Kündigungsfrist bei Mini Job Benötige Hilfe 

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Admiss

Hallo,

ich habe in einer Veranstatungsfirma gearbeitet.
Auf 400€ Basis und 7€ die Stunde bekommen
und nie einen Vertrag erhalten.


Nacht oder Überstundenzuschläge gab es bei uns nicht.
Eigentlich hab ich mich da als Thekekraft beworben.
Aber ich musste am Ende alles machen, auch die Klo´s Putzen ohne richtiges Reinungsmaterial. Den Müll müsste ich teilweise mit den Händen aufheben.

Man sagte mir das 7€ Einstigsgehalt sein würde und es sogar sich bis 10€ hoch schaukeln kann. Keiner hat so wenig bekommen wie ich. Ich war nach drei Monaten so weit das ich Selbstständig und alleine wie alle anderen Arbeiten konnte. Und sprach sie nach drei Monaten aufs Geld an. Und immer wieder und immer wieder gab es Gründe warum es nicht geht. Dabei hab ich wirklich alles in der Firma gemacht.

Wir haben oft an einem Wochenende über 20 Stunden ohne kaum schlaf arbeiten müssen. So wie letzten Wochende. Ich hab
14 Stunden am Stück arbeiten müssen, gerade mal drei Zigarettenpausen die ich im stehen geraucht hab, und die hat sie mir abgezogen.
Mir haben meine Füße so weh geh tan.

Dann bin ich nach Hause und konnte 4 Stunden schlafen und musste wieder 10 stunden arbeiten. Und es ist wirklich eine schwer Arbeit. Halle kehren und wischen. Kisten schleppen etc.
Wir arbeiten Nachts. Und ich sagte meiner Chefin ich kann nicht mehr, mir tuhen die Füsse und ich bin ziemlich fertig. Sie hat mich ausgelacht.
Nur ich konnte nach 24 stunden arbeit wirklich nicht mehr.
Zudem hab ich einfach keine Motivation für den Job mehr.

Auf der Personalversammlung die vor ca. 4 Wochen war.
Wurde ein Verbot gegebenem, mit anderen Angestellten über unsere Gehälter zu reden. Das traf auf mich zu, da ich es immer wieder betonte wie ungefähr dieses ist das ich denselben Scheiß für viel weniger Geld mache.

Uns wurde es zudem verboten Krank zu werden. Auch wenn wie Fieber haben wir müssen erscheinen. Ich hab sogar mitbekommen wie jemand einen Kräftigen Anschiss bekommen hat, weil er Krank war. Aber ehrlich gesagt bekommen wir ständig wegen allem Anschiss.

Wir bekommen nie unserem Termin im Voraus gesagt.
Wenn uns unser Chef anruft müssen wir springen.
Ich kann deshalb nie das Wocheenden planen.
Am Donnerstag hab ich erfahren das ich am Freitag arbeiten muss.
Ich sass da und war am heulen. Ich konnte einfach nicht mehr Wir kriegen für alles ein Anschiß nie ein Lob oder gutes Wort. Wie müssen bis zu 15 Stunden am Stück durcharbeiten. Ich konnte einfach nicht mehr. Ich war ausgebrannt und fertig.
Ich hab meiner Chefin per sms gesagt das ich nicht mehr komme.
Das ich nicht mehr kann und das ich keine Motivation mehr hab.

Jetzt will sie aber Finazielle Entschädigung von mir für den Arbeitsausfall,
da die Kündigunsfrist vom BSG? 2 Wochen dauert.
Ich bekomme noch 350€ für den letzten Monat von Ihr. Aber die wird sie mir wohl nicht mehr auszahlen.
Dabei hat sie mir nie von einer Kündigungsfrist erzählt.
Wie haben noch nicht mal einen Arbeitsvertrag.
Alles lief mündlich.

Ich hab Angst das es noch mehr Geld ist was sie von mir haben will?
Kann ich dagegen nichts machen?
 
Also erstens mal ist 14 Stunden arbeiten ohne Pause nicht rechtens. Du musst nach mindestens 5 Stunden 30 Minuten Pause machen. Bei mehr Arbeitsstunden ist auch die Pause länger, aber ich weiß nicht wie das geregelt ist. Und du darfst pro Tag auch nur 10 Stunden maximal arbeiten, soweit mit das bekannt ist.
Zwischen dem Ende der einen Schicht und dem Beginn einer neuen müssen mindestens 11 Stunden liegen.
Wie das bei 400€ Jobbern ist weiß ich leider nicht genau. Vielleicht weiß da jemand mehr. Bei uns ist das so, dass man nach der Freitagsnachtschicht und der Samstagsschicht auch keine 11 Stunden hat. Aber das ist ganz selten, dass jemand von der Nachtschicht Samstags kommen muss.
Und warum nimmst du bitte einen Job ohne schriftlichen Arbeitsvertrag an? Ich wußte gar nicht, dass es solche Sachen noch gibt. Ich weiß auch nicht wie man da so gegen vorgehen kann.

Viel helfen konnte ich leider nicht. Ich hoffe du hast zumindest gelernt, dass man ohne schriftlichen Arbeitsvertrag kein Arbeitsverhältnis mehr eingeht.

Übrigens steht in meinem Arbeitsvertrag sogar schriftlich, dass ich mich mit meinen Kollegen nicht über Gehalt unterhalten darf. Bei uns gibt es Geld nach Willkür. Der eine bekommt 6€ die Stunde und ein anderer nur 5,60€, für die gleiche Arbeit.
 
Und warum nimmst du bitte einen Job ohne schriftlichen Arbeitsvertrag an? Ich wußte gar nicht, dass es solche Sachen noch gibt. Ich weiß auch nicht wie man da so gegen vorgehen kann.

Es handelte sich um einen Mini Job. In Köln ist es gang und gebe in der Gastronomie keinen Arbeitsvertrag zu haben. Ich kenne es nicht anders.
 
echt, das is ja hammer. Also ich hab bei uns in Heidelberg noch nie von Minijobs ohne Arbeitsvertrag gehört.

Ich hoffe aber, dass du dein Gehalt trotzdem noch bekommst. Sowas ist immer blöd. :(
 
HI
Wenn du mehr als 6 Monate bei der Firma gearbeitet hast und du keinen schriftlichen Vertrag hast mußt du eine Kündigungsfrist von 4 Wochen einhalten.
 
Handbuch Arbeitsrecht: Geringfügige Beschäftigung, Minijob

Bei nichtzahlung würde ich dir empfehlen einen rechtsanwalt aufzusuchen.

Auch würde ich dir empfehlen dir infos beim rechtsanwalt zu holen, aber würd es telefonisch machen weil dich das nichts kostet auser der telefongebüren.

Du kannst dir auch infos beim DGB holen weil die sind stark in solchen sachen vertreten und ich hab nur gute erfahrungen mit denen gemacht.

Das kranksein so wie du es gesagt hast geht gegen das menschenrecht und verletzt daher die grundgesetze und da hatt die gute Frau absolut keine change.

Aber was ich dich noch fragen will ist warum du nicht gleich am ersten monat wo sie dich nicht ausgezahlt hatt nicht gegangen bist????

Also mir wäre das zu blöde gewesen

Gruss suseven2
 
Aber was ich dich noch fragen will ist warum du nicht gleich am ersten monat wo sie dich nicht ausgezahlt hatt nicht gegangen bist????

Also mir wäre das zu blöde gewesen

Gruss suseven2

Das hat doch auch keiner gesagt, das ich da nicht bezahlt worden bin.
wO hast Du das gelesen?
 
Zuerst einmal: Nur weil man keinen schriftlichen Vertrag vorliegend hat, ist regelmäßig trotzdem ein Arbeitsvertrag im Rechtssinne zustande gekommen!

Vorweg: Deine Chefin scheint imho ziemlich beschissen zu sein - das, was da abläuft, geht mal gar nicht!

In dem von dir geschilderten Verhalten und Vorgehen deines Arbeitgebers liegen zahlreiche Verstöße gegen geltendes Arbeitsrecht:
- Für Minijobs gilt das gleiche Recht wie für "normale" Arbeitsverhältnisse, keine Abstriche aufgrund der nur geringfügigen Beschäftigung!
- Sofern nicht tarifvertraglich geregelt, ordnet das Arbeitszeitgesetz einen angemessenen Nachtzuschlag an (§ 6 Abs. 5)
- In den langen Arbeitszeiten sind eklatante Verstöße gegen das geltende Arbeitszeitrecht gelegen (wie oben schon angesprochen)
- "Verbot krank zu machen": Das ist mit das dreisteste, was mir je untergekommen ist! Du hast natürlich das absolute Recht, bei vorliegender Krankheit zu hause zu bleiben (natürlich nur mit Feststellung der Arbeitsunfähigkeit, Gelber Schein). In einem solchen Fall besteht dann natürlich auch Anspruch auf Lohnfortzahlung!
- sofern Abrufarbeit vorliegen sollte (dafür spricht nach deiner Schilderung vieles), lägen ferner Verstöße gegen das Teilzeit- und Befristungsgesetz vor (unzureichende Vorlaufzeit)

Rein rechtlich ist es dagegen durchaus möglich, dass Infos über das Gehalt als Teil der betrieblichen Geheimnisse über eine Verschwiegenheitsverpflichtung "tabu" sind; vorliegend ist aber äußerst fraglich, ob eine solche Klausel wirksam vereinbart wurde.

Zum Thema Kündigung:
Zunächst gilt normales Kündigungsrecht nach dem BGB: Dann wäre die oben angesprochene Kündigungsfrist von 4 Wochen zur Monatsmitte oder Monatsende einzuhalten. Anders wäre das bei einem von vorneherein befristeten Minijob, wo auch kürzere Fristen vereinbar sind.
Hier könnte aber auch durchaus eine fristlose Kündigung in Betracht kommen, § 626 BGB. Die vorliegenden eklatanten Missstände stellen imho durchaus einen wichtigen Grund zur Kündigung dar; die Sturheit und die menschenunwürdigen Zustände begründen auch wohl die Unzumutbarkeit des Festhaltens an der Frist. Folglich wäre dann eine Kündigung auch sofort möglich, sofern diese umgehend binnen 2 Wochen nach dem entscheidenden Vorfall eingereicht wird ( § 626 Abs. 2 BGB!).

Die Frage, ob der Arbeitgeber berechtigt ist, Lohn nicht zu zahlen aufgrund Arbeitsverweigerung bzw. hierfür noch Schadensersatz geltend zu machen, ist schwierig und so nicht beantwortbar. Grundsätzlich gilt, dass es keinen Lohn ohne Arbeitsleistung gibt. Da hier aber eine Unumutbarkeit der Arbeitsleistung denkbar ist, könnte zu deinen Gunsten von diesem Grundsatz eine Ausnahme greifen und du so dennoch deinen Lohn erhalten. Bezogen auf einen Schadensersatzanspruch würde dann hier Verschulden deinerseits fehlen respektive ein Eigenverschulden des Arbeitgebers vorliegen, sodass auch hierüber nichts zu befürchten wäre.

Da das aber nur allgemeine Aussagen sind, kann das tatsächliche Ergebnis hiervon aber abweichen. Ich rate dir daher, zumindest zur Gewerkschaft zu gehen, besser noch zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht, um nach Möglichkeit eine möglichst baldige Kündigung wie auch Zahlung des ausstehenden Gehalts insb. vergangener Nachtzuschläge zu erreichen.

Deinen Kollegen sei noch dringend !! geraten, einen Betriebsrat einzurichten, sofern denn mindestens 5 Mitarbeiter in der Firma angestellt sind!
 
Moin
Mal noch ein paar Detailfragen. Wie lange warst du denn da? Hast du denn gleichzeitig auch noch Unterstützung von Ämtern bezogen (ALG I oder Hartz IV?)?
Weil sonst gibt es da auch noch Probleme wegen selber kündigen.
Desweiteren würde ich bei einer solchen Führung eurer Chefetage keine Angst haben und schon einmal gerichtliche Schritte ankündigen und dazu sagen das man es sich auch vorbehält solche Verstöße/ Unregelmäßigkeiten regional mit legalen Mitteln öffentlich zu machen. So etwas wirkt meist Wunder, gerade im Gastrobereich.
Also bloß nicht ins Hemd machen.
Mit vielen zusprüchlichen Gruß Ralf
 
Ich sehe das so:
Kein Schriftlicher Vertrag ist kein Vertrag. Also keine Kündigung nötig. :-)

Rein rechtlich kann jedoch aus der längeren Zugehörigkeit des Betriebs ein "Handschlag-" oder "Mündlicher-" Vertrag gesehen werden.

Wie bereits geschrieben:
Mehr als 10Std am Tag ist gesetzlich nicht erlaubt, genauso müssen min. 10Std zwischen Arbeitsende und der nächsten Schicht liegen
(Ausnahme: Rufbereitschaft)
Bei U18 sind es sogar 12 Std Pause, und max 8,5 Std Arbeiten (+30min Pause)

Krank: Wenn man Krank ist, und eine Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung hat, kann der Arbeitgeber nichts machen.
Ausnahme: Du verstößt gegen die Pflicht, deine Gesundheits-Zustand zu verbessern.
Also: Nicht mit ner Lungenentzündung in ne Raucherkneipe, oder mit nem gebrochenen Bein skifahren.

Nachtzuschläge: Sind gesetzlich geregelt.

Kleinen Tip: Ab zum RA, laß den das regeln.
Dein Arbeitgeber wäre nicht der erste, der wegen Ausnutzen von Mini-Jobbern vor Gericht verliert....

Gruß

Trekki
 
Wenn ich mir das Eingangsposting durchlese krieg ich einen Riesenhals.
Ich nehme an, dass keine weiteren Mit"inhaftierten" weil was anderes war das ja wohl nicht, als Zeugen aussagen werden?

Meine Handlungsfolge wäre, Papiere sammeln, Kalender eintragen, wann du wieviel gearbeitet hast. Zeiten so penibel wie möglich im nachhinein notieren.
Dann ab zum Rechtsanwalt, aufklären lassen, Prozesskostenhilfe beantragen
und restliche Forderungen von ihm erstellen lassen und eintreiben lassen.

Gegen solche Firmen muss verhärtet vorgegangen werden. Dann ggf. noch weitere Institutionen benachrichtigen, selbige erfährst du vom Rechtsanwalt bzw. der erledigt das mit.

Lass dich auf keinen Kuhhandel mehr mit dieser Firma ein.
Keine weiteren mündlichen Nebenabreden.
Wenn du jetzt zuwartest werden deine Chancen nur schlechter.
 
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