Saskia Hennig von Lange Autor 

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Über die Autorin

Saskia Hennig von Lange pendelt zwischen wissenschaftlichem und literarischem Schreiben – und dieser Spagat gelingt ihr aufs Beste.

Der erste Satz zum ersten Buch fiel ihr im Auto ein. Er ließ sich nicht wegschieben, sie musste auf einen Parkplatz fahren und ihn aufschreiben. Das war der Startschuss für die gefeierte Autorin Saskia Hennig von Lange, seitdem ist der Hebel nicht mehr zurückgegangen: „Lesen und Schreiben ist keine Sache, die man aus sich extrahiert und sich als Berufswunsch gegenüberstellt, sondern ein künstlerischer Selbstausdruck.“

Gelesen und geschrieben hat sie gleichwohl von frühester Kindheit an, noch bevor sie in die Schule kam. Den Eltern, beide Journalisten, hat sie häufig Texte rezitiert („Ich konnte die Bürgschaft auswendig, bevor ich überhaupt schreiben konnte“). Mit fünf Jahren schrieb sie ihr erstes eigenes Gedicht. Als Jugendliche traf sie sich vor Sonnenaufgang mit einer Gruppe Gleichgesinnter, sie lasen sich gegenseitig Lyrik vor: „Gedichte waren immer ein Teil von mir.“

Eigentlich wollte sie jedoch Tänzerin werden. Als sie dabei an ihre körperlichen Grenzen stieß, hat Saskia Hennig von Lange die Praxis zur Theorie gemacht und Angewandte Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte studiert. Seit einigen Jahren arbeitet sie an ihrer Dissertation zum Verhältnis von Bild, Rahmen und Körper der spätmittelalterlichen Kunst. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit lernte sie die französischen Dekonstruktivisten kennen, die sie als sehr bereichernd empfand. Die durch diese Theorie gesäten Zweifel an einer Erzählbarkeit der Welt musste sie beim literarischen Schreiben allerdings erst einmal überwinden. Der Wechsel zwischen wissenschaftlichem und literarischem Schreiben fällt der Autorin ansonsten aber nicht schwer, im Gegenteil: Oftmals hat sie beide Dokumente offen und schreibt den einen Satz hierhin, den anderen dorthin. Ohne das wissenschaftliche Schreiben gelingt das andere nicht so gut: „Die enge Struktur schärft den Geist und verhindert, dass man schwadroniert.“

Das erste Buch – eine Novelle, die sich um ein anatomisches Museum und seinen Hüter, der es nie verlässt, spinnt – gerät zum großen Erfolg, wird von der Presse gefeiert und mit Preisen bedacht. Darüber wundert sich Hennig von Lange ein wenig, das Befremdlichkeitspotenzial des Textes erscheint ihr groß: „Kann man das den Leuten überhaupt vorlesen?“ Dass dieses erste Buch trotzdem Leser gefunden hat, hat sie angespornt, auf dem Weg des Schreibens weiterzugehen.

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Lange, Saskia Hennig von - Alles was draußen ist Eine Novelle
Lange, Saskia Hennig von - Heim - Roman

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Buchbeschreibung: Alles was draußen ist
Ein anatomisches Museum und sein Hüter: ein ebenso seltsames wie tiefgründiges Szenario und ein brillantes literarisches Debut.Wir sind nur dann ganz wir selbst, wenn wir außer uns sind. Sage keiner, dass aus dieser Tatsache nicht immer wieder schönste Literatur entstanden ist. Eine fulminante Geschichte der Entgrenzung erzählt auch Saskia Hennig von Langes ganz und gar erstaunliches Debüt "Alles, was draußen ist".Ein anatomisches Museum mit seinen Präparaten, Modellen und Totenmasken, eine schöne Unbekannte aus der Seine und ein Robespierre, und mittendrin ein Mann, der sich im Laufe der Jahre selbst zum Objekt geworden ist. In sprachlich genauen Notaten führt er Buch über sein Leben und seine Gänge durchs Haus, über das seltsame Inventar und über eine immer wieder hörbare, aber unsichtbare "Untendrunterwohnerin".Diese Novelle ist ein literarisches Kunststück, in dem das Unbewusste offenbar wird und in dem die menschlichen Oberflächen eine unergründbare Tiefe zeigen. Vom Körper, von der Haut und den Sinnen führt der Weg der Erzählung in Abgründe, in denen ferne Verhängnisse ebenso nachhallen wie die großen Stoffe der Literatur.
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Buchbeschreibung: Heim
Die Geschichte von Tilda und Willem beginnt auf offenem Meer, Mitte der 1930er Jahre. Während Tilda eine Vergnügungsreise macht, ist Willems Mission eine mörderische: Als Mitglied der »Legion Condor« ist er mit dem Schiff unterwegs nach Spanien, wo der Krieg gegen alles, was anders ist, geprobt wird. Anders ist auch Hannah, die gemeinsame Tochter, geboren als der Krieg längst vorbei ist: Wild und unbeherrschbar, lässt sie sich durch nichts zwingen, weder durch Strenge noch durch die unbeholfenen Versuche ihrer Eltern, sie zu lieben. Willem verkriecht sich im Keller des Hauses, um ungestört Jazz zu hören, nachdem er tagsüber als Chemiker daran arbeitet, künstliche Fruchtaromen herzustellen. In den Augen von Tilda ist der schneidige Held von einst eine lächerliche Figur geworden. Und Hannah eine Verrückte …»Heim« erzählt vom Ungesagten, vom Unaussprechlichen, vom langen Nachwirken der Vergangenheit und davon, wie sehr wir selbst Teil davon sind. Konsequent folgt es der beklemmenden Logik einer Familienkonstellation, eröffnet ihren Figuren aber auch Wege des Ausbruchs.
 
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