Das schlechteste und darüberhinaus auch noch das mit Abstand ärgerlichste Buch, daß ich in letzter Zeit in die Hand nehmen mußte, ist ganz eindeutig:
"Traumfänger. Die Reise einer Frau in die Welt der Aborigines von Marlo Morgan".
Hier eine Kurz-Rezension:
"Traumfänger ist ein faszinierendes und -- für "Veränderte" -- oft auch ein beschämendes Buch. Zeigen uns die Aborigines doch, wie unwichtig unser Alltag für unser persönliches Wachsen und Reifen ist. So feiern sie keinen Geburtstag, sondern sie feiern dann ein Fest, wenn einer von ihnen denkt, daß er eine höhere Stufe in seiner persönlichen Entwicklung erklommen hat. Marlo Morgan hat es sich zur Aufgabe gemacht, über das Leben der Aborigines zu berichten, ohne sie an unsere Zivilisation mit ihrem zerstörenden Tourismus zu verraten -- ein fesselnder Bericht. --Manuela Haselberger"
In Amerika und Europa stand es monatelang auf den Bestsellerlisten, was auch nicht weiter verwunderlich ist, wenn man sich vorstellt, welche hervorragende Projektionsfläche dieser vermeintliche Tatsachenbericht für die Sehnsüchte zivilisationsgeschädigten Mitteleuropäer bietet.
Allerdings kann und muß, jeden mit ein wenig gesundem Menschenverstand gesegneten Leser bei der Lektüre der Verdacht beschleichen, daß vieles was hier auf dem Niveau eines mittelmäßigen Schulaufsatzes beschrieben wird nicht stimmen kann, auch wenn sich dieses Machwerk verzweifelt bemüht, sich den Anschein von Authentizität zu geben.
Wenn man dann anfängt, sich ernsthaft mit den Hintergründen dieses Buches zu befassen, findet man sehr schnell heraus, daß Frau Morgan weder die Sprache der Aborigines spricht, noch jemals im Australischen Outback gewesen ist.

Das Buch ist also reine Fiktion!
Auf Grund des von diesem Buch erhobenen Anspruch auf Authentizität könnte man auch sagen - erstunken und erlogen!
Gruß
Murkelchen