Gute Freundin wird gestalkt Diskussion 

FeliX_22

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Hallo zusammen!

Ich weiß, dass es zum Thema überall Tausende von Informationen gibt, und sicher dutzende von problemspezifischen Foren zum Diskutieren, aber ich habe dennoch das Bedürfnis hier darüber zu schreiben, auch weil ich hier einige Leute kenne, deren Meinungen und Ansichten mir wertvoll sind.

Eine gute Freundin von mir wird gestalkt. So richtig das volle Programm. :( Es ist ihr Exfreund. Und da bin ich als einer ihrer Freunde auch in seinem Visier. Die Sache ist nur die, dass mir erst seit unserem letzten Gespräch neulich klar geworden ist, wie schlimm es schon ist, so dass man es nur stalken nennen kann. Bisher dachte ich, er wäre ihr gegenüber auch nur so lästig wie zu mir.

Um gleich zum Problem zu kommen, sie will nicht zur Polizei gehen. Natürlich weil sie Rache fürchtet, und auch weil sie die Situation nicht völlig eskalieren lassen will. Was bleiben einem dann bitte noch für Möglichkeiten?

Und was gibt es zu ihm zu sagen? Wie aus dem Stalking-Lehrbuch: Mangelndes Selbstbewussten, eifersüchtig, gewaltbereit, labil, unberechenbar, immer noch in sie verliebt. Was alles bisher vorgefallen ist, erspare ich euch hier. Da wäre ich morgen nicht fertig mit dem Schreiben. Hier sollen Stichpunkte genügen: Ständige Kontaktaufnahme, Streit, Versöhnung, Wut, Drohung, Geschenke, Misstrauen, Beleidigungen, nächtliche Anrufe, Sturm-Klingeln an der Haustür, Kontaktaufnahme zu all ihren Freunden.

Als ich mitbekommen habe, dass er ihr mit Schlägen droht, wurde mir ganz schlecht. Wie kann man nur?

Das einzige, was man ihr vorwerfen kann, ist dass sie anders als in Stalking-Ratgebern beschrieben, nicht völlig den Kontakt abbricht. Das hat sie mal paar Monate durchgehalten. Ach ja, die ganze Sache hat vor über einem Jahr angefangen. Ich kenne sie erst ein halbes Jahr. Wir sind alle um die 30 Jahre alt. Naja, er ist eher 12 oder so, geistig zurückgeblieben...

Auch wenn das jetzt sehr gemein von mir ist: Passiert es nie, dass sich solche bemitleidenswerten Vollidioten neu verlieben und sich ein anderes Opfer suchen? (Sorry :()

Gewalt ist keine Lösung, und wenn doch, dann nur eine kurzfristige. Wir leben alle in derselben Stadt, sind am Wochenende in den ähnlichen Lokalitäten. Sie hat Angst.

Ich erwarte nicht, dass ich hier die Lösung für das Problem finde. Ich kann ihr sowieso nur mit Rat zur Seite stehen. Aber sie hört ja nicht auf mich, sonst wäre sie jetzt bei der Polizei. Wenn ich jedoch für mich selbst entscheide zur Polizei zu gehen, wegen Dingen, die mich seinetwegen direkt betreffen, dann muss sie das akzeptieren.

Ach, manchmal wäre es schon gut, ein paar Schläger-Freunde zu haben ;)

Was denkt ihr darüber?

Gruß

FeliX_22
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hi,

was ist denn so richtig das volle Programm?

Das wichtigste, alle Beweismittel aufbewahren, Briefe u.ä. alle Vorgänge schriftlich festhalten, Anrufe, Begegnungen, Bedrohungen usw.

Und sie muss den Kontakt abbrechen, ansonsten ist das kein verfolgbares Stalking.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schägerfreunde sind auch keine Lösung.

Es gibt zwei voneinander unabhängige (zukünftige) Handlungsstränge: einen für dich und einen für sie. Wobei ich allerdings befürchte, daß sie dies anders sehen und dir vorwerfen wird, sie in eine prekäre Situation zu bringen, wenn du etwas gegen ihn unternehmen wirst. Nein, nicht du ziehst sie damit in etwas hinein (wenn du dich gegen Übergriffe seinerweits wehrst), sondern sie ist es, die letzten Endes dich hineinzieht. Und zwar durch ihre Untätigkeit. Dadurch macht sie sich selbst zum Opfer, aber dummerweise auch alle anderen um sie herum.

Entweder hat sie das Format, sich von ihm zu distanzieren, oder sie hat es nicht. Dann sollte es allerdings auch nicht dein Problem sein. Will sie sich distanzieren, dann kann sie bestimmt mit deiner Unterstützung (und eventuell auch der anderer) rechnen.

Als ich bei damals bei der Post arbeitete jammerten einige der Frauen dort, daß sie von ihrem Mann geschlagen würden. Ich riet ihnen, sofort die Konsequenzen zu ziehen. dazu waren sie aber nicht bereit, denn sie seien von ihm abhängig. Darauf riet ich ihnen, sich weiter grün und blau schlagen zu lassen, dies sei eben der Preis dafür, von ihm abhängig zu sein und ihn nicht verlassen zu wollen.

Das hört sich zynisch an. aber diesen Frauen war nicht mehr (oder noch nicht) zu helfen. Denn selbst diejenigen, welche sich von einem Schläger getrennt hatten lebten nun mit einem anderen Schläger zusammen. Ihr Beuteschema war eben 'der grosse starke Mann' und andere hatten bei ihnen keine Chance. So kamen sie immer vom Regen in die Traufe.

Ich weiss nicht, wie der Fall bei euch gelagert ist. Aber die Tatsache, daß sie keinen klaren Trennungsstrich ziehen kann lässt in meinen (argwöhnischen) Augen Schlimmes vermuten.

Solange sie sich nicht eindeutig und nachhaltig von ihm distanziert ist Hopfen und Malz verloren. Alle juristischen Schritte gehen ins Leere, weil er die Sache immer so hindrehen kann, als sei das so von ihr gewünscht. Wenn sie die Distanz nicht schafft, dann schafft dies auch kein Gericht. Denn ein Gericht kann nur eine Distanz erzwingen, welche sie ausdrücklich schafft. Kein Richter wird sich zum Hampelmann machen und ein Kontakt- und Annäherungsverbot gegen ihn aussprechen, wenn sie es dann ist, die sich ihm anschliessend wieder nähert.

Ihr Nichtstun ist sozusagen eine Einladung an ihn für weiteres Stalking.

Alles Weitere liegt nun an ihr.
 
Hi slate!

Hier mal zu deiner Frage von einer Seite kopiert:

Handlungen, die als Stalking gelten:

  1. häufige Telefonanrufe/SMS (zu jeder Tages- und Nachtzeit)
  2. häufiger Schriftkontakt per Brief oder E-Mail
  3. penetranter Aufenthalt in der Nähe (Herumtreiben)
  4. Verfolgen, Nachlaufen, hinterherfahren
  5. Kontaktaufnahme über Dritte, auch am Arbeitsplatz
  6. unerwünschtes Zusenden von Geschenken, Blumen
  7. Nachrichten an der Haustür, am Auto hinterlassen
  8. Erkunden der Tagesabläufe
  9. Gleiche Freizeitaktivitäten betreiben
  10. Waren oder Dienstleistungen auf Namen des Opfers bestellen
  11. Eindringen in Wohnung
  12. Zerstören von Eigentum

Außer 3, 7, 10, und 11 ist alles schon vorgekommen. Dazu noch das, was ich oben schon stichpunktartig schrieb.

@Konradin
Danke, klingt sehr einleuchtend, was du sagst, und vor allem konsequent! Darüber werde ich mit ihr reden. Und ja, ich habe tatsächlich zu ihr gesagt: "Dann hast du wohl noch nicht genug gelitten!"

Ich bezweifele stark, dass sie noch dieses Beuteschema hat. Es geht wohl eher darum, dass sie das bisschen Kontrolle, was sie hat, noch behalten will und die Sache nicht völlig eskalieren lassen will. Und sie hat/hatte die Hoffnung, dass er sich beruhigt, zurückzieht. Wenn sie aber zur Polizei geht, gibt es kein zurück mehr. So denkt sie wohl.

Das sagt sich so leicht, aber es ist nicht leicht jemanden zu ignorieren, der nachts an der Haustür sturm klingelt. Außer man ruft die Polizei.

Einmal, für nur einen kurzen Augenblick, kam mir der Gedanke, ob mir der ganze Stress ihre Freundschaft wert ist. Das war ein dummer Gedanke, ich laufe nicht einfach davon.

Gruß

FeliX_22
 
Dann muss das Dokumentiert werden, ansonsten hat sie/ihr keine Handhabe.

Konradin hat es ja sehr Ausführlich erläutert, sie muss den Kontakt komplett abbrechen.
 
...der Kontakt-Abbruch hat nichts mit "Format" zu tun.
Das Argument ist vergleichbar damit, wenn gesagt wird, ein Alkohol-Abhängiger müsse nur das "Format" haben, aufzuhören.

Sie braucht dringend therapeutische Hilfe/Beratung, damit sie in der Lage ist, tatsächlich aus diesen Strukturen herauszukommen.
Nicht nur jetzt, sondern auch zukünftig.
Sie braucht Hilfe, um auch ihren Anteil an der Situation erkennen zu können und auch an ihren Mustern etwas verändern zu können: das ist ein Prozess, der idR nichts zu tun hat mit der scheinbaren Vernunftentscheidung, sich künftig an sojemand nicht mehr zu binden.

Felix, vielleicht kannst Du sie eher darin unterstützen, dass sie etwas für sich tut, sich professionelle Unterstützung holt, die ihr letztlich dann dabei helfen kann, auch mit ihrem Stalker anders ungehen zu können und ihre Grenzen anders setzen zu können.
Sie denkt sie könne durch ihr Verhalten Kontrolle ausüben, aber beide sind in einem Teufelskreis gefangen, sowohl der Stalker als auch sie, und ihr Verhalten führt sie tiefer in diesen Teufelskreis, statt ihr Kontrolle zu geben.
"Wenn ich nur vernünftig genug mit ihm rede...ihm mehr Raum gebe.....nicht unter Druck setze...ihn höflich bitte...ihm etwas Zeit gebe...." all diese Dinge sind systemstützend, und helfen ihm in der Tat, nämlich im Muster zu bleiben.


:)

Evtl könntet ihr euch an den weißen Ring wenden?
Wenn sie auf unterschiedliche Hinweise und Tipps immer mit "Ja, aber..." reagiert, ist sie in der Tat noch nicht bereit, wirklich etwas zu ändern.
In dem Fall kannst Du Deine Hilfe eigentlich nur konkretisieren:
Ich helfe Dir gern, und begleite dich zum weißen Ring, zur Beratung, zur Polizei etc.
Ansonsten wäre dann nur hilfreich - wenn auch nicht das, was sie sich wünscht - das Gespräch zumidnest ab einem bestimmten Punkt zu verweigern.
"Wir können über alles mögliche reden, aber nicht darüber."
Ihr werdet euch sonst nur wiederholen und immer wieder im Kreis drehen.
Ich weiß, das fühlt sich evtl an, als seiest du dann ein schlechter Freund.
Dauernde sich wiederholende Gespräche wären wiederum nur systemstützend für das Stalking-Modell.

Wenn Du selbst, Felix, in Gefahr bist oder kommst, oder belästigt wirst, solltest Du keinen Moment zögern, und die Polizei aufsuchen.
 
sorei schrieb:
...der Kontakt-Abbruch hat nichts mit "Format" zu tun.
Das Argument ist vergleichbar damit, wenn gesagt wird, ein Alkohol-Abhängiger müsse nur das "Format" haben, aufzuhören.
Das sehe ich anders. Nicht 'aufhören', sondern 'aufhören wollen'. Für das 'aufhören können' gibt es professionelle Unterstützung.

Ich erwarte nicht das Ergebnis, sondern den Willen zum Ergebnis. Will sie den Kontakt wirklich abbrechen, dann kann (und sollte) man sie dabei unterstützen. Kann sie sich jedoch nicht entscheiden, dann ist der Leidensdruck entweder nicht groß genug oder oder es ist ihr nicht wichtig genug, die Situation tatsächlich ändern zu wollen.

Sie wird sich entscheiden müssen. Entweder will sie sich alle Seiten offen halten, dann ist sie schon von ihrer Einstellung her eine Verliererin, weil es nie umd nimmer funktionieren wird und man sich selbst damit zum Opfer macht, ein Angebot, das der Ex dann auch gerne annimmt.

Will sie sich aber tatächlich aus seinem Dunstkreis lösen und ein neues Leben koplett ohne ihn anfangen, dann muß sie auch bereit sein, in diesen Weg zu investieren und Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen. Ihre Voraussetzungen sind gut. Hat sie doch Leute, welche bereit sind, sich von ihrem Ex nicht einschüchtern zu lassen und sie tatkräftig zu unterstützen.

Sie wird sich eben entscheiden müssen, welche Leute ihr wichtiger sind. Ihr jetziger Umgang oder ihr Ex. Beides wird auf Dauer nicht gehen.

Inwieweit Hilfe durch tatkräftige Unterstützer ausreicht oder professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden kann, das kann vom Schreibtisch aus nicht sagen. Aber solange sie keinen Anfang macht und ihn anzeigt, solange hat er die besseren Karten. Nicht er macht sie zum Opfer, sondern sie sich selbst - und er nutzt dies aus.
 
Sie wird sich entscheiden müssen.

ja.
sie muß aber erstmal in der Lage dazu sein.
Je nach persönlichem Hintergrund ist auch dazu erstmal Arbeit nötig.
Auch zu der Beratung/Therapie ist eine persönliche Entscheidung dafür notwendig.

Und wie ich in meinem reply auch sagte, wenn sie schwerpunktmäßig bei "Ja, aber..." Antworten bleibt, ist vermutlich der Leidensdruck (noch) nicht groß genug, bzw. es gibt dann noch eine andere Art von "Spielgewinn" (im Sinn der Transaktionsanalyse).

Nicht er macht sie zum Opfer, sondern sie sich selbst - und er nutzt dies aus.

ich stimme Dir zu.

Wir sehen es nicht so grundsätzlich unterschiedlich, Konradin.
 
Allein die Tatsache, daß dies hier diskutiert wird, zeigt doch deutlich, daß man ihr Problem Ernst nimmt und sie dabei tatkräftig unterstützt. Ein 'Möchtegern-Freund', dem dies alles egal wäre, würde sich wohl kaum die Mühe machen, hier im Forum nach Rat zu fragen und Frage und Antwort zu stehen.

Auf dieser Basis kann sie meiner Meinung nach anfangen. Aber ohne Anzeige und die Dokumentation des Wunsches, in Ruhe gelassen zu werden, wird dies schwer.

sorei schrieb:
Wir sehen es nicht so grundsätzlich unterschiedlich, Konradin.
Dies hätte ich auch nicht anders erwartet. ;)
 
Solange sie selbst von einer Anzeige absieht, kannst du nicht viel machen.
Natürlich kannst DU für dich eine Anzeige stellen, wenn der Mann dir 'gefährlich' wird.
Aber du schriebst ja schon, dass du das tun würdest.

Ich selbst habe das noch nicht erlebt..und hier hast du schon einiges an Ratschlägen erhalten. Ich würde definitiv die ganzen Briefe, SMS, Emails irgendwie archivieren und auch dokumentieren was er so zerstört, etc.
Das kann sehr wichtig sein.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass es Vereine gibt, bei denen Angehörige von Stalker-Opfern und Betroffene in diese Richtung Hilfe und Rat bekommen - ob es das bei dir gibt weiß ich nicht. Ich wüsste auch nicht wonach man da suchen müsste..

Ich wünsche euch beiden nur, dass es bald aufhört.
 
Leute, ich mag euch :)

@Slate
Ich werde ihr ein Buch kaufen, mit weißen Seiten. Auf die erste Seite schreibe ich den unmissverständlichen Titel "Stalking-Buch". Nur muss sie auch den Willen und die Zeit haben, alles zu dokumentieren. Ich denke 2 Wochen sind mehr als ausreichend, um der Polizei was Konkretes vorzulegen.

Gerade sagt sie zu mir "Mach dir nichts aus ihm, er ist so. Erklären bringt nichts, er versteht alles falsch. [...] Ich möchte nicht, dass du meinetwegen Stress hast. Hab es mir selbst eingebrockt." Ich muss mit ihr mal deutlich reden, aber ich brauche noch ein paar Tage, bis ich für "das Gespräch" bereit bin. Ich denke sie verdrängt das Problem. Sie hat nie die Worte gesagt "Ich werde gestalkt." Das ist allein mir schon gegenüber total unfair. Hätte sie mir einmal diesen Satz vor einer Weile gesagt, hätte ich nicht ein einziges Wort mit ihm gesprochen. Und der ganze Stress, den ich noch mit ihm hatte, das habe ich ja gar nicht erzählt, weil es hier nicht um mich geht. Nur so viel, ich bin für ihn grad das Problem Nummer 1, weil ich viel Zeit mit ihr verbringe. Er sagte mir, dass ich keine Chance bei ihr habe. Er hat leider recht ;) Ich würde sie zwar nicht abweisen, aber ich habe gemerkt, dass wir doch zu unterschiedlich sind, als dass eine Partnerschaft in Frage käme. Und sie hat eh kein romantisches Interesse an mir, aber genug davon, es geht hier nicht um uns.

Sie muss erst mal die Wahrheit aussprechen, um sich des Problems bewusst zu werden. Alles andere ist Zeitverschwendung. Die Trennung war vor über einem Jahr, und sie versucht es immer noch irgendwie auszusitzen. Sowas kann sich über Jahre hinausziehen, von solchen Stalking-Fällen habe ich gehört.

Beim googlen zu Transaktionsanalyse und Spielgewinn habe ich ein paar hochinteressante Seiten in einer PDF gelesen, aber ich verstehe davon gar nichts. Psychologie und speziell Gruppendynamik finde ich extrem interessant, kann dazu aber nichts sagen oder gar im Alltag anwenden.

Ich habe gerade überlegt, dass ich schon mal den Termin bei einem Therapeuten organisieren sollte, aber das wäre falsch. Es muss von ihr selbst kommen. Ich kümmere mich nur um eine Adresse und gebe ihr die Telefonnummer.

Ich bin allerdings noch nicht wirklich davon überzeugt, dass sie jetzt zur Polizei gehen soll. Sie hat zum einen nichts Konkretes vorzuweisen (was sich dann ab dem "Stalkerbuch" hoffentlich ändert), zum anderen glaube ich ihr, dass die Situation so eskalieren könnte. Aber anders geht es ja nicht.

Vor langer Zeit habe ich mal aus reiner Neugier ein Buch über Stalking gelesen, es hieß Liebeswahn. Ich kann mich nicht mehr so gut daran erinnern, nur, dass alles was das Opfer tut, vom Stalker als Zuneigung oder Wunsch zur weiteren Kontaktaufnahme ausgelegt wird.

Es ist ja so viel bequemer anderen zu helfen, als sich um sein eigenes Leben zu kümmern.

Gruß

FeliX_22
 
hi FeliX_22

Mach dir nichts aus ihm, er ist so. Erklären bringt nichts, er versteht alles falsch. [...] Ich möchte nicht, dass du meinetwegen Stress hast. Hab es mir selbst eingebrockt.

Wenn du das mehr oder weniger wörtlich zitiert hast, ist es recht aufschlussreich bezüglich der Haltung deiner Freundin gegenüber ihrem Ex.

Für mich liest sich das wie: Er ist ein armer Kerl; Ich habe Verständnis für ihn; Ich habe selbst Schuld.

Wie die anderen Poster vor mir schon gesagt haben muss sie da runter. Klingt zynisch - aber vielleicht hat sie noch nicht genügend unter ihm gelitten, um ein ordentliches Feindbild zu entwickeln.

Dabei solltest du ihr helfen.

Alle aktiven Versuche (Termin beim Therapeuten machen, selbst zur Polizei gehen, ihn verprügeln (lassen) - wobei das noch am befriedigensten wirkt ;) ) schießt wahrscheinlich über's Ziel hinaus - sie muss selbst aktiv werden.


edit:
Muss nach Studium meiner Zeilen nochmal nachbessern ...

"Dabei solltest du ihr helfen" heißt nicht, ihn mies machen, über ihn herziehen, das könnte sogar einen gegenteiligen Effekt haben.
Aber die Augen öffnen dafür, was so abgelaufen ist, nüchtern die Fakten darstellen, das meine ich.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
littleprof schrieb:
Alle aktiven Versuche (Termin beim Therapeuten machen, selbst zur Polizei gehen, ihn verprügeln (lassen) - wobei das noch am befriedigensten wirkt ) schießt wahrscheinlich über's Ziel hinaus - sie muss selbst aktiv werden.
Das würde nicht nur weit über das Ziel hinausschiessen, sondern zusätzlich noch den gegenteiligen Effekt bewirken. Denn dann geht er (bei ihr) ganz in seiner Opferrolle auf und sie fühlt sich ihm gegenüber noch mehr verpflichtet.

Das Fatale ist, daß sie JEDEN in ihrer Nähe mit in den Strudel hineinzieht. Wird man sich durch ihn belästigt und zeigt ihn an, dann wird man nach ihrem Empfinden zum Täter (er selbst hingegen hat für alles einen Freibrief). Zeigt man ihn hingegen nicht an, dann wird man durch sie zum Opfer.

Kein Mensch wird jemals bei ihr eine Chance bekommen, solange sie ihm weiterhin hinterherläuft. Es bedeutet ihr scheinbar ungeheuer viel, daß sie für ihn so wichtig ist, daß er zu solchen Schritten greift. Es scheint ihr wirklich zu imponieren.

Dumm nur, daß es ihr scheinbar egal ist, daß sie andere damit ganz entschieden belästigt, indem sie einerseits deren Nähe sucht, ihnen aber andererseits nicht die allergeringste Chance gibt. Sie macht alle um sich herum, die ihr helfen wollen, zum Looser. Denn deren Interesse kann gegen seines nicht einmal ansatzweise standhalten.

Meines Erachtens ist die Gefahr durch ihn im Gegensatz zu derjenigen durch sie verschwindend gering. Ihre Zitate sprechen doch Bände.
 
@Konradin

sachte. Noch sprechen Ihre Zitate nur dafür, dass sie sich damit noch nicht bewußt auseinandergesetzt hat. Ihr ist mit großer Sicherheit nicht klar, welche Macht sie ihm gibt und welche Strukturen sie lebt.

Es kann ihr aber klar werden.
 
Möglich, sorei. Aber bis es ihr bewusst geworden ist (wenn überhaupt), dann hat sie andere schon längst in den Strudel mit hinabgezogen.

Ich jedenfalls würde dringend dazu raten, sich auch von ihr fernzuhalten, wenn man nicht gerade überdurchschnittlich belastbar ist und spätestens wenn man selbst interveniert hat, dann merkt man als Unterstützer eigentlich sofort, woran man ist.

Kooperiert sie oder hat sie zumindest Angst, dann besteht eine Chance. Ist es aber Schuldbewusstsein oder Mitleid mit dem Stalker, dann ist die Chance eigentlich gleich Null, denn durch die eigene Intervention hat man sich gegen den Stalker gestellt, der nun noch mehr Mitleid verdient. Man hat sich damit die Türe vor den Nase zugeschlagen. Ohne professionelle Hilfe wirde es dann nicht gehen (dumm nur, daß diese von niemandem geleistet wird, solange ihre Schäden noch nicht unübersehbar sind).

Ich halte es für absolut gefährlich, bei solch einem Spiel ohne professionelle Unterstützung irgendwie mitzuspielen. Ist der Stalker nicht blöd, dann weiß er sich jeden weiteren Unterstützer zunutzen zu machen, denn je aktiver er die Opferrolle spielen kann, desto mehr Macht wird er über sie gewinnen.

Ich persönlich würde vielleicht intervenieren, aber meine Voraussetzungen sind auch ganz andere. Ich würde mich dem Stalker als unerbittlich fokussierender Zerrspiegel seiner Gefühle nähern und diesem so weit psychisch auf die Pelle rücken, daß er glaubt, einen neuen Familienanschluss bekommen zu haben, dem er nicht mehr entrinnen kann. Denn gegen einen Psycho hilft manches Mal eine Hardcore-Psycho. Ich habe meine Gefühle unter Kontrolle, ein echter Stalker jedoch nicht. Nicht mein Problem, aber mit Sicherheit seines.

Aber dennoch, bitte nicht nachmachen!
 
Eigentlich wollte ich schreiben, dass wir es jetzt alle verstanden haben. Dass ihr nicht länger drauf rumreiten braucht, dass sie sich in der Vergangenheit falsch verhalten hat und dass ich ihr schon klar machen werde, dass sie die Situation verkennt. Aber es ist schlimmer, als ich dachte. Ich war wieder bei ihr und es war zwar verlockend mit ihr über die Dinge, die ihr geschrieben habt, zu reden, aber ich weiß genau, dass es jetzt keinen Sinn macht, weil ich noch nicht bereit für das Gespräch bin. Jedenfalls habe ich wegen einer anderen Sache nur kurz erwähnt, dass ich jetzt erst "das Ausmaß des Stalkens" verstanden habe und sie hat mir mit ihrer Antwort darauf ganz klar gezeigt, dass sie nicht im Geringsten versteht, was hier los ist. Das ist echt übel!

Es ist nicht meine Stärke, andere Menschen zu überzeugen. Sie wird mich mit ihren Argumenten schlagen. Sie wird mir in jedem Punkt widersprechen wollen, weil ich keine Autoritätsperson in diesem Gebiet bin. Ich möchte ihr wenigstens zeigen, dass es andere Sichtweisen gibt. Ich könnte eure Kommentare so aufbereiten, dass ich sie in einem Monolog als meine Wahrnehmung der Situation wiedergebe.

Ich werde dann hier erst mal posten, wenn ich weiß, was ich ihr im Einzelnen sagen werde. Habt ihr eine bessere Idee? Es wäre mir schon eine Hilfe, wenn ihr mir in 5 Stichworten sagt, wie ich den Monolog gliedern soll. Ich sage bewusst Monolog, weil ich in einer Diskussion verlieren würde. Es ist mir zu wichtig und zu gefährlich, es auf einen Versuch alleine ankommen zu lassen.

Ich überlege gerade, wäre es für dich Konradin denkbar, dass - sollte mein Gespräch nicht fruchten - du uns beiden mal in einem mündlichen Gespräch deine Ansicht mitteilst? Es würde dich nur wenige Minuten kosten und dir wäre meine Dankbarkeit gewiss. Ziel ist es, sie zum Therapeuten zu bringen. Oder du, sorei?

Wenn ich sie wenigstens dazu bringen kann, einem Experten für Stalking-Opfer einfach nur von ihrer Situation zu erzählen und seine Meinung dazu anzuhören. Ich habe einen Flyer von einer Anlaufstelle gefunden und ausgedruckt.

Ich bin vielleicht nicht gut im Deuten der Körpersprache, aber als sie sagte "Ja ich weiß, ich bin selbst schuld :)" war da etwas, was nicht passte. Ich hätte das Gefühl, sie empfand Stolz oder sowas wie "Ach ich Dummerchen ;)" Aber sicher keine Reue oder Leid, sie hat gegrinst. Kann sein, dass ich übertreibe, bin kein Psychologe.

Ich bin jetzt etwas bedrückt, weil ich sie wirklich mag und sie nicht als Freundin verlieren will. Erschreckenderweise halte ich es für durchaus möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich, dass sie die Aufmerksamkeit genießt, dass er ihr imponiert, so wie ihr schreibt.

Ich halte im Übrigen nichts davon, ihr ein Ultimatum zu stellen - er oder ich. Da kann ich nur verlieren, das ist mir jetzt klar geworden. Und ich bilde mir auch nicht länger ein, die Kontrolle über meine Situation zu haben.

Ja, alles was in Anführungszeichen steht, ist zitiert. Und noch eine Kleinigkeit Konradin, um Missverständnisse zu vermeiden:
  • anscheinend = ich habe den Eindruck, dass...
  • scheinbar = es sieht nur so aus als ob, ist aber nicht so

Ich habe leider nicht deine Fähigkeiten Konradin, aber wenn ich deinen letzten Absatz lese, gibt mir das ein ähnlich befriedigendes Gefühl, wie wenn ich meine Schläger-Freunde holen würde :D Erzähl mir mehr davon, ich verspreche dir nicht nachzuahmen :)

Vielen Dank, dass ihr für mich da seid!

Gruß

FeliX_22
 
@Felix

spontan:

kein Monolog. Bringt NULL.

Mit etwas Pech sieht sie das Stalken irgendwie als Liebesbeweis.
(Ich bin ihm diese Mühe wert oder so)

Was Du machen kannst:
DEINE Grenzen aufzeigen.
"Ich helfe Dir gern, dies oder jenes zu tun.... Dich bei x oder y zu unterstützen."
und:
"Ansonsten möchte ich über das Thema nicht reden. Keine Ergüsse, kein "gestern (oder wann auch immer) hat er wieder...das mußt du dir mal vorstellen...er sagt...er schreibt..ich glaub da war er...ich kann und will dich ganz konkret beim eben genannten unterstützen, wann auch immer Du das angehen willst."

irgendwie so.
Und dann aber im Gespräch auch "hart" bleiben, wann immer das Thema aufkommt, abblocken.
Evtl fragen, wie stehst du zu Beratung, etc, nein? OK, dann möchte ich das Thema hier beenden. Laß und über was anderes reden.

Ich fürchte, angenehmeres kann ich Dir nicht sagen...
 
Oh, na gut, kein Monolog.

Du hast recht sorei. Es ist nicht mein Problem. Ich muss akzeptieren, dass sie das Problem weiterhin haben wird. Und ich muss dann auch bereit sein, die Freundschaft zu beenden, schlimmstenfalls.

Es wird gar kein Problem sein, über das Thema nicht zu reden. Das versteht sie schon. Es ist ja auch nicht so, dass sie mit seinen Aktionen prahlt, wie du es darstellst.
 
...ich hab damit kein "prahlen" gemeint, Felix. :)
Eher im normalen Gespräch.
 
So, wie sich die Sache für mich mittlerweile darstellt, ist sie anders gelagert, als ich noch anfangs vermutet habe und deswegen richte ich mein Augenmerk jetzt überwiegend auf dich.

Genau so, wie ein Alkoholiker andere in seinen Dunstkreis hineinzieht und zu Co-Alkoholikern macht, genau so bist du in diese Sache hineingerutscht. Es geht nicht mehr primär darum, wie es ihr geht, sondern ganz konkret, wie du dadurch instrumentalisiert wirst.

In ihrer Angelegenheit hast du nichts zu melden. Nichts, aber wirklich überhaupt nichts. Du kannst ihr nicht helfen (und jemand anders zum jetzigen Zeitpunkt wohl auch nicht). Denn nicht du entscheidest irgendetwas, sondern sie tut dies für dich mit.

Was du tun kannst, ist, dich von diesem Teufelskreis lossagen und für dich selbst entscheiden. Dies solltest du aber völlig unabhängig von ihr tun, denn tust du dies nicht, dann bist du immer noch fester Bestandteil des Stalkings-Spiels. Wenn sie über deine Reaktionen nicht erfreut ist, dann ist das eben so. Aber nur dann, wenn du dich nicht von ihr beeinflussen lässt, bekommst du das Szepter des Handelns wieder zurück. Hörst du jed0och auf sie, dann verstrickst du dich immer mehr in Wunschdenken, mit dem sie dann letzten Endes wieder spielen kann.

Eine gute Freundin wird sie für dich nicht sein können, denn so etwas beruht auf Gegenseitigkeit und davon sehe nicht einmal einen Ansatz (vielleicht könnte sie es später werden, aber dann muss sie etwas dafür tun, denn Freundschaft bekommt man nicht geschenkt - man muss sie sich verdienene, und auch nur dann ist sie etwas wert).

Es ist nicht dein Problem, wie es ihr geht, du machst es nur zu deinem Problem. Viele Menschen brauchen Hilfe und einige verhungern sogar. Sicher, das ist alles schlimm, aber von dir allein nicht zu ändern. Du kannst dich erngagieren, dann aber bitte da, wo es sich auch möglicherweise lohn und du nicht unter die Räder gerätst.

Wann und wo, bei wem und wie auch immer, das solltest du allein entscheiden und entscheidest du dies nicht selbst, dann wirst du irgendwie abhängig gemacht. Mache dir klar, sie ist nicht das, was du in ihr bisher gesehen hast. Du siehts in ihr das, was du gern in ihr sehen würdest.

Sie ist Bestandteil eines gut funktionierenden Stalking-Gemeinschaft (die genannten Zeiträume sprechen meines Erachtens recht eindeutig dafür). Ohne Stalking ist sie ein Nichts, mit Stalking hingegen Alles. Sie scheint sich darüber zu definieren und er gibt ihr das, was er braucht. Und solange er es dabei nicht übertreibt (z.B. körperliche Schäden), solange bleibt sein Stalking im Rahmen eines Antragsdelikts, bei welchem ihm kein Mensch an den Karren *****n kann (ich vermute, seine Reaktionen dir und anderen gegenüber mögen vielleicht eindeutig sein, vielleicht auch aggressiv, aber eher abschreckend und einschüchtern wollend als besitzergreifend).

Wenn du ihr wirtklich helfen willst, dann solltest du erst einmal begreifen, daß du es als Mitspieler' niemals können wirst. Hilfe heist für sie professionelle Hilfe und zu der könntest du sie nur bringen, wenn du selber nicht mitspielst. Denn solange sie dich mit den Augen eines möglichen 'Mitspielers' ansieht, solange bist du immer nur Mittel zum Zweck. Willst du hingegen Partner, Freund, oder was auch immer sein, dann erfordert dies einen anderen Blick (nämlich einen, der auch Gegenseitigkeiten zulassen würde).

Mein letzter Absatz aus obigem Post ist ohnehin nichtig, da es nichts gibt, worum es sich lohnen würde zu kämpfen. Der Kampf ist schon verloren, noch bevor er so richtig angefangegen hat. Wenn du stark genug bist, dann kannst du die ganze Sache ja (aus einer gewissen Entfernung) beobachten und wenn sich die Sachlage eines Tages ändern sollte, weiter damit beschäftigen. Aber du solltest dich selbst dabei keinesfalls aus den Augen verlieren.
 
Dieser Thread heißt "Gute Freundin...", weil ich ausdrücken wollte, dass sie nicht meine Partnerin ist und weil ich sie sehr mag. Und wenn ich so darüber nachdenke, möchte ich dir jetzt zustimmen, dass sie in mir nicht wirklich einen Freund sieht, jedenfalls nicht, so wie ich sie mag. Wenn ich jetzt über die letzten Wochen nachdenke, ist es durchaus möglich, dass ich das gesehen habe, was ich sehen wollte.

Jetzt muss ich erst mal verdauen, was du alles geschrieben hast. Für den Augenblick denke ich, dass ich die nächsten Tage gar nichts in der Richtung unternehmen und kein Wort über das Thema sprechen werde. Das wird kein Problem sein.

Wenn du aber gerade versucht hast mir mitzuteilen, dass ich den Kontakt abbrechen oder stark einschränken soll, dann musst du mir das deutlicher sagen. Klar, du willst mir nicht vorschreiben was ich tun soll, aber meinst du jetzt, dass ich hier wirklich *nur* Mittel zum Zweck bin? Willst du wirklich sagen, dass ich nur ausgenutzt werde?

Eine Sache noch, die ich jetzt erwähnen muss, weil es meiner Meinung nach deutlich macht, was sie denkt/fühlt:

Vor einem Monat hat sie mir gesagt, dass sie nicht mehr zu ihm zurückgehen will, aber "man soll nie nie sagen". Mit dem was ich heute weiß, ist das für mich ein klarer Beweis, dass sie voll in ihrer Rolle aufgeht.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
....Konradins Vergleich mit der Abhängigen-Struktur beim Alkoholiker zB ist gar nicht verkehrt. Dort, und auch zB da, wo Partner (meist Frauen) geschlagen werden, fidnen wir ähnlichr Strukturen, der Spielgewinn hängt davon ab, dass das Spiel weiter geht.
Mit Hilfe könnte sie theoretisch Spielgewinn neu definieren, und sich evtl lösen können, aber das liegt nicht in Deiner Hand.

Kontakt abbrechen? Das muß vielleicht nicht sein, wenn Du Deine Granzen wahren kannst, sie diese respektiert, und innerhalb dieser Grenzen ein befriedigender Austausch möglich ist.

Auch wenn das Bild hinkt, in manchen Freunschaften weiß man ja auch, dass man eben NICHT über Sport oder Religion reden darf, und wenn man das respektiert, ist alles ok ;)
 
FeliX_22 schrieb:
Wenn du aber gerade versucht hast mir mitzuteilen, dass ich den Kontakt abbrechen oder stark einschränken soll, dann musst du mir das deutlicher sagen. Klar, du willst mir nicht vorschreiben was ich tun soll, aber meinst du jetzt, dass ich hier wirklich *nur* Mittel zum Zweck bin? Willst du wirklich sagen, dass ich nur ausgenutzt werde?
Es liegt an dir, wie stark du bist. Kannst du damit umgehen, dann ist ein Kontakt zu ihr kein Problem. Bist du hingegen beeinflussbar, dann rate ich dir eher dazu, auf Distanz zu gehen. Egal, wie die Sache weitergeht, es ist nicht deine Aufgabe, darunter zu leiden. Brauchst du Distanz, dann nimm sie dir. Brauchst du sie nicht, dann eben nicht.

Ganz sicher wirst du ausgenutzt. Eben deswegen musst du dich emotional von dem ganzen Zirkus lösen. Es gibt dort nichts für dich zu gewinnen. Ob dieses Ausnutzen von ihrer Seite aus bewusst stattfindet oder nicht, das steht freilich auf einem anderen Blatt. Aber es ändert nichts daran, daß es stattfindet und daß du auf dich achten musst.

Es geht auch nicht um Schuld, sondern um Ursache und Wirkung. Sie ist krank. Aber du eben nicht zwangsläufig ihr Opfer (schliesslich kannst du dich wehren).

Der einfachste Weg für dich ist, nach aussen hin alles so lassen, wie es ist. Aber eine innere Distanz muss sein, denn sonst verlierst du deinen Kopf und gerätst immer weiter in den Strudel hinein.

Ein anderer Weg wäre eine Konfrontation mit einem Ultimatum. Nicht, damit sie tatsächlich etwas unternimmt (denn das wird sie gewiss nicht tun), sondern damit es leichter für dich ist, innerlich 'abzutauchen'. Wenn dir dieser Weg helfen würde, dann gehe ihn. Sonst gehe den ersten.

Viel Glück und sei konsequent. Dazu hast du alle Zeit dieser Welt.
 
Kontakt abbrechen? Das muß vielleicht nicht sein, wenn Du Deine Granzen wahren kannst, sie diese respektiert, und innerhalb dieser Grenzen ein befriedigender Austausch möglich ist.

Auch wenn das Bild hinkt, in manchen Freunschaften weiß man ja auch, dass man eben NICHT über Sport oder Religion reden darf, und wenn man das respektiert, ist alles ok ;)


Das sehe ich genauso. Natürlich ist die Situation, in denen sich die Grenzen befinden, schwieriger als die Themen Religion oder Sport. Aber wenn etwas an der Freundschaft liegt, ist es machbar.
 
Nein, ich finde nicht, daß es an den Themen liegt, sondern eher an der Struktur.

Wenn zwei Menschen sich auf gleicher Augenhöhe begegnen und bestimmte Reizthemen ausklammern, dann ändert dies nichts daran, daß sie sich auf gleicher Augenhöhe befinden. Man kann bestimmt Themen ausklammern, weil man erkannt hat, daß sie nutzlos sind und es besser ist, in dieser Hinsicht alles so stehen zu lassen, wie es ist.

Hier sieht es aber anders aus. Die gleiche Augenhöhe wird nicht gewahrt, weil sie durch eine tiefe Abhängigkeit geprägt ist. Vergleichbar wäre es vielleicht auf religiösem Gebiet, wenn einer von beiden sich in den Klauen einer Sekte befindet, während der andere ihn (gegen dessen Einsicht) daraus befreien will.

Ein zweiter Aspekt ist, beim gegenseitigen Ausklammern ist der wohl beste Zustand, es so stehen zu lassen. Also, es zu lassen, wie es ist. Aber gerade dies ist in diesem Fall für den Treadstarter höchst unergiebig und auch der gestalkten Frau sei dringend angeraten, diese Situation nicht noch zusätzlich zu zementieren - nein, genau das Gegenteil sollte der Fall sein.

In diesem Fall ist ein Stehenlassen nicht nur ein Dulden, sondern bereits der Anfang zu einer Beteiligung am weiteren Spiel. Soll der Kontakt beibehalten werden, dann sollte nicht der geringste Zweifel daran bestehen, daß der Threadstarter diese Stalking-Beziehung schärfstens missbilligt (auch wenn er in dieser Hinsicht wegen Zwecklosigkeit nicht weiter interveniert).

Jeder Versuch, den Kontakt beizubehalten (sofern er dann immer noch auf Gegenseitigkeit besteht), steht von ihrer Seite aus wahrscheinlich unter der Prämisse, ihn (mehr oder minder geschickt) langfristig umstimmen zu wollen, um dann das alte Spielchen fortzusetzen. Und genau dies stabilisiert den Status Quo.

Nein, ich rate grundsätzlich zu keinem Kontaktabbruch (auch wenn in meinen Augen viel dafür spricht), aber es ist dann möglicherweise eine Gratwanderung zwischen Wunschdenken und der Realität. Und nur diese zählt.
 
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