Deutsch kann nur der sein, ... Diskussion 

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StaryWojownik

... der deutscher Abstammung ist.

In Hamburg fand ein Aufmarsch rechter deutscher Gesinnung (mit massivem Polizeieinsatz gegen „linke“ Gegendemonstranten) statt.

Was denken sich „Deutsche mit Migrationshintergrund“ wenn sie marschierende Horden „echter“ Deutscher mit Transparenten folgenden Textes sehen:

„Deutsch kann nur der sein, der deutscher Abstammung ist“
Proteste gegen Neonazi-Aufmarsch in Hamburg - SPIEGEL ONLINE - Politik

Mein erster Gedanke: Tja, hätte ich doch nur bis 2004 warten können …

Was ist eure Meinung zu solchem Gedankengut? Hier interessiert mich sowohl die Ansicht der „Neu- bzw. Passdeutschen“ – die sich doch (wieder einmal) zurechtgewiesen fühlen müssen, als auch die Ansicht der „echten“ Deutschen (egal ob mit oder ohne Arschier-Nachweis).
 
Wenn eine Kuh im Schweinestall geboren wird ist es trotzdem ein Kalb geworden.
Wenn ein Mensch geboren wird ist es ein Mensch.

Der Wohnort ist kein Aspekt der den Menschen zu etwas anderem werden lässt.
Ich sehe schon die Gefahr für Deutschland das sich das noch ändern wird... wenn das mit Asse so weiter gehen sollte...

Es gibt Menschen mit verschiedenen Wohnorten und einige leben woanders als sie es am liebsten tun würden... aber die von Dir beschrieben neuen Gesetze der" Vererbung" sind mir unbekannt... die Zusammenhänge auch...
 
„Deutsch kann nur der sein, der deutscher Abstammung ist“

Stimmt doch, jetzt ohne rechtes Gedankengut zu haben.
Ein in Italien geborener Mensch bleibt doch auch im Herzen weiterhin ein Italiener, obwohl er einen US- Pass hat und in der USA lebt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich nach -sagen wir mal- Japan auswandern würde, dann würde ich
das tun, weil mich das Land interessiert, weil ich die Sprache lernen möchte, weil mir die japanische Art zu leben gefällt.
- ich würde die Sprache lernen und versuchen zu perfektionieren.
- ich würde mich mit Einheimischen anfreunden, aber auch versuchen andere deutsche vor Ort kennen zu lernen.
- ich würde einen großen Teil der Art zu leben übernehmen - sonst hätte ich ja auch woanders hingehen können.
- ich würde arbeiten und meinen Beitrag an japanische Sozialsysteme entrichten.
- ich würde alle Einheimischen mit Respekt behandeln, denn schließlich erweist man mir die Gefälligkeit, dass ich hier sein darf
Kurz: ich würde mich integrieren ohne meine Identität auf zugeben.

Wenn ich all das gemeistert habe und ein Teil der Gemeinschaft geworden bin, dann aber auch erst dann hätte ich den Wunsch, dass man mir die Möglichkeit gibt, die japanische Staatsbürgerschaft zu erhalten.
Das ist der Anspruch, den ich an mich hätte - warum sollte ich an Menschen, die zu uns kommen einen anderen haben?
 
Das ganze Ruhrgebiet besteht (gefühlt) aus Schimanskis, Kowalkis, Koslowskis usw. Die Leute sind als polnische Arbeiter in eine aufstrebende Industrieregion gekommen und sind inzwischen "deutscher" als manche Blut- und Boden-Deutsche.
In Frankreich, England und in den USA führt die Ausgabe eines Passes zur vollständigen Einbürgerung und Gleichberechtigung.
Die USA und Australien haben, nachdem sie die Ureinwohner nahezu ausgerottet haben, nur noch "Amerikaner" (plus einige *noch* illegale Immigranten, die schnell eingebürgert werden können.
Dass es in Deutschland, und NUR in Deutschland, immer noch Nazi-Geistesverwandte gibt, die einen Unterschied zwischen regionaler Herkunft und "Nation" machen, stimmt mich traurig und wütend.
 
Wenn ich nach -sagen wir mal- Japan auswandern würde, dann würde ich
das tun, weil mich das Land interessiert, weil ich die Sprache lernen möchte, weil mir die japanische Art zu leben gefällt.

[...]

Kurz: ich würde mich integrieren ohne meine Identität auf zugeben.

Wenn ich all das gemeistert habe und ein Teil der Gemeinschaft geworden bin, dann aber auch erst dann hätte ich den Wunsch, dass man mir die Möglichkeit gibt, die japanische Staatsbürgerschaft zu erhalten.
Das ist der Anspruch, den ich an mich hätte - warum sollte ich an Menschen, die zu uns kommen einen anderen haben?

Wenn alle Immigranten nach diesem Schema nach Deutschland kämen, könnte ich dem zustimmen. Auf viele der ehemaligen Gastarbeiter trifft das auch zu.
Es gibt aber eine Vielzahl von Menschen, die aus Kriegs- und Krisengebieten kommen und sehr schlechte Ausgangsvoraussetzungen haben. Deren Integration verläuft dann natürlich viel schleppender, wird ihnen häufig durch die deutsche Bürokratie auch noch schwer gemacht.

Dass es in Deutschland, und NUR in Deutschland, immer noch Nazi-Geistesverwandte gibt, die einen Unterschied zwischen regionaler Herkunft und "Nation" machen, stimmt mich traurig und wütend.

Leider ist es nicht nur in Deutschland so! Man kann Fremdenfeindlichkeit eigentlich in allen europäischen Ländern beobachten. Überall gibt es starke rechte Gruppierungen, die nicht selten auch in die Volksvertretungen gewählt werden.
Ursache dafür ist vielleicht die menschliche Natur. Alles Fremde in der eigenen Heimat wird i.d.R. misstrauisch bis ängstlich beobachtet. Der Mensch liebt das Vertraute. So kommt es auch, dass ein deutscher Pass allein nicht ausreicht, um als Deutscher gesehen zu werden. Es gibt viele Deutsche, die unter Ausländerfeindlichkeit zu leiden haben, da man ihnen ihre ausländischen Wurzel deutlich ansieht. Vielleicht ändert sich das, wenn die sogenannten "reinrassigen" Deutschen merken, dass wir in unserer überalterten Gesellschaft auf Zuwanderung angewiesen sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin es gewohnt, dass Du es mit der Wahrheit notorisch nicht „so ganz“ genau nimmst:
Wo bitte beschrieb ich …
Ich habe Dir nicht widersprochen... wenn du genau liest. Aber wenn Du von echten Deutschen sprichst im Bezug auf die von Dir wiedergegebenen Aussagen und dann "Arschier" bringst dann ist das ein Rassenhinweis.

Ich bin davon überzeugt das es keine Rasse gibt die "Arschier" oder "Arier" kennzeichnet.
Deutscher ist wer deutscher Staatsbürger ist.
Der Wohnort der dazu führt das man sich damit beschreibt und der Wille alle Rechte und Pflichten die für diesen Wohnort gelten zu tragen, ist die Einordnung die bestimmt welcher Staatsbürger man ist.
Es hat also weder für Dich noch für mich eine genetische Einordnung zu dieser Bezeichnung geführt... Die Ansicht das der Geburtsort eine Definierung der Staatsbürgerschaft ist, kann von daher nur eine verblendete Ansicht sein.

Wenn so ein "deutscher Mensch" im Flugzeug gezeugt wurde und im Flugzeug geboren wurde, stammt er dann von wo ab?
Die hirnrissige Ansicht im Bezug der Abstammung ist doch das Armutszeugnis das sie sich ausstellen.
Wer unter dem Einfluss der deutschen Gesellschaft aufwächst ist ein Mensch der sich unterscheiden kann zu dem in einem anderen Land aufgewachsenen...egal welche Staatsbürgerschaft er hat...

Deutsche Abstammung ist keinen Pfifferling wert. Eine Abstammung aus irgendeinem anderen Land auch nicht.
Was den Rassisten nicht passt ist das was sie beurteilen. Das liegt an ihnen.

Deutsche Staatsbürger sind in der Schweiz Ausländer. Dort sagen manche das sie ihnen die Arbeit weg nehmen. Die Busse vollstopfen :D
Es sind einfach lächerliche Ansichten!
Ein Arbeiter wird nicht eingestellt weil er deutsch oder türkisch ist sondern weil er Kriterien erfüllt die andere nicht erfüllen. Sei es nur zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen zu sein.
Das ist aber kein Grund auf die Strasse zu gehen und „Deutsch kann nur der sein, der deutscher Abstammung ist“ Parolen los zu lassen.
Gut dann ist eben ein im Flugzeug gezeugter und im Flugzeug geborener ein "Flugzeuger" :confused: wenn die Eltern zwar irgendwie deutsch aber auch im Flugzeug usw... das ist doch ==> Entschuldigung
Was für eine Abstammung soll das sein? Wann beginnt die? Wann endet die? Wieviele Generationen müssen gewesen sein? Sind wir dann nicht alle "Ursuppier" oder "Paradisier" :tata:

Verstehst Du? Ich habe Dir nichts antun wollen, ok?
Du kannst doch auch mal auf halber Temperatur fahren, oder?
 
Wenn ich nach -sagen wir mal- Japan auswandern würde, dann würde ich […]die Sprache lernen und versuchen zu perfektionieren. […]
(Seltsam, wie kommst Du gerade auf japanisch) Vor einigen Jahrzehnten versuchte ich, japanisch zu erlernen – war auch einige Male in Japan. Ich stoppte das Lernen dieser Sprache, als ich feststellen musste: egal wie gut ich die Sprache verstehe, ich werde die Menschen nicht verstehen. Einer meiner Schüler studiert seit acht Jahren die japanische Sprache in Japan; letztes Mal, als er uns besuchte, klagte er darüber, dass die Japaner ihn perfekt verstünden, es umgekehrt aber gewaltig hapern würde (denken und sprechen bildet dort nicht die in West- und Osteuropa gewohnte Einheit).

[…]ich würde mich integrieren ohne meine Identität auf zugeben.[…]
Das möchte ich doch stark hoffen: Selbstaufgabe sollte kein vernünftiger Mensch einem anderen zumuten.

[…]dann ist das ein Rassenhinweis. Ich bin davon überzeugt das es keine Rasse gibt die "Arschier" oder "Arier" kennzeichnet.
Deutscher ist wer deutscher Staatsbürger ist. […]
Könnte es sein, dass Du Rassen, Ethnien und Nationalitäten nicht auseinanderhältst?
Die Rasse – aller hier im Forum Vertretenen – heißt Mensch. Diese Menschen unterteilen sich (!!! leider) in verschiedene Ethnien (lesenswert dazu: Ethnie ).

„Im Deutschen wird für ethnische Gruppe auch oft der Begriff „Volksgruppe“ gebraucht. Oft leben verschiedene Volksgruppen in einem Staatsgebiet. Beispielsweise bestand der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn im 19./20. Jahrhundert aus verschiedenen Ethnien (Deutschen, Ungarn, Slowenen, Bosniaken, Kroaten, Italienern usw.). Das gilt auch heute noch für die Schweiz, die keine ethnische Einheit bildet, sondern aus verschiedenen ethnischen Gruppen (deutsch-, französisch-, italienisch-, rätoromanischsprachige, jenischsprachige Schweizer) besteht und aufgrund diverser ethnischer Minderheiten in Deutschland und Österreich (u. a. Dänen, Friesen, Sorben, Sinti, Roma, Kroaten, Ungarn) in geringerem Umfang auch für diese beiden Staaten. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass so gut wie kein Staat ethnisch homogen ist. Besonders heterogen sind Staaten, deren Existenz und willkürliche Grenzziehung auf die Kolonialzeit zurückgehen, so zum Beispiel die Staaten Süd- und Mittelamerikas, Afrikas, Asiens und Polynesiens (z. B. Indonesien).“ (Link: oben)

Ein kleines Buch als Grundlage zu diesem Thema: Friedrich Engels, „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“; 1946, Dietz Verlag, Berlin
 
Wenn ich jetzt nach Polen ziehe, bin ich dann automatisch sofort ein Pole, oder bin ich das erst dann, wenn ich mich vollständig integriert habe und mich von der einheimischen Bevölkerung in meiner Lebensweise nicht mehr unterscheide?

Tut mir Leid, aber für mich ist nicht jeder der in Deutschland wohnt auch automatisch ein Deutscher.
 
Wenn ich jetzt nach Polen ziehe, bin ich dann automatisch sofort ein Pole, oder bin ich das erst dann, wenn ich mich vollständig integriert habe und mich von der einheimischen Bevölkerung in meiner Lebensweise nicht mehr unterscheide?[…]
Was verstehst Du unter „vollständiger“ Integration (die polnische Sprache – noch mehr die Rechtschreibung – ist für Deutsche sehr schwierig, ansonsten sind die kulturellen Unterschiede nicht so groß). Du wirst Dich – so Du über vierzig Jahre alt bist, immer – in Sprache, evtl. auch im Habitus – von der vergleichbaren polnischen Bevölkerung unterscheiden. Na und?

Die Polen sind – von ihrer Seite aus – seit Jahrhunderten gut mit ihren Nachbarn und in ihrem Land lebenden anderen Ethnien ausgekommen (na ja: es gab, selten – leider auch in Polen – Pogrome).

[…]Tut mir Leid, aber für mich ist nicht jeder der in Deutschland wohnt auch automatisch ein Deutscher.
Das muss dir nicht leid tun: Lesen des Eingangsbeitrags hätte gereicht:
[…]„Deutsch kann nur der sein, der deutscher Abstammung ist“[…]
Selbstverständlich verlangt keiner, dass jeder, der in Deutschland wohnt, „automatisch“ Deutscher ist (Einigen würde dies gefallen, bestimmt würden sich aber manche dagegen zur Wehr setzen).

Allerdings: Bei der Forderung der marschierenden Rechtshorden (Abstammungsnachweis) sollte bei einigen über die (deutsche) Geschichte Informierten die Erinnerung an den Arschiernachweis wach werden.
 
Das von dir kurz umrissene braune "Gedankengut", StaryWojownik, erschreckt mich,
wenn es sich mal wieder irgendwo artikuliert.
Erschreckend, weil unmenschlich und blind in einer globalen Welt,
vor allem aber auch weil Frust eine der Triebfedern dieser Gesinnung ist.
Dieser gute Nährboden bleibt uns angesichts
sich verschlechternder wirtschaftlicher Bedingungen
und einer (europäisch gesehenen) Jugendarbeitslosigkeit von über 30 % auch erhalten.

Noch mag optimistisch stimmen, dass den verirrten Rechtsradikalen
in der Regel eine Vielzahl an anders gesinnten Demonstranten
gegenüber steht, aber wer weiß, ob das so bleibt.
 
Man braucht gar nicht erst nach Polen oder sonst wo zu schauen, es fängt doch schon im eigenen Lande an wenn z.B. ein Thüringer nach Berlin/Brandenburg hin zieht, dort ist er bei einigen auch nicht gern willkommen. Man spricht dann auch schon von Migranten.

Gericht verurteilt Schläger: "Du Zugezogener, wegen dir steigen hier die Mietpreise!" - Polizei & Justiz - Berlin - Tagesspiegel

http://www.tagesspiegel.de/berlin/prenzlauer-berg-schwabenhass-im-szenekiez/4544976.html

Aber das wird in anderen Teilen Deutschlands leider genau so sein.

Man wird selbst als Deutscher von den eigenen Landsleuten der Herkunft her diskriminiert.

MfG Kanaille
 
Zuletzt bearbeitet:
Manche Länder unterscheiden die Nationaltät nach Geburtsort, andere Länder nach Abastammung (Blut). Danach kommt die Nationalität eines/einer Neugeborenen rein zufällig darauf an, an welchem Ort man gerade bei der Geburt war oder aber, welche Nationalität die Eltern haben. Amerikaner und Deutsche haben hier unterschiedliche Regelungen, (Blut oder Geburtsort). Z.B. doppelte Staatsbürgerschaft (die nach deutschem Recht vermieden werden sollte) bei einem im Amerikaurlaub geborenen Kind deutscher Eltern.
Was ich damit sagen will: Das Recht ist nicht überall gleich. Wenn das also nur eine Frage der Definition ist kann das Ergebnis auch zufällig sein.
 
Was ist eure Meinung zu solchem Gedankengut? Hier interessiert mich sowohl die Ansicht der „Neu- bzw. Passdeutschen“ – die sich doch (wieder einmal) zurechtgewiesen fühlen müssen, als auch die Ansicht der „echten“ Deutschen (egal ob mit oder ohne Ar...ier-Nachweis).
Ist es nicht ein bisschen unsinnig sich über Rassismus aufzuregen und gleichzeitig die Indogermanen zu verunglimpfen? Keiner von ihnen kann etwas dafür, dass ein Irrer das als Grundlage für seinen Rassenwahn genommen hat.

Bei deinem Bildchen könnte man auch meinen, es sei ein verunglückter Witz:
PO le vs. AR...ier
:tata::tata::tata:
 
Ich bin gebürtige Deutsche, was ich "im Herzen" bin, weiß ich nicht so genau, von der Örtlichkeit variiert das zuweilen von "Kind meiner Eltern" (örtlich sehr eng) bis hin zu "Teil des Universums" (örtlich etwas weiter), und zuweilen hab ich mich schon gefragt, ob ich das Gefühl habe, irgendwie irgendwo wirklich beheimatet zu sein.

Vertraute Gefühle zumindest verbinden mich mit dem Niederrhein (sprich: ich könnte mich in ausreichend ähnlichen Landschaften "zuhause" fühlen), der Schwerpunkt meiner Bindungen liegt aber bei den Menschen.

Was will ich, kann ich eigentlich sein, Deutscher, Europäer, zumindest aber: Mensch.
Meine Menschlichkeit hoffe ich in all der Abgrenzung nicht zu verlieren.

Und doch kann sie genau in diesem Bereich schnell abhanden kommen, wenn man sich vor lauter Angst vor dem "Anderen" abgrenzt und dabei Grenzen überschreitet.

Jeder kann deutsch sein.
Respektvoll sollten alle sein.

Sind sie aber nicht automatisch, weder die Deutschen, Un-Deutschen, Nicht-Deutschen noch alle anderen...

Wenn wir uns alle etwas mehr um Respekt kümmern würden, gäb es kein so großes Problem mit deutsch-oder-nicht-deutsch, das ist hier die Frage....
:rolleyes:
 
[…]Respektvoll sollten alle sein.
Sind sie aber nicht automatisch, weder die Deutschen, Un-Deutschen, Nicht-Deutschen noch alle anderen...
Wenn wir uns alle etwas mehr um Respekt kümmern würden, gäb es kein so großes Problem mit deutsch-oder-nicht-deutsch, das ist hier die Frage....
Diese Frage, und vor allem, warum gegenseitiges Respektieren so schwierig ist, beschäftigt mich schon von Kindheit an.
Meine – derzeitige – Meinung: Wenn das „niedere“ Volk streitet, schaut es nicht so intensiv nach oben.

Eine kleine Geschichte, die mir – ich weiß nicht mehr in welcher Sprache – als Kind erzählt wurde (habe „im Netz“ danach gesucht, leider nichts gefunden, daher auch die „?“):

Europäische (?) Matrosen streiten sich auf Grönland (?) auf das Heftigste. Eskimos, die vorher noch nicht mit dieser Spezis Kontakt hatten, beobachten dies verständnislos, schockiert: „Wissen sie voneinander nicht, dass sie alle Menschen sind?“

Sie sollen es nicht wissen. Auf Menschen schießt man nicht; mit Mitmenschen leidet man evtl. mit.
 
Macht ein Mensch einen Fehler, dann redet er sich heraus mit 'schliesslich bin ich nur ein Mensch'. Wir ein Mensch hingegen schlecht behandelt, dann sagt er 'ich bin schliesslich auch ein Mensch'. Es wird gedreht und gewendet, bis es gerade passt. So auch beim Stellenwert der Staatsangehörigkeit.

Je weniger Selbstbewusstsein ein Mensch hat, desto mehr muss er sich hinter kollektivem Brimborium verstecken. Hinter kollektiven Leistungen, die nicht unbedingt hinterfragt werden. Man ist z.B. stolz darauf, Deutscher zu sein, blendet aber zugleich wesentliche Teile der deutschen Geschichte einfach aus.

Apropos Geschichte. Auf welche Ahnentafel muß ein 'waschechter Deutscher' denn zurückblicken können, genügt es, wenn ein urkundlicher Raubritter aus dem zwölften Jahrhundert dabei ist oder müssen hundert Prozent der letzten drei (oder fünf) Generationen innerhalb der deutschen Grenzen von 1918 (ersatzweise 1525) geboren (ersatzweise gelebt) haben?

So einfach ist es mit der Staatsangehörigkeit nicht immer, wie es scheint. Ein Beispiel: Viele Menschen halten Wolfgang Amadeus Mozart, geboren 1756 in Salzburg, für einen Österreicher. Doch Salzburg gehörte erst seit 1803 (also 12 Jahre nach Mozarts Tod) zu Österreich. Er war also Staatsangehöriger des Fürsterzbistums Salzburg, einem der zahlreichen Kleinstaaten der damaligen Zeit.

Doch auch heute noch sind viele Österreicher stolz auf Mozart, weil es eben einfacher ist, sich die Welt durch die heutige Brille geschichtlich zusammenzufrickeln, als den historischen Wahrheiten ins Auge zu schauen oder vielleicht auch selber etwas zu leisten, worauf man stolz sein könnte. Aber es gibt auch Deutsche, die stolz auf Morzart sind, entweder, weil sie ihn für einen Deutschen halten oder nicht mitbekommen haben, daß Österreich seit 1945 nicht mehr dazugehört. So kann man sich irren.

Weitere Fragen wären: ist ein Bayer in erster Linie ein Bayer und erst in zweiter Linie ein Deutscher oder umgekehrt? Und was ist eigentlich mit Erich Honnecker? Ist er als 1912 gebürtiger Saarländer, der seinen Lebensabend in Chile verbrachte, eigentlich Deutscher? Ich erinnere: Das Saargebiet entstand erst 1920. Eine Zeitlang gehörte das Gebiet zu Deutschland, später zu Frankreich und dann als Saarland wieder zu Deutschland.
 
Ist es nicht ein bisschen unsinnig sich über Rassismus aufzuregen und gleichzeitig die Indogermanen zu verunglimpfen? […]
Du verwechselst Sorge mit Aufregung. Der – in diesem Falle deutsche – Faschismus ist viel zu allgegenwärtig, als dass ich mich darüber (noch) „aufregen” könnte. Und: Wo siehst Du eine Verunglimpfung der Indogermanen?

Die zukünftige Elite der BRD:

Rechtsruck im Dachverband: Burschenschafter streiten über "Ariernachweis" - SPIEGEL ONLINE
In den neuen ethnischen Regeln des Dachverbands sehen Experten jedoch klare Bezüge zum finstersten Kapitel der deutschen Geschichte.
Die Zäsur lässt sich exakt datieren: Am 12. Februar 2011 wird im "Nachrichtenblatt" des Verbands ein im November 2010 erstelltes Gutachten des Rechtsausschusses veröffentlicht - und ist seitdem quasi geltendes Recht, jeder Mitgliedsbund muss sich daran halten. Das Gremium entscheidet über strittige Fragen bei der Auslegung der Satzung, die der Verband "Verfassung" nennt.

"Maßgeblich ist die Abstammung", heißt es in einem Gutachten
Unter allen Burschenschaften des Verbands ist unstrittig, dass nur Deutsche Mitglied werden dürfen - aber wer gehört zum "deutschen Volk"? Gemäß Artikel neun jemand, der ihm "durch gleiches geschichtliches Schicksal, gleiche Kultur, verwandtes Brauchtum und gleiche Sprache verbunden ist". […] "Maßgeblich ist die Abstammung."
Und weiter: "Personen mit mehrheitlich außereuropäischen Vorfahren sind unter Hinweis auf die Abstammungsgemeinschaft eines Volkes dementsprechend keine Angehörigen des deutschen Volkes." Die Staatsbürgerschaft reiche nicht aus.

Bei Zweifeln über die Volkszugehörigkeit muss ein Bewerber nun vom Rechtsausschuss überprüft werden, wie das Gutachten festlegt:

"Eine Überprüfung hat in folgenden Fällen zu erfolgen:
1. Bei einem Bewerber, der nicht dem deutschen Volk angehört.
2. Bei einem Bewerber, dessen Eltern nicht beide dem deutschen Volk angehören.
3. Bei einem Bewerber, dessen Eltern zwar deutsche Volksangehörige sind, der selbst aber einem anderen Volk angehört."

Einer der beiden Verfasser des Gutachtens ist Hans Merkel, 77, Mitglied der CSU, ehemals Ministerialdirigent des Bundestages und Büroleiter des früheren Bundestagspräsidenten Richard Stücklen. Merkel war nach der Wiedervereinigung erster Direktor des sächsischen Landtags. Er ist Alter Herr der Münchner Arminia-Rhenania. In seiner Dissertation aus dem Jahr 1961 kam er zu dem Schluss, dass der Zwangsanschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 völkerrechtlich einwandfrei gewesen sei.


Weiter:
Burschentag in Eisenach: Deutsche Burschenschaft steht vor dem Zerfall - SPIEGEL ONLINE

Dazu (beachte die Kontinuität):
Arierparagraph

[…]Keiner von ihnen kann etwas dafür, dass ein Irrer das als Grundlage für seinen Rassenwahn genommen hat.[…]
Ja Du hast Recht: Es ist wirklich verrückt, was ein (!!!) "Irrer" alles anrichten kann.

Bei deinem Bildchen[…]
Welches „Bildchen“ meinst Du?

Wieweit – vor allem: ob – Du Arschier* bist, kannst Du übrigens hier überprüfen:
Nazi Selbsttest

Um Dein Verständnis – vor allem die Trennung ethnische Zuordnung vs ideologischer Ausgrenzung – zu vertiefen (?), siehe hier
Arier

@Konradin:
Auch Albert Einstein wird (immer noch) gerne als Deutscher vereinnahmt, obwohl die Deutschen ihn liebend gerne umgelegt hätten.

___________________
* Da mir – ich nehme an: im Gegensatz zu Dir – der ethnische Begriff „Arier“ seit meiner Schulzeit bekannt ist, bevorzuge ich in aller Regel in diesem Zusammenhang (auch um die Geisteshaltung bestimmter Gruppen zu charakterisieren) den Begriff „Arschier“.
 
Diese Frage, und vor allem, warum gegenseitiges Respektieren so schwierig ist, beschäftigt mich schon von Kindheit an.
Meine – derzeitige – Meinung: Wenn das „niedere“ Volk streitet, schaut es nicht so intensiv nach oben.

ich stimme dir zu, dass der "Umgang mit Respekt" sich hervorragend dazu eignet, gebraucht bzw. mißbraucht zu werden.

Respekt zwischen den Geschlechtern, Rassen, Religionen, Kulturen: in der Interaktion zwischen allem, was "anders" ist.

Zuweilen reicht da auch die Haarfarbe oder die Tatsache, in aneinander angrenzenden aber unterschiedlichen Vor-Orten zu leben.

Und ich denke, dass evtl "natürlich" (bis hin zum genetischen, auch als Schutzfunktion zunächst) vorhandene Xenophobie (Fremdenangst) hervorragend als Instrument für Machthaber geeignet ist.
 
Hallo StaryWojownik
Du kennst meine Haltung zum Nazionalsozialismus - ich denke, dass wir diesbezüglich ziemlich gleich ticken. Die ganze Frage was nun deutsch ist und was nicht, finde ich nicht nur schwierig, sondern auch ziemlich unsinnig, weil sich ja die Volksgruppen ständig vermischen. Ich weiss nicht genau wie es in Deutschland ist, aber als Schweizer lebe ich in einem Land, das 4 Landessprachen (d, f, i, r) hat und drei grossen Bevölkerungsgruppen (Deutschschweizer, Romands und Tessiner) aufweist. Den "richtigen" Schweizer, aus genetischer Sicht, gibt es gar nicht, weil wir uns fortwährend durchmischen und ich finde das auch gut so. Wohin der ganze Rassenwahn führt, sehen wir sehr gut am Beispiel von Auschwitz - Dr. Josef Mengele lässt grüssen. Ich habe nichts gegen ein bisschen Nationalbewusstsein, es soll doch jeder seine Fussballnationalmannschaft anfeuern dürfen. Aber zuviel davon ist meistens ungesund. Letztendlich sollten wir uns primär als Erdenbürger sehen, denn wir leben auf der einen blaugrünen Kugel. Vom Weltall aus gesehen gibt es keine Staatsgrenzen, alles ist miteinander verbunden. Solche fanatischen Demos, ob braun oder rot, lösen bei mir immer ein beklemmendes Gefühl aus.

Gruss freefloating
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
[…]Ich weiss nicht genau wie es in Deutschland ist, aber als Schweizer lebe ich in einem Land, das 4 Landessprachen (d, f, i, r) hat und drei grossen Bevölkerungsgruppen (Deutschschweizer, Romands und Tessiner) aufweist.[…]
Wirklich drollig: Als ich erstmals (vor vielen Jahren*) einen längeren Lehrgang in der Schweiz besuchte, fiel mir auf, dass sich einige Schweizer englisch unterhielten. Auf meine Frage, warum, bekam ich zur Antwort, dass sie sich nur so verständigen könnten: Manche Schweizer stammten aus der „französischen“ Schweiz, andere aus der „deutschen“ oder der „italienischen“ Schweiz. Alle hatten aber in der Schule Englisch gelernt.

Ist dies heute immer noch so, dass die (riesige) Schweiz eine „Dachsprache“ braucht, oder haben sich die Sprachräume mittlerweile angeglichen?

So wie ich es in der BRD sehe, dürfte es auch enorme Verständigungsprobleme geben, wäre das Umgangsdeutsch nicht die quasi „Dachsprache“: Einer von der Waterkant unterhält sich mit einem Waidla (bayerischer Hilbilly); beide in ihrer Sprache: Köstlich.

[…]Den "richtigen" Schweizer, aus genetischer Sicht, gibt es gar nicht, weil wir uns fortwährend durchmischen[…]
Den „richtigen“ (?) Deutschen zu finden, dürfte sich schwierig gestalten. Bei den vielen Kriegen, die die Geschichte Mitteleuropas aufweist (die auch – zumindest in den letzten Jahrhunderten – vorwiegend von Mitteleuropa ausgingen) blieb es nicht aus, dass ethnische „Vermischungen“ stattfanden und, mit den modernen Verkehrsmöglichkeiten (hier spreche ich nicht von Sex) – diesmal auf anderer Grundlage – sich auch in Zukunft verstärken werden.

So bleiben für mich die Fragen:

Wo stünde die heutige BRD ohne „unrichtige“ Deutsche?, und
wer nutzt die rostige Soße zu welchem Zweck (wurde schon angeschnitten)?

_______________
* heute besuchen meine Schüler regelmäßig die Schweiz. Ich fühle mich immer „gebauchpinselt“, wenn sie erzählen, dass man sich nach mir erkundigt und die Bitte an mich heranträgt, mich auch wieder einmal sehen zu lassen.
 
Ich weiss nicht genau wie es in Deutschland ist, aber als Schweizer lebe ich in einem Land, das 4 Landessprachen (d, f, i, r) hat und drei grossen Bevölkerungsgruppen (Deutschschweizer, Romands und Tessiner) aufweist.

@freefloating

Deutschland hat 2 Landessprachen. Einmal deutsch mit den vielen Dialekten und einmal sorbisch.

Mehr dazu:
Sorben

MfG Kanaille
 
Aus dem Link: schrieb:
Die Sorben haben neben ihren Sprachen und ihrer Kultur eine offiziell anerkannte Flagge und Hymne
Dies trifft auf die Bayern ebenso zu ('Gott mit dir, du Land der Bayern...'). Haben wir jetzt deswegen plötzlich 3 Landessprachen?

Gruss Topfenfranz

P.S. Und was ist mit den Friesen (Friesisch) und den Südschleswigern (Dänisch), sind das etwas keine anerkannten nationale Minderheiten?
 
Mit einem breiten Grinsen nehme ich zur Kenntnis, dass auch Deutschland mehr als eine Sprache hat. :D StaryWojownik, es besteht Hoffnung - den richtigen Deutschen gibt es also gar nicht. ;) Oder wer würde behaupt wollen, dass die Friesen keine "richtigen" Deutschen sind, obschon sie vermutlich sprachlich den Holländern sehr nahe stehen. Stimmt das, Konradin? Du kennst dich doch diesbezüglich aus.
 
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