Notenbekanntgabe in der Schule

Soll das Bildungssystem in Deutschland Ländersache bleiben oder einheitlich gestaltet werden?

  • Das Bildungssystem soll Ländersache bleiben.

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  • Es soll ein einheitliches Bildungssystem für ganz Deutschland geben.

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  • Ist mir egal.

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[...] Wenn man ab der 7. Klasse keine Hausaufgaben mehr macht, dann läuft da aber gravierend was falsch.
Wenn man sich nur in der Schule berieseln lässt ohne mal in Eigenregie das zu Hause an einer Übung/Hausaufgabe zu wiederholen, dann kann ich den schlechten Bildungsstand mancher Leute schon nachvollziehen.
Er hat wohl eher gemeint, dass man noch welche bekommt, die dann aber nicht
mehr macht ;) Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass er damit nicht so Un-
recht hat...
Ich muss dich enttäuschen, viele, die in der Schule jeden Tag vorbildlich ihre Haus-
aufgaben machen, sind eigentlich nicht wirklich die hellsten. Stoff auswendig
lernen, Arbeit schreiben, alles wieder weg. Vom Allgemeinwissen will ich garnicht
anfangen...

Phunny
 
Da gibts für mich gleich mehreres zu beantworten, hoffe ich krieg das alles in einem Posting hin.

1. find ich die Anforderungen die an die Schüler gestellt werden sowohl in einem Gymnasium als wie auch für die Realschulen mehr als knallhart.
2. die Übertrittszahlen steigen jährlich, weil den Eltern immer mehr vorgemacht wird, dass nur Kinder mit Abi bzw. Studium die besten Verdienstmöglichkeiten eines Tages haben.
3. die knallharten Übertrittsbedingungen, zumal in Bayern, sorgen bereits in der 4.Klasse bei den Grundschulen für Nachhilfe ohne Ende.
4. die Realschule wird zur Mittelschule deklassiert und wird bereits in div. Orten als Hauptschuleweg mit angepriesen, damit die Hauptschulen ihren negativen Touch etwas verlieren bekommen sie nun einen anderen Namen sowie auch einige andere Bildungswege hinzu.
5. ab der 7.Klasse Gym keine Hausaufgaben ist mir unbekannt, das mag eine persönliche Einstellung sein, oder die Lehrer pennen an jener Schule. Im Gegenteil strenge Kontrollen bis zur 10. sind mir durchaus bekannt.

Es wird permanent am Schulsystem rumgedoktort, kleine Schulen werden geschlossen um grosse Schulen effektiver arbeiten zu lassen. Was man von Schulfabriken jenseits von 1000 Schülern zu halten hat kann sich jeder selber denken, wenn er gerne auf dem Pausenhof 999 schulgestresste treffen möchte.

Nachmittagsbetreuung find ich wichtig, aber dann doch bitte freiwillig. Das 8-jährige Gymnasium kostet den Schülern bisher sowieso schon 2 Nachmittage, da in diesen Zeiten dann Kunst,Musik,Sport unterrichtet werden.

Eigentlich müssten wir die Schulzeit entzerren, früher mit der Schule beginnen.
Noch im Kindergarten die Buchstaben und Zahlen lernen. Den Druck etwas langsamer gestalten.
Was in einer 5.Klasse Physik oder gar Chemie zu suchen hätte, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich hatte das auch erst ab der 7. und das reicht meines Wissens nach, wer ein Faible für diese Fächer hat, darf sie später gerne studieren.

Es gibt nur wenige Eltern die bei der Schulwahl auf ihre Zöglinge richtig eingehen und noch mit beiden Beinen und Meinung ihren Standpunkt verteten, welche Schulart für ihr Kind die richtige ist. Vielmehr spielen die Nachbarskinder, die Kinder von....xxxx und die Freunschaften eine leidige Rolle, dass ein Kind oftmals auf die falsche Schule geht.
Das durchreichen jener Kinder die dann auf der falschen Schule sind beginnt meist in der 7. die Realschulen haben jedes Jahr genügend "Absteigler" und kämpfen dann mit unterschiedlichen Bildungsständen, die in allererster Linie das Kind auszubaden hat - denn Rücksicht gi bt es nicht.

Gibt es auch nicht für länger kranke Kinder, welche theoretischen Unterricht im Krankenhaus erhalten.
Seit Pisa orientieren wir uns schulbedingt nur an anderen Ländern, anstatt einen eigenen Weg ohne dieses Pisa-Zeugs zu gehen.
Dauernd wird reformiert an der Reform und jeder meint er weiss es besser. Dabei steht es um die Einstellbedingungen von Junglehrern jedes Jahr schlechter.
Der Staat weiss noch nicht mal im Juni welche Lehrer er für das Schuljahr ab September in den staatlichen Dienst übernehmen wird.
Viele angehenden Junglehrer scheitern, weil sie schlichtweg die falschen Fächer studiert haben, da die Lehrerauswahl sich daran orientiert was benötigt wird und jeder
Junglehrer "LEIDER" nur 3 Fächer studiert hat, für die er unterrichten kann und darf.

So wurden meinem Kenntnisstand nach, für die Hauptschulen alle Lehrer engagiert die mit dem Studium fertig waren. Bei den Realschulen und Gymnasien gab es Kommanoten, bis zu welchem "übernommen" wurde. Dann teilt sich das ganze noch an den bedürftigen Fächern und fertig ist die Kiste.

Studierst du gefragte Fächer, Naturwissenschaften und nicht z.b.Deutsch/Englisch, dann kannst auch noch mit einem Notendurchschnitt von 3,,, Lehrer werden inkl. Verbeamtung.
Fragt sich natürlich ob ich möchte, dass mein Kind von einem Lehrer von jenseits 3,,,, unterrichtet wird.

Dieser ganze Schulmist hat zur Folge, dass immer mehr Eltern Geld in die Hand nehmen und ihre Kinder an Privatschulen geben. Sofern diese örtlich verfügbar sind.
Auch ich würde das ganz gerne, hab hier aber leider null Auswahl vor Ort.
Schlichtweg aus den vorgenannten Gründen, dass auf den einzelnen keinerlei Rücksicht mehr genommen wird und man an Privatschulen wesentlich mehr Möglichkeiten der Einflussnahme hat.

Wir sollten bei all dem Schulgedöns nicht vergessen, es sind junge Heranwachsende und die sollten Zeit zur Entwicklung bekommen und nicht, nur noch gestresst nach Hause kommen.

Noch was fällt mir ein, ein Kind das aus dem Bekanntenkreis ist wechselt nun die Schule. Vom Gym runter, da die Wiederholung der Klasse angestanden hätte.
1.Fremdsprache 5, da Hausaufgaben nie gemacht und somit mündliche Note so schlecht angesetzt wurde, dass die 5 dabei rauskam.
2.Fremdsprache 4,3 aber mündliche Note so schlecht gegeben, dass daraus eine 5 wurde.
Sag mir also niemand, dass Lehrer ihren maximalen Spielraum nicht ausnutzen und Hausaufgaben nicht gemacht werden brauchen.
Jenes Kind hatte von der Grundschule aufs Gym einen 1,1 Notenschnitt!

Von einer Klasse weiss ich, dass von 33 Kindern 8 im Schuljahr durchgefallen sind und das war eine 5.Klasse, wo jeder denkt, das kann nicht sein, in der 5.Klasse ist der Stoff doch noch --lustig--.
Man kann sich das Leben mit einer kleineren Klasse schon leichter machen - so ist mein Gesichtspunkt.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Dem Bericht von "Morticia" ist nichts mehr hinzuzufügen. Ich vergebe der Ausführlichkeit eine Auszeichnung.
 
morticia schrieb:
die knallharten Übertrittsbedingungen, zumal in Bayern, sorgen bereits in der 4.Klasse bei den Grundschulen für Nachhilfe ohne Ende.

Da sind dann aber die Eltern auch nicht unschuldig. Meine Mutter ist Lehrerin an einer Volksschule, also Grund- und Hauptschule in einem ländlichen Gebiet in Bayern. Sogar dort üben die Eltern oft sehr massiven Druck auf Kinder und Lehrer aus, um das Kind, das nach einhelliger Meinung nicht dafür geeignet ist, aufs Gymnasium zu kriegen.


morticia schrieb:
Es wird permanent am Schulsystem rumgedoktort, kleine Schulen werden geschlossen um grosse Schulen effektiver arbeiten zu lassen. Was man von Schulfabriken jenseits von 1000 Schülern zu halten hat kann sich jeder selber denken, wenn er gerne auf dem Pausenhof 999 schulgestresste treffen möchte.


Ich war auf einem Gymnasium mit 1500 Schülern und fand es, bis auf die langen Wege super.
Davon abgesehen ist es oft die reine Notwendigkeit das kleinere Schulen geschlossen werden, weil es momentan immer weniger Kinder gibt, die diese besuchen könnten.


morticia schrieb:
Fragt sich natürlich ob ich möchte, dass mein Kind von einem Lehrer von jenseits 3,,,, unterrichtet wird.

Ich würde 100x lieber von einem Lehrer mit 3er Schnitt unterrrichtet werden, der mit Kindern umgehen kann, als von einem 1er Absolventen, der keine Ahnung von menschlichen Kontakten hat. Mal ganz abgesehen davon, das ich nicht sagen könnte wie sich ein 3er Schnitt auf das Lehrverhalten auswirken soll. Hat der dann nicht genug Sachkentniss? Oder passt die Einstellung nicht, wenn er es nur gerade so schafft? Kann man in meinen Augen nicht pauschal beurteilen - weswegen ich jegliche Aussiebung nach Notendurchschnittfür Schwachsinn befinde.

morticia schrieb:
Wir sollten bei all dem Schulgedöns nicht vergessen, es sind junge Heranwachsende und die sollten Zeit zur Entwicklung bekommen und nicht, nur noch gestresst nach Hause kommen.

Das sehe ich natürlich genauso. Aber ich denke auch, das man den Kindern einen wichtigen Teil der Entwicklung wegnimmt, wenn man sie auf Privatschulen schickt. Dort haben sie keinerlei Kontakt mit Kindern aus anderen sozialen Schichten und lernen oft nicht wie es ist sich durchsetzen zu müssen.

morticia schrieb:
Von einer Klasse weiss ich, dass von 33 Kindern 8 im Schuljahr durchgefallen sind und das war eine 5.Klasse, wo jeder denkt, das kann nicht sein, in der 5.Klasse ist der Stoff doch noch --lustig--.


Nach meinen Erfahrungen passiert das in jeder 5. Klasse am Gymnasium (vielleicht nicht so extrem, aber von der Tendenz her), womit wir wieder bei Punkt 1 wären.


MfG xlemmingx
 
gut xlemmingx, ich stimme Dir voll und ganz zu, dass sich sicherlich niemand um den Klassenlehrerposten in der 4.Klasse reisst. Der Kontakt zu übereifrigen Eltern ist und war mir schon immer ein graus.
Ich beobachte ganz gerne und was man da für Gehabe sieht, ist eigentlich absehbar. Ein Kind das nicht aufs Gymnasium gehört (aus Sicht der 4.Klasse) wird sowieso früher oder später ausgesiebt, dafür sorgt schon das System.

Kleinere Schulen die geschlossen werden "müssen" mangels Schüler sind mir im persönlichen Umfeld unbekannt, bzw. noch gestoppt worden.
Zu Zeiten von Frau Hohlmeier wollte die das so, gottseidank wurde das dann noch halbwegs wieder umgedreht. Ich weiss auch nicht wo immer dieser Kindermangel sein soll. In meiner Wohngegend ist jedenfalls noch kein Mangel vorhanden, im Gegenteil zig Schulen erweitern und das ist das Problem.
Anstatt eine neue Schule zu bauen - eine weitere - oder die Kinder etwas örtlicher zu verteilen, wird lieber das Geld in eine Uraltschule investiert, die dann in alle Himmelsrichtungen neu zugepropft wird mit neuen Räumen.
Teilweise braucht man dann einen Orientierungsplan um bei Elternsprechstunden innerhalb 10 Minuten überhaupt die Räume zu finden.

Was die soziale Kompetenz von Kindern angeht. Glaub mir, die lernen ein Leben lang genug, das muss nicht in einer Schulfabrik sein. Das tägliche Busgefahre ist schon graus genug, quetschen, schubsen, aus dem Bus schmeissen. Aus dem Rucksack klauen, Rucksack öffnen, etc.usw........... Das alleine wäre schon ein weiteres Thema.

Ein wieder weiteres Thema wären dann die Gewichtsklassen von Schulranzen.
Wir hatten Tage dabei, da befand sich das kontrollierte Gewicht des Ranzens bei 9kg, und da war nichts drin was nicht hätte sein müssen!
Ein Unding für Heranwachsende, wird dir jeder Orthopäde bestätigen.
Zumal das Büchergeschleppe Unsinn wäre, würde man einen zweiten Büchersatz zu Hause haben können (gegen Kosten) und den anderen in der Schule. Aber in der Schule fehlt Wille, Schliessfächer .............

An Privatschulen treffen sie mitunter auf andere Themen, mag sein, aber der schulische Erfolg und der Kontakt zu den Eltern wird enger gehalten. Aber wie gesagt, alles persönliche Empfindungen, sind halt meine Entscheidungen, die ich so treffen würde, wenn die Möglichkeiten bestünden.
 
Kleinere Schulen die geschlossen werden "müssen" mangels Schüler sind mir im persönlichen Umfeld unbekannt, bzw. noch gestoppt worden.
Zu Zeiten von Frau Hohlmeier wollte die das so, gottseidank wurde das dann noch halbwegs wieder umgedreht. Ich weiss auch nicht wo immer dieser Kindermangel sein soll. In meiner Wohngegend ist jedenfalls noch kein Mangel vorhanden

Dann ist das wohl regional sehr unterschiedlich. Sicher zeigen sich die Auswirkungen auf dem Land bei geringerer Bevölkerungsdichte auch eher. Bei uns hier in der Gegend ist es teilweise schon so, das die Schulen mit Busen ihre Schüler aus dem bis zu 50km (!) entfernten Umkreis rankarren müssen, weil kleinere Schulen aus Schülermangel schließen müssen.
Wird jetzt in Bayern durch die Einführung der Gesamtschule wohl eher noch schlimmer als besser werden.
 
50km, macht dann 100km täglich. In Fahrtzeit gerechnet sind das dann bei allen Stopps mit eingerechnet locker 1 Stunde hin und wieder eine zurück. Evtl. noch in ungesicherten Busen (nur am Rande erwähnt) und abgesehen von absolut unterbezahlten Rentnerbusfahrern in Minijobs und die Energieberechnung für die Kutschierei nicht mit einberechnet. Da hätte man dann lieber die kleine Schule verändert als diese geschlossen.
Bei sowas stockt mir der Atem.
 
Phunsoldier schrieb:
Ich muss dich enttäuschen, viele, die in der Schule jeden Tag vorbildlich ihre Hausaufgaben machen, sind eigentlich nicht wirklich die hellsten.

Ich habe in meiner Schulzeit nahezu alle meine Hausaufgaben selber erledigt.
Deswegen gehöre ich also nicht unbedingt zu den hellsten Köpfen, oder wie?

Ich weiß ja nicht von welcher Schule wir hier reden, aber nach dem Startpost zu urteilen von einem Gymnasium.
Da kommt man meiner Erfahrung nach mit so einer Einstellung nicht recht weit und wenn man nicht gerade zu den sehr begabten Leuten zählt, dann muss man sich zu Hause auch für den Schulstoff nochmal hinsetzen.
Fächer wie Latein, Mathematik, Physik sind leider kein Zuschauersport und wirklich verstehen kann man viele Dinge erst durch konsequentes Arbeiten mit dem Stoff zu Hause.
Nur warum sind das gerade mitunter die Fächer, die so vielen Schülern Probleme machen? Weil es dort eben nicht reicht sich in der Schule berieseln zu lassen und die Hausaufgaben nicht zu machen.
Dort muss man sich halt nochmal zu Hause hinsetzen und ein paar Zeilen übersetzen oder ein paar Aufgaben rechnen.

Phunsoldier schrieb:
Stoff auswendig lernen, Arbeit schreiben, alles wieder weg. Vom Allgemeinwissen will ich garnicht anfangen...

Im Übrigen ist Hausaufgabe machen kein Auswendiglernen von dem Stoff, der bereits in der Schule durchgenommen wurde.
Jedenfalls war das bei uns nie der Fall. Ich weiß aber nicht inwieweit das in anderen Schulen/Bundesländern gehandhabt wird.
Vielmehr nimmt man z.B. in der Schule den Satz des Pythagoras durch und darf dann als Hausaufgabe Aufgaben dazu machen. Erst dann sehe ich an den Anwendungen was ich mit dem Erlernten anfangen kann.
 
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