Gibt es "fremdbeleidigt" (sein)? geschlossen 

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StaryWojownik

Eine Frage:

Gibt es in der deutschen Sprache - analog zu dem umgangssprachlichen Begriff "fremdschämen"* - auch ein "fremdbeleidigt" (sein)? Meine Suche in diversen Wörterbüchern führte zu keinem Ergebnis.

Ich bekam vor einem halben Jahr von einem Moderator, dem ganz offensichtlich die feinen (sprachlichen) Unterschiede zwischen Ironie/Sarkasmus und Beleidigung nicht ganz vertraut sind, eine "Warnung" wegen "Beleidigung anderer Benutzer".

Auf meine Nachfrage
"Wurde die Warnung auf Antrag/Denunzierung erteilt, oder wurdest Du eigeninitiativ tätig?"
bekam ich zur Antwort
"Eigeninitiativ".

Daraus ergab sich für mich die zwingende Logik, dass keine "Beleidigung anderer Benutzer" durch mich stattgefunden hatte, sondern lediglich ein unbequemes Forumsmitglied gerüffelt werden sollte.

Der Warnpunkt ist - nachdem das halbe Jahr "Bewährung" abgelaufen ist, getilgt. Schließlich enthielt ich mich, um das hohe Diskussionsniveau des Forums nicht durch (angeblich) beleidigende Beiträge zu senken, in dieser Zeit jeglicher Aktivitäten.

Trotzdem (Eingangsfrage):

Gibt es "fremdbeleidigt" (sein)?
________________
*frẹmd|schä|men, sich (ugs. für sich stellvertretend für andere schämen); sie schämt sich fremd oder fremdschämt sich, hat sich fremdgeschämt
© Duden - Die deutsche Rechtschreibung, 25. Aufl. Mannheim 2009 [CD-ROM]
 
Zuletzt bearbeitet:
Mir ist nicht bekannt, dass es ein Wort wie "fremdbeleidigt" geben würde. Aber das muss ja nichts heißen, da im Duden neuerdings ja auch Wörter stehen, die nichts mehr mit der deutschen Sprache zu tun haben.

Zu deinem Problem mit dem Moderator. Ein Moderator hat ja nicht nur die Aufgabe auf "Antrag/Denunzierung" zu reagieren. Selbstverständlich handelt der auch aus Eigeninitiative, ja das wird sogar von ihm verlangt.
Nun daraus zu schließen, das du niemanden Beleidigt haben kannst, weil du ja auch von niemanden "Denunziert" wurdest, ist ein Trugschluss.
Oder anders ausgedrückt, beobachtet ein Polizist eine Straftat, dann wird er auch eingreifen, ohne das eine Anzeige des geschädigten vorliegt.
 
Mir ist nicht bekannt, dass es ein Wort wie "fremdbeleidigt" geben würde. Aber das muss ja nichts heißen, da im Duden neuerdings ja auch Wörter stehen, die nichts mehr mit der deutschen Sprache zu tun haben.
Die Logik dieses Satzes erschließt sich mir nicht.

[...]beobachtet ein Polizist eine Straftat, dann wird er auch eingreifen, ohne das eine Anzeige des geschädigten vorliegt.
Das habe ich verstanden:

Moderator = Polizist (Hüter der FDGO)
Ironisch-sarkastischer Beitrag = in restriktiver Denkweise Beleidigung, vulgo Straftat

Gefällt mir; passt in die politische Landschaft!
 
Die Logik dieses Satzes erschließt sich mir nicht.
Es sind zwei Sätze, welchen von beiden meinst du? Das mir das Wort nicht bekannt ist, oder das neuerdings im Duden auch Wörter stehen, die mit der deutschen Sprache, eigentlich nichts mehr zu tun haben?
Zum zweiten Satz sei nur soviel gesagt. Denglisch, Jugendsprache, Slang, oder Der Abfuck der Opferkinder
 
Daraus ergab sich für mich die zwingende Logik, dass keine "Beleidigung anderer Benutzer" durch mich stattgefunden hatte, sondern lediglich ein unbequemes Forumsmitglied gerüffelt werden sollte.

ich weiß nicht, wie sinnvoll es ist, mit Logik - auf der rationalen Ebene - ein Gefühl - auf der emotionalen Ebene - ausschließen wollen zu können.

Selbst wenn Du nicht beabsichtigt hast, jemand - auch unabhängig vom Forum - zu beleidigen (Sender-Anteil) , heißt das doch noch lang nicht, dass der Empfänger sich nicht beleidigt fühlt.

Kommunikation ist ja keine mathematische Gleichung :)

Unter Umständen geht es dann auch "nur" um das An-Erkennen dessen, das was auch immer man gesagt hat, beim anderen irgend verletzend/beleidigend angekommen ist.

Und gerade Humor kann eine sehr diffizile Angelegenheit sein!



/
unabhängig davon: ich freu mich, dich wieder zu lesen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Die deutsche Sprache ist viel zu lebendig, als daß sie sich durch einen Duden in ihrer Vielfalt beschränken lassen würde. Allein die Möglichkeit der fast beliebigen Kompositabildung sprengt den Rahmen eines Duden bei Weitem.

Aber auch so lässt sie durchaus Sprach(neu)schöpfungen zu. Ich beziehe mich hiermit auf keinen Jargon, keinen Dialekt, sondern auf das sogenannte Hochdeutsch (welches freilich von immer mehr Deutschen immer weniger verstanden oder gar selbst benutzt wird.

Es ist eben einfacher, das verstehen, was man zu verstehen glaubt (oder gar glauben möchte), als das zu verstehen, was einer tatsächlich von sich gibt. Allein aus diesem Grund ist es fast kaum zu verhindern, daß jemand sich (oder möglicherweise sogar andere) durch selbst Ungesagtes beleidigt fühlt. Oft liegt die Beleidigung im Auge des Betrachters und keineswegs auf der Zunge des Vortragenden.

Deiner logischen Ableitung kann ich so wie sie formuliert ist nicht ganz folgen. Ein Moderator hat die Interessen des Boards zu vertreten und somit einen Ermessensspielraum. Natürlich kann er ihn (im Prinzip) auch maßlos überziehen.

Der Vergleich mit der Polizei greift aber meines Erachtens nicht. Denn es gibt Offizialdelikte, bei welchem die Polizei eingreifen muss, es gibt aber auch Antragsdelikte, wo die Polizei ohne Anzeige aussen vor bleibt. Selbst wenn sie gern in diesem Fall aktiv würde.

Aber zurück zu deiner Kernfrage. Natürlich ist ein solcher Begriff zulässig. Wenn du ihn prägst, *schwupps*, dann gibt es ihn. Er ist plausibel und nachvollziehbar. Ob er allerdings auch von anderen benutzt wird steht auf einem anderen Blatt. Aber sprachlich möglich ist er selbstverständlich. Denn so restriktiv ist die deutsche Sprache nicht, daß sie sich von irgendeinem Plattkopf (oder auch Duden) ihr Material vorschreiben lassen müsste.

P.S. Schön, wieder etwas von dir lesen zu dürfen.
 
Kommunikation ist ja keine mathematische Gleichung :)

Ich finde gerade darin liegt die Antwort. Ein/e andere/r Userin kann beleidigt sein, ohne dass es von dem Schreiber jemals beabsichtigt wurde. Solche Dinge müssten dann ausgesprochen werden, aber natürlich ist es die Aufgabe der ModeratorInnen dort regulierend einzugreifen, wo sie eine Beleidigung sehen bzw. vermuten.

Schön, dass die Frist jetzt aus ist und du wieder am Forum aktiv teilnimmst.
 
aber natürlich ist es die Aufgabe der ModeratorInnen dort regulierend einzugreifen, wo sie eine Beleidigung sehen bzw. vermuten.

...ja, eben: das ist die unangenehme seite für die jeweiligen moderatoren.
ganz abgehoben vom beschriebenen "fall" ist es immer wieder leicht für mitglieder, dann, wenn in einem fall reagiert wird, den man selbst nicht unbedingt beabsicht hat oder nicht nachvollziehen kann, eben auch verletzt oder beleidigt zu sein oder sie sache sonstwie persönlich zu nehmen.

das macht kommunikation dann - unter umständen - nochmal schwieriger, für alle, auch für die mods (in ihrer dann durchaus "übergeordneten" funktion).
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Es sind zwei Sätze, welchen von beiden meinst du?[...]
Du hast Recht, ich hätte das Plural verwenden müssen, also „Die Logik dieser Sätze erschließt sich mir nicht“.

Gilt übrigens immer noch.

-------

Aus den Beiträgen schließe ich, dass - wer fremdbeleidigt sein will - auch eine Begründung dafür findet. Also immer schön die Schere im Kopf* aktiv halten (und damit den mittlerweile gesellschaftlichen Notwendigkeiten Tribut zollen), damit nicht irgend eine „Sissi“ schmollt?
Werde ich in meinen Beiträgen nicht machen!

Nebenbei: Es ist (für mich nicht) wirklich erstaunlich, mit was für fremdsensiblen Menschen ich es hier zu tun habe. Die „Prinzessin auf der Erbse“ scheint es (hier im verbalen Bereich) nicht nur im Märchen zu geben.

___________________
* Vorauseilender Gehorsam: Der Zensur zuvorkommen.
 
Hallo Stary ;)
Schön, dich mal wieder zu sehen/lesen - die Diskussionen mit deiner Beteiligung sind immer recht lebendig :D
Ich höre aus deinem Beitrag heraus, dass der linguistische Aspekt zweitrangig ist und dass das Unverständnis über den Rüffel, die Kritik an der Aktion im Vordergrund stehen.
Das wird besonders in deinem 2. Post deutlich, wenn du sagst:
Moderator = Polizist (Hüter der FDGO)
Ironisch-sarkastischer Beitrag = in restriktiver Denkweise Beleidigung, vulgo Straftat

Gefällt mir; passt in die politische Landschaft!

Ich hoffe, der letzte Satz ist wirklich sarkastisch gemeint, denn ich habe nicht den Eindruck, dass hier eine Zensur statt findet oder gar "unbequeme" User rausgedrängt werden sollen.
Du nimmst kein Blatt vor den Mund, jemand, der dich nicht schon länger kennt, empfindet deine Diktion leicht "krass" (wie etwa sivest in der Obama-NSA-Diskussion). Die Grenzen zwischen Ehrlichkeit / Offenheit und Beleidigung können dabei fließend sein.
Ich find's schade, wenn du dich von der Aktion stressen lässt; abhaken und fertig!
 
Also ich finde durchaus auch, dass manch ein Moderator oder höherer 'Angestellter' vorschnell mit der Zensurkeule agiert und es hier all zu viele Regeln in den einzelnen Bereichen gibt. Von daher machen Diskussionen hier für mich nicht mehr viel Laune.

Prinzipiell kann/muss ein Moderator einschreiten, wenn jemand die Grenzen der Netiquette verletzt oder gar Beleidigungen ausspricht. Ein Schiedsrichter im Teamsport zeigt einem Spieler die :rot:, wenn er einen anderen Spieler beleidigt. Auch wenn der Betroffene sich eventuell nicht darüber aufregt oder eine Handlung des Schiris einfordert.

Doch Augenmaß sollte immer an erster Stelle stehen. Der Mod muss neutral gegenüber Membern sein. Es wäre schlecht, dem einen Member Aussagen zu erlauben, die er bei einem Anderen, den er vielleicht nicht so ab kann, zensiert oder ihn gar verwarnt. Im Einzelnen kann ich deine Verwarnung aber nicht beurteilen.
 
Soll ich das jetzt wieder 1 zu 1 hier aufrollen (dein post hier einfügen) und Thematisieren?

Ausserdem möchte ich darauf Hinweisen das es sich dabei um eine Warnung (gelbe Karte) handelte.

Es war ein Beleidigender post einem Member gegenüber und damit gut.


(Das wird übrigens auch jeder andere Moderator hier so sehen, diese haben auch jetzt noch einsicht in den betreffenden post)
 
@Mr.Slate:
ach, aufrollen bringt doch gar nix. :)

fuerstgraf, ich kann nachvollziehen, was du meinst, ehrlich.
Umgekehrt hab ich in manchem board das Gefühl, mods tun zu wenig. Zb gerade wenns um den "Ton" geht.

Ich denke aber auch, das ist an jedem Platz so.
Es gibt immer - individuell unterschiedlich, je nach Persönlichkeit, je nach Geschmack - von irgendwas zuviel, zuwenig.

wichtig finde ich, ehrlichgesagt, dass sowohl Stary als auch du, fuerstgraf, eure Meinung kundtun könnt.
Das halte ich für wichtig.

:)
 
Hallo Stary,

mir ist schon öfter aufgefallen, das Du ziemlich massiv austeilst und Dich andererseits selbst ziemlich sensibel gibst (mein Eindruck). Das dies irgendwer, igendwann einfach mal über hat, ist doch nachvollziehbar. Im übrigen schätze ich Deine Beiträge durchaus, aber die verbalen Maulschellen im Rundumschlag - manchmal triffts dann den Falschen - oder den Richtigen.

Gruß
AnakinSky
 
Da habe ich aber einen völlig anderen Eindruck. Sensibel? Nein. Präzise? Ja.

Wer hier oft genug massiv angegriffen wurde (sehr oft mit haltlosen Unterstellungen), der sollte schon ein Interesse daran haben, die Sachlage für Mitleser klarzustellen.

Ich selbst habe mir hier auch schon das eine oder andere unterstellen lassen müssen, und eine anschliessende Klarstellung ist meiner Meinung nach Pflicht (sofern man Interesse daran hat, weiterzudiskutieren), auch wenn es dem Unterstellenden wenig gefallen wird.

Im Übrigen gilt ohnehin 'getroffene Hunde bellen'. Meist sind es doch diejenigen, welche selber am meisten herumstänkern, die anschliessend entrüstet am lautesten schreien, wenn man ihre Unterstellungen in Frage zu stellen wagt.

Ahnungslose Mitleser sollten sich davon allerdings nicht beeindrucken lassen, denn sonst laufen sie Gefahr, blitzschnell instrumentalisiert zu werden. Und genau dies ist es doch, worauf manche entrüsteten Pseudosensibelchen hinauswollen. Ich persönlich würde sie eher entlarven, als ihnen Vorschub zu leisten.

Die (durchaus positiv gemeinte) Streit- und Diskussionskultur wir es danken.

lg Konradin
 
es kann niemand beleidigt werden.
Wir sind empfindlich in bestimmten Punkten und reagieren auf bestimmte Signale.
Hier kommt unsere Erziehung und Kultur zum tragen
Aber wenn ich Beleidigt als Gefühlwahrnehmung verwende, stellt sich die Frage wer meine Gefühle bestimmt (Auch in Bezug auf Kirche)
Ich oder Andere
ich bin also zuständig für meine Gefühle, kann also erst einmal nur das Gefühl des Beleidigtseins in mir selbst entwickeln. Der Andere provoziert es weil er meine Kultur natürlich kennt.
Frust, Aggression...etc
Wenn ich natürlich Unwahrheiten öffentlich mache, hat es einen anderen Stellenwert. Aber das ist eine ganz anderes Feld.

Wünschenswert ist dennoch ein Umgang ohne Beleidigung.... aber wer bestimmt schon was eine Beleidigung ausmacht und für uns selbst, dass wir uns bessere Gefühle machen...smile
 
ich bin also zuständig für meine Gefühle, kann also erst einmal nur das Gefühl des Beleidigtseins in mir selbst entwickeln.

im großen und ganzen, ja klar.
Ich...und meine Erziehung, mein Hintergrund, meine Erfahrungen, die mein Ich prägen.

Von daher kann so manche Wahrnehmung von "Beleidigt sein" durchaus "fremd-bestimmt" sein.

Dummerweise ist es nicht mein Kopf, der meine Gefühle bestimmt. ;)
Einerseits dummerweise, andererseits gottseidank.

Insofern, ich bestimmt, ja, aber oft ist nicht so klar, welche Anteile meiner persönlichkeit hier bestimmen und wie bewußt sie mir sind.

:)

Kommunikation ist niemals eindeutig, von daher fürchte ich, ein Umgang ohne Beleidigungen ist kaum machbar...
"Es kann niemand beleidigt werden" bleibt vermutlich eine Wunschvorstellung, meiner Meinung nach.
Ein Umgang mit Respekt wär aber schon sehr hilfreich ;)

mganga, herzlich willkommen, du bist ja seit letztem Monat erst hier, insofern kann man dich noch willkommen heißen :)
 
Ich bin davon überzeugt, dass diese Diskussion nicht viel bringt.
Es gibt immer - individuell unterschiedlich, je nach Persönlichkeit, je nach Geschmack - von irgendwas zuviel, zuwenig.
stellt sorei treffend fest, was zum Beispiel ja auch die Beiträge von konradin und AnakinSky belegen, die Starys Umgangston unterschiedlich bewerten.

Es ist wie auf dem Fußballplatz - immer wieder wird es umstrittene Urteile geben, aber solange sie nicht entscheidend für den Verlauf des Spieles / Boardlebens sind, sollte man sie hinnehmen und das eigene Verhalten reflektieren.
Wir können ja wohl nicht über jede Maßnahme hier abstimmen :D
 
Wieso wendest du dich nicht direkt an den betreffenden Moderator? Jetzt hier diesen Beitrag zu erstellen sieht sehr stark nach Provokation aus!

PS: wenn ich mir deinen Beitrag so anschaue, finde ich eine Warnung sehr fair. Auch kann ich da keinen Sarkasmus/Ironie entdecken.
Tipp für dich: ein ironisch gemeinten Satz kann man im Forum mit einem Smiley kennzeichnen.

PPS:
lovewoman schrieb:
Schön, dass die Frist jetzt aus ist und du wieder am Forum aktiv teilnimmst.
Es gab überhaupt keine (von einem Moderator verordnete) Frist. Eine Warnung ist eine gelbe Karte und heißt: Aufpassen.
 
littleprof schrieb:
Ich bin davon überzeugt, dass diese Diskussion nicht viel bringt.

Wie eigentlich (fast) jede Diskussion im Politik-Bereich. :D
Dennoch gibt man nicht unbedingt auf.

littleprof schrieb:
Wir können ja wohl nicht über jede Maßnahme hier abstimmen.
Und sie am Ende gar revidieren? Nein, über konkrete Maßnahmen konkreter Moderatoren ohnehin nicht. Aber ich denke, genau darüber geht es in diesem Thread auch nicht.

Doch ich finde es durchaus angebracht, deutsche Spachgepflogenheiten sowie (unterschiedliche) Diskussions- und Wahrnehmungsstile zu thematisieren. Und solche Diskussion leben unter anderem auch von konkreten Beispielen.

Ich denke, die persönliche Wahrnehmung hängt weniger davon ab, ob jemand Moderator ist oder nicht, sondern von eigenen Erwartungshaltungen, Kenntnisstand der grundsätzlichen Position anderer Diskussionsteilnehmer und vielen weiteren Präferenzen.
 
Da bin ich ganz bei dir, konradin.
Es ist immer spannend, über Sprachstile und vor allem ihre unterschiedliche Wahrnehmung zu diskutieren. Allerdings lebt die Spannung dabei von der Vielfalt sowohl der sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten als auch der möglichen Dekodierungen.

Es kann m.E. immer nur ein Austausch sein und häufig wird man keinen absoluten Konsens finden.

Wenn ich schrieb, die Diskussion würde nicht viel bringen, dann hab ich dabei nur den TS Stary im Blick gehabt; er wird für seine Kritik nur mäßigen Beifall einheimsen und er wird die Gepflogenheiten der amtierenden Moderatoren nicht nennenswert beeinflussen.

Wenn das Ziel aber wäre, den Blick für "deutsche Spachgepflogenheiten sowie (unterschiedliche) Diskussions- und Wahrnehmungsstile" zu weiten und vielleicht auch Impulse für die unterschiedlichen Rezeptionsmöglichkeiten zu liefern, dann hat dieser thread sicher seinen Wert.
 
Doch ich finde es durchaus angebracht, deutsche Spachgepflogenheiten sowie (unterschiedliche) Diskussions- und Wahrnehmungsstile zu thematisieren. Und solche Diskussion leben unter anderem auch von konkreten Beispielen.

Ich denke, die persönliche Wahrnehmung hängt weniger davon ab, ob jemand Moderator ist oder nicht, sondern von eigenen Erwartungshaltungen, Kenntnisstand der grundsätzlichen Position anderer Diskussionsteilnehmer und vielen weiteren Präferenzen.

*zustimmung*

....da schließe ich mich lp an.
das ist immer wieder spannend.
Denn uns ist zt sehr viel weniger bewußt, als wir denken (von dem, was uns dann beeinflußt im Verlauf des Prozesses, was dazu führt, was uns zb verletzt/beleidigt/aggressiv macht o.a.)
denn im Allgemeinen hat unser Hirn die Tendenz, zu versuchen, nicht dabeizusein, sondern die Dinge "automatisierten" Prozessen zu überlassen.
diese Balance verändern - oder es versuchen - kann ich immer wieder nur durch genau solche Reflektionen.
um sozusagen zb versuchen, weniger fremd-irgendwas zu sein, sondern mehr Elemente selbst-irgendwas einfließen lassen zu können.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Von daher kann so manche Wahrnehmung von "Beleidigt sein" durchaus "fremd-bestimmt" sein.

Dummerweise ist es nicht mein Kopf, der meine Gefühle bestimmt. ;)
Einerseits dummerweise, andererseits Gottseidank.

Insofern, ich bestimmt, ja, aber oft ist nicht so klar, welche Anteile meiner persönlichkeit hier bestimmen und wie bewußt sie mir sind.

:)

Kommunikation ist niemals eindeutig, von daher fürchte ich, ein Umgang ohne Beleidigungen ist kaum machbar...
"Es kann niemand beleidigt werden" bleibt vermutlich eine Wunschvorstellung, meiner Meinung nach.
Ein Umgang mit Respekt wär aber schon sehr hilfreich ;)

mganga, herzlich willkommen, du bist ja seit letztem Monat erst hier, insofern kann man dich noch willkommen heißen :)[/QUOTE]


Danke für das Willkommen.

Wenn wir beleidigt werden, würde das bedeuten, dass wir fremdbestimmt sind. Ergo andere können unsere Gefühle bestimmen.
Unsere Gefühlswelt ist abhängig von unseren Bedürfnissen, Grundbedürfnissen.
Auf welche Provokationen wir reagieren, das ist der interessante Punkt.
Wir müssen uns überlegen worauf wir selbst reagieren.
Ein Moslem wir nie reagieren wenn christliche religiöse "Gefühle" verletzt werden. Und natürlich vice versa.
Auch in einer Partnerschaft wird mit Gefühlen gespielt.
Du liebst mich nicht ...waoh...da fühlt sich jeder angesprochen aber zunächst ist es doch nur ein Gedanke und dennoch macht sich niemand frei davon und die meisten Menschen gehen in die Defensive...ich habe doch und anderes. (In einem anderen Kontext könnte dieser Spruch auch eine Beleidigung sein)
Anstatt zu fragen wie es gemeint ist, was in der Beziehung fehlt.

Wir wissen selbst nicht unsere Gefühle auszudrücken, unsere Bedürfnisse.

Aber wir wissen ganz genau wann wir beleidigt sein dürfen.
Genau!
ich habe dabei immer diesen Fehdehandschuh im Kopf der vor einem auf dem Boden landet. Wer befiehlt uns diesen aufzuheben? Natürlich unser Stolz. Ist der etwa angeboren?

Warum sollten wir auf gefühlte Beleidigungen reagieren? Haben wir eine Vorteil dadurch? Besser wäre nicht.
Beleidigungen sind gezielte Provokationen. Wer hindert uns daran sie zu hinterfragen anstatt sich auf einen Konflikt einzulassen.
Nicht den Ball aufnehmen, sondern zurückspielen ist angesagt.
Meist sehr schwer, auch für mich, weil wir diese grundlegenden Dinge nirgends lernen. Zurückhauen ist einfacher.

Grüße
Mganga
 
Beleidigungen sind gezielte Provokationen. Wer hindert uns daran sie zu hinterfragen anstatt sich auf einen Konflikt einzulassen.
Nicht den Ball aufnehmen, sondern zurückspielen ist angesagt.


....wenn es eine gezielt und bewußt eingesetzte ist, ja, mag sein.

Aber nicht alles, worauf ich evtl. beleidigt reagiere, ist absichtlich so eingesetzt worden.

Die von dir gemeinten sind - für meine Begriffe - ein Teil, es gibt aber innerhalb des Spektrums mehr Möglichkeiten :)

"Fremdbestimmt" als Begriff sehe ich ein wenig anders, denn wenn ich Dich nicht falsch verstehe, wäre jegliches Interagieren ein Beweis für Fremdbestimmtheit?
Wenn "Fremdbestimmtheit" heißt, sich auf ein Gegenüber einzulassen und auch auf das Gegenüber zu reagieren - manchmal bewußt, manchmal eben auch nicht bewußt - dann sind wir in der Tat immer wieder "fremdbestimmt"...

Generell bestimmt nicht immer unser Verstand, sondern eine Vielzahl von Faktoren, wie wir auf etwas reagieren.
Nicht der Andere bestimmt unsere Gefühle, aber unter Umständen gebe ich dem Anderen zuviel Macht, weil ich vielleicht nicht aureichend reflektiert habe, was da gerade stattfindet. Was dazu führt, dass ich so fühle wie ich fühle.

Ich gebe Dir in jedem Fall Recht, dass wir immer wieder auch zu schnell reagieren:
die Frage: muß ich jetzt darauf reagieren?
oder auch:
Wie wird das jetzt gemeint sein (...bestimmt negativ)

kann uns Zeit geben...
 
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