Heise, Facebook und der I like it-Button Diskussion 

Konradin

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Facebook beschwert sich über datenschutzfreundlichen 2-Klick-Button bei Heise​

Der Like-Button von Facebook geht mit deutschem Recht nicht konform, da Benutzerdaten selbst dann übertragen werden, wenn der Button garnicht angeklickt wird. Dies betrifft übrigens ebenso User, die keinen Facebook-Account haben.

Heise hat daraufhin eine 2-Klick-Button-Strategie entwickelt, welche den Button einerseits zulässt, aber andererseits verhindert, daß Benutzerdaten vor dem zweiten Klicken des Buttons übertragen werden. Facebook passt dies natürlich garnicht, schert sich doch Facebook einen Dreck um deutsche Datenschutzbestimmungen.

Der ganze Artikel ist HIER zu lesen.

Ich persönlich halte übrigens auch diesen 2-Klick-Button für zumindest problematisch, wird doch der Benutzer nicht explizit vor dem Benutzen des Buttons darauf hingewiesen, welche persönlichen Daten wohin gehen.

lg Konradin
 
In eine sinnvolle Richtung geht vielleicht auch ShareMeNot - Protecting against tracking from third-party social media buttons while still allowing you to use them.

Aber da ist vielleicht eine Grundsatzdebatte nötig: geht es um persönliche Daten, die mit dem Facebookprofil (oder eines sonstigen sozialen Netzwerks) verknüpft sind oder darum, dass ein Webdienst wieder Daten rund um den verwendeten Browser, das Betriebssystem und vieles weitere hat? Auch diese Info, aus dem gesendeten Browserheader (siehe Beispiel 1 und 2) übernommen, kann dazu dienen einen Websurfer mehr oder minder konkret zu identifizieren und wiederzuerkennen, ohne Login und Cookies.
Allein ein Bilddownload teilt dem bereitstellenden Server einiges mit, wie das genutzt wird - tja, hier unterscheiden sich wohl die Dienstanbieter (wie z. B. facebook).

Bei mir ist das rigoros umgesetzt: zwar ist facebook vorhanden, dort wird aber nichts veröffentlicht. Per firefox-addon noscript und einer ABE-Regel
Site facebook.com *.facebook.com
Accept from *.facebook.com
Accept from *.facebook.net
Accept from *.fbcdn.com
Accept from *.fbcdn.net
Deny

Site facebook.net *.facebook.net
Accept from *.facebook.com
Accept from *.facebook.net
Accept from *.fbcdn.com
Accept from *.fbcdn.net
Deny

Site fbcdn.com *.fbcdn.com
Accept from *.facebook.com
Accept from *.facebook.net
Accept from *.fbcdn.com
Accept from *.fbcdn.net
Deny

Site fbcdn.com *.fbcdn.net
Accept from *.facebook.com
Accept from *.facebook.net
Accept from *.fbcdn.com
Accept from *.fbcdn.net
Deny
Sollte facebook nur von den gekennzeichneten domains Daten erhalten. Ob das reicht? Zumindest sehe ich keine like-Knöpfchen, Cookies werden ohnehin nicht lange gespeichert.... Mein account sollte also schlecht verwendbar sein.

Das führt natürlich zu gewissen Komforteinbußen, ist aber in meinen Augen ein gerechtfertigter Aufwand.
Hatte es hier schonmal erwähnt, mein Browser ist damit zwar beschnitten, fühlt sich aber besser an.
 
Der Like-Button von Facebook geht mit deutschem Recht nicht konform, da Benutzerdaten selbst dann übertragen werden, wenn der Button garnicht angeklickt wird.
Das ist so nicht ganz richtig. Die Daten werden zwar automatisch übertragen, aber ob das nicht mit deutschem Recht konform ist, wurde noch nicht geklärt. Es hat bis jetzt nämlich noch niemand geklagt und keiner wurde verklagt wegen der Einbindung diverser Social-Buttons, deswegen gibt es viele verschiedene Rechtsauffassungen, aber keine zuverlässige oder eindeutige Meinung.

Die Mehrzahl der Rechtsanwälte meint, dass es reiche, eine entsprechende Datenschutzerklärung einzubinden - die übrigens auch nötig sein soll, wenn man AdSense, Analytics und andere Dienste auf seiner Seite eingebunden hat, die Nutzerdaten in irgendeiner Form an Dritte weiterleiten. Wenn man so eine Datenschutzerklärung hat, dann gibt es angeblich kein Problem und es soll auch kein Verstoß gegen das deutsche Recht darstellen, solche Buttons einzubinden.

Das Problem ist halt, dass das von Gerichten noch nicht geklärt wurde, da sollte sich mal jemand durch die Instanzen klagen. Erst dann kann man eindeutig sagen, ob oder wie es mit dem deutschen Recht konform oder nicht konform ist.

PS: Wenn man mit der Maus über das i-Symbol fährt, dann wird einem genau mitgeteilt, was die Aktivierung der Buttons bewirkt (Übertragung der Daten usw.)
 
Das stimmt so nicht, Rambo. Wenn ich auf eine x-beliebige Seite gehe, die den Button eingebunden hat, und wenn bereits Daten übertragen werden, dann muß man eindeutig davon ausgehen, daß ich weder explizit davon Kenntnis habe, noch gar damit ausdrücklich einverstanden bin.

Die Betreiber vieler Seiten wissen of selbst nicht, wann und was da alles übertragen wird und manche halten ihn gar für einen einfachen Link. Wie sollten sie da etwas ihn ihr Kleingedrucktes übernehmen, wenn sie selbst zum Teil nicht um diese Gefahren wissen? Und der Seitenbesucher ahnt am allerwenigsten davon.

Wenn ich per google auf einer Seite lande, dann habe ich bisher noch nie einen dementsprechenden Warnhinweis gelesen.

So, wie du es ausdrückst, Rambo, gewinnt man den Eindruck, es sei in Deutschland noch überhaupt nicht geklärt, ob es Datenschutz überhaupt gibt. Daß dort vieles noch im Argen liegt steht freilich auf einem anderen Blatt.

Gruss Konradin
 
Nein, es wurde noch nicht geklärt wie sich das Ganze in diesem speziellen Fall verhält.

Denn du darfst auch nicht vergessen: Wenn du kein Facebook-Profil hast, landet deine IP zwar bei Facebook, kann aber nicht mit dir als Person in Verbindung gebracht werden, ergo es bringt Facebook nichts und stellt auch nicht unbedingt ein Datenschutzproblem dar. Es lassen sich z. B. keine Profile erstellen, da die IP regelmäßig wechselt und überhaupt bringt Facebook sowas nichts, da sie, im Gegensatz zu Google, nur auf der eigenen Homepage Werbung schalten. Deswegen sehe ich das persönlich auch nicht so wild und ein Datenschutzhinweis sollte ausreichen.

Bist du allerdings bei Facebook angemeldet, hast du schon gewisse Daten von dir Preis gegeben, und du hast dich mit den Datenschutzbestimmungen von Facebook einverstanden erklärt. Und genau deswegen wäre ich mir nicht so sicher, ob dieser Button wirklich ein Verstoß ist.

Ich hab mal gegooglet: Es gibt halt zwei Lager. Die einen sagen, der Gefällt mir-Button verstößt eindeutig gegen geltendes Recht in Deutschland. Die anderen sind der Auffassung, mit einem korrekten Datenschutzhinweis hat sich das erledigt. Deswegen meinte ich auch: Eindeutig geklärt ist das in diesem speziellen Fall leider nicht.

Edit: Es ist übrigens mit allen Buttons das selbe. Auch mit dem +1 Button hier im Forum ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Mir geht es garnicht sosehr um diesen speziellen Fall, sondern eher um Grundsätzliches. Wenn ein Mörder noch nicht rechtskräftig verurteilt wurde, dann ändert auch dies nichts an der Tatsache, daß Mord an sich durchaus strafbar ist.

Im Übrigen ist es mir schnurzpiepegal, ob meine persönlichen Daten personalisiert oder unpersonalisiert ungefragt schon beim Betreten einer Seite übertragen werden. Denn sie spiegeln mein persönliches Surfverhalten wieder unt mintunter ist dies allein schon hinreichend, um es letzten Endes dann doch personalisieren zu können.

Zwei Lager gibt es bei rechtlichen Dingen ohnehin immer. Aus Sicht eines Betrügers ist selbst ein erwiesener Betrug keiner, das kennt man hinlänglich. Und daß Google, Facebook und wie sie alle heißen, das Recht gern einmal in die eigene Hand nehmen und ihre offenbar lukrative Datensammelwut als Geschenk für die Menschheit darstellen ist somit kaum verwunderlich.

Aber wie gesagt, es geht mir hier nicht um den Button selbst (und die damit verbundenen auf einen speziellen Fall gemünzten rechlichen Meinungen), sondern um die Tatsache des offenkundigen Weiterleitens persönlicher Daten auch ohne explizites Klicken und auch ohne den von dir genannten Datenschutzhinweis.

Denn reicht man (werdenden) Monopolisten den kleinen Fiinger, dann bleibt es erfahrungsgemäss nicht dabei.

Gruss Konradin
 
Offensichtlich stört das aber hierzulande niemanden. Ich kenne keinen Seitenbetreiber, der wegen so einem Button abgemahnt und/oder verklagt wurde. So eindeutig ist die Rechtslage also nicht. Auch große Seiten wie Spiegel Online und alle Techseiten (außer Heise) haben die Buttons direkt eingebunden. Mit Analytics und anderen Analyse-Tools und Werbung gibts das schon seit Jahren im Internet, nur halt immer verborgen und nie sichtbar auf der Seite.

Der Vergleich mit einem Mord ist schon sehr weit hergeholt :rolleyes:

Man hat bei Internetseiten auch so eine Art Hausrecht. Mit dem Datenschutzhinweis wird man darauf aufmerksam gemacht, dass Daten an Dritte übertragen werden. Wenn dir das gefällt, musst du die Seite ja nicht mehr betreten - dich zwingt ja keiner dazu.
 
Dazu ein paar weitere Links:
Erste Abmahnung wegen Facebooks Like-Button (und wie man sie vermeidet) | SCHWENKE & DRAMBURG Rechtsanwälte Berlin
und ein Beispiel für die Verwendung externer Dienste in der eigenen Webseite (hier am Beispiel des Blogsystems WordPress)
WordPress Deutschland Blog » Akismet und Datenschutz: Einwilligung per Opt-In notwendig
Thomas hat im Blog von Spreerecht im Artikel Usability VS Datenschutz – Datenschutzrechtliche Einwilligung ohne Opt-In? die rechtliche Situation ausführlich beleuchtet und ist auch mit Hilfe von anderen Rechtsanwälten zu dem Ergebnis gekommen, dass der Einsatz von Akismet nur dann legal ist, wenn vom Kommentierenden per Opt-In eingewilligt wird, dass personenbezogene Daten in die USA übermittelt werden.
Was das nun genau bedeutet und wie diese Einwilligung auszusehen hat, haben wir auch in einem FAQ-Artikel hier auf WordPress Deutschland festgehalten.
[...]
Wer trotzdem nicht auf Akismet verzichten möchte, der kann unser Plugin Akismet Privacy Policies verwenden, welches im offiziellen WordPress Pluginverzeichnis zu finden ist. Nach dem Aktivieren platziert das Plugin automatisch in fast allen Themes die entsprechende Einwilligungs-Checkbox samt Mustertext. Wir empfehlen dringend im gleichen Zuge auch eine Seite mit einer Datenschutzerklärung zu erstellen (Mustertext siehe FAQ-Artikel oder im spreerecht.de-Artikel) und diese im Hinweistext zu verlinken, damit der Nutzer Ordnungsgemäß nach Datenschutzgesetz informiert ist, wie er seine gespeicherten Daten wieder löschen kann.
Zum Thema Analysetools: mir ist als Alternative zu Googles Analytics noch Piwik bekannt. wo man dem Benutzer die Möglichkeit per Checkbox bieten kann ein Cookie zu setzen, was dann wiederum Piwik sagt: von diesem Benutzer sollen keine Daten gespeichert werden. opt-out-Prinzip

Das Prinzip opt-in wäre dem wohl ebenfalls vorzuziehen. Es so zu regeln, dass bei Betreten der Webseite also eine ganze Reihe von Checkboxen preäsentiert würden: hier werden Daten nach Amerika zu Google, Facebook und Co versandt, wenn du genau dort dein Häkchen setzt :)

__________________________________________________
Dies sei der vorgeschlagene Text (Link siehe oben), der in der Datenschutzerklärung der eigenen Webseite auftauchen sollte:
Unser Internetauftritt verwendet Social Plugins ("Plugins") des sozialen Netzwerkes facebook.com, welches von der Facebook Inc., 1601 S. California Ave, Palo Alto, CA 94304, USA betrieben wird ("Facebook"). Die Plugins sind an einem der Facebook Logos erkennbar (weißes „f“ auf blauer Kachel oder ein „Daumen hoch“-Zeichen) oder sind mit dem Zusatz "Facebook Social Plugin" gekennzeichnet. Die Liste und das Aussehen der Facebook Social Plugins kann hier eingesehen werden: http://developers.facebook.com/plugins.

Wenn Sie eine Webseite unseres Internetauftritts aufrufen, die ein solches Plugin enthält, baut Ihr Browser eine direkte Verbindung mit den Servern von Facebook auf. Der Inhalt des Plugins wird von Facebook direkt an Ihren Browser übermittelt und von diesem in die Webseite eingebunden. Wir haben daher keinen Einfluss auf den Umfang der Daten, die Facebook mit Hilfe dieses Plugins erhebt und informieren Sie daher entsprechend unserem Kenntnisstand:

Durch die Einbindung der Plugins erhält Facebook die Information, dass Sie die entsprechende Seite unseres Internetauftritts aufgerufen haben. Sind Sie bei Facebook eingeloggt, kann Facebook den Besuch Ihrem Facebook-Konto zuordnen. Wenn Sie mit den Plugins interagieren, zum Beispiel den Like Button betätigen oder einen Kommentar abgeben, wird die entsprechende Information von Ihrem Browser direkt an Facebook übermittelt und dort gespeichert. Falls Sie kein Mitglied von Facebook sind, besteht trotzdem die Möglichkeit, dass Facebook Ihre IP-Adresse in Erfahrung bringt und speichert.

Zweck und Umfang der Datenerhebung und die weitere Verarbeitung und Nutzung der Daten durch Facebook sowie Ihre diesbezüglichen Rechte und Einstellungsmöglichkeiten zum Schutz Ihrer Privatssphäre entnehmen Sie bitte den Datenschutzhinweisen von Facebook: http://www.facebook.com/policy.php.

Wenn Sie Facebookmitglied sind und nicht möchten, dass Facebook über unseren Internetauftritt Daten über Sie sammelt und mit Ihren bei Facebook gespeicherten Mitgliedsdaten verknüpft, müssen Sie sich vor Ihrem Besuch unseres Internetauftritts bei Facebook ausloggen.

Ebenfalls ist es möglich Facebook-Social-Plugins mit Add-ons für Ihren Browser zu blocken, zum Beispiel mit dem "Facebook Blocker".

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Aber es ist doch immer so: zuerst muss eine Situation geschaffen werden, damit sie rechtlich untersucht werden kann. Dass es im Bereich Internet sehr lange dauert, bis der Gesetzgeber tätig wird - is leider auch bekannt. Nur finden gerade hier viele Entwicklungen statt, die sich erst nach und nach mit ihrem hässlichen Gesicht präsentieren.
Mit anderen Worten: zu Beginn steht eben ein Unternehmen, dass sich selbst neue Regeln aufstellt, die aber spätestens dann geprüft werden sollten.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
zunächst mal: wie schon erwähnt bringt es doch gar nichts, wen seiten datenschutzerklärungen haben, diese aber nur gelesen werden können, wenn man die seite zuerst initial besucht! und es ist im internet nun wirklich nicht so, dass man webseite x zunächst auf der frontpage besucht - bestes beispiel ist hier der thread! hier wird auch nicht auf die front-pages der verlinken seiten sondern direkt auf die artikel verlinkt. wenn man dort drauf klickt, dann weis man zunächst mal nicht genau wo man landet! somit kann man so eine datenschutzerklärung auch nur bedingt einbinden! und spätestens, wenn die seite dann ausserhalb von DE gehostet ist, ists sowieso schluss mit datenschutz.


faszinierend finde ich übrigens auch, dass man bei den addons für firefox 404 ergebnisse zum thema facebook findet, davon aber vlt. 5 sich damit beschäftigen, facebook auszublocken. und von diesen 5 sind zwei nicht kompatibel mit der neuesten FF-Version, 3 (davon eines der inkompatiblen) experimentell und nur eines weder experimentell noch nicht kompatibel. letzteres scheint allerdings auch aktuell gehalten werden. hier mal die, die halbwegs aktuell aussehen:

https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/ghostery/
https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/facebook-blocker/
https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/priv3/

welcher davon der beste ist bzw. am besten funktioniert, das weis ich nicht, aber die könnten durchaus hilfreich sein.


im übrigen ist das auch mit dem tracking so ne sache: ich habe z.b. ne static ip, das heist, die können wunderbar sehen, was meine ip alles macht. und dann kommt mal nen kumpel zu besuch und muss unbedingt irgendwas auf facebook nachgucken (ich hab im übrigen keinen und werde auch keinen facebook-account haben) und shcon hat facebook die daten irgendwie verknüpft! :/
 
Rambo schrieb:
Man hat bei Internetseiten auch so eine Art Hausrecht. Mit dem Datenschutzhinweis wird man darauf aufmerksam gemacht, dass Daten an Dritte übertragen werden. Wenn dir das gefällt, musst du die Seite ja nicht mehr betreten - dich zwingt ja keiner dazu.
Da wird das Hausrecht aber mächtig überstrapaziert. Was willst du uns damit sagen? Etwas, daß der Seitenbetreiber sich sein Recht selbst machen kann?

Ok, die Großen versuchen es (mitunter erfolgreich) und daß die rechtliche Situation der Realität hinterherhinkt, das hat Himbeer ja schon lang und breit erklärt.

Das Allerwelts-Sprüchlein 'Wenn dir das gefällt, musst du die Seite ja nicht mehr betreten' ist ohnehin nur pures Geschwätz, denn es hiesse ja letztendlich, auf jeglichen Suchmaschinengebrauch verzichten zu müssen. Von 'bewusstem Betreten' einer Seite kann da keine Rede sein, von der Kenntnis des Impressums dieser Seite nebst allem 'Kleingedruckten' ganz zu schweigen.

Übrigens sind mir durchaus einige Seitenbetreiber bekannt, die jenen Button aus ihrer Seite genommen haben, auch wenn du der Meinung sein solltest, daß es hierzulande offensichtlich niemand stört. Ich nehme an, daß deine Aussage eher deiner Interessenlage entspricht. Wobei natürlich es noch lange nicht heisst, daß alles rechtlich einwandfrei ist, was bisher noch nicht abgemahnt/verklagt wurde. Vielleicht war es dem potentiellen Abmahner/Kläger nur den Aufwand nicht wert.

Wenn dir mein Vergleich mit deinem Mord nicht schmeckt, Rambo, dann noch einmal ganz konkret. Die Tatsache, daß ein konkreter Fall noch nicht hinreichen rechlich geklärt ist sagt nichts über die Strafbarkeit des Delikts als solches aus. Hierbei ist es völlig egal, ob es sich um datenschutzrechtliche Delikte, Einbruchsdelikte oder auch den von mir erwähnten Mord handelt. Das Problem ist eher, einen bestehenden Sachverhalt einem konkreten Delikt eindeutig zuzuordnen.
 
Konradin, ich stimme mit dir überein. Die Tatsache, dass facebook mit dem Datenschutz auf Kriegsfuss steht ist nun wirklich kein Geheimnis. Mark Zuckerberg hat sich zu diesem Thema eindeutig geäussert. Er sagte in einem Interview, dass wir in einer Zeit leben, in der es diesbezüglich keine Schranken geben dürfe. Schliesslich verdient er mit der Datenweitergabe ein unermessliches Vermögen. Ich finde es gut, wenn ihm die Datenschützer der verschiedenen Länder auf die Pelle rücken. Ein gutes Thema, Konradin.

PS: Es gehört zwar nicht direkt hierher, aber eine weitere aktuelle Problematik mit facebook ist das Thema Mobbing, besonders unter Schülern.

Gruss freefloating
 
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Jetzt hörst du dich fast schon so an wie ein Anwalt ;)

Mal ein ganz anderer Ansatz: Wenn ich auf meiner Seite einen Gefällt mir-Button eingebaut habe, du diese Seite betrittst, diesen siehst, bei Facebook angemeldet bist und deren AGB/Datenschutz akzeptiert hast, bist du dann nicht auch stillschweigend mit der Übertragung der Daten an Dritte einverstanden?

Oder anders: Du betrittst eine Internetseite und es befindet sich ein Link zum Impressum und zu den Datenschutzhinweisen. Du hast die Möglichkeit da draufzuklicken und dich zu informieren. Ist da nicht jeder selber Schuld, wenn er so etwas ignoriert und sich darüber nicht informiert, was beim Betreten der Seite passiert? Außerdem dürfte ja mittlerweile bekannt sein, wie "böse" dieser Button ist und man kann auch entsprechende Vorkehrungen treffen.

Und um mal meine Sichtweise zu erklären: Der Gefällt mir-Button (und die anderen Buttons) sind zwischen dem Seitenbetreiber und dem Betreiber der Buttons so eine Art Win-Win-Situation. Klar, er weiß besser über die Vorlieben Bescheid (ob das jetzt rechtens ist oder nicht), aber klickt ein Nutzer auf so einen Button, dann profitiert auch der Seitenbetreiber ganz stark davon und erhält mehr Besucher auf seine Seite. Die Verbreitung über diese Buttons darf nicht unterschätzt werden. Ich bin mir auch bewusst, dass der Datenschutz zumindest strapaziert wird. Aber wie schon gesagt: Ist man bei Facebook registriert, hat man sich damit einverstanden erklärt. Auch in den Datenschutzhinweisen einer jeden Seite steht genau, was mit der eigenen IP passiert - das ist ja kein Geheimnis. Und wie schon gesagt: Keiner ist gezwungen, diese Seite zu betreten und es wird auch niemand daran gehindert, Vorkehrungen zu treffen.

Die Tatsache, daß ein konkreter Fall noch nicht hinreichen rechtlich geklärt ist sagt nichts über die Strafbarkeit des Delikts als solches aus
Nein das an sich nicht. Aber hier ist es noch nicht einmal geklärt, ob das wirklich ein Verstoß gegen den Datenschutz ist. Es gibt Anwälte und sogar offizielle Stellen, die verschiedene Meinungen haben. In so einem Fall ist es nötig, sich durch alle Instanzen zu klagen, denn niemand außer ein Richter kann dir mit 100 % Gewissheit und Verbindlichkeit sagen, dass du dich strafbar gemacht hast oder nicht bzw. dass dieser Button gegen geltendes Recht verstößt oder nicht. Und auch bei einem Mord muss der Richter einen für Schuldig sprechen, erst dann steht fest, dass man wirklich eine Straftat begangen hat. Oder nicht?

EDIT

Ich verstehe sowieso nicht, wieso sich jetzt alle so sehr aufregen. Seit Jahren sammelt Google und co. Daten von allen Nutzern. Es gibt keine große Internetseite, die nicht Werbung von DoubleClick, Google AdSense und andere eingebunden hat. Da werden auch automatisch Daten an die Anbieter übertragen. Genauso mit den Analyse-Tools Analytics und co. Das ist nichts neues. Der einzige Unterschied: Bisher war das immer nur im Code versteckt, jetzt ist es wenigstens sichtbar. Der einzige Vorteil für Facebook ist, dass die Nutzer in der Regel echte Namen benutzen und sie die Werbung auf ihrer Plattform besser anpassen können. Aber das ist im Grunde doch nichts anderes, als beispielsweise Google auch schon seit Jahren macht.

Wieso ist die Aufregung jetzt plötzlich so groß?
 
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Rambo schrieb:
Der Gefällt mir-Button (und die anderen Buttons) sind zwischen dem Seitenbetreiber und dem Betreiber der Buttons so eine Art Win-Win-Situation.
Und der Besucher bleibt dabei auf der Strecke. Meines Erachtens ist es die gleiche Win-Win-Situation wie in der Politik, in der sich Politiker und Vertreter der Wirtschaft gegenseitig die Bälle zuspielen, der Wähler hingegen hat das Nachsehen.

Rambo schrieb:
Es gibt Anwälte und sogar offizielle Stellen, die verschiedene Meinungen haben.
Auch dies ist keineswegs ungewöhnlich, vertritt doch schon der Verteidiger grundsätzlich nicht die Interessen des Anklagevertreters. Außerdem ist dies ganz klar eine Machtfrage. Wer mehr Macht hat, dem kläffen auch die Hunde hinterher, vielleicht fällt ja was vom Tisch. Nur, ein Indiz für die Verbindlichkeit eines Standpunkts ist es nicht.

Rambo schrieb:
...denn niemand außer ein Richter kann dir mit 100 % Gewissheit und Verbindlichkeit sagen...
Ebenso fragwürdig. Wenn ich mir einige Urteile des Hamburger Landgerichts über EDV-Sachverhalte anschaue, dann komme ich mitunter zu dem Schluß, diese Leute haben teilweise keine Vorstellung, was EDV überhaupt ist (und wie sie tatsächlich funktioniert). Nicht ohne Grund gibt es vor Gericht Gutachter, welche die nötige Sachkompetenz mitbringen (sollten).

Rambo schrieb:
Und auch bei einem Mord muss der Richter einen für Schuldig sprechen, erst dann steht fest, dass man wirklich eine Straftat begangen hat. Oder nicht?
Habe ich etwas etwas anderes behauptet? Nur, was tatächlich ein Mord ist, das hat der Richter nicht zu entscheiden. Er hat die Gesetze nicht zu schaffen, sondern sie lediglich anzuwenden. Wie Mord zu definieren ist spielt definitiv in einer anderen Liga.
Rambo schrieb:
Ich verstehe sowieso nicht, wieso sich jetzt alle so sehr aufregen. Seit Jahren sammelt Google und co. Daten von allen Nutzern...
Die Stasi hat auch jahrzehntelang Daten bis zum Erbrechen gesammelt, warum sich also darüber aufregen? Gerade die ehemaligen Bewohner der DDR müssten sich doch so sehr an Aktionen à la Horch&Guck gewöhnt haben, daß sie mittlerweile schnüffelresistent sind. Aber was tun diese Querulanten? Sie wollen sich einfach nicht ausschnüffeln und bespitzeln lassen. Meinst du, Schnüffeln wird dadurch erträglicher, daß es ständig stattfindet oder etwa dadurch, daß kommerzielle Interessen von Quasi-Monopolisten dahinterstehen, die glauben, mit uns machen zu können, was sie wollen?

Dein obiger Ansatz geht öbrigens bei mir vollkommen ins Leere, Rambo. Ich bin nicht bei Facebook angemeldet und sich sehe auch keinen Grund, dies zu ändern. Und ich besuche deren Seite nicht. Also habe ich mit deren AGB nichts am Hut. Daraus mein Einverständnis ableiten zu wollen, ich sei mit der Übertragung meiner persönlichen Daten an Dritte stillschweigend einverstanden ist schlicht und einfach absurd.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wogegen, gegen Facebook oder gegen den Button? Nun, ich brauche keinen Facebook-Account, womit ersteres wohl geklärt ist.

Gegen den Button selbst kann ich nichts machen (außer vielleicht, das Thema mehr publik machen), denn ich bin kein Webseitenbetreiber und wer keine eigene Seite hat, der hat dort zwangsläufig auch keinen Button.

Jedenfalls werde ich den Vorstoss von Heise sehr genau verfolgen und meine Schlüsse daraus ziehen.

Mein Surfverhalten ergänze ich unter anderem dadurch, daß ich zwischendurch beliebige Seiten (IP-Adressen per Zufallszahl generiert) besuche, um eine mögliche Auswertung meines Surfverhaltens für wen auch immer zu erschweren.

Möglicherweise gibt es auch die Möglichkeit, die ausgehenden Daten direkt zu manipulieren. Dies ist meines Erachtens der wirksamere Weg, denn eine Datenbank mit faulen Einträgen ist unbrauchbarer als eine mit lediglich weniger Einträgen. Das hängt ganz davon ab, wieviele Informationen ich über diese Art Traffic zusammentragen kann und wieviel Zeit ich mir nehmen kann, etwas in diesem Sinne zu programmieren. Schließlich ist noch nicht aller Tage Abend.

Gruss Konradin
 
Also wem es wirklich wichtig ist, sich anonym zu bewegen, der sollte diverse Analyse-Tools, Social-Buttons und was es sonst noch so gibt bspw. mit Hilfe von AdBlock+ (vorgefertigte Listen gibt es) filtern. Das ist das einzige, was wirklich was bringt. Die Generierung von zufälligen IPs ist u. U. keine so gute Idee. Wenn du Pech hast und sich da eine Seite mit Schadcode darunter befindet, könntest du ein Problem haben.

Und nochmal: Es steht immer noch nicht fest, dass dieser Button gegen den Datenschutz verstößt. Es gibt kein rechtskräftiges Urteil und es gibt verschiedene Meinungen dazu. Du hast deine eigene Überzeugung, ich meine, ebenso wie diverse Anwälte und offizielle Stellen ihre Überzeugungen haben.

Aber wenn du dir so sicher bist, es steht dir doch frei dich mit rechtlichen Mitteln dagegen zu wehren. Ich bleibe dabei: Erst, wenn sich jemand durch die Instanzen geklagt hat, werden wir sicher wissen, ob das ganze gegen den Datenschutz oder anderes geltendes Recht verstößt, oder nicht. Und was spielen da denn die Urteile der Hamburger Richter für eine Rolle? Man kann in Berufung/Revision gehen, wenn es einem nicht passt. Zu sagen, dass Urteile von bestimmten Richtern fragwürdig sind, halte ich für sehr fragwürdig... man kann sich die Urteile schließlich nicht so heraussuchen, wie sie einem und der eigenen Meinung oder Überzeugung gerade passen.
 
gott sei dank kann man sich aber als seitenbetreiber aussuchen ob man die api einbaut oder nicht :D
wir haben sie nicht und das bleibt auch so (reicht ja wenn ich all euere daten verkaufe :D :D )

mfg
 
Keine Angst, Rambo, die besuchte Seite wird nur besucht und nicht einmal angezeigt. Es wird ein eigener Cache benutzt, der NICHT ausgelesen, sondern nur überschrieben werden kann. Weitere Details erspare ich mir an dieser Stelle, dies würde hier wohl etwas zu weit führen. Es war nur eine kurze Beschreibung und keine Einladung, es ebenso zu tun.

AdBlock in allen Ehren, aber zumindest in Foren, in denen man regelmässig unterwegs ist, sollte man diese Option fairnesshalber ausschalten. Aber auch hier geht es mir garnicht in erster Linie um mich selbst, ich weiß schon, was ich mir erlauben kann, und was nicht. Viele Leute wissen doch garnicht, daß auf Seiten schon Daten übertragen werden, ohne daß man auch nur einen einzigen Button drückt. Und genau diese Leute werden sich sicher nicht mit Analysetools davor schützen können.

Ich finde, es ist an der Zeit, daß auch der allerletzte User informiert wird und ein Problembewusstsein entwickeln klann. Natürlich wird dies (zumindest quantitativ) eine Illusion bleiben. Denn immer noch klicken manche Leute schneller, als sie denken können und nicht ganz ohne Grund verbreiten sich Viren, Würmer und Trojaner mitunter rasend schnell.

Wenn ein User weiß, was er macht, und sich ganz bewusst für den einen oder anderen Schnüffler entscheidet, so ist dies seine Sache. Weiß er dies nicht, dann finde ich es hingegen zumindest moralisch betrachtet weniger berauschend.

P.S. Wirklich anonym sind wir ohnehin so gut wie nie. Aber darum geht es hier ja nicht, zumindest nicht primär.

Gruss Konradin
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
...
wir haben sie nicht und das bleibt auch so...
Und was ist mit dem +1-Button von Google in jedem Thread? :D

Der Name von AdBlock ist bisschen irreführend. Wenn man die Filter individuell erstellt, kann man die Werbung problemlos durchlassen während Buttons u. ä. zuverlässig geblockt wird. ;)
 
Habe da eine blöde Frage. Was macht der i-like-it Button? Was bringt der? Habe keine Ahnung, da mich Facebook und Co nicht intereressieren.

L. G:
 
@ Profirudi - lies doch mal in dem von Konradin verlinkten Artikel nach ; )

Meine Meinung dazu: besser nicht Mitgleid bei facebook sein. Ich war aufgrund der Verwandten, die sich bei fb tummeln, schon drauf und dran, mich dort zu registrieren, hab dann aber kurz vor dem finalen Klick die AGB's und die Datenschutzrichtlinien gelesen und dann schnellstmöglich alle Fenster geschlossen. Kurios war, das ich Tage später noch diverse Mails von fb bekam, in denen ich aufgefordert wurde, den beigefügten Button zu klicken, um meine Registrierung abzuschließen.

Gruß
AnakinSky
 
Das beantwortet meine Frage nicht. Mich interessiert das ganze Facebook und Co nicht. Darum habe ich auch keine Ahnung. Also was bringt das wenn jemand den i-like-it Button drückt?

L. G.
 
Wenn jemand den Button drückt, dann sehen alle Facebook-Freunde, welche Seite ihm gefällt. Der Seiteninhaber glaubt nun, daß dieser Werbe-Effekt für ihn unverzichtbar sei, weil er hofft, die Facebook-Freunde würden die Seite nun auch alle besuchen oder noch besser gleich mit ihm ins Geschäft kommen.

Also ganz einfach Werbeinteressen, sonst nichts.

lg Konradin
 
Nun ja, wenn es Dich so gar nicht inetessiert, ist es schwierig, es Dir zu erklären. Vllt läßt es sich auf die Faustformel bringen, das dadurch (Surf)Verhaltensprofile erstellt werden können.. - zumindest steht diese Befürchtung im Raum.

Gruß
AnakinSky
 
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