Copyright-Debatte und die Piraten Diskussion 

  • Ersteller Ersteller Carmen
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Gegenfrage: welches Interesse sollte der Zoll daran haben, Markenpiraterie nicht zu verfolgen?

Kann ich dir nicht beantworten, Konradin. Ich hatte bis jetzt keinen Ärger mit den Zoll, obwohl ich hin und wieder bei einigen DVD Filmen auch nicht wiederstehen konnte.
Wenn man sich dumm stellt, kann wohl nichts passieren. :D Wie schon mal gesagt, woher soll man wissen das es sich sich um eine Fälschung handelt.;)

Gruss
 
Zumindest hats du für dich persönlich geklärt, auf welcher der beiden Seiten du stehst. :)

Aber es ist nicht von Bedeutung, ob man die eine Tasche voller Filme abluchst. Im Gegensatz zu einem ganzen Containerschiff voller 'Rolex', 'Adidas' oder wie auch immer, die man dem Markt entzieht.

Gruss Konradin
 
Also mal ganz ehrlich: Auf meinem Rechner ist schon eine Menge Zeugs, für das ich nicht denjenigen bezahlt habe, der Geld, Zeit und Können dafür investiert hat. Die geäußerte Rechtfertigung dafür, das es halt so greifbar war, überzeugt mich selbst nicht so richtig. Sicher gibt es als kleine "Gegenleistung" einen Werbeeffekt, aber davon allein kann keiner leben.
Ich tröste mich damit, dass all die Produzenten ja irgendwie doch ihren Schnitt machen müssen, sonst gäbe es sie nicht mehr. Denn das ist meine Befürchtung: Wer soll denn noch was entwickeln, wenn es sich nicht lohnt?

Auf der anderen Seite sage ich mir, dass den Produzenten durch mich nicht wirklich etwas entgeht. Denn vieles von dem, was ich habe, hätte ich entgeltlich bestimmt nicht gekauft.

Liebe Grüße von Sab
 
[...]Sicher gibt es als kleine "Gegenleistung" einen Werbeeffekt, [...]
Ein früherer Schüler von mir – Software-Entwickler bei einem marktbeherrschenden Weltkonzern – erzählte vor Jahren, dass es den Softwareherstellern gar nicht soo unangenehm ist, wenn ihre teuren Profiprodukte „unentgeltlich“ daheim genutzt würden.

Denn, so deren Kalkül:

Wer sich zu Hause damit beschäftigt und sich einigermaßen mit der oftmals sehr umfangreichen und komplizierten Anwendung auskennt (man denke hier nur an die Adobe CS-Familie), der wird an seinem Arbeitsplatz darauf drängen, dass genau dieses Produkt gekauft wird.
Für den Heimanwender in der Regel unerschwinglich.

Nachvollziehbar ärgerlich wird es für die Produzenten dieser teuren Produkte (sowie für den, der sich beim Verkauf illegaler Kopien ertappen lässt), wenn mit den Kopien Handel betrieben wird.

Nebenbei gibt es bei vielen Produkten die Möglichkeit, im Funktionsumfang identische, aber im Preis gewaltig reduzierte, Schüler- bzw. Studentenversionen zu erwerben (so einen „Namen-zur-Verfügung-steller“ hat doch jeder in seinem Umfeld).
 
Zitat StaryWojownik: "...der wird an seinem Arbeitsplatz darauf drängen, dass genau dieses Produkt gekauft wird."

StaryWojownik (Joungster war einfacher ;)), dieses Zitat bringst es sehr schön auf den Punkt. Uebrigens denkt auch Microsoft so. Mein Arbeitgeber, ein mittelgrosses Sozialwerk im Raum Basel, bekommt seit Jahren regelmässig Gratislizenzen von Microsoft - sowohl für die Betriebssysteme als auch Office-Pakete. Mit Grossherzigkeit hat das aber gar nichts zu tun. Microsoft weiss ganz genau, dass die meisten unserer Klienten, welche mit ihren Produkten "sozialisiert" werden, bei Windows bleiben werden.

Gruss freefloating
 
StaryWojownik schrieb:
Wer sich zu Hause damit beschäftigt und sich einigermaßen mit der oftmals sehr umfangreichen und komplizierten Anwendung auskennt (man denke hier nur an die Adobe CS-Familie), der wird an seinem Arbeitsplatz darauf drängen, dass genau dieses Produkt gekauft wird.
Das kann ich so ausdrücklich bestätigen. AutoCAD ist damals in erster Linie Marktführer geworden, weil vor allem Studenten damit gearbeitet haben und an ihren späteren Arbeitsplätzen (und nicht nur dort, bei Studentenjobs teilweilse ebenso) wurde AutoCAD dann bevorzugt eingesetzt, weil man bereits Personal hatte, welches sich damit auskannte. Daß Konkurrenzprodukte teilweise erheblich schneller waren änderte am Erfolg von AutoCAD wenig.

Ich selbst war jahrelang im CAD-Bereich tätig und verantwortlich für die deutsche Version eines amerikanischen Konkurrenzprodukts. Unser Problem waren nicht die Raubkopien privater Anwender (wir hätten nichts dagegen gehabt, wenn unsere Produkte populärer gewesen wären), denn diese Leute verursachten keine Kosten. Ganz im Gegensatz zu Geschäftskunden, die über eine einzige bezahlte Lizenz verfügten, aber Support für 20 Versionen (möglichst noch auf unterschiedlichen Hardware-Plattformen) haben wollten. Genau dort war das Problem und auch nur dort.

Privat habe ich es übrigens immer so gehalten, daß ich mir Programme kostenfrei besorgt habe, um sie zu testen oder auch gelegentlich privat zu nutzen. Aber spätestens wenn ich damit Geld verdient habe, dann war es an der Zeit, meinen Obolus dafür zu entrichten.

Gruss Konradin
 

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