbüchern (ausserhalb eines reinen Angestelltenverhältnisses) ist in mehrfacher Hinsicht ergebnisorientiert. Ungeachtet einer zeitaufwändigen Recherche oder Aufbereitung zählt nur das Ergebnis 'Buch', denn nur dieses lässt sich für den Autor in bare Münze umwandeln.

Der zweite Punkt ist der Erfolg, also der Umsatz. Es gibt Bücher, die verkaufen sich überhaupt nicht und andere, die sind, warum auch immer der Renner. Dieser (finanzielle) Erefolg lässt sich überhaupt nicht in einen Stundenlohn umrechnen, denn er ist völlig unabhängig von der Leistung des Autors und dessen Aufwand. Sorgfältig erstellte Bücher verkaufen sich mitunter genauso schlecht wie dahingeschluderter Mist zum Bestseller werden kann.

Ich gehe mal davon aus, daß du nicht selbstständig schreibst, sondern im Auftrag. Denn sonst wäre seine Fragestellung nach einer angemessenen Bezahlung für geleisteten Aufwand eher absurd. Dann spielen aber auch andere Faktoren eine Rolle.

Fassen wir also einmal kurz zusammen:

Ein selbständiger Künstler stellt Werke her und muss davon Leben. Der Mindestwert eines Werkes ergibt sich aus dem, was er in der Zeit der Erstellung zum Leben benötigt minus der Material- und Aufwandskosten. Malt ein Maler im Vierteljahr zwei Bilder (und verkauft diese erfolgreich), dann muss er von dem Erlös nach Abzug der Kosten drei Monate von leben können. Wie viele Stunden er tatächlich in ein Bild gesteckt hat ist völlig unerheblich.

Im anderen Fall schreibt jemand im Auftrag eines anderen Texte. Die kann auf Zeilenhonorarbasis geschehen, auf Erfolgsbasis (also ein fester Betrag pro 100 Seiten oder pro Buch oder wie auch immer), aber eher selten nach Zeit (z.B. in Arbeitstagen). Es rechnet sich als nur, wenn man einigermassen flott schreibt. Ich persönlich finde eine platte Umrechnung von Schreibzeit zu Lohn vorsichtig ausgedrückt als unbefriedigend. Die Anzahl der Seiten ist da erheblich relevanter.

Vernachlässigen sollte man bei der Bezahlung allerdings auch nicht, daß man ja nicht nur die Arbeit des Schreibens (sowie der dazu nötigen Vor- und Nacharbeiten) leistet, sondern seine Autorenrechte aufgibt. Man sollte sich sein geistiges Eigentumj schon angemessen bezahlen lassen - und auch dies hat mit dem Zeitaufwand, also einem Stundenlohn überhaupt nicht mehr zu tun.

lg Konradin

@sorei: Kriterium wäre für mich nicht die Nützlichkeit für die Gesellschaft. Denn dann würden einfache, aber nützliche Aufgaben unbequemen, aber fast genauso nützlichen Aufgaben deutlich vorgezogen. Zumal bei vielen Tätigkeiten im Einzelfall kaum zu definieren ist, wie notwendig sie tatäschlich sind. Die Problematik ist meines Erachtens wesentlich komplexer.
 
Der Sinn dieser Fragestellung erschliesst sich mir nicht wirklich, denn will man einen 'sicheren' Verdienst, dann ist man im künstlerischen Bereich nicht richtig aufgehoben und Kunst kann durchaus auch brotlos sein.

Hallo Konradin,
mir geht es nicht um den sicheren Verdienst. Mir geht es darum zuzeigen, wie viel Arbeit in einem Buch steckt.


Das Anfertigen von Literatur und Sach- oder Kinderbüchern (ausserhalb eines reinen Angestelltenverhältnisses) ist in mehrfacher Hinsicht ergebnisorientiert …

Es gibt im Bereich Literatur und Kinderbuch keine von Verlagen angestellten Autoren. Ob das im Bereich Sachbuch möglicherweise so ist, weiß ich nicht.

Ich gehe mal davon aus, daß du nicht selbstständig schreibst, sondern im Auftrag. Denn sonst wäre seine Fragestellung nach einer angemessenen Bezahlung für geleisteten Aufwand eher absurd. Dann spielen aber auch andere Faktoren eine Rolle.

Ich bin selbständige Autorin. Ich entwickle Konzepte für meine Romane, recherchiere, plane, plotte und arbeite den Stoff in Form von Exposés aus. Dann schreibe ich eine umfangreiche Leseprobe und biete den Stoff an. Wenn ich ihn erfolgreich unterbringe, sprich einen Verlagsvertrag bekomme, erledige ich den Rest der Arbeit, dann schreibe ich das Manuskript.

Fassen wir also einmal kurz zusammen:

Ein selbständiger Künstler stellt Werke her und muss davon Leben. Der Mindestwert eines Werkes ergibt sich aus dem, was er in der Zeit der Erstellung zum Leben benötigt minus der Material- und Aufwandskosten. Malt ein Maler im Vierteljahr zwei Bilder (und verkauft diese erfolgreich), dann muss er von dem Erlös nach Abzug der Kosten drei Monate von leben können. Wie viele Stunden er tatächlich in ein Bild gesteckt hat ist völlig unerheblich.

Der Ansatz gefällt mir. Wenn ein Autor also ein Jahr an einem Buch arbeitet, dann sollte er auch mindestens ein Jahr davon leben können. Das wäre dann der von dir genannte Mindestwert des Werkes. (Weshalb Materialkosten abgezogen werden sollten, verstehe ich nicht so ganz, das ist aber im Moment auch nicht wichtig).

Im anderen Fall schreibt jemand im Auftrag eines anderen Texte. Die kann auf Zeilenhonorarbasis geschehen, auf Erfolgsbasis (also ein fester Betrag pro 100 Seiten oder pro Buch oder wie auch immer), aber eher selten nach Zeit (z.B. in Arbeitstagen). Es rechnet sich als nur, wenn man einigermassen flott schreibt. Ich persönlich finde eine platte Umrechnung von Schreibzeit zu Lohn vorsichtig ausgedrückt als unbefriedigend. Die Anzahl der Seiten ist da erheblich relevanter.

Da stimme ich voll zu.

Vernachlässigen sollte man bei der Bezahlung allerdings auch nicht, daß man ja nicht nur die Arbeit des Schreibens (sowie der dazu nötigen Vor- und Nacharbeiten) leistet, sondern seine Autorenrechte aufgibt. Man sollte sich sein geistiges Eigentumj schon angemessen bezahlen lassen - und auch dies hat mit dem Zeitaufwand, also einem Stundenlohn überhaupt nicht mehr zu tun.

Das verstehe ich nicht. Wieso meinst du, dass wir unsere Autorenrechte aufgeben?
Das Urheberrecht ist unveräußerlich an die Person des Urhebers gebunden. Wenn ich einen Verlagsvertrag bekomme, dann gebe ich Nutzungsrechte für eine bestimmte Zeit – meist zehn Jahre – an den Verlag. Aber das Urheberrecht liegt nach wie vor bei mir.
Sollte der Verlag innerhalb dieser zehn Jahre irgendwann das Buch nicht mehr drucken, kann ich die Rechte mit einer Frist von drei Monaten zurückfordern.

Die prozentuale Beteiligung der Autoren am Erfolg der Bücher könnte höher sein, und erfolgreiche Autoren erhalten auch höhere Prozente, als Autoren deren Bücher sich nicht so gut verkaufen.

Ich stimme dir auch in diesem Punkt zu: Man sollte sich geistiges Eigentum angemessen bezahlen lassen.

Wir wollen natürlich mit unserer Arbeit Geld verdienen. Wie jeder. Wir brauchen Geld zum leben, wie jeder. Und es ist auch ein Zeichen von Anerkennung und Wertschätzung wenn man unsere Bücher bezahlt.
 
Natürlich steckt viel Arbeit in einem Buch. Ob es dies dir Wert ist, das entscheidest du selbst für dich allein.

Cassandra57 schrieb:
Der Ansatz gefällt mir. Wenn ein Autor also ein Jahr an einem Buch arbeitet, dann sollte er auch mindestens ein Jahr davon leben können. Das wäre dann der von dir genannte Mindestwert des Werkes. (Weshalb Materialkosten abgezogen werden sollten, verstehe ich nicht so ganz, das ist aber im Moment auch nicht wichtig).
Es geht übrigens nicht darum, ob dir ein Ansatz gefällt oder nicht, er ist einfach Fakt. Entweder kannst du davon leben oder du benötigst eine weitere Einnahmequelle. Besser ist es natürlich, man kann ausschliesslich davon leben (oder gar wohlmöglich etwas mehr).

Warum ich die Materialkosten abgezogen habe? Ganz einfach, weil du sie ja bereits ausgegeben hast, sie also beglichen werden müssen, du aber nicht von ihnen lebst. Lege es bitte nicht auf die Goldwaage, mir geht es hier nicht um Details, sondern um Zusammenhänge.

Das mit den Autorenrechten solltest du genauso sehen. Ich bin nicht von deiner spezifischen Situation ausgegangen (denn dazu müsste ich diese konkret kennen). Welche Abmachungen du mit dem Verlag triffst, das ist natürlich deine Sache und welche Rechte du dafür (ob zeitweilig oder dauerhaft) aufgibst ist eine Frage der Mögklichkeiten und des Verhandlungsgeschicks. Lege mich bitte nicht darauf fest. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, daß ausser dem Zeitaufwand (mit dem dazugehörigen Know-How) auch noch weitere Faktoren für die Bezahlung eine ausschlaggebende Rolle spielen. Denn ein Redakteur/Journalist schreibt ja auch, hat aber meist erheblich weniger Rechte am eigenen Geschriebenen (oder gar Gedruckten) als ein Autor.

Deinen letzten Absatz möchte ich gern in einen golbalen Zusammenhang überführen. Natürlich braucht man Geld zum Leben, ausser Frage. Aber ich würde die Anerkennung und Wertschätzung nicht zwingend von der Entlohnung abhängig machen. Denn mich (ich spreche hier ausdrücklich nur von mir!) interessiert eher, wie meine Werke beim Publikum ankommen, als daß es mich interessieren würde, wie gut sie sich verkaufen. Denn leider hat nicht jeder Interessent viel Geld und wer den Cent dreimal umdrehen muss, der bleibt bei solchen Dingen eher aussen vor. Dennoch möchte ich auch 'arme' Leute mit meinen Werken 'beglücken' dürfen und können - wenngleich auch ich natürlich von irgendetwas leben muss.

lg Konradin
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
mich ... interessiert eher, wie meine Werke beim Publikum ankommen, als daß es mich interessieren würde, wie gut sie sich verkaufen.
Das ist aber eher eine theoretische Unterscheidung.
Außer den Verkaufszahlen liefert kaum etwas verlässliche Rückschlüsse auf die Akzeptanz eines Buches beim Publikum; ich kann ein Manuskript im engeren Freundes- und Bekanntenkreis herum reichen, aber das feedback ist begrenzt und vielleicht nicht ganz unvoreingenommen.
Anders herum: Wer mein Buch mag, der kauft es. Nach dem Kauf krieg ich dann auch möglicherweise über die sozialen Netzwerke, Literaturkritiken u.ä. weitere Bestätigung, aber erst mal muss es gekauft werden.
 
Interessant wäre zb ein System der Nützlichkeit? Mal so als Gedankenmodell.
Diejenigen, welche die Berufe ausüben, welche für die Gesellschaft am "nützlichsten" (wovon die Gesellschaft am meisten hat, ich denke da an Altenpfleger, Müllabfahr etc) sind, bekommen das meiste?
Wäre doch auch mal interessant, ob und inwiefern sich der soziale Status dieser berufe dann evtl ändern würde oder auch nicht....

Dann würde man als freier Buchautor nicht mehr viel bekommen :D
 
@ aTi_
Da hast du wohl ein bisschen gescherzt, oder :D

Schon mal was von work-life-balance gehört?
Wer gut und hart arbeiten soll, der braucht auch einen Ausgleich dafür in befriedigenden Freizeitaktivitäten.
Bei einem nicht unerheblichen Prozentsatz von Menschen erfüllt Literatur ganau diesen Zweck!
 
Entweder kannst du davon leben oder du benötigst eine weitere Einnahmequelle. Besser ist es natürlich, man kann ausschliesslich davon leben (oder gar wohlmöglich etwas mehr).

Das ist ein interessanter Aspekt, den man näher betrachten sollte.
Wann kann ein Autor von seiner Arbeit leben?
Ganz einfach, wenn er Bücher verkauft.
Verkaufe ich nicht genügend Bücher, benötige ich einen Brotjob.
Verkaufe ich genügend Bücher, kann ich vom Schreiben leben.

Was ist aber, wenn ein Teil meiner Bücher von den Lesern zwar erworben aber nicht bezahlt wird?
Damit kann ich leben, wenn es ein kleiner Teil ist. Ladendiebstahl wird es immer geben, den kann man nicht verhindern und der ertappte Dieb bekommt in der Regel eine Strafe und wird das hoffentlich nie wieder tun.

Was mir Sorgen bereitet, ist die Entwicklung auf dem E-Book-Markt. Noch ist der Marktanteil in Deutschland gering und der E-Book-Erwerb durch User ohne finanziellen Ausgleich zu verschmerzen. Ich nenne das jetzt ganz bewusst nicht Raubkopie.

Was wird jedoch passieren, wenn das E-Book in den nächsten Jahren, wie prognostiziert, gewaltige Marktanteile gewinnt, das Printbuch zurückdrängt und die Gratis-Mentalität im gleichen Maße Schritt hält?
Dann werde ich zwar viele Leser haben, aber so gut wie keine Einnahmen. Denn ich lebe vom Verkauf der Bücher und nicht vom Zwangsverschenken.

Ich werde also zu meinem Brotjob zurückkehren und das Schreiben entweder aufgeben oder nur als Nebenjob betreiben können. Was natürlich auch Folgen für meine Leser hat. Denn es wird entweder keine Bücher mehr von mir geben. Oder nur noch alle zwei oder drei Jahre eines.


Das mit den Autorenrechten solltest du genauso sehen. Ich bin nicht von deiner spezifischen Situation ausgegangen (denn dazu müsste ich diese konkret kennen). Welche Abmachungen du mit dem Verlag triffst, das ist natürlich deine Sache und welche Rechte du dafür (ob zeitweilig oder dauerhaft) aufgibst ist eine Frage der Mögklichkeiten und des Verhandlungsgeschicks. Lege mich bitte nicht darauf fest. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, daß ausser dem Zeitaufwand (mit dem dazugehörigen Know-How) auch noch weitere Faktoren für die Bezahlung eine ausschlaggebende Rolle spielen. Denn ein Redakteur/Journalist schreibt ja auch, hat aber meist erheblich weniger Rechte am eigenen Geschriebenen (oder gar Gedruckten) als ein Autor.

Es gibt den Standardverlagsvertrag von Verdi, der weit verbreitet ist. Im Großen und Ganzen werden Autoren in seriösen Verlagen dieselben Bedingungen haben wie ich.

Interessant finde ich allerdings bei dieser Diskussion ums Bezahlen, dass von den Usern, die unsere Bücher gerne kostenlos haben möchten, mit Fingern auf die Verlage gewiesen wird, die uns angeblich so schlecht bezahlen. Als Autor entscheide ich selbst, ob ich einen Vertrag unterzeichne oder nicht, worauf ich mich also einlasse. Doch die Gratis-User, bezahlen uns gar nichts und ich habe das nicht entschieden und kann nichts dagegen tun. Außer das, was ich gerade tue: Ich versuche aufzuklären und um Verständnis zu werben.


Natürlich braucht man Geld zum Leben, ausser Frage. Aber ich würde die Anerkennung und Wertschätzung nicht zwingend von der Entlohnung abhängig machen. Denn mich (ich spreche hier ausdrücklich nur von mir!) interessiert eher, wie meine Werke beim Publikum ankommen, als daß es mich interessieren würde, wie gut sie sich verkaufen. Denn leider hat nicht jeder Interessent viel Geld und wer den Cent dreimal umdrehen muss, der bleibt bei solchen Dingen eher aussen vor.

Da stimme ich dir weitgehend zu. Mit einem Unterschied, bei mir ist es schon so, dass ich von meiner Arbeit auch leben können möchte. Wovon sonst? Ich habe nichts geerbt, habe keinen reichen Mann und von Hartz IV will ich nicht leben.


Dennoch möchte ich auch 'arme' Leute mit meinen Werken 'beglücken' dürfen und können - wenngleich auch ich natürlich von irgendetwas leben muss.

Oh, das möchte ich auch. Ich möchte meine Werke verschenken dürfen. Betonung auf: ICH. Ich will das entscheiden und nicht übergestülpt bekommen. Aber leider werde ich nicht gefragt, wenn ich meine Bücher zwangsweise „verschenke“.
 
Cassandra57 schrieb:
Was ist aber, wenn ein Teil meiner Bücher von den Lesern zwar erworben aber nicht bezahlt wird?
Damit kann ich leben, wenn es ein kleiner Teil ist. Ladendiebstahl wird es immer geben, den kann man nicht verhindern und der ertappte Dieb bekommt in der Regel eine Strafe und wird das hoffentlich nie wieder tun.
Was, wenn Bücher zwar gelesen, aber nicht gekauft werden? Ich denke da z.B. an Leihbüchereien. Auch vielköpfige Familien dürften Autoren ein Dorn im Auge sein, denn nur einer kauft ein Buch, aber es wird von vielen gelesen.

Der Ansatz mit dem Ladendiebstahl ist doch dummes Zeug. Dort geht es um eine rein gegenständliche Ware aus dem Fundus einer Buchhandlung. Wenn ich im ALDI etwas stehle, dann schädige ich die Firma ALDI und keineswegs den Erzeuger des Produkts.

Cassandra57 schrieb:
Was mir Sorgen bereitet, ist die Entwicklung auf dem E-Book-Markt. Noch ist der Marktanteil in Deutschland gering und der E-Book-Erwerb durch User ohne finanziellen Ausgleich zu verschmerzen. Ich nenne das jetzt ganz bewusst nicht Raubkopie.
Dann wirst du rechtzeitig umdenken müssen. Neckermann und Qulle gingen auch pleite, weil sie die veränderten Marktbedingungen nicht rechtzeitig beachtet haben. Fraglos stehen eBooks in Konkurrenz zur Printausgabe, so wie die CD zur Schallplatte oder gar das Taschenbuch zur Luxusausgabe (so man es nicht als Zweitvermarktung ab einem bestimmten Zeitpunkt sieht).

Übrigens ist es völlig nebensächlich, ob sich irgendwelche Leute eBooks unentgeltlich zulegen, wenn die Alternative gewesen wäre, sie sich stattdessen nicht zuzulegen. Sie halten weder andere vom Kauf ab noch verursachen sie direkte Kosten. Aber ich kenne persönlich einige Leute, die sich eBooks unentgeltlich besorgt haben und weil sie Gefallen an dem Werk gefunden haben, haben sie sich anschliessend die gedruckte Ausgabe gekauft. Ein Verlust ist dies nur für Autoren, derne Werke eigentlich niemandem gefallen.

Cassandra57 schrieb:
Mit einem Unterschied, bei mir ist es schon so, dass ich von meiner Arbeit auch leben können möchte.
Bei Musikern ist es oft so, daß sie die einen Werke wertschätzen, während sie von den anderen Werken leben. Das eine dient dem täglichen Lebensunterhalt, das andere hingegen der Kunst.

Cassandra57 schrieb:
Oh, das möchte ich auch. Ich möchte meine Werke verschenken dürfen. Betonung auf: ICH. Ich will das entscheiden und nicht übergestülpt bekommen. Aber leider werde ich nicht gefragt, wenn ich meine Bücher zwangsweise „verschenke“.
Stört es dich auch, wenn deine Werke in Leihbüchereien ausgeliehen werden, ohne daß du im Einzelfall gefragt wirst? Die FIcxierung der Betrachtung auf einzelne Exemplare bringt nichts. Entweder erfüllt ein Buch die Bedingungen, einen angemessenen Umsatz zu machen, dann ist es als Geldquelle für den Autor tauglich oder es erfüllt diese Bedingung nicht, dann schreibt man zu diesem Zweck besser ein anderes Buch. Siehe auch meine vorherige Antwort über die Musiker.

lg Konradin
 
Hallo Konradin,

Äpfel mit Birnen vergleichen bringt uns nicht weiter. Leihbüchereien sind legitim und sie sind mir ebenso wenig ein Dorn im Auge, wie vielköpfige Familien und begeisterte Leser die ihre Bücher an Freunde weiter verleihen. Wohlgemerkt: verleihen und nicht vervielfältigen.

Den Vergleich mit Ladendiebstahl finde ich gar nicht dumm, denn auch ein digitales Buch ist sehr gegenständlich. In Form einer Geschichte, die offenbar jemand lesen will und dann auch noch in Form von Datenmenge. Statt 450 Seiten XY KB. Wenn man ein E-Book klaut schädigt man direkt den Erzeuger des Produkts, nämlich den Autor, der für jedes verkaufte E-Buch Geld erhält und für ein „unentgeltlich erworbenes“ nichts.

Neckermann und Quelle gingen nicht pleite, weil ihre Kunden die gelieferte Ware nicht bezahlt haben. Hier hinkt dein Vergleich gewaltig.

Das mit der Alternative des Nichtzulegens habe ich bis heute nicht verstanden. Wer sich meine Bücher nicht leisten kann, der kann sie ganz legal bei Tauschticket tauschen, oder bei eBay für einen Euro ersteigern oder in der Leihbücherei kostenlos leihen. Wer sagt, dass er sie nie gekauft hätte, weil sie ihm nicht gefallen und sie dann kostenlos runterlädt, weil er sie eben umsonst bekommt … also das passt für mich nicht zusammen. Ich mülle mir doch nicht meine Festplatte mit lauter Kram zu den ich weder lesen, hören noch ansehen will.

Und deinen Vergleich mit den Musikern verstehe ich auch nicht. Ich schätze alle meine Werke ;-).

Entweder erfüllt ein Buch die Bedingungen, einen angemessenen Umsatz zu machen, dann ist es als Geldquelle für den Autor tauglich oder es erfüllt diese Bedingung nicht, dann schreibt man zu diesem Zweck besser ein anderes Buch. Siehe auch meine vorherige Antwort über die Musiker.“

Äh, das ist schon sehr kryptisch, was du da schreibst. Kannst du das mal für mich auf den Punkt bringen?

Wenn die Leser meine Bücher lieben, dann erfüllen meine Bücher wohl die Kriterien für angemessenen Umsatz, nämlich gute Bücher zu sein und meine Leser gut zu unterhalten. Doch wenn die Leser sagen, he dein Buch ist klasse, aber ich zahle nichts dafür, dann stimmt da etwas nicht.

LG,
Cassandra
 
Offenbar willst du mich nicht verstehen, Cassandra57.

Mit keiner Silbe habe ich behauptet, Nackermann und Quelle seien pleitegegangen, weil Kunden die gelieferte Ware nicht bezahlt haben. Sie haben ganz einfach den Anschluss verpasst und die Veränderung des Marktes Richtung Internet verschlafen. Bei Büchern ist dies ahnlich. Wer nur auf Printmedien setzt, der wird (von Nischenprodukten einmal abgesehen) über kurz oder lang vom Markt verschwinden.

Die Behauptung, ein EBook sei gegenständlich halte ich - mit Verlaub gesagt - für eine Zweckkonstruktion. Im Gegensatz zu einer tatsächlich gegenständlichen Ware sind für eine Kopie keinerlei Resourcen nötig, ausser denen des Kopierers. Stehle ich ein Brot, dann ist das Brot weg. Das heisst, es steht dem Verkäufer nicht mehr zur Verfügung. Stehle ich hingegen ein eBook, dann bleibt das Original erhalten (selbst wenn ich Tausende Kopien anfertigen solte).

Durch das Kopieren selbst entsteht keinerlei direkter Schaden. Er würde erst entstehen, wenn ich das eBook kostenlos herunterlade, anstatt es zu kaufen. Dann (aber wirlich auch nur dann) wäre es nämlich ein entgangener Gewinn. Würde ich es ohnehin nicht kaufen, dann ist es rein finaziell gesehen unerheblich, ob ich eine Kopie davon habe, oder nicht.

Cassandra57 schrieb:
Äh, das ist schon sehr kryptisch, was du da schreibst. Kannst du das mal für mich auf den Punkt bringen?
Studiomusiker leben meist nicht von der Musik, die ihnen tatsächlich gefällt, sondern von der, für die sie bezahlt werden.

Ich kenne Autoren, die schreiben (ihrer eigenen Aussage nach) Schund, um damit ihre (ihrer Meinung nach) guten Werke zu finanzieren.

Es gibt viele weitere Beispiele auch aus anderen Bereichen. Was ist daran kryptisch?

Cassandra57 schrieb:
Wenn die Leser meine Bücher lieben...
Dazu muss man sie erst einmal kennen. Und genau da setzt das Kopieren eines eBooks an. Viele eBooks werden kopiert, um einen Blick darauf zu werfen und verschwinden anschliessend (weil für nicht gut genug empfunden) in der Versenkung. Zu Zeiten des Internet lassen sich immer weniger Leser auf die sprichwörtliche Katze im Sack ein. Gefällt es hingegen, dann wird es möglicherweise gekauft.

Gefällt ein eBook, dann macht es wie gesagt vielleicht Lust auf mehr. Und schon sitzt der Autor wieder im Boot. Oder aber man jammert wie im Musikbereich Sven Regener von Elements of Crime und wundert sich, warum man plötzlich von vielen potentiellen Kunden geschnitten wird. Die mögen es eben nicht, wenn man ihnen offen ins Gesicht schlägt. Aber das führt an dieser Stelle zu weit und tut nichts zur Sache.

Cassandra57 schrieb:
Wenn man ein E-Book klaut schädigt man direkt den Erzeuger des Produkts, nämlich den Autor...
In diesem Punkt sind wir grundsätzlich unterschiedlicher Meinung. Ich kann mir dies leisten, denn ich bin in dieser Sache interessenfrei.

Ich halte diesen Punkt übrigens nicht nur definitv für falsch, sondern auch für faktisch widerlegbar. A hätte das Buch nie gekauft. Später hat er es sich kopiert. B hätte das Buch auch nie gekauft. Er hat es sich später aber nicht kopiert. Wo bitte ist da (finanziell gesehen) der Unterschied für den Autor?

lg Konradin
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
… Bei Büchern ist dies ahnlich. Wer nur auf Printmedien setzt, der wird (von Nischenprodukten einmal abgesehen) über kurz oder lang vom Markt verschwinden.

Darum geht es doch gar nicht. Wenn ich nur auf gedruckte Bücher setze, werde ich in Zukunft einen großen Teil des Marktes nicht nutzen, den E-Book-Markt. Das ist doch ganz klar und unstrittig. Doch wenn meine E-Books nicht bezahlt, sondern für lau heruntergeladen werden, DANN werde ich vom Markt verschwinden, wie du so schön schreibst und zwar ganz einfach, weil ich nicht leben kann, wenn ich für meine Bücher kein Geld bekomme. So einfach ist das.

Die Behauptung, ein EBook sei gegenständlich halte ich - mit Verlaub gesagt - für eine Zweckkonstruktion. Im Gegensatz zu einer tatsächlich gegenständlichen Ware sind für eine Kopie keinerlei Resourcen nötig, ausser denen des Kopierers. Stehle ich ein Brot, dann ist das Brot weg. Das heisst, es steht dem Verkäufer nicht mehr zur Verfügung. Stehle ich hingegen ein eBook, dann bleibt das Original erhalten (selbst wenn ich Tausende Kopien anfertigen solte).

Das ist eine interessante Aussage, die man sich genauer betrachten sollte. Ein E-Book ist also keine Bezahlung wert, weil es physisch nicht existiert, was ich bestreiten möchte, denn etwas landet ja auf dem Reader, da ist auf einmal eine Datei, die man lesen kann und da ist eine Datenmenge, die messbar ist und Platz auf der Festplatte beansprucht. Also irgendetwas ist da schon.

Aber setzen wir mal voraus, diese Datei wäre tatsächlich nicht gegenständlich, also physisch nicht vorhanden und deswegen darf man sie gegen den Willen des Urhebers kopieren.
Dazu sollte man wissen, dass es auch beim gedruckten Buch nur ein einziges Original gibt, nämlich die fertige Druckplatte, von der dann die Bücher gedruckt werden. Kopien auf Papier, statt in KB.

Okay, jetzt wirst du sagen: Papier kostet aber und ist gegenständlich, der Drucker an der Maschine muss bezahlt werden und natürlich alle, die vorher an dem Buch gearbeitet haben. Der Autor, der Lektor, der Korrektor, der Setzer und der Coverdesigner usw. Und da gebe ich dir sofort recht.

Doch warum müssen der Autor und alle, die an dem Buch gearbeitet haben, nicht bezahlt werden, wenn das Buch nicht in Form von gedruckten, sondern digitalen Kopien auf den Markt kommt?


Durch das Kopieren selbst entsteht keinerlei direkter Schaden. Er würde erst entstehen, wenn ich das eBook kostenlos herunterlade, anstatt es zu kaufen. Dann (aber wirlich auch nur dann) wäre es nämlich ein entgangener Gewinn. Würde ich es ohnehin nicht kaufen, dann ist es rein finaziell gesehen unerheblich, ob ich eine Kopie davon habe, oder nicht.

Also das verstehe ich nicht. In diesem Forum habe ich dieses „Argument“ jetzt schon mehrfach gelesen. Ihr sagt: Ich würde mir das Buch ja eh nie kaufen, also entsteht der Autorin kein Schaden.
Dann sehen wir uns doch mal die Gründe an, warum man das Buch eh nie kaufen würde: Möglichkeit eins: Mir gefällt die Schreibe der Autorin nicht, deren Bücher lese ich nie.
Okay, aber warum kopiert man das Buch dann doch, sobald man es kostenlos haben kann? Um es NICHT zu lesen?
Möglichkeit 2: Ich habe zu wenig Geld und kann mir das Buch nicht leisten. Okay. Da kann ich nur sagen: Tauschticket.de, eBay, Leihbücherei, die Freundin fragen, ob man sich das Buch borgen kann.

Wenn sich jemand mein Buch herunterlädt ohne es zu bezahlen, dann entsteht mir sehr wohl ein Schaden, denn ich bekomme nichts dafür.

Ich kenne Autoren, die schreiben (ihrer eigenen Aussage nach) Schund, um damit ihre (ihrer Meinung nach) guten Werke zu finanzieren.

Würde heißen: Schund darf geklaut werden und die gute Literatur muss bezahlt werden.
Das sollte man sich doch mal genauer ansehen: Selbst wenn ich sagen würde, die Bücher, die ich nicht für gelungen halte, verschenke ich als E-Books und die gelungenen verkaufe ich, was würde denn passieren? Wie soll ich das praktisch umsetzen?

Soll ich einen Appell an die illegalen Downloader richten: Liebe Leute hier ist die Liste meiner schlechten Bücher, die dürft ihr kostenlos runterladen. Und das hier ist die Liste meiner guten Bücher, für die müsst ihr bezahlen?
Sorry, das wird nicht funktionieren. Die guten würden ebenso nicht bezahlt werden, wie die „schlechten“.

Es geht nämlich nicht um Qualität. Ihr ladet meine E-Books ja kostenlos herunter, weil ihr sie lesen wollt. Sie haben für euch also einen Wert, aber ihr seid nicht bereit, der Autorin, der ihr dieses Lesevergnügen verdankt, etwas zu bezahlen.

Viele eBooks werden kopiert, um einen Blick darauf zu werfen und verschwinden anschliessend (weil für nicht gut genug empfunden) in der Versenkung. Zu Zeiten des Internet lassen sich immer weniger Leser auf die sprichwörtliche Katze im Sack ein. Gefällt es hingegen, dann wird es möglicherweise gekauft.

Sorry, aber dieses Argument ist bullshit. Guck mal auf die Amazonseite. Dort kannst du in so gut wie jedes E-Book hineinlesen. (Meine Bücher kann man dort alle anlesen) Dort findest du Rezensionen, zu meinen Büchern bis zu 100 pro Buch. Es gibt im Internet unzählige Leserforen, um sich Bücher empfehlen zu lassen. Hier übrigens auch. Wer sich hier Bücher empfehlen lässt, kauft die Katze also nicht mehr im Sack. Also: Man kann vorher hineinlesen, man kann sich im Internet an zahllosen Stellen schlau machen, bevor man ein Buch erwirbt und muss es also nicht illegal downloaden.

Und übrigens bei Amazon kann man E-Books zurückgeben. Und vermutlich nicht nur dort. http://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html?nodeId=200648230

Gefällt ein eBook, dann macht es wie gesagt vielleicht Lust auf mehr. Und schon sitzt der Autor wieder im Boot.
Soll heißen? Jemand der sich ein erstes E-Book von mir kostenlos heruntergeladen hat und total begeistert war, der wird sich das nächste von mir kaufen? Glaube ich nicht. Hier, in eurem Borad, kann man alle meine Bücher kostenlos erhalten. Wer sich hier das erste geholt hat, wird sich auch alle anderen hier holen. Warum sollte er plötzlich bezahlen? Schön wäre es. Aber ich glaube nicht, dass das so funktioniert.

Bitte widersprecht mir, wenn das so ist. Gibt es hier Leser, die das erste Buch kostenlos runterladen und sich die anderen Bücher des Autors kaufen, wenn ihnen das erste gefallen hat?


Oder aber man jammert wie im Musikbereich Sven Regener von Elements of Crime und wundert sich, warum man plötzlich von vielen potentiellen Kunden geschnitten wird. Die mögen es eben nicht, wenn man ihnen offen ins Gesicht schlägt. Aber das führt an dieser Stelle zu weit und tut nichts zur Sache.

Also, ich kann Sven Regners Ausbruch gut verstehen. Wir fühlen uns hilflos und ohnmächtig. Ich finde auch nicht, dass er gejammert hat. Er hat seiner Wut und seiner Ohnmacht spontan Luft gemacht. Das ist zutiefst menschlich. Das haben wir alle schon mal getan.

Aber ich jammere hier nicht, ich schlage niemandem ins Gesicht. Ich bemühe mich um Verständnis und versuche aufzuklären, wie wir Autoren arbeiten, womit wir unser Geld verdienen, bzw. eben nicht mehr verdienen. Ich werbe um Verständnis und bitte euch für unsere Bücher künftig zu bezahlen. Vielleicht nicht für jedes, das ihr lesen wollt. Aber für die meisten.

LG,
Cassandra
 
Sorry, Cassandra, aber ich werde irgendwie das Gefühl nicht los, daß du mir meine Aussage im Mund herumdrehst, weil sie dir nicht in deine Rechtfertigungsstrategie passen. Ausserdem lasse ich mir von dir ganz sicher nicht den Schwarzen Peter in die Schuhe schieben. Im Einzelnen:

Gewisse Zusammenhänge erlaubte ich mir zu erläutern, weil du sie scheinbar nicht richtig verstanden hast und nicht, weil sie unbedingt zur Sache gehören.

Es ist eine ausgesprochene Schwarz-Weiss-Seherei, aus der Tatsache, daß einige Leute eBooks kostenlos herunterladen, zu folgern, daß es plötzlich alle tun und du damit vom Markt verschwinden musst. Wenn, dann wird es sicher andere Gründe haben.

Im übrigen weise ich noch einmal deutlich auf meine Argumentation aus den vergangenen Threads hin, warum durch das Herunterladen an sich kein finanzieller Schaden entsteht. Du behauptest das Gegenteil, bleibst die Argumente aber schuldig und auf meine gehst du wohlweislich erst garnicht ein (insbesondere auf die Frage im letzten Absatz meines letzten Threads).

Cassandra57 schrieb:
Das ist eine interessante Aussage, die man sich genauer betrachten sollte. Ein E-Book ist also keine Bezahlung wert, weil es physisch nicht existiert, was ich bestreiten möchte, denn etwas landet ja auf dem Reader, da ist auf einmal eine Datei, die man lesen kann und da ist eine Datenmenge, die messbar ist und Platz auf der Festplatte beansprucht. Also irgendetwas ist da schon.

Aber setzen wir mal voraus, diese Datei wäre tatsächlich nicht gegenständlich, also physisch nicht vorhanden und deswegen darf man sie gegen den Willen des Urhebers kopieren.
Dazu sollte man wissen, dass es auch beim gedruckten Buch nur ein einziges Original gibt, nämlich die fertige Druckplatte, von der dann die Bücher gedruckt werden. Kopien auf Papier, statt in KB.

Okay, jetzt wirst du sagen: Papier kostet aber und ist gegenständlich, der Drucker an der Maschine muss bezahlt werden und natürlich alle, die vorher an dem Buch gearbeitet haben. Der Autor, der Lektor, der Korrektor, der Setzer und der Coverdesigner usw. Und da gebe ich dir sofort recht.

Doch warum müssen der Autor und alle, die an dem Buch gearbeitet haben, nicht bezahlt werden, wenn das Buch nicht in Form von gedruckten, sondern digitalen Kopien auf den Markt kommt?
Weder habe ich behauptet, daß ein eBook nicht bezahlt werden soll, noch habe ich behauptet, geistiges Eigentum sei nichts wert. Im Gegenteil. Schon in meinem ersten Thread wies ich darauf hin, es ginge bei deiner Entlohnung ja nicht nur um die hineingesteckte Zeit und das dazugehörige Know-How, sondern auch um das geistige Eigentum. Verkehre also bitte diese meine Aussage bitte nicht ins Gegenteil.

Die Herstellung der Ware eBook unterscheidet sich gewaltig von derjenigen der Ware Auto. Um ein Auto zu bauen bedarf es vieler Rohstoffe und auch eine gehörige Portion Arbeitskraft. Wohlgemerkt, ich rede vom Autobau, nicht von dessen Konstruktion. Und wird das Auto gestohlen, dann ist es (aus Sicht des Verkäufers) weg.

Anders verhält es sich bei einem eBook. Der (illegale) Kopierer kopiert es mit eigenem Aufwand ohne Nutzung weiterer Ressourcen des eBook-Besitzers. eBooks lassen sich beliebig kopieren, ein Limit gibt es nur beim Speicherplatz.

Bei Beiden Produkten gab es eine Vorarbeit. Das Auto wurde nicht aus heiterem Himmel völlig planlos gebaut, es bedurfte einer umfassenden Konstruktion. Diese Konstruktion war mit Sicherheit sehr teuer und beinhaltete neben Material und Arbeitsleitung auch Patente und ähnliches. Der Autohersteller trat mit der Konstruktion in Vorleistung und lässt sie sich anteilig mit jedem verkauften Auto bezahlen. Ab einer bestimmten verkauften Stückzahl haben sich die Konstruktionskosten amortisiert.

Ähnlich ist es beim Autor. Auch er (ich lasse den Verlag bewusst einmal aussen vor) tritt in Vorleistung und möchte sich diese Leistung auch hgern bezahlen lassen. Verkauft sich nun das Buch (völlig egal, ob eBook oder Printausgabe), so sind die Kosten dieser Vorleistung anteilig in diesem Preis enthalten.

AUf der rein materiellen Ebene unterscheiden sich die Waren Auto und eBook drastisch. Die Herstellung eines Einzelexemplars ist beim Auto aufwändig, beim eBook geht sie gegen Null. Ebenso die Lagerhaltung. Analog ist nur die nicht-materielle Ebene als Grundlage des Produkts, quasi dessen Entwicklung.

Cassandra57 schrieb:
Okay, aber warum kopiert man das Buch dann doch, sobald man es kostenlos haben kann? Um es NICHT zu lesen?
Möglichkeit 2: Ich habe zu wenig Geld und kann mir das Buch nicht leisten. Okay. Da kann ich nur sagen: Tauschticket.de, eBay, Leihbücherei, die Freundin fragen, ob man sich das Buch borgen kann.

Wenn sich jemand mein Buch herunterlädt ohne es zu bezahlen, dann entsteht mir sehr wohl ein Schaden, denn ich bekomme nichts dafür.

Man kopiert sich ein Buch, liest es an, stellt dann fest, daß es einem nicht zusagt und löscht es anschliessend wieder oder man ist ein Sammler. In beiden Fällrn ist dir kein tatsächlicher Gewinn entstanden. Denn hätte der erste es in einer Bücherein angelesen und wäre zu dem gleichen Schluss gekommen, er hätte es sicher nicht gekauft. Derjenige hingegen, der alles sammelt, weil es umsonst ist (offenbar im doppeltem Wortsinn), ist vielleicht ein Datenmessie, aber er hätte es sicher nicht kopiert, wenn es etwas gekostet hätte. Auch in diesem Fall wäre er niemals einer deiner Kunden geworden.

Leihbüchereien sind für mich persönlich keine Alternative, um für mich Unbekanntes, Neues zu entdecken. Allein schin, weil deren Bestände nicht tagesaktuell und vom heimischewn PC aus für mich unerreichbar sind. Wenn ich jedesmal innerhalb einer Diskussion diese abbrechen müsste, um zur Leihbücherei zu fahren und nachzufragen, ob denn das Werk auch gerade ausleihbar ist, dann wäre mein Kenntnisstand auf dem Stand der letzten Jahre. Kluge Autoren wissen so etwas und stellen deswegen Probeseiten ihrer Werke oder ähnliches ins Netz, anstatt zu jammern. Man sollte eben mit der Zeit gehen. Aber das erwähnst du ja in deinem Absatz Amazon etc selbst.

In gewissen Sparten mag es durchaus sein, daß sich bei Amazon verschiedene Büchert anlesen lassen, ich habe jedenfalls gegenteilige Erfahrungen gemacht. Zumindest bei den Büchern, welche mich persönlich interessieren könnten. Und auf die Empfehlungen bei Amazon gebe ich ehrlich gesagt nicht die Bohne, eher im Gegenteil. Mainstream ist mir ohnehin ein Greuel.

Auch wenn ich mich wiederhole: wenn sich jemand dein Buch herunterläd, ohne es zu bezahlen, dann entsteht dir dadurch allein ganz sicher kein Schaden, denn du bekommst zwar nichts dafür, aber weder nimmt er dir bereitgestellte Ressourcen noch bezahlt er etwas nicht, was er ohehin nie gekauft hätte.

Ein weiteres Problem sehe ich bei eBook generell. Ich habe nichts Materielles in der Hand, der Wiederverkaufswert ist also gleich Null. Habe ich eine gedruckte Augabe ausgelesen, dann kann und darf ich sie gebraucht weiterverkaufen (auch wenn es dem Autor und vor allem dem Verlag nicht genehm ist, da beide lieber weitere Exemplare absetzen würden). Genau um diesen Wiederverkaufswert wird man bei eBooks geprellt. Sind diese deutlich preiswerter als die gedruckte Ausgabe, dann kann man dies verschmerzen, bei einem ähnlichen Preis wäre man allerdings dumm, dies zu tun. Denn du vertrittst als Autorin deine Interessen. Der Leser hingegen seine.

Cassandra57 schrieb:
Würde heißen: Schund darf geklaut werden und die gute Literatur muss bezahlt werden.
Das sollte man sich doch mal genauer ansehen: Selbst wenn ich sagen würde, die Bücher, die ich nicht für gelungen halte, verschenke ich als E-Books und die gelungenen verkaufe ich, was würde denn passieren? Wie soll ich das praktisch umsetzen?
So habe ich das keineswegs gemeint. Wenn sich meine literarischen Werke nicht gut verkaufen, dann kann ich nicht davon leben. Schreibe ich aber nun Groschenhefte, dann kann ich dadurch meinen Lebensunterhalt bestreiten und auch das Schreiben von Literatur als Hobby finanzieren. So meinte ich das und nicht anders.

Cassandra57 schrieb:
Soll heißen? Jemand der sich ein erstes E-Book von mir kostenlos heruntergeladen hat und total begeistert war, der wird sich das nächste von mir kaufen? Glaube ich nicht. Hier, in eurem Borad, kann man alle meine Bücher kostenlos erhalten. Wer sich hier das erste geholt hat, wird sich auch alle anderen hier holen. Warum sollte er plötzlich bezahlen? Schön wäre es. Aber ich glaube nicht, dass das so funktioniert.

Bitte widersprecht mir, wenn das so ist. Gibt es hier Leser, die das erste Buch kostenlos runterladen und sich die anderen Bücher des Autors kaufen, wenn ihnen das erste gefallen hat.
Ich bin an käuflich zu erwerbenden eBooks wenig interessiert. Es kommt schon vor, daß ich mir ein eBook herunterlade und mir anschliessend genau dieses Buch als Printausgabe besorge.

Ebenso meine Lebensgefährtin. Sie diskutiert in Foren über Gott und die Welt und irgendjemand schickt ihr ein eBook. Sie liest hinein und es gefällt ihr. Wenige Tage später liegt die gedruckte Ausgabe in der Stube herum. Ich könnte noch weitere Fälle nennen...

Ich selbst habe kein Interesse, komplette Bücher am Bildschirm zu lesen und die Anschaffung eines Readers ist für mich nicht geplant. eBooks sind für mich gut, um hineinzulesen (und zwar an Stellen, die ich heraussuche), aber auch zur Recherche. Aber zur Entspannung lese ich lieber auf dem Klo statt am Bildschirm. Zumal es für mich wesentlich augenfreundlicher ist.

Cassandra57 schrieb:
Ich werbe um Verständnis und bitte euch für unsere Bücher künftig zu bezahlen.
Das also ist der Sinn und Zweck dieses Threads und nicht die vordergründige Frage nahc der Bezahlung. Da habe ich von Anfang an erwartet. Denn wer fragt in irgendwelchen Foren nach der Bezahlung, wenn es wie du es selbst schreibst den Standardverlagsvertrag von Verdi gibt, der weit verbreitet ist. Und warum möchtest du uns nahelegen, wie aufwändig die Erstellung eines Buches ist? Als wenn wir es nicht ohenhin wissen (zumindest diejenigen, welche sich tatsächlich für diese Thematik interessieren).

Deine eigenen Werke werden also hier angeboten und genau aus diesem Grunde hakst du in Form dieses Beitrags nach. Ein für mich durchaus verständliches Anliegen.

Cassandra57 schrieb:
Ich werbe um Verständnis und bitte euch für unsere Bücher künftig zu bezahlen. Vielleicht nicht für jedes, das ihr lesen wollt. Aber für die meisten.
Das kann ich voll und ganz unterstützen. Zumindest für diejenigen, welche man auch behält.

lg Konradin
 
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Hallo Konradin,

ich will deine Argumentation noch einmal aufnehmen, dass durch das Herunterladen eines E-Books dem Autor kein finanzieller Schaden entsteht. Du argumentierst damit, dass das Kopieren einer E-Book-Datei vom „Kopierenden mit eigenem Aufwand betrieben“ wird und „ohne Nutzung weiterer Resourcen des eBook-Besitzers.“
Weiter argumentierst du, dass die Leistung des Autors (also seine Kreativität und seine Arbeitszeit) in die Preisgestaltung des eBooks mit einfließt.

Und das ist richtig. Der Preis eines eBooks richtet sich nicht nur nach der Herstellung der eBook-Datei. Genau so wenig wie sich der Preis eines gedruckten Buchs nur nach den Papierkosten richtet.

Und jetzt? Wie geht es weiter? Du bleibst die Antwort schuldig, warum mir als Autorin kein Schaden entsteht, wenn das eBook kopiert und nicht bezahlt wird. Eben weil, das eBook nicht nur aus Bits and Bytes besteht, sondern einen Roman enthält, der meine geistige Leistung ist, der meine Arbeitszeit gekostet hat und von dessen VERKAUF ich lebe, entsteht mir ein Schaden.

Der Herstellung eines E-Books geht jede Menge Arbeit voraus – genau wie bei deinem Autobeispiel. Ein eBook ist auch kein Unikat, sondern immer eine Kopie (genau wie das gedruckte Buch immer nur eine Kopie der Originaldruckdatei ist). Nicht nur meine Arbeit als Autorin steckt im eBook ebenso wie im gedruckten Buch, sondern die Arbeit etlicher Menschen. Und diese Arbeit spiegelt sich im Preis. Egal ob eBook oder Print. Für jedes Buch, das geklaut wird – egal ob im Laden aus dem Regal oder aus dem Netz gesaugt – bekomme ich KEIN Geld. So einfach ist das. Das nennt man Schaden.

Aber ich folge jetzt mal deiner Argumentation, dass viele der Sauger entweder Datenmessies sind, oder Bücher eben nur anlesen und dann löschen, weil sie ihnen nicht gefallen.
Die Datenmessies finde ich originell und lasse sie jetzt einfach mal außen vor.

Betrachten wir uns die Anleser, die offenbar die Katze nicht im Sack kaufen wollten. Das ist verständlich. Doch es gibt legale Wege, sich die Katze vor dem Kauf anzugucken und man kann eBooks sogar zurückgeben, falls man sich doch vertan haben sollte. Genau wie ein gedrucktes Buch.
Wer sich vor dem Kauf informieren will, hat im Netz tausend Möglichkeiten dazu: Rezensionen, Foren, Lesekreise etc. Sogar hier in eurem Forum werden Bücher empfohlen. Die meisten eBooks kann man online anlesen. Es gibt also genügend Möglichkeiten sich vorher zu informieren und es gibt Rückgabemöglichkeiten. Das Argument ist also für mich nicht stichhaltig. Wer sich informieren will, kann das tun. Niemand muss aus diesem Grund eBooks für lau saugen.

LG,
Cassandra
 
Cassandra57 schrieb:
Und jetzt? Wie geht es weiter? Du bleibst die Antwort schuldig, warum mir als Autorin kein Schaden entsteht, wenn das eBook kopiert und nicht bezahlt wird. Eben weil, das eBook nicht nur aus Bits and Bytes besteht, sondern einen Roman enthält, der meine geistige Leistung ist, der meine Arbeitszeit gekostet hat und von dessen VERKAUF ich lebe, entsteht mir ein Schaden.
Genau diesen Schaden bezweifle ich. Denn wenn man diesen Sachverhalt als Schaden definieren würde, dann verursacht nicht nur der Kopierer einen Schaden, weil er dich nicht bezahlt, sondern auch der Bruder eines Lesers, der dein Werk ganz unverfroren mitliest und nicht im Traum daran denkt, dich dafür zu bezahlen, und schliesslich noch der Leseverweigerer von nebenan, der sich deinen Werken ganz und gar (vikelleicht sogar aus Unkenntnis) verweigert und dich genausowenig bezahlt.

Allen diesen Personen ist gemein, daß sie offenbar besseres (in welchem Sinne auch immer) zu tun haben, als dich als Autorin zu finanzieren. Und alle diese Personen nehmen dir überhaupt nichts weg.

Denn anders als ein Bücherdieb, dessen Wirken spätestens bei der nächsten Inventur auffällt (sofern man es nicht allgemein als 'Schwund' abtut) nehmen ein Kopierer, ein Mitleser und ein Totalverweigerer nichts weg.

eBook#Kopierer erkennt man aber nicht so leicht wie Bücherdiebe. Aber man benötigt sie gemeinhin als Argumentationgrundlage für entgangenen Gewinn. Also rechnet man sie -wie auch - immer hoch. Einen Beleg über ihre tatsächliche Häufigkeit bleibt man grundsätzlich schuldig.

Es ist vielleicht ein wenig wie bei den Schwarzfahrern. In der einen Statistik werden sie völlig überbewertet, weil man auf die eigenen leeren Kassen hinweisen möchte und sich Geld aus der Öffentlichen Hand erhofft. In in einer anderen (zeitgleichen) Statistik spielt man sie herunter, weil man von einem der Verkehrsträger Geld haben will, welches man für Schwarzfahrer nicht bekommen würde.

Aber ganz abgesehen von der Anzahl ist es einfach ein unwiderlegbarer Fakt, daß Kopierer keine Kosten verursachen, indem sie (mitunter recht kostspielige Ressourcen) Resourcen entwenden. Vergleichen wir also noch einmal im Einzelnen:

Ein Kopierer, der ein eBook niemals gekauft hätte, der entwendet (übrigens nur anteilig) geistiges Eigentum, sowie die Ressourcen von dessen Erstellung. Die Mühen und der weitere Aufwand für die Erstellung des Originaltextes bleiben identisch und werden durch den Kopiervorgang nicht berührt. Ein Autodieb hingegen entwendet keineswegs nur (natürlich auch nur anteilig) die Kosten für die Entwicklung des Automodells, sondern eine unglaubliche Menge Arbeitszeit und Rohstoffe. Er richtet einen tatsächlichen Schaden an (der keineswegs nur aus einem entgangenen Gewinn besteht, sofern dies relevant sein sollte), weil er das Auto ja nicht (übrigens auf eigene Kosten) kopiert, sondern dem Besitzer oder Eigentümer entzieht.

Cassandra57 schrieb:
Und jetzt? Wie geht es weiter? Du bleibst die Antwort schuldig, warum mir als Autorin kein Schaden entsteht, wenn das eBook kopiert und nicht bezahlt wird. Eben weil, das eBook nicht nur aus Bits and Bytes besteht, sondern einen Roman enthält, der meine geistige Leistung ist, der meine Arbeitszeit gekostet hat und von dessen VERKAUF ich lebe, entsteht mir ein Schaden.

Wie ich soeben schon erwähnte ist der Aufwand fürt die Erstellung des Romans unabhängig von der Anzahl der Leser oder auch Käufer. Der Roman wird nicht länger oder zeitaufwändiger, wenn er vermehrt gekauft wird. Die Erstellung eines Romans ist (wenn man den Verlag und andere einfachheitshalber einmal weglässt) eine Vorleistung des Autors und zu dieser Zeit ist nicht einmal bekannt, wie gut er sich tatächlich verkaufen wird.

Der Wunsch, vom Ertrag dieses Romans leben zu können ist eine Spekulation darauf, daß er sich mindestens in einer bestimmten Grössenordnung verkaufen wird. Und wenn kein Mensch dieses Buch kauft (egal, ob eBook oder Print), dann geht die Rechnung des Autors nicht auf und er kann nicht davon leben. Auch wenn es nicht ein einziges Mal kopiert wird. Denn ausschlaggebend sind die Verkaufs- und keineswegs die (fiktiven) Kopienzahlen.

Cassandra57 schrieb:
Für jedes Buch, das geklaut wird – egal ob im Laden aus dem Regal oder aus dem Netz gesaugt – bekomme ich KEIN Geld. So einfach ist das. Das nennt man Schaden.
Tatsächlich? Wenn ich ein Buch aus dem Regal nehme, dann kann es nicht mehr verkauft werden, denn es befindet sich ja nicht mehr im Regal, sondern in meiner Tasche. Es fehlt etwas, das vorher noch da war. So etwas nennt man Schaden. Sauge ich hingegen etwas aus dem Netz, dann tue ich es nicht wie ein Staubsauger und der Begriff 'saugen' ist in diesem Zusammenhang eher irreführend. Denn es macht nicht *schwupp* und das Original ist im Netz verschwunden und *schwupp* ist es auf meiner Festplatte angekommen. Tasächlich lungert es auf irgendeinem Datenträger herum und es bleibt und bleibt und bleibt. Bis es irgendwann vom Netzt genommen oder durch eine neuere Verion ersetzt wird. Da können tausende Kopierer kommen - das Original bleibt uns (und allen zahlungswilligen Kunden) erhalten.
 
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Hallo Konradin,

hast du den Sophistenkurs an der Volkhochschule besucht?

Um eines Klarzustellen: Ich erwarte nicht für das LESEN meiner Bücher bezahlt zu werden. Von mir aus können die Leute sich die Bücher kaufen und ihr Regal damit dekorieren oder die Bücher tausend Mal lesen, bis sie völlig zerfleddert auseinander fallen, sie können sie im Freundes- und Verwandtenkreis so oft verleihen wie sie wollen. Ist mir alles recht. Aber erst muss das Buch gekauft werden-

Ich erwarte also für den ERWERB meiner Bücher bezahlt zu werden. Erwerben ist eben kaufen. Leider oft auch klauen oder saugen. Und dafür kriege ich nix.

Und das angebliche nicht Wegnehmen würde ich mir jetzt auch gerne genauer ansehen.
Die Leute, die mich deiner Meinung nach nicht als Autorin finanzieren wollen, denen soll ich aber etwas geben, das sie gerne haben wollen. Nämlich meine Bücher. Die wollen haben, haben, haben und sich gut unterhalten.

Dass dein Autobeispiel an allen Ecken und Enden hinkt, hast du ja schon selbst bemerkt. Wir sollten es daher nicht weiter bemühen. Nur eines noch: BMW hat durchaus – genau wie ich – den Wunsch, dass sich sowohl die Investitionskosten in eine neues Modell (in meinem Fall: Buch) sich lohnen und amortisieren und zwar über den Verkauf der Vervielfältigungen, als den am Ende in Serie vom Band laufenden Autos. Wenn die geklaut werden …

Ich zitiere dich: Zitat|| Und wenn kein Mensch dieses Buch kauft (egal, ob eBook oder Print), dann geht die Rechnung des Autors nicht auf und er kann nicht davon leben.|| Zitatende.

Genau, das ist das Problem. Wenn das Buch nicht gekauft, sondern geklaut wird, dann kann ich nicht davon leben. Endlich hast du es verstanden. :-)

LG,
Cassandra
 
Cassandra57 schrieb:
Ich zitiere dich: Zitat|| Und wenn kein Mensch dieses Buch kauft (egal, ob eBook oder Print), dann geht die Rechnung des Autors nicht auf und er kann nicht davon leben.|| Zitatende.

Genau, das ist das Problem. Wenn das Buch nicht gekauft, sondern geklaut wird, dann kann ich nicht davon leben. Endlich hast du es verstanden. :-)

Wenn schon Zitate, dann bitte vollständig: 'Auch wenn es nicht ein einziges Mal kopiert wird.'

Es ist völlig unabhängig von bösen (oder auch nicht bösen) Kopierern. Das kannst du wahrhaben wollen oder auch nicht, mir persönlich ist dies schnurzpiepegal. Meine Beispiele mit dem gedrucken Büchern und den Autos zeigen auf der einen Seite die Gemeisamkeit, auf der anderen Seite hingegen den Unterschied. Mehr sollen sie auch nicht. Es ist müssig, darüber diskutieren zu wollen, ob BMW Gewinn machen wird oder auch nur will. Ebenso wie du selbt. Will nicht (fast) JEDER Mensch Gewinn machen und wenn, wundert dich das?

Ich habe nicht nur von Anfang an verstanden, daß du von dem Buch leben willst, sondern ich habe den Verlauf dieser Diskussion, so wie er jatzt tatsächlich statfindet, von Anfang an erahnt. Und zwischenzeitlich auf eine Fortsetzung gehofft.

Ach, übrigens ein noch, was mich hier im Board immer ganz gewaltig ärgert (auch wenn es mit dir persönlich oder auch diesem Thema nichts zu tun hat). Ich war dabei, meinen letzten Beitrag zu editieren und *schwupp* war dein Beitrag #19 da. Die Folgen? Nun, ein Refresh und alles Geschriebene war mal wieder zum Teufel, so an die 30 Zeilen. Nix mit Tastaturpuffer, einfach weg, verschwindibus. Das nimmt einem doch etwas die Motivation, umfangreich und detaillirt zu antworten, von der Konzentration einmal völlig abgesehen (und zwischendurch noch ständig 'Süsses oder Saures').

lg Konradin
 
Ich habe nicht nur von Anfang an verstanden, daß du von dem Buch leben willst, sondern ich habe den Verlauf dieser Diskussion, so wie er jatzt tatsächlich statfindet, von Anfang an erahnt. Und zwischenzeitlich auf eine Fortsetzung gehofft.

Leider falsch verstanden. Bisher KANN ich vom Verkauf meiner Bücher leben. Geht grad so. Doch das sind zu 98% gedruckte Bücher, die man nicht so leicht – sprich: kostenfrei – kopieren kann. Ich habe einfach Angst, dass sich das in Zukunft dramatisch ändern wird. Wenn eben der Marktanteil von E-Books gigantisch wächst und damit der illegale Download. Dann werde ich nicht mehr über die Runden kommen, wenn die hauptsächlich für lau konsumiert werden.

Ach, übrigens ein noch, was mich hier im Board immer ganz gewaltig ärgert (auch wenn es mit dir persönlich oder auch diesem Thema nichts zu tun hat). Ich war dabei, meinen letzten Beitrag zu editieren und *schwupp* war dein Beitrag #19 da. Die Folgen? Nun, ein Refresh und alles Geschriebene war mal wieder zum Teufel, so an die 30 Zeilen. Nix mit Tastaturpuffer, einfach weg, verschwindibus. Das nimmt einem doch etwas die Motivation, umfangreich und detaillirt zu antworten, von der Konzentration einmal völlig abgesehen

Ein Tipp von der Autorin - und ganz kostenlos: Ich klicke immer auf „zitieren“ kopiere mir den Text, der dann im Antwortenfeld erscheint und kopiere ihn in ein Word-Dokument. Dort schreibe ich dann meine Antwort in aller Ruhe und kopiere sie in das Antwortenfeld. Dafür muss ich mich dann garantiert noch einmal anmelden. Denn bis ich - Du? – meine /deine Antwort geschrieben haben, sind wir automatisch abgemeldet worden. Das ist vermutlich der Grund warum deine detaillierten Antworten schwupps und verschwindibus weg sind. Aber im Word.doc ist sie noch da. ;-)

(und zwischendurch noch ständig 'Süsses oder Saures').

lg Konradin

Genau. Bei mir auch grad.

LG,
Cassandra
 
Cassandra57 schrieb:
Leider falsch verstanden. Bisher KANN ich vom Verkauf meiner Bücher leben. Geht grad so. Doch das sind zu 98% gedruckte Bücher, die man nicht so leicht – sprich: kostenfrei – kopieren kann. Ich habe einfach Angst, dass sich das in Zukunft dramatisch ändern wird. Wenn eben der Marktanteil von E-Books gigantisch wächst und damit der illegale Download. Dann werde ich nicht mehr über die Runden kommen, wenn die hauptsächlich für lau konsumiert werden.
Nein, keineswegs falsch verstanden. Ich sprach nur nicht konkret von dir (da ich deine tatsächliche Situation ja nicht kenne) und wenn du davon leben kannst, dann gönne ich es dir gerne.

Als die Kassette eingeführt wurde, unkten manche schon vom Tod der Tonträgerindustrie. Bei der CD war es ähnlich. Immer, wenn neue Technologien zum Einsatz kommen, wird gejammert. Das war schon bei den Bilderstürmern so, die Angst um ihre mechanischen Webstühle hatten. Wirklich, nichts Neues.

Tatsache ist es, daß die Bücherdiebe es bisher nicht geschafft haben, Autoren arm zu machen. Übrigens ganz im Gegensatz zu Bücherverbrennern.

Ebensowenig werden Kopierer Autoren bettelarm machen, selbst wenn es überhaupt keine gedruckten Ausgaben mehr geben sollte (was ich doch stark zu bezweifeln wage). Wenn man sich das Gejammer der Musikindustrie anhört, andererseits aber die (entgeltlichen) Downloadzahlen der entsprechchenden Portale anschaut, dann merkt man, daß beide Aussagen nicht zueinanderpassen. Hier wird nur einmal auf verdammt hohem Niveau gejammert. Bei eBooks wird es nicht viel anders sein.

Kein Mensch weiß, wie es genau weitergeht. Aber ich fürchte, es gibt Zielgruppen, die der Situation unverhältnismässiger und brutaler ausgesetzt sind als Autoren. Zumal es selbst für einen Autor durchaus auch möglich sein könnte, sicherheitshalber ein zweites Standbein in petto zu haben. Denn geht die Kaufkraft der potentiellen Kunden langsam gegen Null, dann merkt dies eines Tages auch der Autor.

Mein Tip - auch ganz kostenlos: keine Angst vor illegalen Downloads machen und möglichst ausreichend auf einen Kundenkreis setzen, der willens und auch in der Lage ist, zu zahlen. Wenn zehntausend Kunden zahlen, dann können selbst eine Million illegaler Kopien daran nichts ändern. Das Geld, das fliesst, ist schliesslich genau das gleiche.

@offtopic: Nein, ich werde nicht abgemeldet. Der Knackpunkt ist ganz konkret das Erstellen eines Beitrags im Thread hinter dem Meinigen, denn genau das führt zum (unfreiwilligen) Refresh. Nun, zwar lästig, aber noch lange kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Da muss ich eben durch.

lg Konradin
 
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Das ist der Zwiespalt des Fortschritts ;-)
Mit dem ebook erschließt du dir neue Lesergruppen (immerhin hat Amazon
in den USA seit April des letzten Jahres mehr digitale als gedruckte Bücher verkauft,
und auch bei uns liegt der diesjährige Weihnachtsverkauf von ebooks
mehrere hundert Prozent über dem des letzten Jahres –
steht allerdings immer noch bei einem Marktanteil von 1 %)
– andrerseits steigt auch die Versuchung für illegale Kopien.

Wenn aber der Marktanteil auch bei uns demnächst gigantisch wächst,
dann profitierst auch du notgedrungen davon, denn das Wachstum fußt ja nicht auf den illegalen Downloads,
sondern auf tatsächlichen Verkäufen.

Ich bin der gleichen Meinung wie Konradin, wenn er die Verdienstausfälle von Autoren, Filmverleihern u.ä. als total überzogen ansieht, weil es für die wenigsten Downloader um ent oder weder geht. (Downloaden statt Kaufen)

Ich denke, dass ein anderer Aspekt noch mitspielet: Verletzter Stolz / Abwertung … so was in der Art.
Cassandra57 arbeitet 1 Jahr lang hart an einem Buch,
hat es dann endlich fertig gestellt und ist stolz auf das Ergebnis ihrer Arbeit,
und dann gibt es neben den regulären Käufern eben Lutscher,
die mit einem Klick in wenigen Minuten ihre Jahresarbeit auf’m PC haben.

Würde mich glaub ich auch mächtig fuchsen.
 
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Es gibt übrigens auch Autoren, die gerade durch das Internet reich geworden sind. Quasi über Nacht im Selbstverlag. Ein weiterer Beweis für die These, daß das Internet Autoren nicht zwangsläufig bettelarm machen muss. Denn schliesslich zahlen alle (bei Gefallen) freiwillig. Und offenbar tun sie dies auch.

lg Konradin
 
Wenn zehntausend Kunden zahlen, dann können selbst eine Million illegaler Kopien daran nichts ändern. Das Geld, das fliesst, ist schliesslich genau das gleiche.

Zehntausend gedruckte Taschenbücher verkauft = Autorenhonorar 5.200 Euro.
(Basiert auf Verlagshonorar: Taschenbuch zu 8,95 Euro, davon 6% vom Ladennettoverkaufspreis für den Autor = 0,52 Euro).

1 Million verkaufte E-Books a 20% für den Autor = ca. 1 Euro proE-Book = 1 Million Euro für den Autor.
10.000 Euro = 1.000.000 Euro?
Das möchte ich doch bezweifeln.

Das kann nicht mal ein Sophist in Frage stellen.

LG,
Cassandra
 
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