Notenbekanntgabe in der Schule

Soll das Bildungssystem in Deutschland Ländersache bleiben oder einheitlich gestaltet werden?

  • Das Bildungssystem soll Ländersache bleiben.

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  • Es soll ein einheitliches Bildungssystem für ganz Deutschland geben.

    Stimmen: 0 0,0%
  • Ist mir egal.

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strangemaik

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Jan. 2009
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Aus aktuellem Anlass muß ich dieses Thema hier eröffnen. Es geht um Erfahrungen bezüglich der Notenbekanntgabe in der Schule.

Zu meiner Zeit, lang lang ist es her als ich zur Schule ging, wurden mir grundsätzliche alle Noten in der Schule bekanntgegeben. Klar, auf schriftlichen Arbeiten steht ja logischerweise immer die Note mit drauf und bei mündlichen Kontrollen wurden mir damals die Noten immer mitgeteilt. Ich fand das auch gut, denn so konnte man sich für sich selbst immer einen Überblick verschaffen, wie man in welchem Fach steht. So war es jedenfalls bei mir von der 1. Klasse 1981 bis zur 12. Klasse 1993 zum Abitur.

Ich frage mich nun, wie sich das ganze heute verhält. Werden aus Datenschutzgründen die Noten nicht mehr mitgeteilt? Hintergrund meiner Frage ist, daß meiner 10jährigen Tochter in der Grundschule 4. Klasse nicht in allen Fächern die Noten mitgeteilt wurden. Besonders in den Fächern Sport und Religion ist mir das extrem aufgefallen. Wie wird die Notenbekanntgabe auf den Gymnasien heute gehandhabt? :confused:

In Religion ist bei meiner Tochter auf dem Halbjahreszeugnis eine 2 aufgetaucht, obwohl nie irgendeine Arbeit geschrieben wurde. In Sport tauchte eine 3 auf, obwohl meiner Tochter nie zwischendurch nach einer Übung eine Note mitgeteilt wurde.

Ich frage mich, was soll das??? :confused: Wie soll denn ein Kind wissen, was es für eine bestimmte Note tun muß, um sich eventuell zu verbessern? Es kann doch nicht sein, daß das Kind erst eine Note auf dem Zeugnis sieht, wenn das „Kind schon in den Brunnen gefallen ist“ und vorher von nichts weiß, wie man in der Schule in dem Fach steht!!! :( Bei mir war es im Sport so, daß der Lehrer vor jeder benoteten Übung vor allen mitgeteilt hat, in welcher Zeit…. welche Anzahl… wie schnell… welcher Note das entspricht. So konnte man sich immer selber ausrechen, welche Note man gerade erreicht hat.

Noch zur aktuellen Situation meiner Tochter:

Meine Tochter fragte nach dem Halbjahreszeug ihre Sportlehrerin, was sie tun muß, um in Sport eine 2 zu bekommen. Die Lehrerin meinte dann, daß sie 3 Wochen vor Zeugniskonferenz noch einmal nach Zeit lauf müsse. Als es dann so weit war, meinte die Lehrerin auf einmal, daß sie nicht mehr laufen müsse. Vor 2 Wochen wurden dann vor der Klasse die vorläufigen Abschlußnoten der 4. Klasse von der Klassenlehrerin angesagt, mit der Bemerkung „ohne Gewähr“. Da wurde gesagt, daß sie in Sport eine 2 bekommt. Letzte Woche gab es dann Zeugnisse. Und plötzlich tauchte als einzigste 3 wieder die Sport-Note auf. Meine Tochter war bitter traurig. Ich als Vater war natürlich stock sauer und schrieb einen Brief an die Sportlehrerin, daß ich einen Gesprächstermin haben möchte. Dieser wurde total ignoriert. Es kam noch nicht mal ein Rückruf. Nur meiner Tochter sagte sie, daß sie kein Interesse an einem Gespräch hat. Jetzt hatte ich einen Gesprächstermin bei dem Direktor und er äußerte in dem Gespräch kein Verständnis für das Verhalten der Lehrerin. Er sagte mir eine Klärung zu. :laber:
Ich meine, auch wenn die Note feststeht, hätte ich als Lehrer zumindest den Anstand gehabt, um mich telefonisch auf den Gesprächswunsch zu melden.
 
Wie soll denn ein Kind wissen, was es für eine bestimmte Note tun muß, um sich eventuell zu verbessern? Es kann doch nicht sein, daß das Kind erst eine Note auf dem Zeugnis sieht, wenn das „Kind schon in den Brunnen gefallen ist“ und vorher von nichts weiß, wie man in der Schule in dem Fach steht!

In der Grundschule ist das zumindest nach meinen Erfahrungen gang und gäbe, ich kann mich nicht erinnern, ein einziges Mal eine Note selbst erhalten zu haben (außer in den schriftlichen Prüfungen der Hauptfächer natürlich), sowas wurde immer nur den Eltern an bestimmten Elternsprechtagen mitgeteilt.

Wie wird die Notenbekanntgabe auf den Gymnasien heute gehandhabt?

Am Gymnasium hatten die Lehrer bei uns eine Auskunftspflicht, die besagte, das Lehrer jedem nachfragendem Schüler seine aktuelle Note binnen 7 Tagen geben müssen. Das ist allerdings eine Länder-spezifische Regelung, wie das in Niedersachsen ist weiß ich nicht.

Noch zur aktuellen Situation meiner Tochter:...

Das ist halt ein besonders harter Fall von "ich bin Lehrer, ich mache was ich will", aber du hast da ja schon den richtigen Weg eingeschlagen, ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Direktor es zulässt, dass seine Lehrer den Eltern ein Gespräch verweigern.

Aber letztlich, die 3 in Sport wird die Schulformwahl deiner Tochter auch nicht beeinflussen. ;)
 
Vielen Dank für Deinen Beitrag "nile".

In der Grundschule ist das zumindest nach meinen Erfahrungen gang und gäbe, ich kann mich nicht erinnern, ein einziges Mal eine Note selbst erhalten zu haben (außer in den schriftlichen Prüfungen der Hauptfächer natürlich), sowas wurde immer nur den Eltern an bestimmten Elternsprechtagen mitgeteilt.

Wenn das wirklich so gang und gäbe sein sollte, finde ich, daß das nicht der richtige Weg ist. Schließlich sollte es doch für die Kinder an 1. Stelle wichtig sein zu wissen, auf welcher Note sie in welchem Fach stehen bzw. welche Note sie bei einer Kontrolle bekommen. Wenn Eltern dann nur über die Gesamtnote zu einem bestimmten Zeitpunkt informiert werden, ist das doch meistens eh schon gelaufen. Was ich auch furchtbar finde ist, daß es für die Kinder in der 1. und 2. Klasse keine Noten gibt, sondern nur eine allgemeine Beurteilung. Alles Murx was da abläuft.

Am Gymnasium hatten die Lehrer bei uns eine Auskunftspflicht, die besagte, das Lehrer jedem nachfragendem Schüler seine aktuelle Note binnen 7 Tagen geben müssen. Das ist allerdings eine Länder-spezifische Regelung, wie das in Niedersachsen ist weiß ich nicht.

Wie ich es hasse, daß jedes Bundesland seinen eigenen Kram im Schulsystem macht. Einfach furchtbar. Da erinnere ich mich gerne an meine gute alte Schulzeit in der 10-klässrigen polytechnische Oberschule zurück, wo es eine einheitliche klare Linie gab.
Ok, ich hab jetzt verstanden, daß es länderspezifische Regelungen bezüglich der Bekanntgabe der Noten gibt.

Aber letztlich, die 3 in Sport wird die Schulformwahl deiner Tochter auch nicht beeinflussen. ;)

Nein, die 3 in Sport wird die Schulformwahl meiner Tochter definitiv nicht beeinflussen. Mit einem Notendurchschnitt von 1,9 hat sie eine Gymnasiumempfehlung bekommen. Die 3 in Sport ist halt nur ärgerlich für sie, weil sie so heraussticht. ;)

Übrigens zur Info. Letzte Woche mußte ja die Anmeldung am Gymnasium erfolgen. Es werden insgesamt 4 (!) 5. Klassen auf dem Gymnasium mit einer Klassenstärke von jeweils 35 Kindern (!). Davon haben ca. 50% der Kinder eine Realschulempfehlung bekommen und wurden trotzdem auf dem Gym angemeldet. Was für ein RUN auf das Gym. :eek:
 
Und der Druck wird schlimmer werden. Bei einer Klassenstärke von 35 wäre splitten Pflicht, aber sicher gibts wieder irgendeine Regel die das verhindern wird.
Achtung, die werden in der 5. gnadenlos aussieben.
Eine Gesprächsverweigerung einer Lehrkraft ist eine Frechheit, gut dass du das gerügt hast. Sowas geht absolut nicht!

Bei eurem ersten Elternabend im Gymnasium wird es heissen, Sie brauchen sich Ihren rechten Nachbarn nicht merken, Sie werden Ihn nicht bis zum Abitur wiedersehen.
Fakt ist inzwischen, dass ein Grossteil aller Anfangs-Gymnasiasten bis zur 8.Klasse abgeht.
Soll nicht deprimieren, vielmehr aufklären über welchen Druck wir reden!
 
Also bei mir war das ganz geregelt. In der Hochschule (HTL von 9. bis 14. Schulstufe - weiß nicht ob das jedem hier ein Begriff ist, aber ist in Österreich eben eine der besten Schulen die man in dieser Schulstufe machen kann) hat man einfach ein Gesprächstermin mit dem Lehrer vereinbart, oder manche haben dir die Note auch gleich so mitgeteilt, obwohl es schon ab und zu vorkam, dass es wegen Datenschutzgründen nicht öffentlich vor der Klasse mitgeteilt wurde. Bei Sport und Religion ist es bei uns schon immer so gewesen, dass die Note nach einer Beurteilung des Lehrers, ohne jegliche Prüfungen oder Arbeiten zustandekam. Er hat einfach Jeden in seinem Können eingeschätzt, oder in Religion nach seiner Mitarbeit z.b. an Diskussionen einbringen,...

Aber ich denke der Datenschutz wurde in den letzten Jahren immer wichtiger und von vielen immer mehr berücksichtigt, obwohl man innerhalb der Klassengemeinschaft doch die Noten der Mitschüler mitbekommen hat.
 
also bei uns wurden die Noten nicht automatisch bekanntgegeben. Ich denke aber, wenn man nachgefragt hätte, hätten die Lehrer die Noten auch mitgeteilt.

strangemaik schrieb:
In Religion ist bei meiner Tochter auf dem Halbjahreszeugnis eine 2 aufgetaucht, obwohl nie irgendeine Arbeit geschrieben wurde. In Sport tauchte eine 3 auf, obwohl meiner Tochter nie zwischendurch nach einer Übung eine Note mitgeteilt wurde.
Ich frage mich, was soll das??? :confused: Wie soll denn ein Kind wissen, was es für eine bestimmte Note tun muß, um sich eventuell zu verbessern? Es kann doch nicht sein, daß das Kind erst eine Note auf dem Zeugnis sieht, wenn das „Kind schon in den Brunnen gefallen ist“ und vorher von nichts weiß, wie man in der Schule in dem Fach steht!!!

Das war bei mir auch so (und mit war meine ich vor wenigen Monaten, hab gerade erst mein Abi). Es war teilweise schwer zu verstehen, nach welchen Kriterien die Lehrer benoten. Meine Facharbeit ist mir da besonders im Kopf geblieben. Der Lehrer meine "Den Schluss hast du wirklich gut hinbekommen", trotzdem hatte ich nur ca. 75% der maximalen Punkte. Auf meine Frage hat er dann ausweichend geantwortet. Ich glaube aber, dass kein Lehrer verpflichtet ist, die Noten preiszugeben (zumindest meinte das ein Lehrer mal), was ich auch sehr merkwürdig finde, da man ja sonst schwer beurteilen kann, wie viel man machen muss um sich zu verbessern/ eine gute Note zu bekommen...

MfG Schlaechter
 
strangemaik schrieb:
Wenn das wirklich so gang und gäbe sein sollte, finde ich, daß das nicht der richtige Weg ist. Schließlich sollte es doch für die Kinder an 1. Stelle wichtig sein zu wissen, auf welcher Note sie in welchem Fach stehen bzw. welche Note sie bei einer Kontrolle bekommen. Wenn Eltern dann nur über die Gesamtnote zu einem bestimmten Zeitpunkt informiert werden, ist das doch meistens eh schon gelaufen. Was ich auch furchtbar finde ist, daß es für die Kinder in der 1. und 2. Klasse keine Noten gibt, sondern nur eine allgemeine Beurteilung. Alles Murx was da abläuft.

Naja, von einem sehr theoretischen Standpunkt aus betrachtet stimmt das, aber letztlich reden wir über die Grundschule. Sprich. über Kinder zwischen 6-10 Jahren. Das man da nicht von Anfang an mit Noten Druck aufbaut finde ich schon sinnvoll, gerade leistungsschwächere Schüler müssen doch nicht schon mit sechs Jahren das erste "mangelhaft" bekommen. Im Umkehrschluss werden gute Schüler vielleicht nicht direkt ideal benotet, aber wie im Falle deine Tochter auch, "gut genug" um aufs Gymnasium zu wechseln, reichen die Zeugnisse allemal ;)
Als Folgerung daraus finde ich dieses zwar wenig transparente, aber dafür auch lockere Benotungssystem schon sinnvoll. Schließlich brauchen "normale" Grundschüler auch keinen Notendruck als Motivation, in dem Alter sind sie auch so wissbegierig genug und machen was sie können, wenn der Lehrer aus pädagogischer Sicht keine völlige Graupe ist.
Das Rechnen und Punkte sammeln geht schon früh genug los ;)

strangemaik schrieb:
Übrigens zur Info. Letzte Woche mußte ja die Anmeldung am Gymnasium erfolgen. Es werden insgesamt 4 (!) 5. Klassen auf dem Gymnasium mit einer Klassenstärke von jeweils 35 Kindern (!). Davon haben ca. 50% der Kinder eine Realschulempfehlung bekommen und wurden trotzdem auf dem Gym angemeldet. Was für ein RUN auf das Gym.

Das ist halt das Problem mit staatlichen Schulen. Sie haben die und die Kapazitäten und wenn sich dafür nicht genügend Kinder mit Gymnasiumsempfehlung finden, dann werden die Klassen halt mit minderqualifizierten Kindern "aufgefüllt". Den Eltern, die ihre Kinder über Begabung anmelden, kann man es nicht mal verdenken, wenn man sich den Ruf und die oft vorhandenen Probleme von Haupt- und Realschulen anschaut.

morticia schrieb:
Fakt ist inzwischen, dass ein Grossteil aller Anfangs-Gymnasiasten bis zur 8.Klasse abgeht.

Hast du dafür eine Quelle? Erscheint mir schon sehr hoch gegriffen.
 
Ich muß diesen Thread mal etwas aufwärmen. Meine Tochter hat sich mittlerweile gut auf dem Gymnasium eingelebt. Da die Schülerzahlen in den Klassen über dem Limit waren, wurde nun gesplittet und es gibt nun eine zusätzliche 5. Klasse (5 nun insgesamt).

Ich als Vater lerne nun auch immer wieder dazu, wie das heutige Schulsystem so funktioniert und was es alles so an Änderungen zu meiner damaligen Schulzeit gibt. Ich war sehr erstaunt zu hören, daß meine Tochter in der 5. Klasse nicht sofort gleich die Fächer Physik, Chemie und Biologie hat. Irgendwie alles schon sehr komisch für mich. Dann gibt es noch so ein Fach, welches sind "Verfügung" nennt. Ich bin der Meinung, daß die Zeit in der Schule doch genutzt werden muß, um den Kindern so früh wie möglich neuen Fächer nahezubringen. Ich versteh das ganze nicht. Ist sowas heutzutage gang und gebe in der Schule? :rolleyes:

Bei mir damals gab es sowas nicht. Ab der 5. Klasse ging es damals für mich in die Vollen von Anfang an. Schonung gab es da nicht.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Bei mir damals gab es sowas nicht. Ab der 5. Klasse ging es damals für mich in die Vollen von Anfang an. Schonung gab es da nicht.
Wenn man will, dass 40% eines Jahrgangs das Abitur bekommen, muss man die Anforderungen entsprechend nach unten nivellieren.

Aber Physik und Chemie gibt es, glaube ich, grundsätzlich erst später.
 
Wenn man will, dass 40% eines Jahrgangs das Abitur bekommen, muss man die Anforderungen entsprechend nach unten nivellieren.

Also diese Aussage versteh ich irgendwie nicht. Woher hast Du die 40%? Und Anforderungen nach unten nivellieren? Wozu soll das gut sein?

Ich merke schon, daß sich doch Einiges im Vergleich zu meiner damaligen Schulzeit geändert hat. Ich bin zu einer anderen Zeit und und in einem anderen deutschen Staat zur Schule gegangen. Geschadet hat es mir nicht. ;)
 
Die Anforderungen werden runtergeschraubt, weil die Politik will, dass mehr Leute ihr Abi bekommen, womit es letztendlich natürlich entwertet wird, aber soweit denkt man ja nicht.

Aber freu dich doch einfach, dass deine Tochter noch ein bisschen geschont wird und ihre Kindheit nicht vollkommen mit Schule ausgefüllt ist. ;)
 
@ Hero
Die 40% entsprechen wohl eher dem Mittel an Schülern eines Jahrgangs, die dann effektiv später Abitur machen.
Ich denke kaum, dass sich Lehrer/-innen an solchen Zahlen orientieren und dementsprechend ihre Noten verteilen.
Natürlich muss es eine gewisse Notenabstufung geben und z.B. willkürlich gute oder schlechte Noten vergeben werden.
Aber sich dann an solchen Zahlen zu orientieren, ist in der Praxis bestimmt nicht möglich.

@strangemaik:
Ich sehe schon, dass du dich sehr für die schulische Ausbildung deiner Tochter interessierst und das ist auch gut so.
Aber warum willst du, dass deine Tochter gleich so früh mit allen erdenklichen Fächern "zugepflastert wird".
Natürlich ist es wichtig einen möglichst weiten Horizont für die Kinder zu schaffen, damit sie etwas in ihren Lieblingsdisziplinen/fächern lernen können.
Wenn du sie allerdings zu früh mit zu vielen Möglichkeiten überforderst, wirkt das meiner Meinung nach eher kontraproduktiv.
Erst wenn man etwas tiefer in die Materie mancher Fächer eintaucht, erkennt man welches einem wirklicht liegt und woran man wirklich Spaß hat.
Diese Tiefe kannst du allerdings bei zu vielen Fächern einfach nicht aufbauen.
Es hat also schon einen Sinn, wenn man nicht zu früh zu viele Fächer anbietet.
Im Laufe ihrer Schullaufbahn wird sie schon noch Kontakt mit oben genannten Fächern bekommen.

Außerdem gibt es für Kinder in diesem Alter auch noch andere Sachen wie Schule.
Das können Sport, Musik, o.ä. sein und dafür soll doch auch noch Zeit sein. ;)
 
Hero schrieb:
Die Anforderungen werden runtergeschraubt, weil die Politik will, dass mehr Leute ihr Abi bekommen, womit es letztendlich natürlich entwertet wird, aber soweit denkt man ja nicht.

Auch wenn die Politik will, daß mehr Leute so leichter ihr Abi machen, deswegen werden die Schüler durch heruntergeschraubte Anforderungen auch nicht viel schlauer. Für mich als Vater ist es wichtig, daß meine Tochter so früh wie möglich ein gutes Allgemeinwissen in sämtlichen Fachrichtungen bekommt. Und da sollte die Bandbreite der Fächer schon so früh wie möglich eingesetzt werden, damit das Kind für sich selber schon rechtzeitig erkennt, wo die verstärkten Interessen für die spätere berufliche Laufbahn liegen.

Ich habe gestern bei dem 1. Elternabend im Gymnasium den Begriff für dieses zeitversetzte Unterrichten von bestimmten Fächern gehört. Es wurde vom :rot: "Epochal- bzw. Blockunterricht" gesprochen.
Meiner Meinung nach ist das der größte Blödsinn, den man sich da ausgedacht hat. :( Bestimmte Fächer werden in einer Klassenstufe nur ein halbes Jahr unterrichtet und danach für das andere Halbjahr auf Eis gelegt. Ich versteh einfach den Sinn nicht, was das bewirken soll. Ich stelle mir das grausam vor, ein halbes Jahr lang keinen Unterricht in einem Fach zu bekommen und der nächsten Klassenstufe geht es dann erst in dem Fach weiter. Einfach unlogisch. Da besteht einfach die zu große Gefahr, daß man aus dem Stoff raus ist. Noch dazu kommt dann der Leistungsdruck für das eine halbe Jahr in dem Fach, wo es danach keine Möglichkeit der eventuellen Verbesserung gibt. Das geht ja wohl garnicht. :rolleyes:
 
Meiner Meinung nach ist das der größte Blödsinn, den man sich da ausgedacht hat. :( Bestimmte Fächer werden in einer Klassenstufe nur ein halbes Jahr unterrichtet und danach für das andere Halbjahr auf Eis gelegt. Ich versteh einfach den Sinn nicht, was das bewirken soll. Ich stelle mir das grausam vor, ein halbes Jahr lang keinen Unterricht in einem Fach zu bekommen und der nächsten Klassenstufe geht es dann erst in dem Fach weiter. Einfach unlogisch. Da besteht einfach die zu große Gefahr, daß man aus dem Stoff raus ist. Noch dazu kommt dann der Leistungsdruck für das eine halbe Jahr in dem Fach, wo es danach keine Möglichkeit der eventuellen Verbesserung gibt. Das geht ja wohl garnicht. :rolleyes:

Und ich finde es den größten Blödsinn das alle Eltern glauben sie wissen als einzige was für ihr Kind gut ist. Sicher fällt nicht jedes Individuum in das Raster des Schulsystems und fühlt sich da wohl, die einen lernen so besser, die anderen anders, trotzdem werden Schulreformen nicht grundlos durchgeführt, sondern weil die Masse anders besser zurechtkommt. Aber warum glaubst du das (bei deiner Tochter) beurteilen zu können wo die Schulzeit bei dir schon mindestens 15 Jahre her ist und unter gänzlich anderen Bedingungen stattfand?
Ich bin vor einem Jahr aus der Schule raus und trau mir trotzdem nicht zu ein Urteil darüber zu fällen was ein jetziger 5.Klässer lernt/lernen soll und was nicht. Schon allein weil ich das G9 genoßen habe und jetzt ja denke ich bundesweit G8 läuft.

MfG xlemmingx
 
Also bei mir wurden immer ca 80% der Zeugnisnoten bekanntgegeben - den rest musste man sich erfragen. Beim Sport hat mir eigentlich noch kein Lehrer ohne Auforderung meine Note mitgeteilt!

Einfach fragen - dann sagen es 99% der Lehrer!

mfg cheesa
 
mutator schrieb:
Außerdem gibt es für Kinder in diesem Alter auch noch andere Sachen wie Schule.
Das können Sport, Musik, o.ä. sein und dafür soll doch auch noch Zeit sein. ;)

und in der Oberstufe auchnoch...

Wir bekommen bei uns auf dem Gymnasium generell alle Noten mitgeteilt bei zB Sport nach einer Prüfung und wir bekommen in eigentlich jedem Fach in jedem Halbjahr 1x die Noten mitgeteilt.

Außerdem kann man beim lehrer auch so nochmal nachfragen

Zum Thema Physik, Chemie und co

bei uns (G9) Gab es ab der 8. Klasse Chemie und Physik aber der 7. Klasse
bei G8 ist es an unserer Schule ab der 6. Klasse Physik und ab der 7. Klasse chemie... so in der Richtung... ist glaube von schule zur schule anders

soweit meine Erinnerungen :O
 
Und ich finde es den größten Blödsinn das alle Eltern glauben sie wissen als einzige was für ihr Kind gut ist.

Und ich hasse es, wenn Kinder in der Schule zu Versuchsobjekten für irgendwelche "Experimente" im Schulsystem aus Kostengründen oder was auch immer gemacht werden und alle paar Jahre, wenn eine andere Partei in einem Bundesland an die Macht kommt, irgendwelche sinnlosen Änderungen vornehmen wollen. Ich vermisse eine einheitliche klare Linie im Schulsystem in ganz Deutschland. :päng:

Deine Bemerkung finde ich überzogen. Glaub mir, wenn Du einmal eigene Kinder hast, dann wirst Du verstehen was ich meine. Wenn Du vor einem Jahr erst aus der Schule raus bist und Du Dir kein Urteil darüber machen kannst, was ein jetziger 5.-Klässler lernen soll, finde ich das sehr schade. :rolleyes:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich vermisse eine einheitliche klare Linie im Schulsystem in ganz Deutschland. :päng:

Ja dafür müssen wir eben den Föderalismus abschaffen, aber das wird so bald nicht passieren. Es ist schließlich Fakt das sich die Anforderungen im Schulalltag bundesweit stark unterscheiden und das hat auch tiefere Gründe.


Wenn Du vor einem Jahr erst aus der Schule raus bist und Du Dir kein Urteil darüber machen kannst, was ein jetziger 5.-Klässler lernen soll, finde ich das sehr schade.

Ein Urteil bilden kann ich mir sehr wohl, jeder Mensch hat schließlich Vorstellungen und Meinungen. Ich traue mir nur mangels Erfahrung und breiter gefächertem Wissen als meiner eigenen Schulkarriere, nicht zu, über Millionen andere zu urteilen.


Nur um das mal klarzustellen, ich bin keinesfalls davon überzeugt das in den verschiedenen deutschen Schulsystemen alles richtig läuft und es ist mir klar das es viele Defizite gibt. Aber mit einem "Ist doch alles Mist" ist niemandem geholfen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein Kind ist nun zum "wiederholten Male" in der 7.Klasse des Gymnasiums....man nennt es auch "sitzen bleiben". Eigentlich waren wir sehr guter Hoffnung, ging unser Sohn doch mit einem sehr guten Verständinis und Zensurendurchschnitt auf's Gymnasium. Lief auch alles bestens an, bis ein unerwarteter Absturz das Abenteuer Gymnasium eigentlich hätte beenden sollen. Wir als Eltern hielten es auch für das Beste, da die Noten einfach nicht mehr zu korrigieren waren. Nicht das es nicht ging, aber es gibt einfach zu wenig Zensuren das man sogenannte "Ausfälle" hätte kompensieren können.

Nun Stand eigentlich das Thema Mittelschule an. Drei ordentliche Schulen haben wir herausgesucht und auf dem Antrag zum Schulwechsel angegeben. Nun entschied erst ein Schulgremium im JUNI ob eine Versetzung auf die jeweilige gewünschte Schule möglich wäre. Natürlich Fehlanzeige...im Gegenteil. Unser Kind hätte an das andere Ende der Stadt gemusst...wir reden hier von der Stadt Leipzig....Auf höflicher Nachfrage beim Schulamt bekam ich nur genervte Antworten. Den Mitarbeitern scheint des eigentliche Problem der Kinder überhaupt nicht zu interessieren. Es müssen Lücken an Schulen gestopft werden...wo die Kinder dann sind ist zweitrangig... Und wenn ich mir anschaue wieviele Schulen geschlossen werden bekomme ich ernsthafte Bauchschmerzen.

Zum Glück hat dies der Leiter des Gymnasium auch so gesehen und sich über das Schulamt hinweg gesetzt. Zwar besucht mein Sohn die 7.Klasse noch einmal aber mit hoffentlich weit besseren Bedingungen. Er gibt sich auch wieder richtig Mühe das ich mehr als Stolz sein kann.

Erschwerte Bedingungen bleiben aber auch hier...sei es das ständig wechselne Stundenplansystem, verschiedene anwendbare Schulbücher und, wie auch schon hier im Thema angesprochene, unausgewogene Zensurenproblem.
 
Ich habe in diesem Thread mal eine Umfrage gestartet, weil es mich sehr interessiert, wie die User hier im Forum über das Schulsystem in Deutschland denken. ;)
 
...eben eine Katastrophe...

Kinder aus Familien wo Eltern z.B. ihre langjährige Arbeit verloren haben stehen ziemlich oft allein da. Nicht das jetzt keine Zeit für sie wäre, nein, weil die Eltern sehr oft mit ihren eigenen Problemen extrem zu kämpfen haben.

Es äre notwendig, dass es mehr Schulen gibt wo auch Nachmittags betreut wird. Spiel, Spass und auch Unterstützung bei den Hausaufgaben. Vor allem unter den Kindern selbst ein wichtig Kriterium. Die Eltern sind oft überfordert, hilflos. Hier sollte ein gesundes Gleichgewicht geschaffen werden.
 
@Natschuh
Dann muss man ja Nachmittags auch noch in der Schule rumhängen, nee Danke!

Außerdem macht man ab der 7. Klasse doch sowieso keine Hausaufgaben mehr.

Ansonsten hat xlemmingx eigl. das wichtigste gesagt und es wird sich an den Schulchaos wohl so schnell nichts ändern.
 
@Natschuh
Außerdem macht man ab der 7. Klasse doch sowieso keine Hausaufgaben mehr.

Wenn diese Aussage ernst gemeint war, dann zeigt es mir mal wieder wie unterschiedlich doch die Schulsysteme in Deutschland sind und wie sehr da eine Reform nötig ist.
Wenn man ab der 7. Klasse keine Hausaufgaben mehr macht, dann läuft da aber gravierend was falsch.
Wenn man sich nur in der Schule berieseln lässt ohne mal in Eigenregie das zu Hause an einer Übung/Hausaufgabe zu wiederholen, dann kann ich den schlechten Bildungsstand mancher Leute schon nachvollziehen.
 
Also ich lege viel Wert auf erfüllte Hausaufgaben sowie die Vorbereitung auf den nächsten Unterricht. Es ist nur manchmal nicht leicht die Kinder in dem Alter dafür zu motivieren. Zu viel werden sie von anderen Dingen abgelenkt. Dazu gehören auch z.B. die unzufriedenen Familienverhältnisse...ich verschiedenen Facetten
 
@Natschuh
Dann muss man ja Nachmittags auch noch in der Schule rumhängen, nee Danke!

Hast Du ne Ahnung. Es ist doch heute schon ganz normal üblig, daß Nachmittagsunterricht an Gymnasien stattfindet. Da hat man irgendwann zwischendurch 2 Freistunden und hängt danach noch bis 16 Uhr für ganz normalen Unterricht in der Schule. Und glaub ja nicht, daß da irgendwelche Lehrer drauf rücksicht nehmen, dann auch noch keine Hausaufgaben aufzugeben.

Als ich 1993 mein ABI in meiner Heimatstadt in Sachsen-Anhalt gemacht habe, war das alles noch schlimmer. Das Gym bestand damals wegen Platzmangels aus 2 unterschiedlichen Schulobjekten, die ca. 10 Minuten Fahrradweg auseinander lagen. Wir mußten damals für einzelne Fächer ständig in den Pausen pendeln. Manchmal gabs auch ein paar Freistunden dazwischen und man saß dann noch 16.30 Uhr in der Schule. Im Winter ist man sozusagen im Dunkeln zur Schule gefahren und ist im Dunkeln wieder nach Hause gekommen. Und dann waren die Hausaufgaben angesagt.
 
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