"last minute"-Elefantenjagd vs. "Staatsdiener" Diskussion 

Es geht doch garnicht um das Elefantenschießen an sich. Sondern daß einer der im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz einer der höchst bezahlten Beamten ist und dort unter anderem mit dem Artenschutz befast ist, einem solchen "Kolonialherrn"-Hobby frönt.
Jetzt hat ihn sein Minister versetzt an die Spitze der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) und die Bauern wollen ihn nicht....[URL='"][/URL]

Die bösen Bauern...:tata:
 
Dieser Fall hat sicher viele Aspekte (Naturschutz, gesunder Menschenverstand, Strafrecht, Beamtenrecht und vieles mehr..).
In einem sind sich aber fast alle einig: Elefanten tot schießen ist blöd.
Jetzt gibt es schon blöde Menschen. Aber ich finde es gut, dass Beamte auch für ihr Handeln außer Dienst nach Dienstrecht (jenseits vom Strafrecht) herangezogen und diszipliniert werden können.
Im diskutierten Fall ist der Beamte wohl diszipliniert worden. Jeder "Nichtbeamte" hätte lediglich die gesellschaftliche Ächtung zu spüren bekommen (Wie war das noch mit dem spanischen König?).
 
Dieser Mensch hat aber den Elefanten nicht gejagt und getötet, um nicht verhungern zu müssen. Er hat ihn getötet aus purer Lust und um sich selbst zu befriedigen!
Selbstverständlich hat er das. Bitte versteht mich nicht falsch, ich befürworte sein Handeln in keinem Fall, bin aber Realist und weiß daher auch, dass wenn er die Lizenz nicht gekauft hätte, dann hätte sie ein anderer gekauft. Ein Elefant wäre also in jedem Fall gejagt worden. Und da du den Hunger angesprochen hast. Das Fleisch dieser Tiere bleibt nicht liegen und vergammelt, nein es wird verteilt an die umliegenden Dörfer, geht an die Familien der Ranger, oder wird verkauft. Das Tier stirbt also nicht vollkommen umsonst.

Wir Europäer machen uns das ganze ein wenig einfach. Wir sprechen von gefährdeten Tierarten und sind empört, wenn diese Tiere gejagt werden. Und ja es stimmt sogar, in vielen Teilen Afrikas, sind Elefanten so stark gewildert worden das sie fast verschwunden sind. In Botswana ist das aber nicht so. Dort gibt es mehr Elefanten, als das Land vertragen kann. Nun könnte man diese Umsiedeln, nur wer bezahlt das? Und vor allem wohin? Dorthin wo sie dann gewildert werden? Wo man ihnen nur die Stoßzähne nimmt und das Fleisch für die Geier liegen lässt? Wäre das eine brauchbare Alternative?
 
Nun zählt der Mann wohl selber zu den bedrohten Arten. Auf der T-Online Seite war in einem Artikel folgendes zu lesen.
Der Wirbel um eine Elefantenjagd in Afrika geht weiter: Ein hoher Beamte des Thüringer Umweltministeriums erhielt Morddrohungen, nachdem er mit der Tötung eines Elefanten geprahlt hatte. Nun steht er bis auf Weiteres unter Polizeischutz. Eine Polizeisprecherin bestätigte entsprechende Medienberichte.
Zur Art der Maßnahmen wollte sie sich nicht äußern. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Bedrohung in mehreren Fällen. ...... Nach seinem Jagdurlaub in Botswana soll er Fotos von sich und dem toten Tier an Kollegen verschickt haben. ..... In der Folge erhielt das Ministerium zahlreiche E-Mails und Anrufe mit verbalen Angriffen. Einige davon enthielten auch Morddrohungen. Vor diesem Hintergrund beurlaubte Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) Udo W. bis auf Weiteres.
Es verwundert mich immer wieder, das Menschen, die sich über das töten von Tieren empören, scheinbar kein Problem damit haben wenn es um Menschenleben geht. Das sieht man auch sehr schön an den Ökospinnern die Hochsitze ansägen, oder manipulieren und damit unter Umständen, Gesundheit und Leben von Jägern gefährden.
Und nicht das falsche Gedanken aufkommen, nein ich bin kein Jäger und habe auch nicht vor einer zu werden.
 
...Es verwundert mich immer wieder, das Menschen, die sich über das töten von Tieren empören, scheinbar kein Problem damit haben wenn es um Menschenleben geht....

Ja, in der Aussage stimme ich Dir zu!
(Aber Respekt vor was-auch-immer hört zu oft da auf, wo meine Bedürfnisse und meine Lust etwas anderes wollen als das, was der Respekt gern hätte....leider.)
 
Es verwundert mich immer wieder, das Menschen, die sich über das töten von Tieren empören, scheinbar kein Problem damit haben wenn es um Menschenleben geht.

Jein ;). Ich empöre mich zwar über das töten von Tieren, aber ebenso empöre ich mich über das töten von Menschen.
Letzlich könnte ich aber behaupten, das ohne Menschen bzw. eine entsprechende Dezimierung (infolge Krieg, Seuchen, etc), die Anzahl der getöteten Tiere deutlich geringer wäre -> Naturschutz als Kollateraleffekt sozusagen :D /Zynismus off.

Was den Minister und des Tod des Elefanten betrifft, hätte ich mir ein Ende seiner politiche Karriere gewünscht (und nicht nur eine Versetzung), aber das ist in der politischen Kultur (hierzulande) undenkbar. Welcher Politiker übernimmt schon freiwillig die Verantwortung für sein Fehlverhalten?

Gruß
AnakinSky
 
Na ... mach ihn nicht gleich zum Minister ;)

Verwaltungsbeamter (Zentralabteilungsleiter im Ministeruim) reicht aus ;). Insofern m.M.n. kein "Politiker".

Und ... Entlassung aus dem öffentlichen Dienst hätte ich nun auch für etwas übertrieben gehalten. Das Beamtenrecht hat auch disziplinarische Möglichkeiten darunter :D.

Nicht gleich mit Elefanten – ähm ne, Kanonen – auf Spatzen schiessen.

Entlassungen wären m.M.n. gerechtfertigt, für Dienstvergehen, die unmittelbar mit der Dienstausübung zusammenhängen.
Für das Verhalten im privaten Leben müsste dann schon als Entlassungsgrund ein vorsätzlicher Verstoss gg. gültiges deutsches Recht im Straftatbereich vorliegen.
Da würde mir nichtmal ein fahrlässiger Verstoss reichen.
 
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@AnakinSky

ich hatte DICH auch nicht gemeint, oder sonstjemand hier, meine Zustimmung war sozusagen eine abstrakt/generelle :D
 
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Eine Versetzung in eine andere Position halte ich in diesem konkreten Fall auch für angemessen, sofern sie nicht gerade mit einer Beförderung einhergeht. Wäre sein Verhalten ein anderes gewesen, dann hätte meines Erachtens eine Versetzung in eine gleichwertige Position völlig ausgereicht.

Berücksichtigt man jedoch seine Äusserungen und den scheinheiligen Versuch, in barschem Ton Schuld auf andere abzuwälzen, dann hat er dadurch in meinen Augen bewiesen, daß er nicht in der Lage ist, Verantwortung zu tragen und in einer Führungsposition nichts zu suchen hat.

Wie im Fall Wulff. Auch da machte der Ton die Musik. Hätte dieser Herr nämlich sein Fehlverhalten eingeräumt und angemessen reagiert, dann wäre er wahrscheinlich heute noch im Amt. So hingegen hat er auch noch seine letzte Glaubwürdigkeit verspielt, dem Ansehen seines Amtes geschadet und sich zur Lachnummer gemacht. Manches hat man eben in der eigenen Hand (sofern man sich halbwegs im Griff hat). So auch hier.

@Henry277: mich interessiert der einzelne Elefant letztendlich genausoviel oder genausowenig wie der einzelne Mensch, da muss man nicht zwingend differenzieren. Aber zwei wesentliche Unterschiede gibt es in diesem Zusammenhang doch: die Elefanten sind eine gefährdete Tierart und mehr oder weniger vom Aussterben bedroht - beim Menschen ist dies anders. Denn die Menschheit ist im Augenblick noch nicht akut vom Aussterben bedroht und selbt wenn es so wäre, dann wäre es unsere eigene Schuld, daß es so ist (die Elefanten hingegen trifft in dieser Hinsicht keinerlei Schuld).

Nicht die Elefanten sind es, die sich (oder gar uns) den notwendigen Lebensraum Stück für Stück wegnehmen, sondern die Menschen sind es. Auch hier also ein deutlicher Unterschied.
 
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Berücksichtigt man jedoch seine Äusserungen und den scheinheiligen Versuch, in barschem Ton Schuld auf andere abzuwälzen, dann hat er dadurch in meinen Augen bewiesen, daß er nicht in der Lage ist, Verantwortung zu tragen und in einer Führungsposition nichts zu suchen hat.
Leider kann ich dazu nichts sagen, denn ich habe bisher noch keine von ihm persönlich abgegebene Stellungsnahme gelesen,geschweige denn irgendwo gehört. Da du ja den barschen Ton beschreibst, in dem er das getan hat, bis du mir hier voraus.

... die Elefanten sind eine gefährdete Tierart und mehr oder weniger vom Aussterben bedroht - beim Menschen ist dies anders.
Ich habe dazu etwas in Beitrag #28 geschrieben. Elefanten sind in Botswana eben keine gefährdete Art. Man muss da schon unterscheiden.

Nicht die Elefanten sind es, die sich (oder gar uns) den notwendigen Lebensraum Stück für Stück wegnehmen, sondern die Menschen sind es. Auch hier also ein deutlicher Unterschied.
Was wäre die Alternative? Abschusslizenzen für überzählige "Mohren" etwa?
Wir können sie natürlich auch alle zu uns hohlen, aber dazu habe ich auch weiter vorne schon etwas geschrieben.
 
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